Einfach mal was Nettes sagen

Ja, ja, ich weiß, „nett“ ist nicht schon gleich dasselbe wie „gut“, und unehrliche Nettigkeit ist auch nicht sinnvoll. Aber ehrlich, „gut“ ohne „nett“ geht eben nicht, und im täglichen Leben ist es manchmal (oder auch öfters) tatsächlich ganz sinnvoll, einfach mal was Nettes zu sagen. Von sich aus. Zu anderen Leuten. Auch zu Leuten, die einem persönlich nicht sooo übermäßig liegen. Auch zu Familienmitgliedern. Wer den Ausdruck „nett“ nicht mag, ersetze ihn gerne durch „freundlich“, „anerkennend“, „liebevoll“ oder „gütig“. Es hilft wirklich, wenn Leute einen einfach mal ohne direkten Anlass anlächeln, oder einem sagen, dass sie einen mögen, oder dass sie etwas gut finden, das man gemacht hat, oder dass sie einfach den neuen Pullover, den man trägt, schön finden. Es kann einem manchmal einen schlimmen Tag zu einem guten machen, mir hat es manchmal schon richtig geholfen. Und es ist eine konkrete, simple Anwendungsmöglichkeit der Nächstenliebe, die niemandem unmöglich ist.

Es ist vielleicht nicht gerade eine originelle Idee, aber das hat wohl auch seinen Grund – den, dass es eine gute Idee ist. Da wäre es seltsam, wenn noch nie jemand draufgekommen wäre. Und ja, es ist trotzdem nötig, sie immer wieder wiederzukäuen, damit man sie im Gedächtnis behält. Ich bekenne mich hiermit noch einmal offiziell zu den Göttern der Schönschreibhefte. (https://nolitetimereweb.wordpress.com/2016/12/14/die-goetter-der-schoenschreibhefte/)

 

PS: Aber vorsichtshalber mal an alle Skrupulanten: Nein, wenn man vergessen hat, jemanden anzulächeln, der einem auf der Straße entgegengekommen ist, muss man nicht in Befürchtungen versinken, dass derjenige möglicherweise, nur vielleicht, ein depressiver Mensch sein könnte, der vielleicht durch eine freundliche Geste gerade noch vom Selbstmord hätte abgehalten werden können, was jetzt nicht geschehen ist, weshalb man dann persönlich schuld ist, wenn… usw. Okay? Seinen eigenen Einfluss muss man nicht immer gar so hoch einschätzen, man ist auch nicht persönlich ganz allein für die ganze Welt verantwortlich, und solche verworrenen, katastrophisierenden Ängste sind immer blödsinnig und nie hilfreich. (Für alle Nicht-Skrupulanten: Ja, es gibt Leute, in deren Gehirn solche Gedankengänge auftauchen können. Ich hatte so was auch schon in meinem Kopf.)

 

PPS: Also, um meinen eigenen Rat zu befolgen, an jeden Leser: Ich kenne Dich ja nicht und kann deshalb nichts ganz persönlich Nettes zu Dir sagen. Aber was ich sagen kann: Du bist von Gott nach Seinem eigenen Abbild gemacht worden, ein Kunstwerk und ein Kind, das Er inniglich liebt, das Er glücklich sehen will und an dem Er Freude hat. Schön bist du, ja, du bist schön, sagt Er zu Dir. Alles an dir ist schön, kein Makel haftet dir an. (Hohelied 4,1.7, wenn Du es nachlesen willst.)

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