Über schwierige Bibelstellen, Nachträge zu Teil 19 – weitere irritierende Aussagen Jesu

Alle Teile hier: https://nolitetimereweb.wordpress.com/reihe-ueber-schwierige-bibelstellen/

 

Und wieder mal was vergessen. Mir ist nach der Veröffentlichung meines letzten Artikels aufgefallen, dass ich nicht alle Stellen berücksichtigt hatte, die man berücksichtigen könnte, also bin ich die Evangelien noch einmal ganz genau durchgegangen. Et voilà.

(Zu Markus 9,1 / Matthäus 16,28 / Lukas 9,27 („Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seinem Reich kommen sehen“) siehe außerdem den ersten Kommentar unter Teil 19: https://nolitetimereweb.wordpress.com/2018/02/19/ueber-schwierige-bibelstellen-teil-19-irritierende-aussagen-und-taten-jesu-einige-gesammelte-stellen/ und zum Gleichnis mit den Talenten siehe diesen Artikel hier: https://nolitetimereweb.wordpress.com/2017/11/20/ueber-fehlinvestitionen-risiken-und-vorsicht-nach-dem-massstab-des-himmelreiches/ Speziell zu den Kindheitsgeschichten, zur Bergpredigt, zum Thema Wunder und Dämonenaustreibungen, und zu moderner Kritik am Johannesevangelium werde ich außerdem in den folgenden Artikeln noch kommen.)

 

1) Keine Eide?

„Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.“ (Matthäus 5,33-37)

Die Schwierigkeit besteht hier darin, dass die Kirche das Schwören von Eiden immer erlaubt hat, während Jesus es zu verbieten scheint; tatsächlich wurden Sekten wie die Anabaptisten des 16. Jahrhunderts dafür verurteilt, dass sie Eide grundsätzlich ablehnten.

Aber Jesus verbietet hier das Schwören von Eiden nicht ganz und gar; er kritisiert das leichtfertige Schwören und sagt, dass man nicht nur dann die Wahrheit sagen soll, wenn man schwören muss. Er kritisiert die Einstellung, ohne Eid wäre es nicht so wichtig, bei der Wahrheit zu  bleiben: Ein Ja soll immer ein Ja und ein Nein immer ein Nein sein. Man soll keinen Eid brauchen, um wahrhaftig zu sein. Aber wenn doch einmal (etwa vom Staat) ein Eid verlangt wird, wäre es nicht gegen Christi Lehre, ihn zu leisten.

 

2) Keine Ehrentitel?

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.“ (Matthäus 23,8-10)

Aufgrund dieser Stelle lehnen einige protestantische Gruppierungen den Titel „Heiliger Vater“ für den Papst oder den Titel „Pater“ für Ordenspriester als unbiblisch ab. Allerdings haben selbst sie nichts gegen die Anrede „Vater“ für den eigenen leiblichen Vater, oder den Titel „Lehrer“ für Schullehrer. Was genau meint Jesus nun hier?

Die Verse drum herum sind aufschlussreich. Vorher heißt es: „Alles, was sie [die Schriftgelehrten und Pharisäer] tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern und die Ehrensitze in den Synagogen und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt und die Leute sie Rabbi nennen.“ (Matthäus 23,5-79 Und hinterher: „Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Matthäus 23,11f.) Was Jesus hier kritisiert, ist, sich etwas auf seine Ehrentitel einzubilden und auf ihnen zu bestehen. Zudem wird an dieser Stelle klar gemacht, dass alle irdischen Väter, Lehrer und anderen Autoritäten ihre Autorität nur von Gott, dem wahren Vater, Lehrer und Meister haben, und daher keine absoluten Autoritäten sind. Vor Gott sind wir alle Brüder (und Schwestern, ja). Um das klarzumachen, wählt Jesus übertreibende Worte, so wie Er, um die Schwere der Sünde klarzumachen, in der Bergpredigt sagt „Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg!“ (Matthäus 5,29), ohne damit die Leute animieren zu wollen, sich tatsächlich zu verstümmeln. Wir dürfen Seine Worte nicht ignorieren, aber wir müssen sie eben in ihrem Kontext sehen.

Tatsächlich wäre die völlige Ablehnung von Titeln wie „Vater“ und „Lehrer“ unbiblisch:

  • In einem Gebet der Urgemeinde heißt es: „du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt“ (Apostelgeschichte 4,24).
  • Paulus schreibt über Abraham: „Er ist unser aller Vater.“ (Römer 4,16)
  • Und er sieht sich selbst als geistlichen Vater der Christen von Korinth und von Timotheus: „Nicht um euch zu beschämen, schreibe ich das, sondern um euch als meine geliebten Kinder zu ermahnen. Hättet ihr nämlich auch unzählige Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt. Darum ermahne ich euch: Haltet euch an mein Vorbild! Deswegen habe ich Timotheus zu euch geschickt, mein geliebtes und treues Kind im Herrn. Er wird euch erinnern an meine Wege in Christus Jesus, wie ich sie überall in jeder Gemeinde lehre.“ (1 Korinther 4,14-17)
  • Auch Johannes redet die Adressaten seines ersten Briefs als „Meine Kinder“ (1 Johannes 2,1) an.
  • Der Titel „Lehrer“ wird in den frühen Gemeinden oft verwendet: „Und er setzte die einen als Apostel ein, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer“ (Epheser 4,11), „So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede“ (1 Korinther 12,28), „Nicht viele von euch sollen Lehrer werden, meine Brüder und Schwestern. Ihr wisst, dass wir im Gericht strenger beurteilt werden“ (Jakobus 3,1).
  • Paulus sagt sogar von sich selbst, dass er „als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit“ (1 Timotheus 2,7) eingesetzt wurde.

 

3) Verweigerung der Sündenvergebung?

„Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ (Johannes 20,21-23)

Wir Katholiken gehen bekanntlich davon aus, dass die Vollmacht der Apostel zur Sündenvergebung auch auf deren Nachfolger, die Bischöfe, und deren Beauftragte, die Priester, übergegangen ist, und dass sie im Sakrament der Beichte ausgeübt wird. Wenn der Priester die Absolution spricht, vergibt Gott die Sünden. Soweit klar; wenn Gott Sünden vergeben kann, kann Er diese Vollmacht auch an menschliche Beauftragte delegieren, wenn Er das will. Aber was mich (und da bin ich wohl nicht die Einzige) beim Lesen dieser Stelle früher sehr irritiert hat, ist nicht das „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen“, sondern das „denen ihr sie behaltet, sind sie behalten“; sprich, dass Menschen von Gott nicht nur die Vollmacht bekommen, Sünden zu vergeben, sondern auch die Vollmacht, diese und jene Sünde da nicht zu vergeben.

Aber hier geht es eben nicht um eine Erlaubnis zur Willkür, um eine Erlaubnis, diese Sünde da einfach zu erlassen und jene Sünde da einfach nicht, weil es einem gerade so passt; so darf Autorität in der Kirche nie ausgeübt werden (wie Jesus an anderen Stellen sehr deutlich macht), und das macht auch das Kirchenrecht klar. „Can. 980 — Wenn der Beichtvater keinen Zweifel an der Disposition des Pönitenten hat und dieser um die Absolution bittet, darf diese weder verweigert noch aufgeschoben werden.“ (Codex des Kanonischen Rechtes, http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P3G.HTM)

Aber es gibt Fälle, in denen Joh 20,23 Anwendung finden kann; es gibt Fälle, in denen Priester die Absolution verweigern können bzw. sogar sollen; wenn der Pönitent eben keine rechte „Disposition“ hat, d. h. etwa, wenn er nicht vorhat, eine Sünde in Zukunft bleiben zu lassen. Daher können z. B. Wiederverheiratete-Geschiedene keine Absolution erhalten, wenn sie nicht vorhaben, die Sünde des Ehebruchs in Zukunft aufzugeben (d. h. zumindest enthaltsam zu leben). Für die Absolution sind immer Reue und der Vorsatz, in Zukunft keine schweren Sünden mehr zu begehen, nötig; wenn das nicht da ist, kann der Priester sie verweigern.

Zudem kann die Kirche aufgrund ihrer Vollmacht zur Sündenvergebung auch weitere Kriterien für sie aufstellen; so hat sie z. B. bei einzelnen, sehr schweren Sünden geregelt, dass nur Bischöfe oder sogar nur der Papst sie vergeben können (in so einem Fall würde dann der örtliche Priester an den Vatikan schreiben), um den Christen deren Schwere bewusst zu machen. Beispiele: „Can. 1367 — Wer die eucharistischen Gestalten wegwirft oder in sakrilegischer Absicht entwendet oder zurückbehält, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu […]“ (http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P52.HTM), d. h. die Strafe tritt automatisch, ohne die Notwendigkeit einer Urteilsverhängung, ein, und kann nur vom Papst aufgehoben werden; „Can. 1370 — § 1. Wer physische Gewalt gegen den Papst anwendet, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu […]“ (http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P53.HTM) Es gibt auch noch ein paar weitere kirchenrechtliche Einschränkungen der Vollmacht zur Absolution in Sonderfällen; etwa diese hier: „Can. 977 — Die Absolution des Mitschuldigen an einer Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs ist ungültig, außer in Todesgefahr.“ (http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P3G.HTM) D. h. ein Priester darf nicht seine Geliebte lossprechen; wenn ihr die Affäre leid tut und sie sie beichten will, muss sie zu einem anderen Priester gehen. In der Praxis werden solche Regelungen für die meisten Christen wahrscheinlich keine Rolle spielen; aber es macht durchaus Sinn, dass es sie gibt, und dass die Kirche das Recht hat, sie aufzustellen.

Aber was, wenn doch einmal ein Priester, Bischof oder Papst ungerechterweise die Absolution verweigern sollte? Weil er einfach fies ist und jemandem nicht glauben will, dass der sich bessern will, zum Beispiel? Nun, dann wird Gott die Ungerechtigkeit der Menschen nicht Seine Gerechtigkeit torpedieren lassen; eine Vollmacht zum willkürlichen „Sünden-Behalten“ hat Er nicht erteilt. Gott ist nicht absolut an Seine Sakramente gebunden. (Das gilt ja auch in anderen Zusammenhängen: So wird Gott zum Beispiel auch jemandem die Sünden vergeben, der seine Sünden noch beichten wollte, aber nicht mehr dazu gekommen ist, weil er vorher von einem Auto überfahren wurde.)

 

4) Will Jesus nicht bekannt werden?

In den Evangelien gibt es zahlreiche Stellen, an denen Jesus anderen verbietet, über Ihn als Messias und Sohn Gottes zu reden:

  • „Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.“ (Markus 1,32-34)
  • „Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein! Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an und sagte zu ihm: Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.“ (Markus 1,40-45)
  • „Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.“ (Markus 3,10-12)
  • „Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Gebrechen hatten, zu Jesus. Er legte jedem von ihnen die Hände auf und heilte sie. Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da drohte er ihnen und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Christus war.“ (Lukas 4,40f.)
  • „Da brachten sie zu ihm einen, der taub war und stammelte, und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemandem davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr verkündeten sie es. Sie staunten über alle Maßen und sagten: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.“ (Markus 7,32-37)
  • „Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Und Jesus sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll euch geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber wies sie streng an: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.“ (Matthäus 9,27-31)
  • „Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Auf dem Weg fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Christus! Doch er gebot ihnen, niemandem etwas über ihn zu sagen.“ (Markus 8,27-30)
  • „Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.“ (Matthäus 16,20)

Etwas mehr Aufschluss geben zwei dieser Stellen:

  • „Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm nach und er heilte sie alle. Er gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten, damit erfüllt werde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht streiten und nicht schreien und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“ (Matthäus 12,15-21)
  • Nach der Verklärung wendet Jesus sich an Petrus, Johannes und Jakobus: „Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.“ (Markus 9,9)

Jesus ist vor allem zu Beginn Seines Auftretens noch eher zurückhaltend. Dem Aussätzigen, den Er heilt, trägt Er auf, ganz nach Vorschrift das Reinigungsopfer darzubringen und seine Heilung vom Priester bestätigen zu lassen; das soll den Leuten nicht nur die Heilung nachweisen, damit der Aussätzige wieder normal in der Gesellschaft leben kann, Jesus will hier auch zeigen, dass Er kein Feind des mosaischen Gesetzes ist, sondern sich sozusagen an die Regeln hält. (So sagt Er ja auch in der Bergpredigt, Er sei nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen.) Er will nicht, dass überall von Seinen Heilungen geredet wird; und Er will – noch – nicht, dass Seine Jünger Seinen Anspruch als Messias weithin verbreiten oder die Dämonen Ihn als Sohn Gottes bezeichnen. Er lässt die Leute teilweise noch im Unklaren. Erst, als das Passahfest und damit Sein Tod näher rücken, wird Er deutlicher; so zum Beispiel bei Seinem Einzug in Jerusalem, als Er, wie von Sacharja prophezeit, auf einem Esel in die Stadt reitet. Das hat Gründe: Er will nicht, dass die Leute ihn gleich in der Rolle des messianischen Königs sehen, der den Aufstand gegen die Römer führen soll. Eine Stelle im Johannesevangelium macht das sehr deutlich: „Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. (Johannes 6,14f.) Jesus geht absichtlich immer wieder weg, wenn die Menschenmassen kommen; Er verbreitet nicht selbst den Anspruch, der Messias zu sein, auch wenn Er nicht leugnet, dass Er es ist. Er will nicht als politischer Messias gesehen werden. Er wartet und lässt die Leute erst einmal sehen, was für eine Art von Messias Er ist, damit sie Ihn nicht missverstehen. Im Endeffekt braucht es Seinen Tod am Kreuz und Seine Auferstehung, bis sie ganz verstehen können, wer Er ist; deshalb sollen Seine Jünger erst nach der Auferstehung alles verkünden, was sie über Ihn wissen; im Nachhinein sieht man klarer.

„A premature assertion of his own claim would it seems certain, have led to a crown in Galilee, a shower of stones in Judea. The nation, then, must be left to learn its own lesson.“ (Ronald Knox, The belief of Catholics, Kapitel 8; http://www.ewtn.com/library/CHRIST/BELIEF.txt)

„Ein verfrühtes Vorbringen seines eigenen Anspruches hätte, das erscheint sicher, zu einer Krone in Galiläa, zu einem Steinehagel in Judäa geführt. Das Volk musste daher dazu gebracht werden, seine Lektion selbst zu lernen.“

Zwei Bibelstellen, die in diesem Zusammenhang noch interessant sind:

  • „Weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, meinten die Menschen, die von alldem hörten, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde für sich zu erlangen und dann zurückzukehren.“ (Lukas 19,11f.)
  • „Danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden ihn zu töten suchten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Da sagten seine Brüder zu ihm: Geh von hier fort und zieh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Taten sehen, die du vollbringst! Denn niemand wirkt im Verborgenen, wenn er öffentlich bekannt sein möchte. Wenn du dies tust, offenbare dich der Welt! Auch seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn. Jesus sagte zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht gekommen, für euch aber ist immer die rechte Zeit. Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber hasst sie, weil ich bezeuge, dass ihre Taten böse sind. Geht ihr nur hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist. Das sagte er zu ihnen und er blieb in Galiläa. Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern im Verborgenen. Die Juden suchten beim Fest nach ihm und sagten: Wo ist er? Und in der Volksmenge wurde viel über ihn hin und her geredet. Die einen sagten: Er ist ein guter Mensch. Andere sagten: Nein, er führt das Volk in die Irre. Aber niemand redete öffentlich über ihn aus Furcht vor den Juden.“ (Johannes 7,1-13)

 

5) Scheidung im Fall von Ehebruch?

„Da kamen Pharisäer zu ihm, um ihn zu versuchen, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Sie sagten zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, der Frau eine Scheidungsurkunde zu geben und sie aus der Ehe zu entlassen? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. (Matthäus 19,3-9)

Vers 9 wird von konservativen Protestanten für gewöhnlich so verstanden, dass Ehescheidung und Wiederheirat nicht legitim sind – außer jedoch, der erste Partner hat einen betrogen („obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt“). Dann kann man sich scheiden lassen und sich selbst jemand anderen suchen. Die katholische Kirche lehnt diese Interpretation ab und hat das auf dem Konzil von Trient auch dogmatisch verankert. Die Ehe ist und bleibt immer unauflöslich: Kan. 7. Wer sagt, die Kirche irre, wenn sie lehrte und lehrt, gemäß der Lehre des Evangeliums und des Apostels könne das Band der Ehe wegen Ehebruchs eines der beiden Gatten nicht aufgelöst werden, und keiner von beiden, nicht einmal der Unschuldige, der keinen Anlaß zum Ehebruch gegeben hat, könne, solange der andere Gatte lebt, eine andere Ehe schließen, und derjenige, der eine Ehebrecherin entläßt und eine andere heiratet, und diejenige, die einen Ehebrecher entläßt und einen anderen heiratet, begingen Ehebruch: der sei mit dem Anathema belegt.“ (Quelle: Enchiridion symbolorum definitionum et declarartionum de rebus fidei et morum / Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, lt.-dt., hrsg. v. Heinrich Denzinger u. Peter Hünermann, 42. Aufl., Freiburg im Breisgau 2009.)

An anderen Stellen, an denen im Neuen Testament von Scheidung und Wiederheirat die Rede ist, wird keine derartige Ausnahme angedeutet. Bei Markus heißt es: „Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau aus der Ehe zu entlassen? Damit wollten sie ihn versuchen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat gestattet, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.“ (Markus 10,2-12) Auch bei Lukas heißt es schlicht und einfach: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; auch wer eine Frau heiratet, die von ihrem Mann entlassen worden ist, begeht Ehebruch.“ (Lukas 16,18) Und Paulus schreibt: „Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen – wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann – und der Mann darf die Frau nicht verstoßen.“ (1 Korinther 7,10f.) Wir wissen nicht, ob das Matthäusevangelium überhaupt schon geschrieben war, als Paulus den ersten Brief an die Korinther schrieb, und auch nicht, ob, falls ja, die Korinther es schon kannten; insofern kann man sich doch fragen, wieso der Apostel eine solche mutmaßliche Ausnahme bei Jesu Scheidungs-und-Wiederheirats-Verbot nicht erwähnt, die für seine Adressaten schließlich von Bedeutung sein könnte.

Matthäus’ „obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt“ wurde katholischerseits manchmal so interpretiert: Bei Ehebruch darf man sich vom Ehepartner trennen, aber wieder heiraten darf man trotzdem nicht. Diese Interpretation macht für mich aus mehreren Gründen keinen Sinn. Zunächst einmal gibt es laut katholischer Lehre auch noch andere gute Gründe für eine „Trennung an Tisch und Bett“ ohne Wiederheirat; wenn ein Ehepartner einen schlecht behandelt, aber nicht betrügt, muss man deshalb nicht bei ihm bleiben. Auch das wurde auf dem Konzil von Trient in den Kanones verankert: Kan. 8. Wer sagt, die Kirche irre, wenn sie erklärt, eine Trennung zwischen den Gatten in bezug auf Bett bzw. in bezug auf Zusammenwohnen, auf bestimmte oder unbestimmte Zeit, sei aus vielen Gründen möglich: der sei mit dem Anathema belegt.“ Dann sollte man sich den Text anschauen: Hier ist gar nicht von Ehebruch die Rede.

Sondern eben von „Unzucht“, im griechischen Original „porneia“. Dieser Begriff ist weiter gefasst als „Ehebruch“ („moicheia“); er schließt voreheliche Beziehungen, Konkubinat, Prostitution, homosexuelle Beziehungen, inzestuöse Beziehungen etc. ein. Auch Ehebruch, ja, aber nicht vorrangig. Am Ende desselben Verses verwendet Jesus ausdrücklich das Verb „moichaomai“ (in der dritten Person: „moichatai“) für „ehebrechen“, „Ehebruch begehen“. Wenn Er „Ehebruch“ meint, sagt Er offensichtlich Ehebruch; zuvor sagt Er „Unzucht“.

Außerdem heißt es hier nicht „obwohl sie nicht Unzucht begangen hat“, sondern „obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt“; wörtlich „me epi porneia“, was ich vielleicht so ungefähr mit „außer bei Unzucht“ oder „außer wegen Unzucht“ übersetzen würde („me“ ist ein Wort für „nicht“ (das nur in bestimmten grammatikalischen Kontexten verwendet wird), „epi“ eine Präposition, die in allen möglichen Situationen verwendet wird und „auf“, „bei“, „an“, „mit“, „zu“, „wegen“, „um … willen“, „während“ und noch einiges andere heißen kann).

Also: Sprachlich gesehen macht folgende Deutung des Satzes Sinn: Jesus stellt klar, dass jemand, der sich von seiner Frau scheiden lässt und eine andere heiratet, Ehebruch begeht – anders sieht es lediglich „im Fall von Unzucht“ aus, d. h. wenn die Beziehung, in der er sich befindet, gar keine Ehe ist, sondern wenn er etwa mit seiner Geliebten zusammenlebt (ja, doch, „eheähnliche Lebensgemeinschaften“ gab’s in der Antike auch). Eine Beziehung, die eigentlich „Unzucht“ ist, kann man lösen und eine andere eingehen. Vielleicht bezieht Jesus sich hier auf nach der Tora verbotene Verwandtenehen, oder auf Ehen, die schon Zweitehen nach Scheidung sind (ich muss spontan an Herodes und Herodias denken), oder auf eheähnliche Verhältnisse, wie sie vermutlich bei Römern und Griechen häufiger bestanden (jetzt fallen mir Augustinus vor seiner Bekehrung und seine langjährige Lebensgefährtin ein). Die meisten Autoren des NT, die Jesu Gebote zu Scheidung und Wiederheirat überliefern, machen sich nicht die Mühe, diesen Zusatz aufzuschreiben; Matthäus lässt ihn vielleicht der Vollständigkeit halber stehen.

 

6) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

„Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46)

Dieser Ruf Jesu am Kreuz, kurz vor Seinem Tod, wird außer bei Matthäus auch noch bei Markus überliefert, und er hat die Leute schon oft irritiert. Wie kann Jesus, der eines Wesens mit dem Vater ist, von Gott verlassen sein?

Zum Verständnis der Stelle sollte man zunächst wissen: Jesus betet hier den ersten Vers von Psalm 22, den man unbedingt ganz kennen muss:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?

Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; und bei Nacht, doch ich finde keine Ruhe.

Aber du bist heilig, du thronst über dem Lobpreis Israels.

Dir haben unsere Väter vertraut, sie haben vertraut und du hast sie gerettet.

Zu dir riefen sie und wurden befreit, dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet.

Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

Wälze die Last auf den HERRN! Er soll ihn befreien, er reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat!

Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, der mich anvertraut der Brust meiner Mutter.

Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott.

Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe und kein Helfer ist da!

Viele Stiere haben mich umgeben, Büffel von Baschan mich umringt.

Aufgesperrt haben sie gegen mich ihren Rachen, wie ein reißender, brüllender Löwe.

Hingeschüttet bin ich wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder, mein Herz ist geworden wie Wachs, in meinen Eingeweiden zerflossen.

Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes.

Denn Hunde haben mich umlagert, eine Rotte von Bösen hat mich umkreist. Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.

Ich kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und starren mich an.

Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.

Du aber, HERR, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe!

Entreiß mein Leben dem Schwert, aus der Gewalt der Hunde mein einziges Gut!

Rette mich vor dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der Büffel! – Du hast mir Antwort gegeben.

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Versammlung dich loben.

Die ihr den HERRN fürchtet, lobt ihn; all ihr Nachkommen Jakobs, rühmt ihn; erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels!

Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut des Elenden Elend. Er hat sein Angesicht nicht verborgen vor ihm; er hat gehört, als er zu ihm schrie.

Von dir kommt mein Lobpreis in großer Versammlung, ich erfülle mein Gelübde vor denen, die ihn fürchten.

Die Armen sollen essen und sich sättigen; den HERRN sollen loben, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer.

Alle Enden der Erde sollen daran denken und sich zum HERRN bekehren: Vor dir sollen sich niederwerfen alle Stämme der Nationen.

Denn dem HERRN gehört das Königtum; er herrscht über die Nationen.

Es aßen und warfen sich nieder alle Mächtigen der Erde. Alle, die in den Staub gesunken sind, sollen vor ihm sich beugen. Und wer sein Leben nicht bewahrt hat,

Nachkommen werden ihm dienen. Vom Herrn wird man dem Geschlecht erzählen, das kommen wird.

Seine Heilstat verkündet man einem Volk, das noch geboren wird: Ja, er hat es getan.“

(Psalm 22,2-32)

Es ist wichtig, auch das Ende dieses Psalms zu kennen. Dann sollte man wissen:

“The signal feature in the sufferings of Our Lord revealed in this Psalm was His desolation and solitude. The Divine Son called His Father ‘My God’ – in contrast to the prayer which taught men to say ‘Our Father Who art in heaven.’ It was not that His human nature was separated from His Divine nature; that was impossible. It was rather that just as the sun’s light and heat can be hidden at the base of a mountain by intervening clouds, though the peak is bathed in sunlight, so too, in taking upon Himself the sins of the world He willed a kind of withdrawal of His Father’s face and all Divine consolation. Sin has physical effects, and these He bore by having His hands and feet pierced; sin has mental effects which He poured forth in the Garden of Gethsemane; sin also has spiritual effects such as a sense of abandonment, separation from God, loneliness. This particular moment He willed to take upon Himself that principal effect of sin which was abandonment.

Man rejected God; so now He willed to feel that rejection.” (Fulton Sheen, Life of Christ, S. 551f.)

„Das besondere Merkmal der Leiden unseres Herrn, das sich in diesem Psalm offenbart, war Seine Trostlosigkeit und Einsamkeit. Der göttliche Sohn nannte Seinen Vater ‚Mein Gott’ – im Gegensatz zu dem Gebet, das die Menschen lehrte, zu sagen ‚Vater unser, der du bist im Himmel’. Es war nicht so, dass Seine menschliche Natur von Seiner göttlichen Natur getrennt gewesen wäre; das war unmöglich. Es war eher, dass, so wie Licht und Hitze der Sonne am Fuß eines Berges von dazwischentretenden Wolken versteckt sein können, obwohl der Gipfel in Sonnenlicht gebadet ist, Er so auch eine Art von Rückzug vom Angesicht Seines Vaters und allem göttlichen Trost wollte, als Er die Sünden der Welt auf sich nahm. Die Sünde hat physische Effekte, und diese trug Er, indem Seine Hände und Füße durchbohrt wurden; die Sünde hat geistige Effekte, die Er im Garten von Gethsemane zeigte; die Sünde hat auch seelische Effekte wie einen Sinn der Verlassenheit, der Trennung von Gott, der Einsamkeit. In diesem bestimmten Moment wollte Er diesen Haupteffekt der Sünde, der die Verlassenheit ist, auf sich nehmen.

Der Mensch wies Gott zurück; also wollte Er nun diese Zurückweisung fühlen.“

Jesus hat sich so weit mit uns sündigen Menschen gemein gemacht, dass Er alle Folgen der Sünde, auch das schreckliche Gefühl des Abgeschnittenseins von Gott, in Seinem Leiden auf sich nahm.

 

7) Hatte Jesus Geschwister?

Der Vollständigkeit halber noch kurz zu dieser Stelle (und ähnlichen) : „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?“ (Markus 6,3)

Die Stellen, an denen Brüder und Schwestern Jesu erwähnt werden, werden zwar oft erklärt, aber wenn ich schon bei den Evangelien bin, will ich sie doch nicht auslassen: Mit den Brüdern und Schwestern können auch (beispielsweise) Cousins und Cousinen gemeint sein; im jüdischen Sprachgebrauch wurden auch alle möglichen Verwandten als „Brüder“ und „Schwestern“ bezeichnet. Im Buch Genesis sagt Abraham zu seinem Neffen Lot: „Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.“ (Genesis 13,8) Im Buch Tobit sagt Tobias: „Asarja, mein Bruder, sprich bitte zu Raguël, dass er mir Sara, meine Schwester, gebe!“ (Tobit 7,9) Gemeint ist: zur Ehefrau gebe. Tobias ist hier ein Verwandter von Sara, was bedeutet, dass er auch ein bevorzugter Heiratskandidat für sie ist, aber er ist eben nicht ihr Bruder. (Wie genau ihre Eltern verwandt sind, erfährt man nicht.) Auch später, nach der Hochzeit, sagt Tobias noch einmal, hier jetzt zu Sara: „Schwester, steh auf, lass uns beten und unseren Herrn bitten, er möge Erbarmen und Rettung über uns walten lassen!“ (Tobit 8,4) Auf die Interpretation der „Brüder“ und „Schwestern“ als Cousins, Cousinen oder anderweitige Verwandte deutet auch die Tatsache hin, dass Jesus am Kreuz seine Mutter seinem Lieblingsjünger anvertraut, was nicht nötig gewesen wäre, wenn sie noch weitere Söhne gehabt hätte. „Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Johannes 19,26f.)

 

8) Besitzlosigkeit

„Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.“ (Lukas 14,33)

Heißt das, wer als Christ noch etwas besitzt, kann kein wirklicher Christ sein?

Erst einmal zum Originaltext. Mein Griechisch-Wörterbuch – leider kein vollständiges Wörterbuch, sondern nur der Anhang zu meinem griechischen NT – hat für „apotassomai“ „Abschied nehmen, aufgeben“; „tassomai“ (eine Form von „tasso“) wird übersetzt mit „anordnen, bestimmen, befehlen; einsetzen, anstellen; (einer Autorität) unterstellen, unterordnen“. Die Vorsilbe „apo“ hat etwa die Bedeutung „von, weg von“ – insofern könnte man „apotassomai“ vielleicht auch mit „wegstellen“, „beiseitestellen“, „hintanstellen“, „wegtun“ übersetzen.

Man muss also seinen Besitz aufgeben, wegstellen, von ihm Abschied nehmen. Was sagen andere Bibelstellen noch zum Thema Besitz?

Da wäre diese bekannte Stelle mit dem reichen Jüngling: „Und siehe, da kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist der Gute. Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen; und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach! Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, gerieten sie ganz außer sich vor Schrecken und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben. Viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste.“ (Matthäus 19,16-30)

Zunächst trägt Jesus dem jungen Mann bloß auf, sich an die allgemein bekannten Gebote zu halten; erst, als der noch einmal nachfragt, was er noch darüber hinaus tun kann, fügt der Herr hinzu: „Wenn du vollkommen sein willst, geh verkauf deinen Besitz…“ Da jedoch wird der junge Mann durch die Anhänglichkeit an sein Vermögen davon abgehalten, die Sache durchzuziehen, und Jesus stellt fest, dass es für einen Reichen schwer ist, ins Himmelreich zu gelangen. Von sich aus wäre Jesus mit dem Halten der Zehn Gebote zufrieden gewesen; der junge Mann wollte noch mehr für Gott tun – aber dann wird es kritisch, wenn er von diesem hehren Ziel nur durch die Liebe zum Besitz abgehalten wird.

Eine interessante Geschichte ist auch die von Zachäus. Nachdem Jesus bei ihm, dem reichen, korrupten Beamten, eingekehrt ist, sagt Zachäus: „Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.“ (Lukas 19,8) Und Jesus ist sehr zufrieden: Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ Zachäus ist bereit, umstandslos auf einen beträchtlichen Teil seines Vermögens zu verzichten und vergangenes Unrecht vielfach wiedergutzumachen; aber er gibt tatsächlich nicht sein gesamtes Vermögen, und auch nicht seinen einträglichen Beruf, auf, um von nun an Jesus nachzufolgen.

Ich denke, insgesamt sagen diese Stellen aus: Ja, man muss als Christ bereit sein, den eigenen Besitz hintanzustellen, und, wenn es nötig sein sollte, auf ihn zu verzichten, sprich, man muss innerlich von ihm Abschied nehmen. Es braucht eine innere Unabhängigkeit; es ist immer falsch, am Besitz zu hängen. Aber nicht jeder einzelne Mensch ist dazu berufen, tatsächlich ohne jeden eigenen Besitz zu leben – so wie nicht jeder dazu berufen ist, ehelos zu leben, obwohl der Herr auch diese Lebensform sehr empfohlen hat. Ein anderes Beispiel: Es gab Menschen, die berief der Herr, ihm direkt nachzufolgen (wie etwa die Zwölf); aber es passierte auch einmal, dass Er etwas anderes zu jemandem sagte, der Ihm nachfolgen wollte: „Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, dass er bei ihm sein dürfe. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat!“ (Markus 5,18f.) Auch andere seiner Anhänger behielten ihr normales Leben bei, ohne dass das irgendwie kritisiert wird, etwa die drei Geschwister Lazarus, Maria und Martha in Betanien. In ähnlicher Weise verhält es sich vielleicht mit der Besitzlosigkeit. Noch ein Beispiel: Alle Christen sollen bereit sein zum Martyrium, aber nicht von jedem erfordert es die Situation, zum Märtyrer zu werden. So sollte auch der Christ, der sich nicht zum Armutsgelübde berufen fühlt, bereit sein, im Notfall seinen Besitz aufzugeben.

 

9) Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter

„Jesus sprach aber auch zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Denn du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Was soll ich jetzt tun, da mein Herr mir die Verwaltung entzieht? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tun werde, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem anderen, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreib fünfzig! Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig! Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte, und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!“ (Lukas 16,1-9)

Dieses Gleichnis hat mich früher ein wenig irritiert: Wieso lobt Jesus hier einen Betrüger? Aber die Lösung ist eigentlich nicht schwer; sie liegt in Vers 8: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ „Die Kinder dieser Welt“ ist kein positiver Begriff; natürlich ist der Verwalter unehrlich. Aber er wendet wenigstens seinen Verstand auf und macht sich Gedanken – wenn auch nur darüber, wie er für sich das Beste herausschlagen kann. „Die Kinder des Lichts“ dagegen machen sich offenbar weniger Gedanken und Mühe, wenn es um ihre (wichtigeren, besseren) Angelegenheiten geht. Ein moderner, etwas banaler Vergleich: Weltliche Filmproduzenten bekommen oft grandiose Filme hin, und ihr Ziel ist es lediglich, Geld zu machen. Dezidiert christliche Filme von kleinen, christlichen Produktionsfirmen sind dagegen oft eher von… na ja… minderer Qualität. Ausnahmen gibt es („Die Passion Christi“ von Mel Gibson, zum Beispiel), aber wenn man etwa Filme von Pureflix („God’s not dead“, „God’s not dead II“ und dergleichen) anschaut… über die verliere ich mal keinen weiteren Kommentar.

Der letzte Satz – „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!“ – wird klarer, wenn man die Verse danach anschaut: „Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das Eure geben?“ (Lukas 16,10-12) Das Geld in dieser Welt ist ungerecht verteilt, aber man soll mit dem, was man eben zufällig hat, auf kluge Weise Gutes tun, um sich Gott sozusagen „zum Freund zu machen“, damit man „in die ewigen Wohnungen aufgenommen“ wird, so wie der unehrliche Verwalter sich Freunde macht, damit die ihn aufnehmen, wenn die Zeit kommt und er entlassen wird.

 

10) Ist der Messias nicht der Sohn Davids?

„Da fragte er sie: Wie kann man behaupten, der Christus sei der Sohn Davids? Denn David selbst sagt im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, bis ich dir deine Feinde als Schemel unter die Füße lege! David nennt ihn also Herr. Wie kann er dann sein Sohn sein?“ (Lukas 20,41-44)

Lehnt Jesus hier den Titel „Sohn Davids“ für sich ab? Heißt das, wir dürfen Ihn nicht mehr so nennen, wie wir es manchmal, auch in offiziellen kirchlichen Gebetstexten, tun?

Ich denke nicht. Eher denke ich, Er stellt hier eine ernst gemeinte Frage an die Schriftgelehrten, mit denen Er sich gerade unterhält, um sie zum Nachdenken über den Messias zu bringen (er selbst kennt die Antwort ja). Er erhält jedoch keine Antwort; im vorigen Vers heißt es schon: „Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.“ (Lukas 20,40) Aber vielleicht hätte Er gerne eine Antwort gehabt.

Vielleicht könnte man als Antwort sagen: Der Messias ist gleichzeitig Sohn Davids, in dem Sinne, dass Er sein entfernter Nachkomme ist; aber Er steht natürlich auch über David und ist damit dessen „Herr“. So, wie Jesus sich auch als „Menschensohn“ bezeichnet, aber gleichzeitig der Herr der Menschen ist.

 

11) Die Jünger sollen Schwerter kaufen?

Bei Lukas’ Schilderung des Letzten Abendmahls findet sich diese Stelle: „Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein. Da sagte er zu ihnen: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen und ebenso die Tasche. Wer dies nicht hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich ein Schwert kaufen. Denn ich sage euch: An mir muss sich erfüllen, was geschrieben steht: Er wurde zu den Gesetzlosen gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung. Da sagten sie: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon!“ (Lukas 22,35-38)

Jesus erteilt den Jüngern hier Anweisungen, wie sie nach Seinem Tod (und Seiner Auferstehung und Himmelfahrt) bei der Mission vorgehen sollen. Anders als zu dem einen Zeitpunkt, als Er sie zuvor in Paaren ausgesandt hat, um das Reich Gottes zu verkünden, Krankheiten zu heilen und Dämonen auszutreiben (vgl. Matthäus 10,5-15), sollen sie nicht mehr ohne Ausrüstung losziehen; sie sollen jetzt Vorratstasche, Geldbeutel und Schwert mitnehmen. Vorratstasche und Geldbeutel: Sie können vielleicht nicht mehr so oft auf die Gastfreundschaft der Leute zählen und müssen besser vorsorgen; auch anlässlich der Tatsache, dass die Mission nach Ostern auf die Heiden ausgeweitet werden wird, nachdem sie zuvor nur in jüdischen Gebieten (bei den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“, Matthäus 10,6) unterwegs gewesen waren. Und wozu das Schwert? Vielleicht ganz banal, um sich auf dem Weg gegen Straßenräuber und wilde Tiere verteidigen zu können; das würde erklären, wieso das Schwert noch wichtiger ist als der Mantel. Und wie hängt das dann mit dem Vers darüber zusammen, dass Jesus zu den Gesetzlosen gerechnet wird? Vielleicht bedeutet diese Aussage einfach, dass Seine Jünger in Zukunft oft allein reisen oder auf der Straße übernachten müssen werden (statt sich Gruppen anschließen zu können und in Häuser aufgenommen zu werden), weil sie nicht auf die Unterstützung der Leute zählen können werden. Paulus schreibt später von sich selbst: „Ich war oft auf Reisen, gefährdet durch Flüsse, gefährdet durch Räuber, gefährdet durch das eigene Volk, gefährdet durch Heiden, gefährdet in der Stadt, gefährdet in der Wüste, gefährdet auf dem Meer, gefährdet durch falsche Brüder.“ (2 Korinther 11,26) Reisen waren damals nicht ungefährlich; ein Schwert kann da nützlich gewesen sein.

Als die Jünger dann darauf hinweisen, dass da zwei Schwerter sind, sagt Jesus „Es ist genug!“ (so die wörtlichere Übersetzung; sprich: „Genug von dem Thema, mehr muss dazu nicht mehr gesagt werden!“) und beendet die Anweisungen für die Zeit nach Seiner Passion und geht zum Ölberg.

Dass das Schwert nicht gegen sonstige Gegner eingesetzt werden soll, zeigt sich jedenfalls noch im selben Kapitel, als Jesus dann festgenommen wird: „Als seine Begleiter merkten, was bevorstand, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohepriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. Da sagte Jesus: Lasst es! Nicht weiter! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann.“ (Lukas 22,49-51) Bei Matthäus wird Jesus noch deutlicher: „Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, dass es so geschehen muss?“ (Matthäus 26,52-54) Zusätzlich könnte man andere Stellen in den Evangelien aufzählen, aus denen klar wird, dass die Jünger auf Verfolgung nicht mit Gewalt antworten sollen, etwa Matthäus 5,38-48 und Matthäus 10,16-39. Offensichtlich verstanden die ersten Christen das auch; laut Apostelgeschichte reagierten weder die Urgemeinde in Jerusalem noch Paulus noch irgendwelche anderen Christen mit Gewalt auf Verfolgung. Sie flohen in andere Gegenden; sie wurden von Engeln aus dem Gefängnis befreit; sie ertrugen die Strafen; sie versuchten, sich mit dem Appell an römische Rechtsprinzipien zu verteidigen; jedenfalls griffen sie nicht zum Schwert.

Übrigens wurde die Stelle „Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon!“ im Mittelalter gern allegorisch interpretiert: Jesus sagt, dass genau zwei Schwerter genug sind; das bedeutet, dass es auf Erden genau zwei Gewalten geben soll, nämlich die weltliche Gewalt des Staates und die geistliche Gewalt der Kirche (Zwei-Schwerter-Lehre). Doch, ja, solches Zeug las man damals in Bibeltexte. Von wegen wortwörtliche Interpretation.

 

12) „Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen […] Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. […] Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn ausliefern würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.“ (Johannes 6,37.44.64f.)

Diese Stelle hat mich früher gestört, weil sie sich anhört, als ob Gott einige Leute zu sich zöge und andere nicht, und letztere dann gar nicht zu Jesus kommen könnten – ohne selbst jedoch daran schuld zu sein.

Nun, es ist eine theologische Binsenweisheit, dass der Mensch Gottes Gnade braucht, um zu Ihm zu kommen; wir sind gefallene Geschöpfe. Jeder, der zu Gott kommt, tut das unter dem Einfluss Seiner Gnade, und dafür können wir dankbar sein. Dann stellt sich nur noch die Frage: Was ist mit den Menschen, die nicht zu Gott kommen?

a) Hat Gott denen aus grundloser Willkür keine Gnade gegeben?

b) Hat Gott denen Gnade gegeben, aber sie haben sie zurückgewiesen?

c) Hat Gott denen keine Gnade gegeben, weil Er wusste, dass sie sie zurückweisen würden?

Logischerweise akzeptabel wären b) und c); die Verse 64-65 scheinen auf c) hinzudeuten. Auf jeden Fall muss man einen solchen Text im Kontext der anderen biblischen Texte lesen, die klarmachen, dass Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Timotheus 2,4).

 

Werbeanzeigen

11 Gedanken zu “Über schwierige Bibelstellen, Nachträge zu Teil 19 – weitere irritierende Aussagen Jesu

  1. Vielen Dank für diese ausführlichen Kommentare!
    Ich lerne hier immer was dazu.
    Zwei Dinge möchte ich noch ergänzen.

    zu 6): Eigentlich fragt der Psalmist und fragt Jesus „Mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?“ – lema, aus le (auf etwas hindeutende Partikel) und ma (was), also „auf was hin“, wozu.
    Das oft vorwurfsvolle, nach dem Grund fragende Warum? heißt madua. Jesus fragt als nicht nach dem Grund des Verlassenseins, sondern nach dem Ziel – weil Er durchaus auch im Todeskampf noch voraussetzt, daß es einen (guten) Grund gibt.

    zu 11): Ich habe über die Vokabel für „Schwert“ mal etwas Einleuchtendes gelesen, weiß aber nicht mehr wo. Also: Im Sprachgebrauch der Zeit (und bis ins frühe Mittelalter) heißt machaira / gladius eine kurze Waffe, eigentlich eher ein Fahrtenmesser, was man eben hatte, wenn man unterwegs war. Anders läßt sich auch kaum erklären, wie Petrus dem armen Malchus passgenau ein Ohr abtrennen konnte – mit dem, was wir vor Augen haben, wenn wir „Schwert“ denken, hätte er ihn getötet. Auch in der frühesten Niederschrift der Martinslegende ist von einem gladius die Rede, und das kann nur das Kurzschwert sein, das zur Offiziersausrüstung gehörte. Martin hat den an das Oberteil angenähten „Waffenrock“ abgetrennt, um ihn dem Bettler zu geben (spannende Geschichte übrigens, denn das Oberteil war Militärbesitz, den mehr oder minder prächtigen angesetzten Rock mußte der Soldat selber bezahlen, Martin gab also nur sein Eigentum weg und nahm in Kauf, in den Augen der Kameraden furchtbar albern auszusehen). Man versuche mal, mit einem Langschwert eine Naht aufzutrennen. Mit einem Fahrtenmesser geht es aber ganz gut.

    Gefällt 1 Person

  2. zu Nr. 1:

    Daß das der intendierte Sinn ist, ist klar. Kann man aber sagen, daß der Heiland hier direkt das Schwören nicht ganz und gar verbietet? Wörtlich scheint es anders dazustehen.

    Bei genauem Hinschauen fällt aber auf, daß er sagt: „Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel noch bei der Erde noch bei Jerusalem“, dies scheint damals übliche Eide anzusprechen, die (hab‘ ich mal gehört) damals dann noch gegeneinander in verschiedenen Rang gesetzt wurden. Christus sagt hier mit Recht: das heißt letztlich alles, bei Gott zu schwören („Himmel“? das ist Gottes Thron; „Erde“: das ist der Schemel für die Füße, etc.): die heutigen Gewohnheiten „bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden“, „so wahr mir Gott helfe und die heiligen Evangelien“, etc., stehen bezeichnenderweise nicht da.

    Diese Auslegung begegnet lediglich der Schwierigkeit, daß der hl. Jakobus, der offensichtlich die Bergpredigt kannte, unmißverständlich sagt: „schwört überhaupt nicht“; was die Ausleger dann allerdings entweder als tendenzielles Zielgebot oder als an die Gemeinde, an die Jakobus speziell schrieb, in ihrer historischen Situation gerichtet erklären („die mußten sich erstmal das leichtfertige Schwören abgewöhnen“).

    Es steht jedenfalls fest,
    1. daß die nachlassende Bedeutung von Eiden in der heutigen Staats- und Gerichtspraxis nicht wirklich darauf zurückzuführen ist, daß die Gottesverehrung zugenommen hat,
    2. daß wenigstens primär nicht der formelle Eid in einer wichtigen Sache, sondern Floskeln wie „bei Gott“ und „ischwör“ usw. gemeint sind, die in der Tat ausnahmslos verboten sind – wenn Eid, dann wichtig.

    Weswegen Augustinus nach Thomas von Aquin sogar sagt, man soll mündlich nicht schwören, höchstens beim Schreiben (oder, wir ergänzen, mit derselben Feierlichkeit wie etwas geschriebenes). Vgl.: Sth. II/II 89. 2.

    Zu 2:

    Die von Dir lobenswerterweise angeführten Bibelstellen belegen, daß weder das Wort „Vater“ verboten noch seine strikte Beschränkung auf leibliche Väter verlangt ist (analog „Lehrer“, „Meister“).

    Eine Kritik an titularischen Eitelkeiten sehe ich allerdings ebenfalls nicht: wenn Christus das auch als Aufhänger nimmt, gäbe dieses kleinere Problem doch eine derart scharfe Mahnung: „Ihr sollt euch nicht Väter nennen“ – was ja, wenn es auch nicht *wörtlich* zu nehmen ist, doch im *gemeinten* Sinn absolut dasteht – nicht her.

    Gemeint ist meiner Ansicht nach, man soll sich strikt hüten, bei irgendjemandem außer Gott und Christus zu Vater, Lehrer, Meister gedanklich ein „schlechthin“ hinzuzufügen.

    Man darf also den Papst „Heiliger Vater“ und sogar noch besser (wie auf Latein üblich) „heiligster Vater“ nennen, der Superlativ wirkt in diesem Fall abmildernd; aber Den Vater darf man ihn nicht nennen. Die Karthäuser dürfen von ihrem Oberhaupt als von dem Ehrwürdigen Vater sprechen; von Dem Vater dürfen sie nicht sprechen. Und so.

    Kritisch wird’s also nicht, wenn man „Herr Pater“ oder „Herr Oberlehrer“ sagt, wohl aber unter Umständen, wenn man von einem „Guru“ spricht.

    Zu 3:

    Es wäre freilich interessant, ob es den can. 980, wo schlicht drinsteht, wie die Kirche ihre Vergebungsgewalt heute pflichtmäßig ausübt, vor 1983 schon gab. Ich weiß das jetzt nicht. Richtig ist allerdings, daß die Kirche in ihrer Frühzeit z. B. Mördern nicht vergab.

    Zu 4:

    Weitere Überlegung: von Dämonen bekannt zu werden, ist nicht unbedingt vertrauenserweckend. Was die Leute betrifft, könnte ich mir übrigens auch vorstellen, daß der Herrgott mit einem gewissen Schmunzeln beschlossen hat, den vorausgesehenen Ungehorsam für eine nicht allzu schwere Sünde zu nehmen, und sich sicher war, daß sich das ganze so akk’rat ganz besonders gut verbreiten würde (Gott steht ja das Vorrecht zu, aus den Effekten der Sünde anderer Nutzen zu ziehen).

    „What happened in the dungeons, Harry, is a complete secret, so naturally the whole school knows.“

    Zu 5:

    Allerdings fällt eben schon auf, daß rein-wörtlich das Verstoßen unter Umständen erlaubt, das Heiraten einer derart verstoßenen Frau (oder vice versa) aber an anderer Stelle ausnahmslos verboten ist, was dann in den Paulusbriefen explizit so drinsteht.

    Angesichts der Tatsache, daß die Kirche das *genau so* praktiziert, ist das mindestens hochinteressant. Es muß nach alles immer so gemeint sein, wie es dem heutigen Leser vorkommt (der aus „sich scheiden ist erlaubt“ eben gleich auch die Wiederverheiratung folgert) und auch nicht unbedingt so, wie es *tatsächlich* damals verstanden worden ist: was aus dem, was wörtlich dasteht, in der kirchlichen Auslegung gemacht worden ist, spielt auch eine Rolle.

    Übrigens sagt meines Wissens Thomas von Aquin (hab jetzt nicht nachgeschaut) hochrealistisch zu dem Thema: Wenn wegen Ehebruchs Scheidung mit Neuverheiratung möglich ist, dann ist sie *immer* möglich, dann wäre es aber sinnlos gewesen, ein scharfes Gebot dagegen zu erlassen, ergo, usw.

    Zu 6:

    Interessante Überlegungen.

    Zu 7:

    Es sei noch angemerkt, daß die Bibel ausdrücklich eine „Maria, die Frau des Klopas“ die „Schwester der Mutter“ Christi nennt (die Stelle kann man sinnvoll und entsprechend der Ausdrucksweise des Evangelisten nicht anders, also nicht als zwei verschiedene Personen, lesen). Es dürfte damals unter Juden recht unüblich gewesen sein, zwei leibliche Schwestern beide Maria zu rufen.

    Zu 8:

    Danke für die Überlegungen zum Griechischen; nach Deinen Ausführungen scheint mir klar, daß man „hintanstellen“ oder vielleicht „geringachten“ übersetzen müßte, was natürlich völlig unstrittig ist, und „verzichten“ lediglich eine Falschübersetzung der Einheitsübersetzer ist.

    Ist halt das Problem – möchte man meinen – wenn man mit Protestanten zusammen übersetzt, die anders als wir ja nicht davon ausgehen, daß die Anweisungen unseres Heilandes (cum glossa, aber immerhin) *zu erfüllen* und eben nicht als unerreichbares Ideal hinzustellen sind.

    So, und jetzt muß ich mein Protestantenbashing schleunigst widerrufen, bei Luther-2017 steht nämlich „wer sich nicht lossagt“, was man sehr wohl geistig verstehen kann. Aber wie immer: echter Protestantismus ist halt weniger protestantisch als protestantisierende Attitüde von Katholiken.

    Liken

    1. Zu 3: Ich müsste das noch mal nachschauen, aber war es nicht so, dass die Kirche Mördern (und Apostaten und so) sehr wohl vergab (oder zumindest in der Todesstunde die Lossprechung erteilte?), aber einige einflussreiche Häretiker schon zu früher Zeit dagegen waren, weshalb das Thema lange umstritten war?

      Liken

      1. Ich habe die Quellen nicht studiert, aber Msgr Knox schreibt in Enthousiasm sinngemäß, daß Tertullian, als er Montanist wurde, die Kirche scharf dafür angriff, daß sie von Unzucht (wohl gemeint: vollendeter) und Ehebruch absolvierte. Dabei sah er ein, daß sie die Möglichkeit dazu hat: „I could forgive, but I am not going to do so“, sage er offen; die neue Prophetie (Montanus etc.) habe dabei eben eine neue Regel eingeführt. Und zwar deswegen um die Leute durch diese Schockwirkung vom Sündigen abzuhalten (oder weil jeder Sektierer sich irgendwie moralisch besonders herausstellen muss).

        Und jetzt kommts: ein Argument von Tertullian ist in dem Zusammenhang: wenn die Kirche den Unzüchtigen die Vergebung gewähre, was hindere sie dann daran, *auch dem Mörder* noch zu vergeben?

        Kommentar Msgr. Knox: „Did he foresee that Christians of a later generation would answer, what indeed?“

        Ich verstehe das so, und Msgr. Knox sagt es glaube ich auch, daß damals vom Mord nicht absolviert wurde (sondern der Mörder auf die Barmherzigkeit Gottes, allerdings ohne jede sakramentale oder wohl auch anderweitige Unterstützung der Kirche, verwiesen wurde).

        [Die Geschichte mit den Apostaten: wie man das zu Tertullians Zeiten handhabte, weiß ich nicht, der Donatistenstreit, der später ausbrach, ging allerdings nicht um ihre Vergebung im eigentlichen Sinn, sondern um ihre Amtsfähigkeit.]

        Liken

      2. Ach die meintest Du… ja, stimmt. Da gab es einen Streit, der auch darum ging, aber letztlich „nur“ ein Schisma blieb.

        Liken

    2. Zu 4: Was die Dämonen angeht, da habe ich übrigens heute zufällig noch zwei aus der Catena Aurea stammende Kirchenväterzitate gelesen:

      „Die Wahrheit aber wollte kein Zeugnis von unreinen Geistern. Darin wird uns die heilsame Lehre gegeben, dass wir den Dämonen nicht glauben sollen, selbst wenn sie einiges Wahre verkünden.“ (Johannes Chrysostomus)

      „Er ließ deswegen nicht zu, dass die Dämonen redeten, um uns zu lehren, dass wir ihnen nicht glauben dürfen, selbst wenn sie die Wahrheit sagen sollten. Finden sie nämlich Menschen, die ihnen Glauben schenken, dann mischen sie Lügen unter die Wahrheit.“ (Theophylactus)

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.