Polen – eine Entdeckung

Ich lese gerade George Weigels Biographie über den hl. Papst Johannes Paul II., „Zeuge der Hoffnung“. Sehr empfehlensweres Buch. Sehr empfehlenswert. Okay, es hat an die tausend Seiten, aber das hat „Harry Potter und der Orden des Phönix“ auch. Da hat man länger was davon.

Bis jetzt habe ich erst zwei Kapitel geschafft und bin im Jahr 1948 angekommen, aber ein paar Sachen sind mir schon aufgefallen; unter anderem, wie faszinierend Polen ist, und wie unglaublich wenig ich eigentlich von seiner Geschichte und Kultur weiß. Schon mal was vom „Wunder an der Weichsel“, der entscheidenden Schlacht im Polnisch-Sowjetischen Krieg, als die Sowjets im Sommer 1920 schon vor Warschau standen, gehört? Nein? Oder die polnischen Teilungen? (Zwischen 1795 und 1918 existierte auf der Karte kein Staat Polen; das Land war zwischen Österreich, Preußen und Russland aufgeteilt worden.) Die Art und Weise, wie die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Marionettenregime installierte? Die Taufe von Herzog Mieszko I. 966, die Ermordung des hl. Bischof Stanislaus durch König Boleslaw den Kühnen 1079, die Abwehr der Schweden 1655 bei Tschenstochau, König Wladyslaw Jagiello und Königin Jadwiga, die Konflikte mit dem Deutschen Orden, und und und… Es gibt da so viel zu entdecken. Ehrlich gesagt, ich habe das Gefühl, hierzulande scheint man mit „den Polen“ (oder auch den Slawen im Allgemeinen) hauptsächlich gebrochen Deutsch sprechende Pflegekräfte, organisierte Einbrecherbanden und Autodiebe, eine irgendwie „rechtspopulistische“, ausländerfeindliche Regierung, und, ja, dann nicht mehr viel, in Verbindung zu bringen – was einer so faszinierenden Nation mal wirklich, wirklich, wirklich Unrecht tut.

Eigentlich hatte ich mir dieses Jahr nicht die Mühe mit guten Vorsätzen gemacht, aber jetzt habe ich doch noch ein paar gefasst (mal sehen, ob ich es schaffe, sie alle einzuhalten):

  • Einige Werke von Johannes Paul II. selbst lesen: Seine moralphilosophischen Werke und die Theaterstücke und Gedichte, die er in jungen Jahren schrieb, insoweit es Übersetzungen gibt (okay, Gedichte lohnen sich meistens in Übersetzungen nicht wirklich zu lesen, also wohl eher nur die philosophischen Werke – „Liebe und Verantwortung“, „Person und Tat“ usw. – und die Theaterstücke – „Hiob“, „Jeremia“, „Unseres Gottes Bruder“, „Der Laden des Goldschmieds“.)
  • Ein paar der wichtigsten polnischen Klassiker lesen: Werke der Romantiker wie Adam Mickiewicz („Pan Tadeusz“, „Totenfeier“), Juliusz Slowacki („Kordian, „Balladyna“), Zygmunt Krasinski („Die ungöttliche Komödie“), Cyprian Kamil Norwid etc., Werke von Henryk Sienkiewicz (z. B. seine Trilogie, „Mit Feuer und Schwert“, „Die Sintflut“ und „Herr Wolodyjowski“)
  • Ein bisschen Polnisch lernen, wenn möglich. Vielleicht gibt es ja Polnisch-Kurse an meiner Uni. Mal sehen.
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