Staatsbürgerpflicht erfüllt

Und ich hab meine Kreuzchen gemacht und mich damit als gute Christin und treue Deutsche qualfiziert, die ihre politische Verantwortung ernst nimmt. Erststimme natürlich ÖDP, aber bei der Zweitstimme habe ich lange zwischen Marxistisch-Leninistischer Partei Deutschlands, Tierschutzpartei und der PARTEI geschwankt. Wobei man natürlich auch die Kompetenz der neuen Grundeinkommens-Partei berücksichtigen müsste. Keine leichte Entscheidung.

 

PS: Als gute bayerische Staatsbürgerin habe ich selbstverständlich zwei Kreuze bei den Christsozialen gemacht. Protestwählen liegt mir nicht und die AfD hat mich nicht so ganz überzeugt, dass sie keine Rassisten sind. Die SPD müsste sich erst mal einen Kanzlerkandidaten suchen, dessen Fernsehauftritte man länger als zwei Sekunden ertragen kann, und die Grünen sind halt, na ja, die Grünen. Die FDP hat eine falsche Grundsatzphilosophie, aber in der Praxis ist sie schon okay; sie taktisch aus Koalitionsüberlegungen zu wählen, das kann man machen; muss man allerdings nicht, und taktisch wählen ist auch nicht mein Ding. Wie jemand auf die Idee kommen könnte, die SED zu wählen, hat sich mir noch nie erschlossen.

PPS: Die PARTEI bietet natürlich schon tatsächlich eine gewisse Versuchung.

Advertisements

8 Gedanken zu “Staatsbürgerpflicht erfüllt

    1. Das Obere war Ironie. Ich habe bloß ein paar Kleinparteien versammelt, die ich allein wegen ihrer fehlenden Chancen nicht wählen würde. Von der ÖDP hört man tatsächlich viel Gutes, aber so gut kenne ich mich mit ihrem Programm nicht aus. Nichts gegen ÖDP-Wähler!

      Gefällt mir

  1. Danke für die Antwort.
    Die Wahl zwar gelaufen, möchte aber trotzdem noch eine Anmerkung machen.
    Ich habe die Wahlentscheidung von einer anderen Seite her betrachtet.
    Nämlich wenn ich das einmal vor meinem Herrn verantworten muss.
    Er wird mich bestimmt nicht fragen: „Hast du die 5%-Hürde beachtet?“, sondern „Hast du meine Werte beachtet, hast du genau geprüft, war ich dir diese Mühe wert?“.
    Die Mühe des genauen Prüfens machen sich leider nur ganz Wenige, wäre aber Christenpflicht.
    Welche Chance eine Partei hat interessiert wahrscheinlich unseren Herrn überhaupt nicht.
    Wer unser Land regiert liegt in seinen Händen. Oder sehe ich das auch nicht ganz richtig?

    PS: Ich lese täglich katholische Blogs, dieser hier gehört zu meinen Favoriten.

    Gefällt mir

    1. Ja, die Wahl ist eine Gewissensentscheidung.

      Die einen sehen es als sinnvoller an, eine „bessere“ Partei zu wählen, auch wenn sie keine Chance hat, die anderen (wie ich) ziehen bloß Parteien in Betracht, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ins Parlament kommen werden und geben sich mit der besten davon zufrieden. Ich sehe es als sinnvoller, Parteien wie AfD, Linke, Grüne etc. die CSU – die nun wirklich nicht schlecht ist – entgegenzustellen, statt nach der perfekten Partei zu suchen, die es eh nicht gibt, oder die gar keine Chance hat, an die Regierung zu kommen. Vom Standpunkt der katholischen Moraltheologie sind BEIDE Herangehensweisen absolut legitim, ich kann auch noch mal näher erörtern, wieso. (Ganz sicher gefährdet keine von beiden das ewige Heil.) Es ist eine Frage der Klugheit, welche Herangehensweise man hier wählt, nicht der Moral. Ich finde, es ist klüger, die gegenwärtigen Chancen von Parteien in Betracht zu ziehen; jemand anders denkt sich vielleicht, wenn niemand die Kleinparteien wählt, ist es klar, dass die keine Chance haben, wir sollten versuchen, sie groß zu machen o. Ä. Das kann ich auch nachvollziehen.

      „Wer unser Land regiert, liegt in seinen Händen“ – ich denke, das ist wie bei vielen Sachen, Gott hat uns Menschen auch Verantwortung übergeben. Die Wähler und die Parteien entscheiden in unserem System, wer regiert; natürlich ändert das nichts daran, dass Gott die Welt lenkt, aber trotzdem.

      Aber eigentlich wollte ich hier auch ein bisschen auf diese übertriebene Zelebrierung des „Es ist so ein wunderbar großes Recht und die allerallerheiligste Pflicht eines Menschen, wählen zu gehen“ – ich meine, ja, es ist eine Pflicht, wählen zu gehen, aber bei 50 oder 60 Millionen Wählern ist das Wählen keine so wichtige Pflicht wie, sagen wir mal, Oma ab und zu im Altenheim zu besuchen. Viel demokratisches Mitspracherecht haben wir in Deutschland eh nicht, gibt ja nicht mal direkte Kanzler- oder Präsidentenwahl oder bundesweite Volksentscheide…

      Vielen Dank für das Lob 🙂

      – Crescentia.

      Gefällt mir

  2. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, sie haben niemand „runtergemacht“.
    Alles ist plausibel erklärt. Sicher könnte man über diese Thema hier noch weiter diskutieren und philosophieren, aber ich meine es dabei zu belassen.
    Ihnen (und mir) weiterhin viel Freude mit diesem Blog.

    Herzliche Grüße
    Bernhard Sauer

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s