Schlechte Fanfiction gibt’s auch zur Heiligen Schrift, Teil 1: Tamar

Man soll ja nicht immer nur die anderen kritisieren, sondern auch mal die Fehler der eigenen Seite anschauen. Also dachte ich mir, nach einer ausführlichen genervten Rezension zu einem feministisch-antichristlichen Roman könnte ich mich auch mal über einen christlich-antifeministischen lustig machen.

Ach, wem will ich hier was vormachen. Die Autorin besagten Romans ist evangelikal, und wer mich kennt, weiß, dass die Evangelikalen zu meinen Lieblingsgegnern zählen. (Nach Luther und Calvin.)

Wie auch immer, ich dachte, es könnte Spaß machen und vielleicht auch ein paar Leser interessieren, mal anzuschauen, wie ein schlechter christlicher (evangelikaler) Roman ausschauen kann. Es ist ja unter der neueren christlichen Literatur, die es so auf dem Markt gibt, gar nicht mal so wenig schlechtes Zeug dabei; Autoren in diesem Genre scheinen nicht selten entweder zu meinen, dass a) man das mit einem christlichen Publikum ja machen könne, weil das eh nicht viel Auswahl an weltanschaulich passender Unterhaltung hat und eh alles kaufen wird, was angeboten wird, oder b) es vor allem auf die transportierte Botschaft ankomme und man lieber darauf schauen anstatt an der künstlerischen Qualität arbeiten müsse.* Ausgesucht habe ich mir dafür „Saat des Segens“ von Francine Rivers: ein Sammelband aus fünf Romanen, in denen es jeweils um eine der Frauen geht, die in Jesu Stammbaum im Matthäusevangelium auftauchen – Tamar, Rahab, Ruth, Batseba, und natürlich seine Mutter Maria. Mrs. Rivers ist in amerikanischen christlichen Kreisen ziemlich bekannt; vor ihrer Bekehrung 1986 schrieb sie Liebesromane, und danach machte sie mit Liebesromanen auf Christlich weiter, von denen die meisten auch ins Deutsche übersetzt worden sind. Auf ihrer Webseite schreibt sie über ihre Ambitionen:

“Ich sehne mich danach, dass der Herr meine Geschichten benutzt, damit die Leute nach Seinem Wort, der Bibel, dürsten. Ich hoffe, dass das Lesen meiner Geschichten in dir einen Hunger auf das gelesene Wort [vielleicht ein Tippfehler auf der Webseite; statt „read Word“ könnte auch „real Word“ gemeint sein], Jesus Christus, das Brot des Lebens, erweckt. Ich bete, dass du meine Bücher beendest und dann die Bibel mit einer neuen Begeisterung und Vorfreude auf eine wirkliche Begegnung mit dem Herrn selbst aufschlägst. Mögest du die Schrift aus purer Freude, in Gottes Gegenwart zu sein, erforschen.

Geliebter, ergib dich mit ganzem Herzen Jesus Christus, der dich liebt. Wenn du aus dem tiefen Brunnen der Schrift trinkst, wird der Herr dich beleben und reinigen, dich formen und dich neu schaffen durch Sein Lebendes Wort. Denn die Bibel ist der wahrhafte Odem Gottes, der ewiges Leben denen gibt, die ihn suchen.“

Ich habe einen ihrer Romane mit dem Titel „Redeeming Love“, eine Nacherzählung der Geschichte des Propheten Hoesea, vor einigen Jahren im englischen Original gelesen und mochte ihn damals irgendwie, auch wenn mir ein Detail schon problematisch vorkam**; wieder daran erinnert habe ich mich, als ich vor einiger Zeit auf feministischen Blogs auf (nicht mal völlig zu Unrecht) sehr kritische Rezensionen gestoßen bin. „Saat des Segens“ habe ich mir dann vor kurzem bestellt, weil das Thema der Romane sehr interessant klang – und ich irgendwie gespannt war, was man bei einer evangelikalen Autorin, die über die allerseligste Jungfrau schreibt, wohl bekommen würde (ich verrate schon mal: es wird schlimmer als befürchtet). Und, wie gesagt, in der Hoffnung auf Stoff für den Blog.

Nacherzählungen biblischer Geschichten sind an sich ja etwas sehr Spannendes. Und sie sind schwierig hinzubekommen – weil man irgendwie Gott als handelnde Person hineinbringen muss; weil man dem Bibeltext treu bleiben will, aber es sich auch komisch anhört, wenn man einfach wörtlich abschreibt; weil man, wenn es um die frühen Bücher des Alten Testaments geht, so wenig über die Zeit weiß; weil man Menschen aus einer anderen Epoche der Offenbarungsgeschichte nicht einfach das eigene heutige Glaubensverständnis unterstellen darf. Spoiler: Francine Rivers bekommt diese Aufgabe nicht hin.

Wie gesagt, der Zusammenhang zwischen den fünf Büchern besteht darin, dass nur genau diese fünf Frauen in Jesu Stammbaum bei Matthäus auftauchen: „Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar. Perez zeugte den Hezron, Hezron zeugte den Aram, Aram zeugte den Amminadab, Amminadab zeugte den Nachschon, Nachschon zeugte den Salmon. Salmon zeugte den Boas mit der Rahab. Boas zeugte den Obed mit der Rut. Obed zeugte den Isai, Isai zeugte David, den König. David zeugte den Salomo mit der Frau des Urija. (…) Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird.“ (Mt 1,3-6.16) Auf Englisch sind die Bücher unter dem Titel „Lineage of Grace“ (etwa: Abstammungslinie der Gnade) erschienen.

Tamars Geschichte findet sich in der Bibel in Genesis 38. In meinem Sammelband ist dieses Buch überschrieben mit „Tamar – Der Gott, der mich segnet“; als Einzelband ist es unter dem Titel „Unveiled – Tamar“ bzw. auf Deutsch „Frau der Hoffnung – Tamar“ erschienen. Die biblische Erzählung ist relativ knapp, Mrs. Rivers hat hier also Gelegenheit, die Details relativ frei auszugestalten. (Bitte die Bibelgeschichten selber noch mal nachlesen, wenn man sie noch nicht kennt.)

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(Tammar, Dr. Lidia Kozenitzky.)

Das Buch beginnt, als die vierzehnjährige Tamar sieht, wie Juda sich mit einem mit Geschenken beladenen Esel ihrem Vaterhaus nähert. (Ihr Vater ist ein wohlhabender kanaanitischer Bauer.) Sie gerät in Panik, weil sie schon befürchtet, dass Juda sie als Braut für seinen ältesten Sohn Er bekommen möchte, von dem sie viel Schlechtes gehört hat – und so geschieht es auch. Tamar wird geholt und ihre Mutter und Schwestern schmücken sie, damit sie sich gut vor Juda präsentiert. Ihre Mutter predigt ihr noch, dass so nun mal der Lauf der Welt sei und sie sich einer Heirat fügen müsse, falls Juda sich mit ihrem Vater einig werden sollte. „Sie packte Tamars Schulter. ‚Sei eine gute Tochter und gehorche ohne Widerworte. Werde eine gute Ehefrau, die viele Söhne bekommt. Tu das, und du wirst Ehre ernten und wenn du Glück hast, wird dein Mann dich lieben. Und auch wenn keine Liebe zwischen euch wächst, wird deine Zukunft doch in den Händen deiner Söhne sicher sein; wenn du alt bist, werden sie für dich sorgen, so wie deine Brüder für mich sorgen werden. Die einzige Befriedigung, die eine Frau in dieser Welt bekommen kann, ist viele Söhne zu bekommen und die Familie ihres Mannes aufzubauen.’“ (S. 17) Tamar nimmt sich, wie das rechtliche Buch zeigt, diese Ermahnung zu Herzen.

Tamars Vater Zimran hat seine eigenen Gründe, seine Tochter mit Judas Sohn verheiraten zu wollen; er fühlt sich von den Hebräern bedroht, auch wenn Juda seine Leute verlassen, eine kanaanitische Frau geheiratet und sich unter Kanaanitern niedergelassen hat. Die Kanaaniter erinnern sich noch gut daran, wie Juda und seine Brüder Jahre vorher die Sichemiter überlistet und niedergemetzelt haben als Rache für die Vergewaltigung ihrer Schwester durch den Sohn des Stadtfürsten von Sichem (vgl. Gen 34). Zimran will also mit einer Heirat den Frieden zwischen seiner Sippe und der Judas sichern.

Die Geschichte wird nicht nur aus Tamars Sicht erzählt, sondern immer wieder auch aus der Judas. So auch gleich hier am Anfang. Man erfährt seine Motive, eine Braut für seinen Ältesten zu suchen:

„Ihre Augen waren dunkel, aber nicht hart, ihre Haut rein und leuchtend. Ein solches Mädchen konnte vielleicht das verbogene Herz seines Sohnes anrühren und ihn von seinen krummen Wegen abbringen. Ob sie wohl den Mut hatte, den es brauchte, um Ers Respekt zu gewinnen? (…) Sie würde stark und widerstandsfähig sein müssen.

Juda wusste, dass er selbst sein Maß Schuld daran trug, dass sein Sohn so missraten war. Er hätte seiner Frau nie freie Hand bei der Erziehung seiner Söhne geben dürfen. Er hatte gedacht, dass völlige Freiheit sie glücklich und stark machen würde. Und sie waren auch glücklich – solange alles nach ihrem Willen ging. Und stark genug, ihre Fäuste zu benutzen, wenn es nicht danach ging. Sie waren stolz und arrogant und kannten keine Grenzen. Hätte er nur öfter die Rute benutzt!“ (S. 21)

Also, kurz gesagt, Juda hatte Pech mit seinen Söhnen und seinen gewissermaßen „antiautoritären“ Erziehungsmethoden (die übrigens etwas aus der Zeit gefallen wirken), konnte sich nie durchsetzen und will jetzt die Verantwortung für seine Fehler auf ein vierzehnjähriges Mädchen abschieben. Er reflektiert an dieser Stelle auch die Fehler bei der Wahl seiner Frau:

„Es war die pure Lust gewesen, die ihn dazu gebracht hatte, die Mutter des Jungen zu heiraten. Schönheit war ein Fallstrick für einen Mann, und ungezügelte Leidenschaft verbrannte den Verstand. Der Charakter einer Frau war das Wichtigste. Juda wusste, dass er besser daran getan hätte, der Sitte zu folgen und seinen Vater die Frau für ihn aussuchen zu lassen. Jetzt zahlte er bitter für seine Eile und Starrsinnigkeit damals.“ (S. 24)

Ah… ja. Wir sollten hier nicht vergessen, dass die Autorin ihr Buch nicht nur als Geschichte, sondern – s. o. – vor allem als Predigt schreibt. Es gibt da ja durchaus so Tendenzen in gewissen amerikanischen „fundamentalistischen“ Kreisen, arrangierte Ehen zu verherrlichen und selber „parent-led courtship“ (d. h. Kennenlernen unter den Augen der Eltern, Heirat nur mit deren Zustimmung) zu praktizieren. Der Witz ist natürlich, dass Juda die Frau für seinen Sohn auch nur aufgrund eines sehr oberflächlichen Eindrucks auswählt und kaum Worte mit ihr wechselt.

„Es reichte nicht, dass eine Frau die Leidenschaft ihres Mannes anfachte. Sie musste auch stark sein, aber gleichzeitig bereit, sich zu fügen. Eine störrische Frau war ein Fluch für einen Mann.“ (S. 24.)

Okay… ist wohl mehr oder weniger Standardpredigt bei konservativen Protestanten.

Ansonsten erfährt man in diesem Kapitel auch noch, wie sehr Juda von der Erinnerung an das geplagt wird, was er und seine Brüder einst seinem jüngeren Bruder Joseph angetan haben – wie sie ihn nach Ägypten verkauft und ihrem Vater weisgemacht haben, er sei tot.

Aber weiter im Text. Juda und Zimran werden sich einig, Juda lässt die Brautgeschenke da, und Tamar muss ihn gleich zurück zu sich nach Hause begleiten. Eine Dienerin, ihre frühere Amme Aksa, kommt mit ihr. Als sie ankommen – Juda lebt hier interessanterweise in einem Steinhaus, nicht in Zelten –, ist Er mit seinen Freunden unterwegs und Judas Frau Batsuba reagiert abschätzig und wenig einladend auf ihre neue Schwiegertochter. Tamar versucht zunächst noch, sich selbst Mut zu machen: „Während sie so dasaß und wartete, befahl sie sich selbst, all das Schlimme zu vergessen, das sie über Er gehört hatte. Vielleicht hatten die Menschen, die so schlecht über ihn sprachen, unlautere Motive gehabt. Nein, sie würde ihn so achten, wie es einem Ehemann gebührte; und auf seine Wünsche eingehen. Wenn der Gott von Ers Vater gnädig auf sie herabsah, würde sie Er Söhne schenken, und dies schon bald, und sie würde sie zu starken, ehrlichen Männern erziehen, die treu und verlässlich waren. Ja, falls Er dies wünschte, würde sie sogar den Gott Judas anbeten und ihre Söhne dazu erziehen, ihn zu ehren und nicht die Götter ihres Vaters. Aber ihr Herz zitterte, und mit jeder Stunde wuchs ihre Angst.“ (S. 29) Als ihr Bräutigam schließlich, betrunken und zusammen mit seinen betrunkenen Freunden, wiederkommt, heißt auch er sie nicht gerade herzlich willkommen.

„Es lag Stolz in der Art, wie er seinen Kopf hielt, Grausamkeit im Schwung seines Mundes, Gleichgültigkeit in seinen Gesten. Er ergriff nicht ihre Hand.

‚Ist das also die Frau, die du für mich ausgesucht hast, Vater.’

Sein Tonfall ließ Tamar frösteln.“ (S. 29f.)

Ich finde es ja etwas nervig, wenn man den Bösen immer gleich ansieht, dass sie die Bösen sind. So einfach ist das im realen Leben ja nicht.

Er jedenfalls behandelt Tamar in den folgenden Monaten grausam, lässt seine Wut an ihr aus, schlägt sie, und ist nie mit ihr zufrieden. Außerdem ist er faul und nicht für die Arbeit bei Judas Herden zu gebrauchen. Tamar hat es auch sonst nicht einfach: Ihre Schwiegermutter hat es besonders auf sie abgesehen. Ständig herrscht Unfriede zwischen Er und Onan oder zwischen den Söhnen und ihrer Mutter. Juda schreitet nicht ein und flieht zu seinen Schafen und Ziegen, wenn er nur kann. Auch der schlechte Einfluss von Ers und Onans Freunden wird immer wieder ausgebreitet; auch das natürlich als Mahnung für die Mütter von Söhnen im Teenageralter, die das Buch lesen könnten.

Tamar sehnt sich danach, endlich schwanger zu werden: „Sie sehnte sich mehr nach einem Kind als alle anderen, mehr auch als ihr Mann, dessen Wunsch nach einem Sohn nur eine Erweiterung seines Stolzes war als ein echtes Bedürfnis, eine Familie zu gründen. Mit einem Sohn würde Tamar endlich etwas gelten in diesem Haus – und sie würde sich nicht mehr so grenzenlos einsam fühlen.“ (S. 35)

Mehr oder weniger als Ursache allen Übels stellt die Autorin Batsuba dar: „War Batsuba wirklich blind für das, was sie in diesem Haus anrichtete? Dauernd brachte sie den Sohn gegen den Vater und Bruder gegen Bruder auf. Über alles und jedes stritt sie mit Juda, und das vor ihren Söhnen, wie um ihnen zu demonstrieren, wie sie es sich möglichst mit allen verdarb und das Schlechteste für die Familie tat. Kein Wunder, dass ihre Schwiegermutter unglücklich war. Und der Rest des Hauses mit ihr.“  (S. 37) Also, meine Damen, streitet euch nicht vor den Kindern mit euren Männern! (An sich ja kein schlechter Ratschlag. Mrs. Rivers ist halt nur sehr überdeutlich mit ihren Predigten.) Tamar währenddessen versucht, gehorsam zu sein und sich einzufügen. Auch in religiösen Dingen wird sie als Gegenbild zu Batsuba präsentiert. Batsuba verlässt sich auf die kanaanitischen Götterbilder, während Tamar irgendwie fasziniert von Judas Gott ist, der vor wenigen Generationen die beiden Städte Sodom und Gomorra zerstört haben soll. Ihr Schwiegervater allerdings spricht nicht viel über diesen Gott. Das Problem hier ist, dass Mrs. Rivers den religiösen Konflikt sehr vereinfacht und teilweise falsch darstellt.

Als Batsuba sich darüber beschwert, dass ihr Mann immer, nachdem er seinen alten Vater besucht habe, tagelang vor sich hinbrüte, sich betränke und davon spräche, dass die Hand Gottes auf ihm läge, entwickelt sich ein Streitgespräch zwischen ihr und Tamar:

„Batsuba erhob sich und begann, hin- und herzulaufen. ‚Wie kann der Mann nur so blöd sein und an einen Gott glauben, den es gar nicht gibt?’

‚Vielleicht gibt es ihn doch.’

Batsuba warf ihr einen finsteren Blick zu. ‚Und wo ist er dann, bitte sehr? Hat dieser Gott einen Tempel, in dem er wohnt, und Priester, die ihm dienen? Er hat noch nicht einmal ein Zelt!’ Sie trat an ihren Schrein. ‚Das hier – das sind richtige Götter!’ Sie ließ die Finger über eine der Statuen gleiten. ‚Man kann sie sehen und anfassen. Diese Götter hier, die kanaanitischen, machen unser Land und unsere Frauen fruchtbar.’ Ihre Augen glitzerten kalt. ‚Wenn du mehr Ehrfurcht vor ihnen hättest, wäre dein Bauch vielleicht nicht mehr so flach!’

Tamar spürte den Stich, aber diesmal ließ sie ihn nicht tief eindringen. ‚Hat Judas Gott nicht Sodom und Gomorra zerstört?’

Batsuba lachte spöttisch auf. ‚Ja, so heißt es, aber ich glaube das nicht.’ Sie funkelte Tamar an. ‚Würdest du deine Söhne vor einem Gott knien lassen, der ganze Städte auslöscht?’

‚Wenn Juda es will.’“ (S. 37f.)

In diesem Gespräch sagt Batsuba auch noch: „Die Götter haben mich mit drei guten Söhnen gesegnet, und ich habe sie in der wahren Religion erzogen, wie jede gute Mutter es tun würde.“ (S. 39)

Tamar gibt den Versuch, mit ihrer Schwiegermutter zu streiten, schließlich auf, macht sich aber noch ihre eigenen Gedanken. Sie denkt mit Mitleid an ihre ältere Schwester, die als Tempelprostituierte in den Baalstempel in Timna gegeben wurde. „Diese Götter und der Glaube an sie machten einfach keinen Sinn. Ihre halbherzigen Versuche, sie zu verehren, erfüllten sie nur mit einer eigenartigen Mischung aus Widerwillen und Scham.“ (S. 39) Und: „Wenn die Götter der Kanaaniter so mächtig waren, warum hatten sie dann die Menschen von Sodom und Gomorra nicht beschützt? Ein Dutzend Götter musste doch wohl stärker sein als einer – wenn es denn Götter waren. Nein, sie waren nichts als Steine, Holzstücke und Tonklumpen, die Menschenhände bearbeitet hatten!“ (S. 40)

So. Jetzt erst mal stop. Von vorn:

Die Heiden unterschieden nicht zwischen „wahren“ und falschen Göttern, sondern zwischen ihren Göttern und denen anderer Völker/Städte/Sippen/Zuständigkeitsbereiche. Ihre Götter waren mehr so etwas wie bei uns Christen die Schutzengel und die Dämonen. Die Unterscheidung zwischen wahren und falschen Göttern kam erst durch den Glauben Israels auf; der Ägyptologe Jan Assmann hat sie die „Mosaische Unterscheidung“ genannt. Judas kanaanitische Frau hätte nicht von den „wahren“ Göttern gesprochen.

Dementsprechend war das Problem, wenn die Israeliten sich mit Heiden vermischten und heidnische Götter verehrten, auch nicht, dass sie dann Jahwe für einen falschen Gott gehalten und ganz aufgehört hätten, Ihn zu verehren. Ne; sie wollten nur auf Nummer sicher gehen und andere Götter auch noch verehren; sie hatten nicht andere Götter statt Ihm, sondern neben Ihm. Dagegen richtet sich das Erste Gebot. Aus dem späteren Israel sind Inschriften erhalten, in denen von „Jahwe und seiner Aschera“ die Rede ist (Aschera war eine kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin, die auch in dem Gespräch zwischen Batsuba und Tamar erwähnt wird); hier war das Problem gerade das: Jahwe wurden Götter an die Seite gestellt. (Diese Inschriften sind Jahrhunderte bis ein Jahrtausend jünger als die Zeit, in der diese Geschichte spielt, aber für die Zeit, als Gott gerade erst begonnen hatte, sich den Patriarchen zu offenbaren, gilt das Gesagte ja noch erst recht.)

Es wirkt außerdem unglaubwürdig, dass Tamar sich schon so für den Gott ihres Schwiegervaters interessiert, obwohl sie eigentlich nichts über Ihn weiß – außer, dass Er zwei Städte zerstört hat. Sie scheint noch nicht einmal genau zu wissen, ob Er denn dafür einen gerechten Anlass hatte. Umgekehrt wirkt es nicht sehr glaubwürdig, dass Batsuba fragt: „Würdest du deine Söhne vor einem Gott knien lassen, der ganze Städte auslöscht?“ Die Kanaaniter gingen nicht davon aus, dass die Götter vollkommen gut seien. Für die Heiden machte es Sinn, gerade den Göttern Opfer zukommen zu lassen, von denen man befürchtete, dass sie nicht besonders gut waren, sondern launenhaft und gefährlich. Wesentlich realistischer wäre es gewesen, wenn Batsuba Jahwe vorsichtshalber zusammen mit ihren anderen Göttern verehrt hätte (und sich dabei vielleicht auch ein fassbares Götterbild für Ihn gemacht hätte), um nicht seinen Zorn zu erregen. Batsuba steht hier für moderne Ungläubige, die fragen: Wollt ihr echt an einen Gott glauben, der Städte zerstört und Kinder umgebracht haben soll? Aber das fragen die ja nur, weil Juden und Christen seit Jahrtausenden darauf bestehen, dass Gott vollkommen gut und gerecht ist. Und so macht es zwar auch Sinn, dass Tamar rituellen Geschlechtsverkehr im Tempel abstoßend findet, aber keinen Sinn, dass sie daraus schließt, Baal und Aschera könnte es vielleicht gar nicht geben.

Es wird noch „besser“:

„Vielleicht gab es überhaupt keinen wahren Gott.

Aber auch gegen diesen Gedanken rebellierte ihr Herz. Die ganze Welt um sie herum – der Himmel, die Erde, der Wind und der Regen – sagte ihr, dass da etwas sein musste. Vielleicht war der hebräische Gott dieses Etwas. Ein Schild gegen Feinde. Eine Zuflucht im Sturm. Eine sichere Burg… Wie sie sich danach sehnte, einen solchen Gott zu kennen.“ (S. 40)

Das sind fast wörtliche Psalmenzitate. Gleich fängt sie noch an, Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“ zu singen.

Wenig später findet Tamar dann auch eine Gelegenheit, Juda über seinen Gott auszufragen.

„‚Und wo ist er?’

‚Wo er will. Überall.’ Juda zuckte die Achseln. ‚Ich kann dir nicht erklären, was ich selbst nicht verstehe.’ Seine Brauen zogen sich zusammen, als blickte er in eine weite Ferne. ‚Manchmal will ich nicht wissen…’

(…)

‚Und hat er je mit dir geredet?’

‚Nein, und ich hoffe, er wird es nie tun.’

‚Warum?’

‚Weil ich weiß, was er sagen würde.’ Juda seufzte schwer und warf das Brot auf das Tablett.

‚Jeder Gott verlangt Opfer. Welches Opfer verlangt deiner?’

‚Gehorsam.’ Er winkte ungeduldig mit der Hand. ‚Aber jetzt hast du genug gefragt. Gönn mir etwas Ruhe!’“ (S. 44f.)

Mrs. Rivers scheint davon auszugehen, die Kanaaniter hätten gemeint, die Götter würden nur in den Götterstatuen wohnen und seien nicht auch um sie herum (z. B. im Wind, in der Erde) präsent; so einfach war es dann doch nicht. Bei der Sache mit den Opfern spielt sie wohl auf Stellen wie 1 Sam 15,22 („Samuel aber sagte: Hat der HERR an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des HERRN? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern.“) oder Hos 6,6 („Denn an Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern, an Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.“) an; aber so ganz passt das irgendwie auch nicht. Erstens sind das spätere Stellen, und zweitens gab es ja trotzdem Opfer bei den Israeliten. Abraham, Isaak und Jakob errichteten Gott immer wieder Altäre und brachten auch Schlachtopfer dar; z. B. heißt es in der Bibel nur drei Kapitel weiter vorn: „Gott sprach zu Jakob: Steh auf, zieh nach Bet-El hinauf und lass dich dort nieder! Errichte dort einen Altar dem Gott, der dir auf der Flucht vor deinem Bruder Esau erschienen ist!“ (Gen 35,1) Wobei man „Gott will vor allem Gehorsam“ evtl. auch aus der Geschichte mit der Beinahe-Opferung Isaaks herauslesen könnte; oder vielleicht bezieht die Autorin sich auch auf den Bundesschluss mit Abraham in Gen 17: „Geh vor mir und sei untadelig!“ (Gen 17,1) (wo allerdings auch die Beschneidung befohlen wird).

Wieder geht es weiter mit Juda und seinen Gewissensbissen:

„Manchmal dachte er an die alten Tage mit seinen kanaanitischen Gefährten zurück. Hira, sein Freund aus Adullam, hatte die passende Lebensphilosophie parat gehabt. ‚Iss, mein Bruder, trink, und freu dich des Lebens! Und wenn die Leidenschaft brennt, dann fach die Flamme noch an.’“ (S. 47) Diese Stelle erinnert mich stark an verschiedene biblische Beschreibungen der „Frevler“, aber mir fällt gerade keine genaue Stelle ein.

„Was Juda auch tat, sein Leben stank nach kalter Asche. Er konnte den Folgen seiner Taten nicht entfliehen. Es war zu spät, um seinen Bruder zu suchen und zu retten, zu spät, ihn vor einem Leben zu bewahren, das schlimmer war als der Tod, zu spät, die Sünde ungeschehen zu machen, die Judas eigenes Leben vergiftete. Die Sünde, die er begangen hatte, war so scheußlich, so unvergebbar, dass er mit ihrer Schwärze auf seiner Seele in den Scheol hinabfahren würde.“ (S. 47f.)

Was für ein Käse. Der Glaube an eine Auferstehung der toten Gerechten kam erst deutlich später auf – das findet sich vielleicht in Büchern aus der hellenistischen Zeit wie den Makkabäerbüchern (die die Protestanten übrigens aus der Bibel geworfen haben). In den frühen Büchern des AT ist der Scheol, eine dunkle Unterwelt wie der Hades, aber nicht unbedingt ein Ort der Qualen, der Aufenthaltsort für alle Toten. Die alttestamentlichen Hebräer hatten noch keine Offenbarung über ein Gericht nach dem Tod, sondern glaubten nur daran, dass Gott im Diesseits lohnen und strafen würde.

Schließlich ordnet Juda an, ein Festmahl vorzubereiten, bei dem er mit seinen Söhnen über ihre Zukunft sprechen will. Als die Familie bei Tisch sitzt, verkündet er, dass er noch nicht entschieden habe, wer sein Erbe sein werde.

„‚Ich bin dein Erbe’ presste Er hervor. ‚Ich bin der Erstgeborene!’

Juda sah ihn ruhig an, seine Augen kühl. ‚Wer mein Erbe wird, bestimme ich. Wenn ich will, kann ich auch alles einem Diener vermachen.’

‚Wie kannst du auch nur an so etwas denken?’ kreischte Batsuba.

Juda ignorierte sie. Seine Augen waren weiter auf seinen Ältesten geheftet. ‚Die Schafe leiden unter dir, statt zu gedeihen. Und deine Frau ebenso.’“ (S. 51)

Er ist ganz und gar nicht erfreut, stößt offene Drohungen aus („Onan ist besser mit den Schafen, schön, aber ich bin besser mit dem Schwert!“, S. 52), und ruft schließlich die Götter Kanaans an, ihm zu helfen: „Ich gelobe hiermit, dass ich meine erste Tochter dem Tempel in Timna opfern werde und meinen ersten Sohn dem Feuer des Moloch!“ (Ebd.) Tamar ist entsetzt über diesen Schwur, und schreit „Nein!“ aber… im selben Moment erleidet Er einen urplötzlichen Herzanfall oder etwas in der Art und ist nach wenigen Augenblicken tot. Ein Problem gelöst, gewissermaßen.

Ach ja, zur Erinnerung, die ganze bisherige Handlung (abgesehen von der Vorgeschichte von Judas Familie) umfassen in der Bibel nur zwei Verse: „Juda nahm für seinen Erstgeborenen Er eine Frau namens Tamar. Aber Er, der Erstgeborene Judas, missfiel dem HERRN und so ließ ihn der HERR sterben.“ (Gen 38,7f.) Jetzt kann es dann langsam mit dem zentralen Konflikt der biblischen Geschichte losgehen: Tamar (die übrigens sehr beeindruckt durch den mutmaßlichen Machterweis des Hebräer-Gottes an ihrem Mann ist) steht als kinderlose Witwe nicht besonders gut da, aber damals gab es ja den Brauch der Schwagerehe, auch Leviratsehe genannt: Ein Bruder – oder evtl. ein anderweitiger Verwandter des Verstorbenen, s. das Buch Ruth – konnte dessen Witwe heiraten; der erste Sohn aus dieser Verbindung galt dann rechtlich als Sohn des Verstorbenen, damit dessen Name weiterlebte. Im nächsten Kapitel wird deutlich, dass Tamar hofft, dass Juda ihr nach der Trauerzeit seinen zweiten Sohn Onan zum Mann geben wird; und das tut Juda letztlich auch, obwohl seine Frau überzeugt ist, Tamar hätte einen bösen Zauber auf Er gelegt und wäre die Schuldige an dessen Tod.

Onan unterscheidet sich etwas von seinem Bruder, hat aber im Großen und Ganzen auch keinen besseren Charakter. Er ist klüger und ehrgeiziger, als Er es gewesen ist, und war immer neidisch auf seinen älteren Bruder – und auch begierig nach dessen Frau. Aber er will seinem Bruder ganz sicher keinen Nachkommen verschaffen, der dann dessen Erbteil bekommen würde, und greift daher in der Hochzeitsnacht auf eine Verhütungsmethode zurück, die damals schon zur Verfügung stand, nämlich den coitus interruptus. Mrs. Rivers setzt in ihrer Erzählung bei dem Streit zwischen Tamar und Onan hinterher ein:

„Sie hatte gewusst, dass er von der gierigen Sorte war, aber diese schreiende Ungerechtigkeit hatte sie nicht erwartet. ‚Du willst nicht nur deinen Erbteil, sondern Ers noch dazu!‘

‚Und warum nicht? Ich habe dafür gearbeitet.‘

‚Du hast deinen eigenen Erbteil. Du hast kein Recht auf Ers; er gehört seinem Sohn.‘

Onan grinste. ‚Welchem Sohn?‘

Wütende Tränen stiegen in ihre Augen. ‚Das kannst du nicht machen, Onan! Ich bin keine Hure!‘

‚Jetzt sei doch vernünftig, Tamar. Wer hat sich denn um die Herden gekümmert – Er oder ich? Habe ich dich geschlagen und beschimpft? War Er auch nur einmal freundlich zu dir? Was hat mein Bruder dir je Gutes getan?‘

‚Darum geht es doch gar nicht! Er war der älteste Sohn deines Vaters, der Erstgeborene. Du musst deine Pflicht gegenüber deinem Bruder erfüllen, oder seine Linie wird aussterben. Was meinst du, was Juda davon halten wird, wenn ich ihm sage, was du heute getan hast?‘

‚Dann sag’s ihm besser nicht.‘

‚Ich will bei dieser Sache nicht mitmachen! Was für eine Zukunft habe ich, wenn du deinen Kopf durchsetzt?‘

‚Die Zukunft, die ich dir biete.‘

‚Ich soll also einem Mann vertrauen, der seinem eigenen Bruder den Erben versagt?'“ (S. 65)

Ich muss sagen, ich habe Onan nicht immer so ganz verstanden – solange Tamar kein Kind für Er geboren hat, kann sie ja auch kein weiteres Kind gebären, das dann Onans Erbe wäre; und dass ein Mann dieser Zeit willentlich ganz auf eigene Kinder verzichtet, ist schwer vorstellbar. Kinder waren ja nicht nur nötig, um einen später zu versorgen, sondern waren auch ein Zeichen der Ehre, führten den eigenen Namen weiter (weshalb es ja ein schlimmes Vergehen war, sie seinem Bruder zu versagen). Aber vielleicht hoffte Onan ja darauf, später noch eine zweite Frau zu heiraten, die dann nur Kinder bekommen würde, die rechtlich auch als seine zählen würden.

Tamar wendet sich tatsächlich an ihren Schwiegervater, aber der will sich nicht einmischen und rät ihr, es bei Onan mit „den Waffen einer Frau“ (S. 69) zu versuchen. Tamar ist absolut sauer. An dieser Stelle denkt die Autorin sich einen „kanaanitischen Brauch“ aus, um den Rest der Geschichte noch etwas plausibler zu machen:

„Sie schluckte heftig, ihre Wangen brannten. ‚Wenn dir das lieber ist, kannst du auch dem kanaanitischen Brauch folgen und diese Pflicht selbst erfüllen.‘

Sein [Judas] Kopf fuhr hoch. Ihr Vorschlag widerte ihn sichtlich genauso an wie sie selbst. ‚Ich bin ein Hebräer und kein Kanaaniter.‘

‚Ich wollte dich nicht beleidigen.'“ (S. 70f.)

Das Gespräch mit Juda führt also zu nichts. In der nächsten Nacht tut Onan wieder das Gleiche – und schon am Morgen darauf ist er tot.

Wie zu erwarten schreit Batsuba Zeter und Mordio. Juda brütet einige Zeit lang stumm vor sich hin und gibt schließlich dem Drängen seiner Frau in gewisser Weise nach:

„Juda wusste, dass es Gott gewesen war, der Er und Onan getötet hatte. Wenn er Tamars Bitte erfüllt und Onan wegen seiner Sünde zur Rede gestellt hätte, vielleicht… Juda verwarf den Gedanken sofort wieder. Selbst wenn es Gott gewesen war, der seine Söhne weggenommen hatte – dieses Mädchen war ein schlechtes Omen. Seit er sie ins Haus geholt hatte, hatte er nichts als Ärger mit ihr gehabt. Vielleicht würe er endlich etwas Frieden finden, wenn er sie wieder los war.

Schela war der einzige Sohn, der ihm noch geblieben war. Batsuba hatte recht; er musste ihn schützen.“ (S. 75f.)

Er lässt Tamar schließlich rufen und sagt ihr, Schela – der zwei Jahre älter ist als sie – wäre noch zu jung zum Heiraten; sie solle ins Haus ihres Vaters zurückkehren und dort leben, bis er sie wieder holen lasse. Sie ist verzweifelt und nimmt ihm nicht wirklich ab, dass er sein Versprechen ernst meint, aber ihr bleibt nichts anderes übrig, als zusammen mit Aksa zu ihrer Familie zurückzukehren. Ihr Vater ist alles andere als begeistert, sie wiederzusehen und meint, sie würde seiner Familie Unglück bringen. In den nächsten paar Jahren hat sie es bei ihrer Familie schwer, gibt sich aber nach außen hin überzeugt, dass Juda sie noch holen lassen werde, und versucht auch, sich selbst davon zu überzeugen.

Auch Judas Familie ergeht es nicht besser: Seine Viehherden werden vom Unglück heimgesucht und seine Frau ist immer noch besessen von dem Gedanken daran, dass Tamar am Tod ihrer beiden Söhne schuld sei, betet zu ihren Göttern um Rache und liegt ihm damit in den Ohren, dass er Tamar nicht gleich noch getötet hat. Sie wird dann auch krank, was die Autorin als Resultat ihrer Sünden darstellt. „Dann wurde Batsuba krank, als die Unzufriedenheit sich wie ein Gift in ihren Körper fraß.“ (S. 85) Diese Darstellung finde ich gar nicht unproblematisch. Im evangelikalen Bereich findet sich ja die Ansicht, dass Krankheiten von Sünden wie Bitterkeit und Unzufriedenheit her kämen, gar nicht mal so selten; und auch wenn so etwas (damit kenne ich mich nicht aus) vielleicht manchmal tatsächlich zu Krankheiten beitragen könnte, ist es doch nicht so gut, Kranken das Gefühl zu geben, sie wären an ihrer Krankheit wahrscheinlich selber schuld; und das widerspräche ja auch der Bibel (Joh 9).

Sechs Jahre nach Onans Tod sieht Tamar, die mit ihrer Mutter auf dem Markt in der nahen Stadt Stoffe verkauft, zufällig Schela, der sich zusammen mit einem kanaanitischen Freund betrunken zwischen den Ständen hindurchdrängt und der sie nicht erkennt – und der inzwischen ganz deutlich erwachsen geworden ist. Endlich muss sie sich eingestehen, dass Juda tatsächlich sein Wort gebrochen hat. Kurz darauf erfährt sie auch durch Zufall, dass Batsuba gestorben ist; man hat ihr keine Nachricht geschickt und sie nicht geholt, um sie mit dem Rest der Familie zu betrauern. Ihre Mutter spricht mit ihr darüber:

„‚Hast du gar nichts dazu zu sagen? Dieser elende Kerl hat dich verraten!‘

‚Genug!‘ Tamar funkelte ihre Mutter an. ‚Ich werde nicht gegen Juda oder seine Söhne sprechen. Ich werde dem Haus meines Mannes treu bleiben, egal, wie sie mich behandeln. Oder wie ihr mich behandelt.‘ Sie wünschte sich, ihre Gedanken genauso gut zügeln zu können wie ihre Zunge.

‚Wir geben dir zu essen.‘

‚Von dem ich mir jeden Bissen verdienen muss.‘

‚Dein Vater sagt, du sollst nach Kesib gehen und im Tor ausrufen, dass dir Unrecht geschehen ist.‘

Ihr Vater wusste also alles. Die Demütigung war komplett. Tamar drückte ihre Stirn gegen die Flanke der Ziege, der Schmerz zu tief für Tränen.

‚Und das hättest du schon längst tun sollen!‘ Ihre Mutter ließ nicht locker. ‚Es ist dein gutes Recht! Willst du für den Rest deines Lebens hier sitzen und nichts tun? Wer wird für dich sorgen, wenn du alt wirst? Was soll aus dir werden, wenn du nicht mehr arbeiten kannst?‘ Sie kniete sich neben Tamar und nahm ihren Arm. ‚Sag den Stadtältesten, wie dieser Hebräer dich behandelt und uns gedemütigt hat! Sie sollen alle erfahren, dass Juda wortbrüchig ist!‘

Tamar sah sie an. ‚Ich kenne den Mann besser als du, Mutter. Er wird mich nicht segnen, wenn ich ihn vor ganz Kesib und Adullam bloßstelle! Wenn ich den Namen meines Schwiegervaters schlechtmache, wird er mir dann wohl Gnade zeigen und mir Schela geben?'“ (S. 92f.)

Die Idee davon, Juda im Tor zur Rede zu stellen, hat die Autorin wohl aus den späteren Bestimmungen des Gesetzes des Mose über die Schwagerehe: „Wenn zwei Brüder zusammenwohnen und der eine von ihnen stirbt und keinen Sohn hat, soll die Frau des Verstorbenen nicht die Frau eines fremden Mannes außerhalb der Familie werden. Ihr Schwager soll sich ihrer annehmen, sie heiraten und die Schwagerehe mit ihr vollziehen. Der erste Sohn, den sie gebiert, soll den Namen des verstorbenen Bruders weiterführen. So soll dessen Name in Israel nicht erlöschen. Wenn der Mann aber seine Schwägerin nicht heiraten will und seine Schwägerin zu den Ältesten ans Tor hinaufgeht und sagt: Mein Schwager will dem Namen seines Bruders in Israel keinen Bestand sichern und hat es deshalb abgelehnt, mit mir die Schwagerehe einzugehen!, wenn die Ältesten seiner Stadt ihn dann vorladen und zur Rede stellen, er aber bei seiner Haltung bleibt und erklärt: Ich will sie nicht heiraten!, dann soll seine Schwägerin vor den Augen der Ältesten zu ihm hintreten, ihm den Schuh vom Fuß ziehen, ihm ins Gesicht spucken und ausrufen: So behandelt man einen, der seinem Bruder das Haus nicht baut. Ihm soll man in Israel den Namen geben: Barfüßerhaus.“ (Dtr 25,5-10)

Ich muss sagen, die biblische Geschichte an sich gefällt mir besser als Mrs. Rivers‘ Interpretation von Tamars Motiven. Ich fürchte, Leserinnen, die in missbräuchlichen Beziehungen/Familien stecken, könnten bei diesem Buch genau die falschen Lektionen mitnehmen. Sei immer brav und gehorsam gegenüber deinem Mann, auch wenn er dich brutal misshandelt, so gewinnst du ihn vielleicht für dich; und auch wenn das nicht klappt, sei trotzdem brav und gehorsam. Und rede nie nach außen hin schlecht über die Familie, auch wenn sie dir Unrecht antun, das du sogar gerichtlich verfolgen lassen könntest, sonst werden sie dich erst recht nicht mehr annehmen.

Schließlich wird Tamar von ihrer Mutter, die ihr sagt, dass Juda zum Schafschurfest nach Timna gehen werde, auf eine Idee gebracht. Sie nimmt am nächsten Tag Kleider, die ihre Mutter genäht hat, um sie ihrer Schwester nach Timna in den Tempel zu schicken, verkleidet sich damit und setzt sich (während die übrige Familie denkt, sie wäre bei der Arbeit auf einem entfernten Feld) in einen kleinen Hain bei einer Wegkreuzung bei Enajim. Als sie schließlich Juda und seinen Freund Hira aus Adullam näherkommen sieht, zeigt sie sich, und tatsächlich halten die beiden die geschmückte und verschleierte Tamar für eine Prostituierte, und sie muss nicht einmal besondere Verführungskünste aufwenden, um Juda für sich zu gewinnen. Sie bringt ihn sogar dazu, ihr sein Siegel zu überlassen (als Pfand für einen jungen Ziegenbock, den er ihr als Bezahlung zu schicken verspricht). Während Hira weitergeht, geht Juda mit ihr in den Hain.

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(Jacopo da Ponte, Tamar und Juda, 2. Hälfte 16. Jh. Bildquelle: Wikimedia Commons.)

Als Juda hinterher schläft, verschwindet Tamar schnell und zieht sich ihre Witwenkleider wieder an; das Siegel behält sie versteckt bei sich. Juda versucht später, der Prostituierten durch Hira den Ziegenbock schicken zu lassen, um sein Siegel wiederzubekommen, aber natürlich findet der sie nicht. Tamar stellt währenddessen fest, dass sie, wie sie gehofft hat, tatsächlich schwanger geworden ist, was sie sorgfältig geheimhält.

Als sie etwa im dritten Monat ist und gerade auf dem Feld arbeitet, kommt Aksa (der sie sich schon anvertraut hat), zu ihr gelaufen und erzählt ihr panisch, ihr Vatere wüsste von ihrer Schwangerschaft; eine andere Dienerin hätte ihren Bauch gesehen und sie hätte es ihm sagen müssen. Da kommen auch schon ihre Brüder und zerren Tamar mit sich; ihr Vater ist außer sich vor Zorn und tritt auf sie ein; aber auch Tamar ist jetzt zornig und schreit, Zimran hätte kein Recht, über sie zu richten, sie würde zu Judas Haus gehören. Und tatsächlich lässt Zimran zu Juda schicken, um ihm das Urteil über Tamar zu überlassen.- und Juda reagiert nicht besonders nett:

„Wenn er jetzt gnädig war und sie am Leben ließ, würde dieses Kind – egal, wer sein Vater war – ein Mitglied seines Hauses werden! Das durfte nicht geschehen; er würde es nicht zulassen.

Doch in die Wut mischte sich auch eine hinterlistige Befriedigung. Tamar gab ihm eine Gelegenheit, sie endgültig loszuwerden! Sie hatte sich auf die schändlichste Art gegen sein Haus versündigt, und es war sein gutes Recht, sie zu richten. Schade nur, dass Batsuba das nicht mehr erleben durfte. […]

‚Verbrennt sie! Sie soll im Feuer sterben!‘ rief er.

Noch bevor Zimrans Diener wieder durch die Tür hinaus war, wusste Juda, dass das Blatt sich endlich gewendet hatte. Morgen schon könnte er eine Frau für Schela suchen. Es war Zeit, dass er für den Fortbestand seiner Familie sorgte.“ (S. 106f.)

Als Tamar den Diener zurückkommen hört und erfährt, welche Nachricht er bringt, schickt sie schnell Aksa mit dem Siegel zu Juda. Mir ist nicht ganz klar, wieso sie es nicht schon vorher getan hat; in dem Buch hat Mrs. Rivers die Entfernung bis zu Judas Haus mit immerhin einer halben Tagesreise angegeben, was in so einem Notfall ganz schön weit ist. Als ihr Vater und ihre Brüder kommen, um das Urteil auszuführen, setzt Tamar sich zur Wehr und verlangt, sie sollen sie zu Juda bringen; sollte der das Urteil selbst vollziehen! Währenddessen erreicht Aksa Juda und richtet ihm Tamars Botschaft aus: „Der Mann, dem dieses Siegel und dieser Stock gehören, ist der Vater meines Kindes. Erkennst du sie wieder?“ (S. 109) Und Juda wird klar, was passiert ist.

„Ihm wurde kalt, dann heiß. Scham überflutete ihn. Sein Abenteuer war nicht im Verborgenen geschehen. Nichts war im Verborgenen geschehen. Gott hatte alles gesehen. Seine Haut kribbelte, seine Nackenhaare standen ihm zu Berge.

‚Wann wirst du tun, was recht ist, Juda?‘

Die Worte waren wie ein Flüstern in seinen Ohren. Einst hatte Tamar sie zu ihm gesagt, aber jetzt war die Stimme eine andere – leise und schrecklich, die in die letzten Winkel seines Herzens drang.“ (S. 109)

Juda rennt los und trifft Zimran und dessen Söhne, die Tamar mitschleppen, auf dem Weg. Ihn überkommt Reue für sein Verhalten Tamar gegenüber und er gesteht, dass das Kind von ihm ist.  Hier hat Mrs. Rivers sich nicht mehr viel Mühe mit der Szene gemacht; Zimrans Reaktion wird in nur ein paar Sätzen beschrieben: „‚Ich… gut, dann… nimm sie. Mach mit ihr, was du willst.‘ Zimran drehte sich zögernd um und ging fort. Juda sah, wie er den Kopf schüttelte. Seine Söhne folgten ihm.“ (S. 111) Juda bittet Tamar um Vergebung und nimmt sie mit zu sich und ist von da an nur noch der fürsorgliche Schwiegervater für sie.

Jacopo da Ponte - Tamar led to the Stake - 1566-1567.jpg

(Jacopo da Ponte, Tamar wird zum Scheiterhaufen geführt, 1566/67. Bildquelle: Wikimedia Commons.)

Auch religiös kommt jetzt alles in Ordnung:

„Er ging zu seinen Herden und wählte das beste Schaf aus, das er finden konnte, ein fehlerloses männliches Lamm. Er bekannte seine Sünden vor Gott und vergoss das Blut des Tieres zur Sühne, dann fiel er vor dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs nieder und bat um Vergebung und Heilung.

In dieser Nacht hatte Juda keine Albträume. Zum ersten Mal seit wie vielen Jahren? Er wusste es nicht.“ (S. 112)

Tamar lässt Batsubas Götterbilder zerstören und bringt schließlich auch die abergläubische Aksa dazu, von den alten Göttern abzulassen, indem sie droht, sie ansonsten wegzuschicken. Dann werden Tamars Zwillinge Perez und Serach geboren; ein seltsames Detail, das sich nicht in der Bibel findet, ist mir bei der Szene aufgefallen:

„Aksa hatte schon viele Male bei Geburten in Zimrans Haus geholfen, doch noch nie hatte sie eine so schwere Geburt erlebt. Dass Tamar trotzdem nicht jammerte, machte ihre Liebe zu ihr noch größer. Die Stunden vergingen und Tamar schwitzte und litt. Sie biss fest auf einen Lederriemen, um nicht zu schreien.

‚Schrei ruhig, Tamar, das hilft!‘

‚Nein, dann hört es Juda und macht sich Sorgen.‘

‚Er ist doch die Ursache deiner Schmerzen! Lass es ihn hören! Batsuba hat bestimmt so laut geschrien, dass man es bis nach Jerusalem gehört hat!‘

‚Ich bin nicht Batsuba!'“ (S. 114)

Was soll dieser Unsinn? Will die Autorin tatsächlich sagen, eine Frau sollte bei einer Geburt am besten nicht schreien, weil das eine Botschaft an den Kindsvater wäre, dass sie ihm die Schhuld an ihren Schmerzen gibt? Geburten sind ja nicht eh schon schwer genug, da kann man ruhig noch zusätzlichen Druck machen, wie die Mutter am besten mit ihren Schmerzen umgehen soll.

Nach der Geburt kehrt die Familie zu den Zelten Jakobs zurück, statt weiter unter den Kanaanitern zu leben, und in einem Epilog wird noch knapp berichtet, wie Juda und seine Brüder später Joseph in Ägypten wiederbegegnen. Was ich etwas schade finde: Man erfährt nicht mehr, was aus Schela wird, sprich, ob er sich bessert oder weiterhin in die Fußstapfen seiner großen Brüder tritt. Der Epilog endet mit:

„Auf dem Sterbebett versammelte Jakob seine Söhne um sich und gab jedem von ihnen einen Segen. Den größten bekam Juda: Nie würde das Zepter aus seiner Hand weichen, und von ihm und den Söhnen, die Tamar ihm geboren hatte, würde einst der Verheißene kommen – der Messias.

Bis zu seinem letzten Erdentag blieb Juda seinem Versprechen an Tamar treu. Obwohl er sie liebte, schlief er nie wieder mit ihr.

Und auch mit keiner anderen Frau.“ (S. 117)

Das Buch ist genau wie die restlichen vier der Reihe relativ kurz; um die 100 Seiten. Immer wieder denkt man sich, es wäre interessant gewesen, ein paar mehr Details oder bessere Beschreibungen der Häuser, Städte und Landschaften zu bekommen. Trotzdem ist die Erzählgeschwindigkeit noch in Ordnung – jedenfalls im Vergleich zu einigen der anderen Bücher. Tamars Geschichte umfasst in der Bibel ja auch nur ein Kapitel. Die Nebenfiguren – wie Tamars Familienmitglieder – werden nicht wirklich lebendig und die „Bösen“ (Er, Onan, deren Freunde, Hira aus Adullam) sind deutlich zu klischeehaft geraten; gerade die Art, wie sie sprechen, wirkt oft seltsam. Die – vergleichsweise – beste Figur ist noch Juda, aber das ist nicht das Verdienst der Autorin: bei ihm hatte sie einfach am meisten Stoff zu verwerten. Die Regel „show, don’t tell“ missachtet sie gerne mal und ihr Schreibstil ist nicht gerade herausragend. Besonders, wenn sie irgendwelche religiösen Erkenntnisse Tamars oder Judas herüberbringen will, wirkt es einfach zu bemüht bedeutungsschwanger. Immerhin schafft sie es teilweise nicht schlecht, ihren Leserinnen damalige Denkweisen zu erklären – der Gedankengang „ich habe ein Recht auf Sex von meinem Schwager, damit ich ein Kind kriege, das den Namen meines Mannes weiterführt“ ist ja doch eher gewöhnungsbedürftig.

 

Im nächsten Teil dann zu Rahab und der Eroberung Jerichos!

 

* Ich schreibe ja selber hobbymäßig Romane und gelegentlich mal Kurzgeschichten und weiß sehr gut, dass es nicht so einfach ist, gut zu schreiben, aber solange man nichts Passables zustande bringt, macht man auch kein Geld damit, Leute. Solange übt man halt weiter.

** Die Ehe zwischen den beiden Hauptfiguren in diesem Buch ist eigentlich eine Zwangsehe, die nach katholischem Kirchenrecht eindeutig ungültig wäre und nicht mal besonders viel Sinn im Plot macht. (Das Ganze spielt in Kalifornien im 19. Jahrhundert. Der Protagonist, dem Gottes Stimme gesagt, hat, dass er die Protagonistin heiraten soll, nimmt sie aus dem Bordell, in dem sie arbeiten musste, mit, nachdem sie dort fast totgeschlagen wurde, und aus irgendeinem Grund lässt er dann auch noch schnell einen Prediger kommen und eine Trauungszeremonie durchführen, bei der sie kaum bei Bewusstsein ist und auch nur mit „Warum nicht?“ statt mit „ja“ antwortet, bevor er mit ihr auf seine Farm zurückkehrt. Das macht zwar aus Sicht der Autorin Sinn – dann hat sie die zwei für den Rest der Handlung aneinandergekettet – aber aus der Sicht der Figuren gibt es keine  Gründe dafür, und es lässt den Protagonisten nicht unbedingt toll aussehen. Vielleicht sehen wir hier noch ein Überbleibsel aus Mrs. Rivers‘ säkularer Schriftstellerkarriere – auch in säkularen Schundromanen finden sich die zwei füreinander Bestimmten gerne mal in irgendwelchen Zwangssituationen, aus denen sie nicht so leicht herauskönnen und in denen sie miteinander auskommen müssen -, vielleicht ist es aber auch ein Resultat falscher protestantischer Theologie über die Mensch-Gott-Beziehung (unwiderstehliche Gnade). (Den ausführlichen Exkurs dazu, was der Sündenfall in Beziehungen zwischen Mann und Frau ruiniert hat, und den dazu, was in der protestantischen Theologie alles so falsch läuft, hebe ich mir jetzt mal für ein anderes Mal auf.))

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9 Gedanken zu “Schlechte Fanfiction gibt’s auch zur Heiligen Schrift, Teil 1: Tamar

  1. Ich habe zwar keine Erfahrung mit nacherzählten Bibeltexten, aber ich glaube, dass solch epigonalen Werke nur verlieren können. Gerade das Lakonische, in wenigen Sätzen Verdichtete ist doch, was die Bibel so zeitlos und zu einem unerreichbaren Stück Literatur macht (von der Verschriftlichung der Offenbarung grad mal abgesehen).

    Sibylle Lewitscharoff hat einmal von den parataktischen, wie Schlachthiebe niedergehenden Sätzen gesprochen, zwischen denen sich Abgründe auftäten (in ihren Frankfurter Poetikvorlesungen, glaube ich). Ja, genau das ist es.

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    1. Stimmt irgendwo. Wobei es schon faszinierend ist, sich auszumalen, wie die Details ausgesehen haben könnten. Und solche Nacherzählungen sind ja an sich auch nichts Neues, es gab ja schon in der Antike welche, und ich habe mal gelesen, da soll faszinierendes Zeug dabei sein.

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      1. Der Autor ist zwar *sonst* leider mit etlichen teilweise protestantischen Unzulänglichkeiten behaftet, die einem beim Lesen immer wieder das Vergnügen rauben (wenn man ihn etwa mit Musil oder mit von Doderer vergleicht), aber gerade „Joseph und seine Brüder“ von Thomas Mann ist ziemlich gut lesbar und auch faszinierend.

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