Ansehen!

Die Antisemitismus-Doku, die Arte in Auftrag gegeben hatte und dann nicht veröffentlichen wollte, wird heute – nur heute, leider – von der BILD (ja, ja, ich weiß) im Internet gezeigt: http://www.bild.de/politik/inland/bild/zeigt-die-doku-die-arte-nicht-zeigen-will-52155394.bild.html

Diese Doku sollte jeder sehen, der

  • …meint, „ich bin nicht antisemitisch, sondern antizionistisch, Zionismus ist Imperialismus“
  • …meint, „Israel verhält sich so, wie sich früher die Nazis verhalten haben / Israel ist ein Apartheidsregime“
  • …“richtigen“ Antisemitismus höchstens für ein Problem der NPD hält
  • …das pure Ausmaß an linkem, an rechtem und an muslimischem Antisemitismus einfach nicht kennt
  • …die Verbindungen zwischen diesen Formen des Antisemitismus nicht kennt (z. B. Hitlers Draht zu Großmufti Al-Husseini von Jerusalem, oder die vielen linken Verbindungen zu palästinensischen Terrororganisationen)
  • …nicht weiß, wie viel Geld Organisationen wie die Hamas von EU oder UNO erhalten – oder nicht weiß, wie die Vorstellungen von Organisationen wie der Hamas von einem Frieden in Nahost aussehen. (Tipp: Wenn das ganze Land judenrein ist, gibt es auch keinen Konflikt mehr.)
  • …nicht weiß, wo zuletzt von wem unwidersprochen und ohne jeden gesellschaftlichen Aufschrei „Juden ins Gas“ auf einer Demonstration gerufen wurde. (Tipp: Es waren keine sächsischen Skinheads bei Pegida.)
  • …nicht weiß, wie weit Verschwörungstheorien über das internationale Finanz(juden)tum, das hinter der Macht Amerikas steht, noch verbreitet sind.

Die Doku zeigt vor allem eines, nämlich dass die klare Grenze, die für gewöhnlich so bequemerweise zwischen Antisemitismus (der bösen Nazi-Weltanschauung, die natürlich niemand vertritt) und Antizionismus (akzeptiert im Mainstream, auf Kirchentagen, im EU-Parlament und ganz offenbar bei Arte vertreten) gezogen wird, nicht ganz so einfach zu ziehen ist.  Die Doku geht außerdem ein paar der Vorurteile gegen Israel nach und zeigt so, dass diese oft lediglich auf Fehlinformationen beruhen (z. B. über die Situation im Westjordanland oder im Gazastreifen, oder über den Krieg von 1948). Außerdem informiert sie ein wenig über den historischen Hintergrund des Antisemitismus, über Holocaustleugnung usw.

Sie hat ein paar kleine Mängel – zum Beispiel gegen Anfang, als es einleitend um die weiter zurückliegende Geschichte des christlichen Antisemitismus (der spätere Antisemitismus des 19. und 20. Jahrunderts war bekanntlich eher rassistisch motiviert als religiös) geht. An einer Stelle wird sich ernsthaft darüber beschwert, dass der Verräter in den christlichen Evangelien den Namen „Judas“ trägt. Ähm, na ja, Judas Iskariot hieß nun mal so, ebenso wie der heilige Apostel Judas Thaddäus oder Judas der Makkabäer aus dem Alten Testament. Aber auch wenn ein paar solche Mängel existieren, die Dokumentation des heutigen Judenhasses ist auf jeden Fall sehenswert.

Bitte ansehen!

 

Update: Jetzt auch auf Youtube:

 

 

 

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