Gute Neuigkeiten zur neuen Einheitsübersetzung!

In der revidierten EÜ ist 1 Kor 7,21 endlich richtig übersetzt! „Wenn du als Sklave berufen wurdest, soll dich das nicht bedrücken; aber wenn du frei werden kannst, mach lieber Gebrauch davon!“ Was hab ich hier (https://nolitetimereweb.wordpress.com/2017/09/28/ueber-schwierige-bibelstellen-teil-15-sklaverei-und-kindererziehung-und-ungerechte-regierungen-in-der-bibel/ ) gesagt?

Ich glaube, ich mag die neue EÜ.

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4 Gedanken zu “Gute Neuigkeiten zur neuen Einheitsübersetzung!

  1. Gut, *das* is gut.

    Auch daß unsere Hilfe wieder im Namen des Herrn „sein“ darf statt „stehen“ muß (Ps 124,8), hervorragend.

    Sonderlob für Gen 3,15: Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse. – Ich bin mir fast sicher, daß da bisher „die Nachkommen“ oder eine „Nachkommenschaft“ oder sowas gestanden hat. [Meine HerderÜ hat „Sproß“ und Futur, aber man soll ja nicht zuviel verlangen.]

    Leider:

    Lk 14,33 ist leider immer noch „wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ statt recte „ihn geringschätzt“ (o. ä.)

    Mk 9,29 steht das Fasten immer noch nur in der Fußnote, obwohl es außer den erwähnten „einigen Textzeugen“ (in Fußnoten anderer Übersetzungen sind das übrigens „viele Textzeugen“) definitiv auch von der Vulgata über den Original-Luther und King James bis vor einigen Jahrzehnten in allen relevanten Bibeln so gestanden hat. Talk about Tradition.

    Wichtig: Mt 7,13f. ist immer noch klar falsch übersetzt, sowohl für den breiten Weg ist vom Gehen die Rede, insbesondere, „viele sind es, die auf ihm [dem breiten Weg] gehen“. Das ist falsch, aber wirklich falsch. Es muß um einiges schärfer heißen „viele sind es, die durch es [nämlich das breite Tor] eintreten“ – während beim schmalen Weg es tatsächlich der *Weg* ist, der von wenigen *gefunden* wird (zumindest nach Vulgata). Gott sei Dank.

    (Das ist nämlich *nicht* das gleiche. Wenn die vielen nur auf dem breiten Weg gehen, der ins Verderben führt, ist damit noch nicht gesagt, daß sie dort auch hineinkommen: genau letzteres steht aber in der Bibel. Daß andererseits beim schmalen Weg ausdrücklich von den wenigen die Rede ist, die den „Weg finden“ – nicht die ins Leben eintreten – deutet auf die Interpretation zu, daß mit dem Verderben eher die schwere Sünde gemeint ist, die ja tatsächlich Verderben ist, als die ewige Höllenstrafe.)

    Philipper 3,6ff. ist leider immer noch diese etwas nivellierende und mißdeutbare Nachdichtung aus der Feder der Verfasser der alten Einheitsübersetzung, die dann aber jeden Rhythmus verliert, wenn sie „jeder Mund bekennt“ statt „jede Zunge bekennt“ sagt. Man hat sich getraut, in einer Fußnote auch eine echte Übersetzung zu liefern, immerhin; da hätte man mutiger sein sollen und das dann auch irgendwie gleich so übersetzen.

    Ps 8,6: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott.“ Die Tradition hat hier immer „als die Engel“ gelesen, und wenn da im Original „elohim“ steht, dann müßte das doch auch vertretbar sein? (Septuaginta und Vulgata sowieso…)

    Bethlehem bekommt sein h immer noch nicht zurück, usw.

    Leider leider:

    adelphoi (so heißt das doch) heißt in den Apostelbriefen auf einmal immer „Brüder und Schwestern“. Das ist einfach nicht biblisch, sorry.

    Ps 1: „Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.“ Bin mir sicher, die alte EÜ hatte „führt in den Abgrund“; meine Herder hat das jedenfalls. „verliert sich“, also bitte.

    Mt 28,18: „mir ist alle Vollmacht gegeben“… warum so zaghaft? „Mir ist alle Macht gegeben“, hieß es früher immer! auch in der EÜ! Der Meinung, daß der Heiland erst nach dem Weltgericht herrscht aber vorher nicht – die 1 Kor 15,25 entgegensteht (immerhin auch jetzt noch richtig übersetzt) wollen wir doch wirklich keinen Vorschub leisten?

    Ijob: Ich erinnere mich (flüchtig), daß die alte EÜ den Rhythmus im Buch Ijob recht gut hingekriegt hatte (meine HerderÜ daheim sowieso). Was jetzt in der neuen EÜ steht, liest sich wie eine Predigt von heute. Gerade bei Ijob ist das hoch wichtig.

    1. Ich finde solche deutenden Übersetzungen wie „Brüder und Schwestern“ am nervigsten. Es gibt ja Fehler, die man auf Nachlässigkeit, die Auswahl der Manuskripte, verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten etc. zurückführen kann, aber so etwas ist einfach unzulässig. Wenn man solche Stellen in einer Predigt o. Ä. auslegt, kann man ja sagen „natürlich zählen die Schwestern auch“ oder so was; aber in einer Übersetzung hat man sich einfach an den Text zu halten.

      1. So ist es.

        Wobei ich gegen die liturgische Praxis, die Episteln mit „Schwestern und Brüder“ *einzuleiten* (wie die Evangelien mit „in jener Zeit“), wohlgemerkt nichts habe. Das hat den entscheidenden Unterschied, daß es eben nicht im Text steht, sondern eine sinngemäße Hinzufügung und als solche bekannt ist.

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