Mein Kommentar zum Wahlergebnis

Wenn alle, die AfD gewählt häben, stattdessen schwarz-gelb gewählt hätten, hätte es locker für schwarz-gelb gereicht. Die Hälfte der AfD-Wähler hätte sogar schon gelangt. Ihr hattet wirklich großen Erfolg mit eurer Strategie, um Sicherheitspolitik nach Art der Grünen – jetzt zukünftige Regierungspartei – zu verhindern. Aber hey – so haben wir immerhin eine Oppositionspartei im Parlament, die auf das dringende Problem aufmerksam macht, dass unsere Wehrmachtssoldaten zu wenig gelobt werden.

Na ja, warten wir mal den Koalitionsvertrag ab. Oder vielleicht ändert die SPD ja doch noch ihre Meinung und wir kriegen ein Merkel-Schulz-Bündnis. Dass das beiden Kandidaten liegen könnte, hat man ja schon nach ihrem Duell erraten können.

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6 Gedanken zu “Mein Kommentar zum Wahlergebnis

  1. Wobei Ihre Argumentation natürlich davon ausgeht, daß „schwarz/gelb“ bürgerliche Politik umsetzen würde und nicht wieder – wie bekanntlich geschehen – unter einer CDU-Kanzlerin grüne Politik reinsten Wassers (Wehrpflichtaussetzung, AKW-Sofortabschaltung und Grenzöffnung für Migrantenströme).
    Da aber leider ein Duo Merkel/Lindner in den Augen konservativer Wähler für alles Mögliche, nur nicht für bürgerliche Politik bürgt, haben sie halt dieses Mal AfD gewählt, wobei es ihnen sicherlich nicht um Wehrmachtssoldaten ging.

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    1. Meine Argumentation beruht darauf, dass ich lieber eine Koalition ohne die Grünen sehen würde als eine mit ihnen. Was genau soll die Wahl der AfD nützen? – Und gewisse Wehrmachtsäußerungen und Ideen von 180-Grad-Wenden in der kollektiven Erinnerung sind halt leider da.

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      1. Na ja, was die Wehrpflicht angeht, habe ich ehrlich gesagt auch den Sinn nicht mehr gesehen… Aber, zurück zum Thema: Wird’s mit den Grünen denn vielleicht besser? Grenzkontrollen, zum Beispiel, haben wir immerhin jetzt wieder, dank CSU – der Partei, die ich gewählt habe und die jetzt in einer Koalition von den Grünen ausbalanciert werden würde, einer Partei, die sich meines Wissens nach immer noch gegen die Einstufung von Algerien, Marokko und Tunesien (!) als sichere Herkunftsländer wehrt. Jetzt kommt dann die Frage nach dem Familiennachzug für subsidiär Geschützte (wo ich übrigens nirgendwo eine ideale Lösung sehe…), nach konsequenten Abschiebungen, außerdem nach den Menschen, deren subsidiärer Schutz ausläuft, die Sache mit den EU-Außengrenzen ist auch noch nicht ganz gelöst, usw. Hätten wir dafür lieber schwarz-gelb oder Jamaika an der Macht? Außerdem ist die Frage, wie es z. B. mit der staatlichen Kooperation mit Ditib weitergeht, und solches Zeug.
        (Ich finde es einfach schade, dass wir keinen Sebastian Kurz in Deutschland haben, aber das tut hier nichts zur Sache.)

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      2. zum Thema Wehrpflicht:

        Ich dachte auch immer, daß unter den offiziell kommunizierten Bedingungen – also: keine Erziehungsmaßnahme für Jugendliche, außer als angenehmer Nebeneffekt; kein „auch mal was für die Gesellschaft leisten“, außer als angenehmer Nebeneffekt; kein „Männer müssen auch mal unter Männern was Männliches machen“, außer als angenehmer Nebeneffekt; kein „wir brauchen die Zivis in den Krankenhäusern“ außer als angenehmer Nebeneffekt; sondern ausschließlich „wir brauchen die Wehrpflicht zur Sicherstellung der Landesverteidigung – die Wehrpflicht eigentlich ausgedient hätte. Das hat ja dann schließlich Guttenberg auch so gesehen, der ein guter Verteidigungsminister war, was gern ein bißchen vergessen wird.

        Bis die Wehrpflicht dann abgeschafft wurde.

        Das ist jetzt nicht unpatriotisch gemeint, aber als ex-GWDL geht es mir seit der Abschaffung der Wehrpflicht so, daß ich mir denke „war also doch zu etwas nütze“. Man denke: Die Bundeswehr 1989 hatte ca. 500.000 Soldaten – allein Westdeutschland. Das Limit laut 2+4-Vertrag ist bei 370.000 Soldaten (was allerdings, daher ja mit das Problem, bei einem 80-Millionen-Volk nur dann mit Wehrgerechtigkeit zusammengeht, wenn Verweigern so normal ist wie Nichtverweigern; aber das war ja der Fall, ob man es nun gut findet oder nicht). Die Bundeswehr heute hat 180.000 Mann laut Wikipedia und massiv Nachwuchsprobleme. Und wenn man früher immer gesagt hat, „aber die Wehrpflichtigen, die können ja nicht in Auslandseinsätze gehen“ (was übrigens nicht nur daran lag, daß man es politisch nicht wollte, sondern auch, daß für allgemeine Grundausbildung, Dienstpostenausbildung, einsatzvorbereitende Ausbildung, Einsatz und Einsatznachbereitung schlicht der Grundwehrdienst nicht ausreicht), so hört man heute doch, daß die Bundeswehr mit ca. 3.500 Soldaten im Einsatz keuchend an ihre Grenzen stößt.

        Obendrein wurde die Wehrpflicht in einer Phase langandauernden Friedens ausgesetzt, in der man sich allenfalls vor Terror und asymmetrischen, im klassischen europäischen Waldkrieg nicht bekämpfbaren Attacken fürchtete. Diese Friedensphase, was man damals natürlich nicht wußte, war augenscheinlich da gerade dabei, zu Ende zu gehen. Wenn man noch drei Jahre gewartet hätte bis 2014, dann hätten wir die Wehrpflicht immer noch – Ukraine und so. Und jetzt ist sogar über die Möglichkeit eines nordkoreanischen Angriffs auf Nato-Gebiet nachzudenken.

        (Inhaltlich stimme ich natürlich zu.)

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    2. Meine Argumentation beruht außerdem darauf, dass ich ganz einfach nichts vom Protestwählen – auch wenn es mal auf Probleme aufmerksam machen sollte – halte; ich wähle grundsätzlich nur Parteien, die ich mir auch vorstellen könnte, an der Regierung zu sehen – wenn nichts als Wunschkandidaten, dann zumindest als geringstes Übel. Und an der Regierung möchte ich die AfD halt wirklich nicht sehen. Andere sehen das vielleicht anders, aber ich sehe den praktischen Erfolg von Protestwählen nicht, egal, ob man jetzt z. B. die SED oder die AfD aussucht. – Womit ich übrigens nicht sagen möchte, dass ich alle AfD-Wähler für doofe Nazis halte, aber ich finde die Wahl dieser Partei halt wirklich gar nicht sinnvoll.

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