Ein Buchtipp für alle, die ein gutes Buch über Märtyrer lesen möchten (Leseproben inklusive!)

Da ich ja im letzten Post zum zweiten Mal an einer Darstellung des Martyriums in einem historischen Roman herumkritisiert habe, aber auch nicht die ganze Zeit nur kritisieren will, hier jetzt mal ein empfehlenswerter historischer Roman über eine Zeit der Märtyrer: „Come Rack! Come Rope!“ von Robert Hugh Benson.

Es gibt eine ziemlich große Menge an Schriftstellern, die zu ihrer Lebzeit sehr bekannt waren, heute aber nahezu vergessen sind; manche davon verdienter-, andere aber unverdientermaßen. Zu der ersten Sorte könnte man z. B. eine Mrs. Radcliffe zählen, zu deren Schauerromanen Jane Austen in „Northanger Abbey“ eine brillante Satire geliefert hat; zur zweiten dagegen Autoren wie Benson. (Anbei: Ich glaube und hoffe, dass Schriftstellern wie Iny Lorentz, Rosamunde Pilcher, Dan Brown, George R. R. Martin und E. L. James in nicht allzu ferner Zukunft das gleiche Schicksal beschieden sein wird wie den genannten Autoren.) Benson jedenfalls war meiner Ansicht nach ein sehr, sehr talentierter Schriftsteller, und auch relativ produktiv, vor allem, wenn man seine eher kurze Lebenszeit bedenkt (1871-1914; er schrieb alle seine Bücher zwischen 1903 und 1914).

Er war der jüngste Sohn des anglikanischen Erzbischofs von Canterbury Edward White Benson (1829-1896) und wurde selbst zuerst anglikanischer Geistlicher, neigte aber schon bald mehr dem Anglo-Katholizismus zu und lebte von 1898 bis 1903 in einer Art von anglikanischer Ordensgemeinschaft. Schon ab 1896 begann er Zweifel an der Autorität der Kirche von England zu hegen; ich habe hier (https://nolitetimereweb.wordpress.com/2016/09/01/die-allumfassende-kirche-teil-1-geht-zu-allen-volkern/) schon einmal eine kurze Stelle aus seinen „Confessions of a convert“ zitiert, in denen er die Gründe für seine Konversion darlegte – 1903 trat er in die katholische Kirche ein, und 1904 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Das war in einer Zeit, in der England noch antikatholischer war als heute, und da war die Konversion eines Mannes aus einer solchen Familie ein so großer Skandal wie die des berühmten John Henry Newman ein paar Jahrzehnte früher. (Das heißt, sie war ein wirklich großer Skandal.) Hier findet sich übrigens noch eine kurze Biographie über Monsignore Benson, für alle, die interessiert sein sollten: http://www.catholicauthors.com/benson.html Neben seiner Arbeit als Priester veröffentlichte er in den folgenden Jahren zahlreiche Romane, Kinderbücher, Predigten und theologische Werke. Sein bekanntestes Buch ist „Lord of the world“ (von dem es auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel „Der Herr der Welt“ gibt); was kein Wunder ist, Dystopien interessieren die Leute irgendwie immer. Das Buch ist auch wirklich gut, aber er selber hielt wohl seinen historischen Roman „The History of Richard Raynal, Solitary“, der im Mittelalter spielt, für sein gelungenstes Werk. Den habe ich noch nicht gelesen, aber von dem, was ich bis jetzt von ihm gelesen habe, mochte ich tatsächlich „Come Rack! Come Rope!“ am liebsten. (Auch davon gab es mal eine deutsche Übersetzung, aber die ist von 1926, und ich bezweifle, dass man sie noch irgendwo her bekommt. Sie trägt den Titel „Trotz Folter und Strick“.) Man findet den Roman im englischen Original online hier: https://www.gutenberg.org/ebooks/15992 (es gibt einige von Bensons Werken bei Project Gutenberg); es müsste aber auch gedruckte Versionen im Internet zu kaufen geben.

Wem Monty Pythons Spanische Inquisition (https://www.youtube.com/watch?v=Tym0MObFpTI) geläufig ist, der wird sich ja erinnern, dass „rack“ auf Englisch nicht nur so etwas wie „Gestell“, „Kistchen“ oder „Rahmen“ bedeuten kann, sondern auch „Streckbank“ (was bei den Inquisitoren ja zu einer gewissen Verwirrung geführt hat). Monsignore Bensons Roman nun spielt zwischen 1579 und 1588 in England und das übergreifende Thema ist, kurz gesagt, die damalige Verfolgung der Katholiken, insbesondere der Priester. Wir reden hier von einer Zeit, in der man zwar privat noch irgendwie Katholik sein konnte, aber Strafe dafür zu zahlen hatte, wenn man nicht den anglikanischen Gottesdienst besuchte, und in der Priester und solche, die Priestern halfen, nicht selten „hanged, drawn and quartered“ (eine eher unangenehme Hinrichtungsmethode, https://en.wikipedia.org/wiki/Hanged,_drawn_and_quartered) oder, im Fall von St. Margaret Clitherow, auch mal zu Tode gequetscht wurden. Im Vorwort schreibt der Autor über den historischen Hintergrund und den Titel:

„Very nearly the whole of this book is sober historical fact; and by far the greater number of the personages named in it once lived and acted in the manner in which I have presented them. My hero and my heroine are fictitious; so also are the parents of my heroine, the father of my hero, one lawyer, one woman, two servants, a farmer and his wife, the landlord of an inn, and a few other entirely negligible characters. But the family of the FitzHerberts passed precisely through the fortunes which I have described; they had their confessors and their one traitor (as I have said). Mr. Anthony Babington plotted, and fell, in the manner that is related; Mary languished in Chartley under Sir Amyas Paulet; was assisted by Mr. Bourgoign; was betrayed by her secretary and Mr. Gifford, and died at Fotheringay; Mr. Garlick and Mr. Ludlam and Mr. Simpson received their vocations, passed through their adventures; were captured at Padley, and died in Derby. Father Campion (from whose speech after torture the title of the book is taken) suffered on the rack and was executed at Tyburn. Mr. Topcliffe tormented the Catholics that fell into his hands; plotted with Mr. Thomas FitzHerbert, and bargained for Padley (which he subsequently lost again) on the terms here drawn out. My Lord Shrewsbury rode about Derbyshire, directed the search for recusants and presided at their deaths; priests of all kinds came and went in disguise; Mr. Owen went about constructing hiding-holes; Mr. Bassett lived defiantly at Langleys, and dabbled a little (I am afraid) in occultism; Mr. Fenton was often to be found in Hathersage—all these things took place as nearly as I have had the power of relating them. “

 

Was ich an diesem Buch so mag, sind (abgesehen von der Tatsache, dass ich historische Romane, vor allem solche, deren Autoren sich die Mühe gemacht haben, historische Fakten zu recherchieren, generell gerne mag), ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die folgenden Dinge:

  • Die lebendige und realistische Charakterzeichnung: Zuerst einmal ist es keineswegs so, dass die Katholiken alle „die Guten“ und die Protestanten alle „die Bösen“ wären; dann ist es vor allem auch so, dass die guten, die schlechten und die irgendwo dazwischen stehenden Charaktere alle ihre jeweiligen speziellen Eigenarten haben und als gerundete, real wirkende Personen herüberkommen.
  • Der Schreibstil: Monsignore Benson neigt in „Lord of the world“ und anderswo gelegentlich zu Weitschweifigkeit (ein Fehler, den ich selber sehr gut kenne), fand ich, aber hier weniger; und er schreibt trotzdem im Großen und Ganzen einfach nur wunderbar; er besitzt die Fähigkeit, die einen guten Autor ausmacht, das was er schildert, lebendig zu machen, Stimmungen und Hintergründe einzufangen; und es liegen immer wieder ein gewisser Humor und eine feine Ironie in seinen Schilderungen, die das Buch so angenehm zu lesen machen.
  • Ich mag auch dieses ein bisschen altmodische Englisch, an das man sich teilweise erst gewöhnen muss. (Z. B. ist mir beim ersten Lesen erst nach ein bisschen Nachdenken aufgegangen, dass „her Grace“ einfach die Königin bezeichnet („ihre Gnaden“).)
  • Einerseits gibt es sehr spannende Stellen und die Handlung ist wirklich fesselnd (der Autor selbst erwähnt im Vorwort einen Ansatzpunkt möglicher Kritik seiner Zeitgenossen: „If the book is too sensational, it is no more sensational than life itself was to Derbyshire folk between 1579 and 1588“), andererseits ist es aber eben keine Geschichte, die bloß aus aufeinanderfolgenden Szenen von Hausdurchsuchungen und Verhaftungen, spektakulären Schwertkämpfen, Fluchten auf galoppierenden Pferden durch die dunkle Nacht, Folterungen, Morden und dergleichen bestehen würde. Die spektakulären Schwertkämpfe (und anderes von dem erwähnten Zeug) kommen sogar überhaupt nicht vor. Es gibt auch längere Gespräche und ruhige Szenen, in denen äußerlich nicht viel passiert, und es wird auch Zeit für die Schilderung von Orten, Gedanken und Gefühlen aufgewandt. Trotzdem kann man das Buch einfach nicht aus der Hand legen; man will unbedingt wissen, wie es weitergeht (und Monsignore Bensons schöne Sprache genießen).
  • Es ist alles in allem einfach eine schöne Geschichte. Der Autor schildert teilweise grauslige (ja, in meinem Dialekt ist das ein Wort, das man verwenden darf, auch wenn mein Rechtschreibprogramm das anders sehen mag) Begebenheiten – wie der Titel andeutet, auch Folter, Gefangenschaft und Hinrichtungen –, wenn auch nicht immer auf besonders explizite Weise, aber es ist trotzdem keine düstere, sondern eine hoffnungsvolle, helle Geschichte, in der nie das Böse ganz das letzte Wort behält. Und sie hat ein gutes Ende.

 

Worum es also genau geht:

Die beiden Hauptpersonen sind Robin Audrey und Marjorie Manners, im ersten Teil des Buches beide siebzehn Jahre alt, Robin der Sohn eines niederen Adligen und Marjorie die Tochter eines Anwalts aus dem ländlichen Nordengland; sie sind beide katholisch und, als das Buch beginnt, ein Liebespaar und seit kurzem verlobt. Das erste Kapitel setzt ein, als Robin zu Marjorie reitet, um mit ihr ein Problem zu besprechen, das vor ihm aufgetaucht ist:

 

„Robin Audrey was no more religious than a boy of seventeen should be. Yet he had had as few doubts about the matter as if he had been a monk. His mother had taught him well, up to the time of her death ten years ago; and he had learned from her, as well as from his father when that professor spoke of it at all, that there were two kinds of religion in the world, the true and the false—that is to say, the Catholic religion and the other one. Certainly there were shades of differences in the other one; the Turk did not believe precisely as the ancient Roman, nor yet as the modern Protestant—yet these distinctions were subtle and negligible; they were all swallowed up in an unity of falsehood. Next he had learned that the Catholic religion was at present blown upon by many persons in high position; that pains and penalties lay upon all who adhered to it. Sir Thomas FitzHerbert, for instance, lay now in the Fleet in London on that very account. His own father, too, three or four times in the year, was under necessity of paying over heavy sums for the privilege of not attending Protestant worship; and, indeed, had been forced last year to sell a piece of land over on Lees Moor for this very purpose. Priests came and went at their peril… […] There was still the memory of the descent of the Commissioners a year or two after his birth; he had been brought up on the stories of riding and counter-riding, and the hiding away of altar-plate and beads and vestments. But all this was in his bones and blood; it was as natural that professors of the false religion should seek to injure and distress professors of the true, as that the foxes should attack the poultry-yard. One took one’s precautions, one hoped for the best; and one was quite sure that one day the happy ancient times his mother had told him of would come back, and Christ’s cause be vindicated.

 And now the foundations of the earth were moved and heaven reeled above him; for his father, after a month or two of brooding, had announced, on St. Stephen’s Day, that he could tolerate it no longer; that God’s demands were unreasonable; that, after all, the Protestant religion was the religion of her Grace, that men must learn to move with the times, and that he had paid his last fine. At Easter, he observed, he would take the bread and wine in Matstead Church, and Robin would take them too.“

 

Der Konflikt mit Robins Vater, der beschlossen hat, zur anglikanischen Kirche überzugehen, ist der zentrale Konflikt, der die ganze weitere Handlung in Gang setzt. Als Robin das Ganze mit Marjorie bespricht, ist es für sie ohne weiteres klar, dass er seinem Vater hier nicht gehorchen kann; für sie ist die Frage höchstens, wie er sich nun verhalten soll.

 

Meantime Robin thought too. He was as wax in the hands of this girl, and knew it, and loved that it should be so. Yet he could not help his dismay while he waited for her seal to come down on him and stamp him to her model. For he foresaw more clearly than ever now the hundred inconveniences that must follow, now that it was evident that to Marjorie’s mind (and therefore to God Almighty’s) there must be no tampering with the old religion. He had known that it must be so; yet he had thought, on the way here, of a dozen families he knew who, in his own memory, had changed from allegiance to the Pope of Rome to that of her Grace, without seeming one penny the worse. There were the Martins, down there in Derby; the Squire and his lady of Ashenden Hall; the Conways of Matlock; and the rest—these had all changed; and though he did not respect them for it, yet the truth was that they were not yet stricken by thunderbolts or eaten by the plague. He had wondered whether there were not a way to do as they had done, yet without the disgrace of it…. However, this was plainly not to be so with him. He must put up with the inconveniences as well as he could, and he just waited to hear from Marjorie how this must be done. […]

 These two, as will have been seen, were as simple as children, and as serious. Children are not gay and light-hearted, except now and then (just as men and women are not serious except now and then). They are grave and considering: all that they lack is experience. These two, then, were real children; they were grave and serious because a great thing had disclosed itself to them in which two or three large principles were present, and no more. There was that love of one another, whose consummation seemed imperilled, for how could these two ever wed if Robin were to quarrel with his father? There was the Religion which was in their bones and blood—the Religion for which already they had suffered and their fathers before them. There was the honour and loyalty which this new and more personal suffering demanded now louder than ever; and in Marjorie at least, as will be seen more plainly later, there was a strong love of Jesus Christ and His Mother, whom she knew, from her hidden crucifix and her beads, and her Jesus Psalter—which she used every day—as well as in her own soul—to be wandering together once more among the hills of Derbyshire, sheltering, at peril of Their lives, in stables and barns and little secret chambers, because there was no room for Them in Their own places. It was this last consideration, as Robin had begun to guess, that stood strongest in the girl; it was this, too, as again he had begun to guess, that made her all that she was to him, that gave her that strange serious air of innocency and sweetness, and drew from him a love that was nine-tenths reverence and adoration. […] They did not speak much of her Grace, nor of her Grace’s religion, nor of her counsellors and affairs of state: these things were but toys and vanities compared with matters of love and faith; neither did they speak much of the Commissioners that had been to Derbyshire once and would come again, or of the alarms and the dangers and the priest hunters, since those things did not at present touch them very closely. It was rather of Robin’s father, and whether and when the maid should tell her parents, and how this new trouble would conflict with their love. They spoke, that is to say, of their own business and of God’s; and of nothing else. The frosty sunshine crept down the painted wainscot and lay at last at their feet, reddening to rosiness…“

 

(Nebenbei: Einer der Sätze aus dem Buch, die ich am liebsten mag, ist der folgende, der am Beginn des Treffens der beiden steht: „Then he took the girl who awaited him there in both his arms, and kissed her twice—first her hands and then her lips, for respect should come first and ardour second.“)

 

Na ja, ich will hier jetzt nicht alle Einzelheiten des weiteren Fortgangs verraten, das würde hier auch ein bisschen zu lang dauern. Kurz gesagt, die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, und der erste Teil endet damit, dass – wer keinen Spoiler will, bitte hier zu lesen aufhören und einfach gleich das Buch selbst bei Project Gutenberg weiter lesen – Robin beschließt, nach Rheims zu gehen, um Priester zu werden, und dann, wie üblich, heimlich nach England zurückzukehren, um den Katholiken dort zu dienen. Marjorie ist tatsächlich die, der zuerst der Gedanke kommt (der ihr zuerst Angst macht), dass Gott Robin zum Priestertum berufen könnte; und sie unterstützt ihn in seinem Entschluss. Der zweite Teil setzt dann zwei Jahre später ein, als Marjorie von einer befreundeten, ebenfalls katholischen Familie, Anthony Babington und seiner Schwester Alice, zu einer Reise nach London eingeladen wird, wo sie auch einige Priester treffen soll. In diesen zwei Jahren ist sie ein fester Teil des Netzwerks von Personen geworden, die Priester bei sich verstecken; ihr Vater ist inzwischen tot und ihre Mutter bettlägerig, also ist sie mehr oder weniger für das Familienanwesen verantwortlich. Den Teil des Buches, der in London spielt, mag ich auch seeehr gern, da tritt nämlich St. Edmund Campion auf; einer der großen englischen Märtyrer. Hier noch eine schöne Szene, als Marjorie und ihre Begleiter sich mit Pater Campion in einem Gasthaus treffen:

 

„They talked for a few minutes in this manner. Father Campion spoke of the high duty that lay on all country ladies to make themselves acquainted with the sights of the town; and spoke of three or four of these. Her Grace, of course, must be seen; that was the greatest sight of all. They must make an opportunity for that; and there would surely be no difficulty, since her Grace liked nothing better than to be looked at. And they must go up the river by water, if the weather allowed, from the Tower to Westminster; not from Westminster to the Tower, since that was the way that traitors came, and no good Catholic could, even in appearance, be a traitor. And, if they pleased, he would himself be their guide for a part of their adventures. He was to lie hid, he told them; and he knew no better way to do that than to flaunt as boldly as possible in the open ways.

 „If I lay in my room,“ said he, „with a bolt drawn, I would soon have some busy fellow knocking on the door to know what I did there. But if I could but dine with her Grace, or take an hour with Mr. Topcliffe, I should be secure for ever.“

 Marjorie glanced shyly towards Alice, as if to ask a question. (She was listening, it seemed to her, with every nerve in her tired body.) The priest saw the glance.

 „Mr. Topcliffe, madam? Well; let us say he is a dear friend of the Lieutenant of the Tower, and has, I think, lodgings there just now. And he is even a friend of Catholics, too—to such, at least, as desire a heavenly crown.“

 „He is an informer and a tormentor!“ broke in Anthony harshly.

 „Well, sir; let us say that he is very loyal to the letter of the law; and that he presides over our Protestant bed of Procrustes.“

 „The—“ began Marjorie, emboldened by the kindness of the priest’s voice.

 „The bed of Procrustes, madam, was a bed to which all who lay upon it had to be conformed. Those that were too long were made short; and those that were too short were made long. It is a pleasant classical name for the rack.““

 

(Man achte auf den an dieser Stelle nur angedeuteten Gegensatz zwischen Pater Campion und Anthony Babington – letzterer spielt ebenfalls noch eine nicht zu unterschätzende Rolle für die weitere Handlung, und wer Schillers „Maria Stuart“ aus dem Deutschunterricht noch einigermaßen im Kopf hat, dem wird sein Name vielleicht schon etwas sagen – denn ja, wir reden hier auch von einer Zeit, in der es so etwas wie katholische Terroristen gab (Anthony Babington, Guy Fawkes, Jacques Clément, Francois Ravaillac usw.; https://de.wikipedia.org/wiki/Anthony_Babington).)

Bei dieser Reise nach London trifft Marjorie auch Robin wieder, der zwar noch kein Priester ist, aber mit einigen Priestern und anderen Seminaristen auf eine Art vorbereitende Reise nach England gekommen ist:

 

„Robin bowed to her very carefully, and stood upright again.

 She had seen in an instant how changed he was, in that swift instant in which her eyes had singled him out from the little crowd of men that had come into the room with Anthony at their head. It was a change which she could scarcely have put into words, unless she had said that it was the conception of the Levite within his soul. He was dressed soberly and richly, with a sword at his side, in great riding-boots splashed to the knees with mud, with his cloak thrown back; and he carried his great brimmed hat in his hand. All this was as it might have been in Derby, though, perhaps, his dress was a shade more dignified than that in which she had ever seen him. But the change was in his face and bearing; he bore himself like a man, and a restrained man; and there was besides that subtle air which her woman’s eyes could see, but which even her woman’s wit could not properly describe.

 […]

 „You look very well,“ she said, with an admirable composure.

 His eyes twinkled.

 „I am as weary as a man can be,“ he said. „We have ridden since before dawn…. And you, and your good works?“

 Marjorie explained, describing to him something of the system by which priests were safeguarded now in the north—the districts into which the county was divided, and the apportioning of the responsibilities among the faithful houses. It was her business, she said, to receive messages and to pass them on; she had entertained perhaps a dozen priests since the summer; perhaps she would entertain him, too, one day, she said.

 The ordeal was far lighter than she had feared it would be. There was a strong undercurrent of excitement in her heart, flushing her cheeks and sparkling in her eyes; yet never for one moment was she even tempted to forget that he was now vowed to God. It seemed to her as if she talked with him in the spirit of that place where there is neither marrying nor giving in marriage. Those two years of quiet in the north, occupied, even more than she recognised, in the rearranging of her relations with the memory of this young man, had done their work. She still kindled at his presence; but it was at the presence of one who had undertaken an adventure that destroyed altogether her old relations with him… She was enkindled even more by the sense of her own security; and, as she looked at him, by the sense of his security too. Robin was gone; here, instead, was young Mr. Audrey, seminary student, who even in a court of law could swear before God that he was not a priest, nor had been „ordained beyond the seas.“

 So they sat and exchanged news. She told him of the rumours of his father that had come to her from time to time; he would be a magistrate yet, it was said, so hot was his loyalty. Even her Grace, it was reported, had vowed she wished she had a thousand such country gentlemen on whose faithfulness she could depend. And Robin gave her news of the seminary, of the hours of rising and sleeping, of the sports there; of the confessors for the faith who came and went; of Dr. Allen. He told her, too, of Mr. Garlick and Mr. Ludlam; he often had talked with them of Derbyshire, he said. It was very peaceful and very stirring, too, to sit here in the lighted parlour, and hear and give the news; while the company, gathered round Anthony and Father Campion, talked in low voices, and Mistress Babington, placid, watched them and listened. He showed her, too, Mr. Maine’s beads which she had given him so long ago, hung in a little packet round his neck.“

 

Tja, ich will jetzt nicht mehr viel verraten; der dritte und vierte Teil des Buches jedenfalls spielen ein paar Jahre später, als Robin dann tatsächlich als Priester nach England zurückgekehrt ist; er und Marjorie begegnen sich auch dann wieder, Babingtons Verschwörung kommt noch vor und auch Mary Stuart hat noch eine Rolle zu spielen, und ein paar andere Personen; dann auch Robins Vater, der inzwischen tatsächlich ein Magistrat der Queen geworden ist und unter anderem zuständig für die Suche nach katholischen Priestern…

Wie gesagt: Das Buch geht gut aus. Ich verrate nicht, wie, aber es geht gut aus.

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