Moraltheologie und Kasuistik, Teil 1: Entscheidungsfindung bei Unsicherheiten – über Tutiorismus, Probabilismus und Laxismus

Die praktische moraltheologische Bildung der Katholiken muss dringend aufgebessert werden – ich hoffe, da werden meine Leser mir zustimmen. Und ich meine hier schon auch ernsthafte Katholiken. In gewissen frommen Kreisen wird man heutzutage ja, wenn man Fragen hat wie „Muss ich heute Abend noch mal zur Sonntagsmesse gehen, wenn ich aus Nachlässigkeit heute Morgen deutlich zu spät zur Messe gekommen bin?“ oder „Darf ich als Putzfrau oder Verwaltungskraft in einem Krankenhaus arbeiten, das Abtreibungen durchführt?“ oder „Wie genau muss ich eigentlich bei der Beichte sein?“ mit einem „sei kein gesetzlicher Erbsenzähler!“ abgebügelt. Und das ist nicht hilfreich. Gar nicht. Weil das ernsthafte Gewissensfragen sind, mit denen manche Leute sich wirklich herumquälen können. Und andere Leute fallen ohne klare Antworten in einen falschen Laxismus, weil sie keine Lust haben, sich ewig mit diesen Unklarheiten herumzuquälen und meinen, Gott werde es eh nicht so genau nehmen, und wieder andere in einen falschen Tutiorismus, wobei sie meinen, die strengste Möglichkeit wäre immer die einzig erlaubte.

 Auf diese Fragen kann man sehr wohl die allgemeinen moraltheologischen Prinzipien – die alle auf das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe zurückgehen – anwenden und damit zu einer konkreten Antwort kommen. Man muss es sich nicht schwerer machen, als es ist. Und nochmal für alle Idealisten: „Das und das ist nicht verpflichtend“ heißt nicht, dass man das und das nicht tun darf oder es nicht mehr empfehlenswert oder löblich sein kann, es zu tun. Es heißt nur, dass die Kirche (z. B. in Gestalt des Beichtvaters) nicht von allen Katholiken verlangen kann, es zu tun.

 Zu alldem verweise ich einfach mal noch auf einen meiner älteren Artikel. Weiter werde ich mich gegen den Vorwurf der Gesetzlichkeit hier nicht verteidigen.

 Jedenfalls, ich musste öfters lange herumsuchen, bis ich zu meinen Einzelfragen Antworten gefunden habe, und deshalb dachte mir, es wäre schön, wenn heute mal wieder etwas mehr praktische Moraltheologie und Kasuistik betrieben/kommuniziert werden würde; aber manches, was man gerne hätte, muss man eben selber machen, also will ich in dieser Reihe solche Einzelfragen angehen, so gut ich kann, was hoffentlich für andere hilfreich ist. Wenn ich bei meinen Schlussfolgerungen Dinge übersehe, möge man mich bitte in den Kommentaren darauf hinweisen. Nachfragen sind auch herzlich willkommen.

Wer nur knappe & begründungslose Aufzählungen von christlichen Pflichten und möglichen Sünden sucht, dem seien diese beiden Beichtspiegel empfohlen. Wer nach genaueren Erläuterungen zu einzelnen Stichworten sucht, dem könnte Karl Hörmanns Lexikon der christlichen Moral (Achtung: es setzt nicht das aktuelle Kirchenrecht voraus) helfen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/19/St_Alphonsus_Liguori.jpg

 (Der hl. Alfons von Liguori (1696-1787), der bedeutendste kath. Moraltheologe des 18. Jahrhunderts. Gemeinfrei.)

Alle Teile hier.

 

Bevor ich zu den Einzelfragen komme, erst einmal zu den Prinzipien. Heute zu einer sehr grundsätzlichen Frage: Das Ergebnis, wenn man mit allgemeinen moralischen Prinzipien an einen konkreten Fall herangeht, kann sein: „Es ist klar: Du musst das und das tun / darfst das und das nicht tun.“ Oder: „Es ist klar: Du kannst frei zwischen den und den Möglichkeiten wählen.“ Aber es kann auch mal  sein: „Das ist ein Grenzfall; es ist nicht ganz klar, was deine Pflicht ist, am wahrscheinlichsten ist es so, aber andere würden vielleicht sagen, es wäre so, wahrscheinlich wäre auch noch diese dritte Möglichkeit erlaubt, diese vierte hier wohl eher nicht.“ Diese Fälle sind immer die schwierigsten. Und hier kommen die sog. Klugheitsregeln und die sog. Moralsysteme ins Spiel.

Grundsätzlich gilt in der Moraltheologie die Regel „ein zweifelhaftes Gesetz bindet nicht“ (lex dubia non obligat). Aber was heißt das jetzt für die Praxis? Wann ist ein Gesetz zweifelhaft? Sagen wir, mir geht es nicht so gut und ich bin mir nicht sicher, ob die Sonntagspflicht (das Gebot, sonntags eine Messe zu besuchen) für mich noch gilt oder ich auch zuhause bleiben kann. Wonach entscheide ich?

Im 17. und 18. Jahrhundert war das ein ziemlicher Streitpunkt unter den Theologen. Sie entwickelten dabei die folgenden sog. Moralsysteme:

Der Tutiorismus (von „tutior“, lateinisch für „sicherer“) wäre die Ansicht, man müsste immer die strengste, die sicherste, die beste aller Möglichkeiten wählen. Die Tutioristen erkannten das Prinzip lex dubia non obligat eigentlich gar nicht erst an. Du bist dir nicht völlig sicher, ob du krank genug bist, um von der Messe daheim zu bleiben? Dann geh zur Messe. Du weißt nicht hundertprozentig, ob du bei deinem Job vielleicht in Gewissenskonflikte gerätst? Dann kündige. Man muss das Gebot immer befolgen, auch wenn sehr starke Gründe gegen seine Geltung in einem bestimmten Fall sprechen. Diese Ansicht billigt die Kirche nicht. Das macht ja auch Sinn: Sie ist letztlich nicht lebbar. Bei jeder noch so kleinen Unsicherheit gäbe es keinen Spielraum mehr. Und so würden auch viele falsche Entscheidungen getroffen werden – weil manche Leute sich z. B. auch bei Krankheiten, bei denen sie wirklich im Bett bleiben sollten, nicht völlig sicher wären, ob sie es nicht doch in die Kirche schaffen könnten. Einer vernünftigen Abwägung kann man nicht entgehen, indem man immer nach der einen Seite steuert. So landet man nur im Graben. Als die Jansenisten verurteilt wurden, wurde in einem Dekret von 1690 u. a. der Satz „Es ist nicht erlaubt, einer [wahrscheinlichen] Meinung oder unter wahrscheinlichen der wahrscheinlichsten zu folgen“ verurteilt.

Dann gäbe es den Probabilismus, von „probabilis“, „wahrscheinlich“. Wenn wahrscheinliche Gründe gegen die Geltung eines Gebots in meinem Fall sprechen, ist es nicht bindend. Neben dem reinen Probabilismus gibt es noch ein paar Unterformen. Da ist der Probabiliorismus (probabilior = wahrscheinlicher), nach dem die Gründe, die gegen die Geltung sprechen, zumindest wahrscheinlicher sein müssen als die Gründe dafür. Dann der Äquiprobabilismus, nach dem die Gründe dagegen zumindest genauso groß sein müssen wie die Gründe dafür. Nach dem Kompensationssystem kann es auch einmal sein, dass gute Gründe gegen die Verpflichtung sprechen, die aber weniger gewichtig sind als die, die dafür sprechen, und dass man trotzdem nicht verpflichtet ist, weil gewichtige praktische Gründe dagegen sprechen, d. h. es sehr schwer durchführbar ist. (Extremes Beispiel: Ich bin mir nicht sicher, ob ich xyz nach dem göttlichen Gesetz tun muss, es gibt ganz gute Gründe dagegen, aber noch bessere Gründe dafür – aber wenn ich es tue, steckt mich der ungerechte Staat, in dem ich lebe, für zwanzig Jahre ins Arbeitslager. Ergo: nach dem Kompensationssystem nicht verpflichtend.) Die probabilistischen Moralsysteme werden von der Kirche gebilligt.

Der Laxismus wäre die Ansicht, man dürfte frei zwischen allen Möglichkeiten wählen, die nicht ganz und gar absolut sicher verboten sind. Für als laxistisch bezeichnete Theologen war ein Gesetz schon dann zweifelhaft, wenn nur sehr schwache Gründe gegen seine Geltung sprachen – mit anderen Worten, für sie hätte man auch mit einem leichten Schnupfen von der Kirche daheim bleiben können. Wie die etwas abfällige Bezeichnung schon nahelegt, ist das eine Ansicht, die die Kirche nicht so ganz billigt; verschiedene laxistische Sätze wurden von Rom als „zumindest ärgerniserregend und in der Praxis verderblich“ verurteilt.

Bei Skrupulanten (also Leuten mit einer religiösen Zwangsstörung) im Speziellen ist es allerdings etwas komplizierter: Weil die dazu neigen, alles stundenlang hin und her zu wälzen und immer auf Nummer sicher gehen wollen und Angst haben, sich bei einem zweifelhaften Gebot nicht als gebunden zu betrachten, auch wenn die Gründe dafür eigentlich wahrscheinlich wären, weil man sich bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit ja irren könnte, was ja vielleicht davon kommen könnte, dass man unterbewusst Gott nicht gehorchen will, usw. usf., dürfen die sich in der Praxis nach einem eher laxistischen Prinzip verhalten. Wenn man dazu neigt, immer in die eine Richtung zu steuern, muss man jetzt erst einmal mehr in die andere Richtung steuern, um das zu korrigieren. Weil Skrupulanten die Geltung eines Gebots in ihrem Einzelfall oft erst dann anzweifeln, wenn es wirklich wahrscheinliche Gründe dagegen gibt, und weil es für sie sowieso erst einmal wichtig ist, ihre ungesunde Angst abzulegen, sollen sie sich erst dann gebunden sehen, wenn sie sich wirklich sicher sind.

Soweit zu den Prinzipien. Und nicht vergessen: Wenn man sich in der Beurteilung eines konkreten Falls mal geirrt hat, dann ist das nicht so schlimm. Gott rechnet einem nichts an, was man im guten Glauben, es wäre erlaubt, getan hat. In diesem Sinne stimmt es, dass Gott kein Erbsenzähler ist – Er sieht mehr auf die Absicht als auf die Tat.

 

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30 Gedanken zu “Moraltheologie und Kasuistik, Teil 1: Entscheidungsfindung bei Unsicherheiten – über Tutiorismus, Probabilismus und Laxismus

  1. Die drei vorgestellten Katogerien mag es in der Theologie geben und es ist von Interesse, dass Sie diese Hilfsmaßstäbe ins Spiel bringen. In der Praxis spielen sie meiner Meinung nach keine Rolle. Nimmt man einmal den Beichtspiegel im Gotteslob, so zeigt sich, dass die zuständigen Redakteure und Seelsorger von einem eher robusten Pönitenten ausgehen – fernab feinerer Gewissenskonflikte. Das Gebot der Teilnahme an der Sonntagsmesse wird dort so übersetzt: „Ist es mir wichtig, an diesem Tag meinen Glauben mit anderen Menschen zu teilen, im Gottesdienst vor Gott zu treten, ihm zu danken und mich von ihm für die kommende Woche stärken zu lassen.“ Von den Bestimmungen des Katechismus und den Voraussetzungen zum Kommunionempfang ist keine Rede.Ob das so ausreicht, darf mit guten Gründen bezweifelt werden.
    Anderseits wird in diesem Beichtspiegel recht gut an die innere Haltung appelliert. DIe zehn Gebote und die Kirchengebote werden an anderer Stelle (allerdings relativ knapp) abgehandelt. Insgesamt wünschte man sich in diesen Teilen des Messbuchs doch mehr Ausführlichkeit und Referenzen an die objektiven Bestimmungen, aber auch gute Ratschläge für zweifelhafte Angelegenheiten,
    So muss sich der unsichere Pönitent, der Skrupulant, irgendwie durchwühlen, vielleicht den Katechismus zu Rate ziehen, auch einschlägige Sachliteratur, aber am Ende irgendwann auch das Wagnis einer persönlichen Gewissensentscheidung treffen (was er vermeiden möchte). Niemand hat den inneren Konflikt einer Skrupulantenneurose tiefer und farbiger ausgeleuchtet als Sören Kierkegaard, dessen Werke für die Betroffenen allerdings keine Hilfe darstellen.
    Der Skrupulant sollte aber auch davon ausgehen dürfen, dass es in seinem Falle ohnehin um Fragen auf höchstem Niveau, um überdurchschnittliche Ansprüche sowie um Moralkonflikte an der Grenze zum Abgleiten in krankhafte Verhaltensweisen geht.
    Dann helfen auch nicht mehr Messbuch, Katechismus oder sonstige Schriften, sondern ein Psychiater mit gesundem Menschenverstand (evtl. auch ein gut geschulter Beichtvater), notfalls Tabletten.

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    1. Erstens gibt es auch gute Beichtspiegel.

      Zweitens schreibe ich doch genau deswegen, weil die objektiven Bestimmungen zu wenig kommuniziert werden, meine Reihe hier.

      Skrupulosität kann auch mit ganz normalen Unsicherheiten beginnen (meine Erfahrung).

      – Crescentia.

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    2. Was Sie sagen wollen, habe ich irgendwie nicht so ganz begriffen.

      Wir sind uns freilich darüber einig, daß der Beichtspiegel des neuen Gotteslobs nach allem, was man darüber hört – mir liegt zu Hause keins vor, ich kann das jetzt nicht noch einmal nachprüfen – unter aller Kanone ist und eigentlich aus den Büchern herausgerissen und in die Tonne getreten gehört, um es einmal deutlich auszudrücken. (Mit denen des *alten* Gotteslobs konnte man aber durchaus arbeiten. Beim „dritten und vierten Gewissensspiegel“ war natürlich die dort auch ausdrücklich abgedruckte Empfehlung „umfaßt nur einen Teilbereich des Lebens; nur für solche, die das Beichten gewohnt sind“ zu beachten.)

      Die zitierte Frage, „ist es Ihnen wichtig“ usw., würde ich übrigens durchaus als Paradebeispiel dafür empfinden, wie die alte „harte“ Fragestellung (der Bauart „habe ich am Sonntag die heilige Messe versäumt?“) wesentlich weniger Streß verursacht als die neue scheinbar so weiche.

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    3. Meine Definition von „Skrupulant“ mag ja sehr eigenwillig sein, aber für mich geht Skrupulantismus erst dann los, wenn etwas wirklich krankhaft ist; verstehe dabei „Krankhaftigkeit“ als an sich objektiv definierbaren (in der Praxis natürlich nur mit Meßungenauigkeit festzustellenden) Zustand, der mit „den Mitmenschen auf die Nerven gehend“ nicht identisch ist.

      Solange einer eine Frage stellt, die bislang noch nicht beantwortet ist, muß die Frage ersteinmal beantwortet werden; das Krankhafte – jedenfalls meiner Meinung nach – geht erst dann los, wenn die Antwort gehört und nicht zur Kenntnis genommen wird.

      Deswegen ist ja das Problem so groß, den Leuten, die z. B. fragen: „Ich hab am Sonntag meiner hoffnungslosen Langschläferei wegen Kyrie und Gloria verpaßt, war das eine schwere Sünde?“ die *Frage vorzuhalten* und sie deswegen zum Psychiater schicken (was für mein Gemüt, dem halt auch nicht überall mit rationellen Argumenten beizukommen ist – ich sage es offen und unter ausdrücklicher Respektsbekundung an unsere Gastgeberin – so etwas wie die Höchststrafe wäre), statt sie halt einfach mal zu beantworten.

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      1. Ich meinte mit „da beginnt es“ übrigens „das kann ein abschüssiger Pfad sein, der da losgeht“. Beispiel: Gedankensünden. Man bekommt keine klaren Kategorien, was was ist, und beginnt nach und nach, sich wegen allem möglichen zu sorgen.

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      2. Ja, du hast Recht, das eigentlich Krankhafte geht dann los, wenn man dann die Antwort hat und dann immer noch nicht von dem Gedanken loskommt „Aber vielleicht war das ja trotzdem bei mir wegen irgendwelcher Umstände eine schwere Sünde, und überhaupt, lieber mal auf Nummer sicher gehen“.

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      3. Höchststrafe ist das jetzt nicht gerade 🙂 Auch wenn die Angst, als verrückt behandelt zu werden, immer da bleibt. –
        Aber klar, ich will hier ja auch Kasuistikfragen generell ausdrücklich nicht als Skrupel behandeln.

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  2. @ Nepomuk Danke für Ihren Beitrag. Ich wollte beschreiben und einordnen, was ich bei Crescentia las. Zu diesem Zweck habe ich mir einfach einmal vorgestellt, wie sich wohl – sofern überhaupt – vermutlich 90 Prozent der bundesdeutschen Katholiken auf eine Beichte vorbereiten würden. Die Angebote zu der Beichtvorbereitung im Messbuch erschienen mir – wie wohl mehr noch Ihnen – als zu dünn und unverbindlich. Es ist dann sicher niemand ein Skrupulant, der andere Beichtspiegel zu Rate zieht, der etwas im Katechismus nachliest oder versucht, in der einschlägigen Literatur etwas zu seinen Gewissensnöten zu erfahren. In diesem Kontext hat etwa die von Crescentia eingebrachte Kategorie des Probabiliorismus ihren Sinn und und ihre Berechtigung. Wenn man nun allerdings viele Quellen in angemessener Weise zu Rate gezogen hat, um zweifelhafte Sachverhalte zu klären, dann muss und darf man eine Gewissensentscheidung treffen. Ich habe einen breiten Bogen gespannt von dem streitbaren Gewissensspiegel im Gotteslob bis zu einem Spektrum an weiteren Möglichkeiten und bin der Meinung, dass man irgendwann an einen selbsquälerischen Punkt (Beispiel Kierkegaard) kommen kann, an dem das Krankhafte einsetzt und man Sinn und Zweck seines Vorhabens vielleicht doch eher verfehlt. Unabhängig davon hat man als Beichtender das Recht, klare Antworten auf Gewissensnöte aller Art zu erhalten und ernst genommen zu werden. Da stimme ich Ihnen zu. Amateurpsychologische Ratschläge im Beichtstuhl sind hingegen nur mit großer Vorsicht zu erteilen, dann lieber notfalls behutsam auf Hilfsangebote anderer Disziplinen hinweisen, auch wenn der Betroffene das als „Höchststrafe“ erfährt.

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  3. Mit der Absicht kann das aber glaube ich eine tückische Sache sein. Dazu eine Fragestellung mit moraltheologischem Hintergrund: Man geht in den Samstag-Vorabendgottestdienst und stellt dann fest, dass es anders als es im Rundbrief angekündigt ein Wortgottesdienst ohne Priester ist. Am Sonntagmorgen gibt es im Nachbarort eine Eucharistiefeier, die man ohne Probleme besuchen kann. Hat man mit dem beabsichtigten Besuch seine Sonntagspflicht erfüllt? Was denkst du? Wäre es Tutorismus auf dem Besuch der Eucharistiefeier am Sonntagmorgen zu bestehen oder Laxismus sine Sonntagspflicht durch seinen beabsichtigten Besuch einer Eucharistiefeier als erfüllt anzusehen?

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    1. Die Sonntagspflicht erfüllt ein Wortgottesdienst auf jeden Fall nicht, da ist ganz klar eine Messe nötig. Man konnte zwar nichts dafür, dass man in einem Wortgottesdienst gelandet ist, aber wenn man in dem Fall wirklich noch ohne Probleme eine Messe am nächsten Morgen besuchen kann, würde ich sagen, dass man das tun muss. Das halte ich für ziemlich klar.

      – Crescentia.

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      1. Ich kann jetzt nicht beurteilen, wie in anderen Gemeinden die Praxis ist, aber ist der Fall, dass der Vorabendgottesdienst unangekündigt durch einen reinen Wortgottesdienst ersetzt wird, nicht ein bisschen konstruiert? Ich hatte das hier vor Ort auch das ein oder andere Mal, weil der Pfarrer wegen Krankheit ausgefallen ist. Aber es war dann stets ein Wortgottesdienst mit Reichung der Kommunion. In diesem Fall wäre die Sonntagspflicht dann ja auch erfüllt, oder etwa nicht?

        Aber man sollte insgesamt nicht von „müssen“ sprechen. Wenn es statt Vorabendgottesdienst unangekündigt tatsächlich einen reinen Wortgottesdienst geben sollte, dann *will* ich doch am nächsten Morgen in die nächst erreichbare Messe gehen – nicht um das Kirchengebot zu erfüllen, sondern weil ich doch selbst, aus eigenem Bedürfnis ‚a g’scheide Mess’‘ hören und kommunizieren will.

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      2. Soweit ich weiß, genügt es prinzipiell nicht, wenn man zu einem Wortgottesdienst mit Kommunionspendung geht. Bei jeder Messe geschieht mit der Wandlung ja noch mal was Eigenes, eine neuerliche Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers. (Sonst könnte ein Priester ja einmal einen Haufen Hostien konsekrieren und die dann in den nächsten Wochen oder Monaten nach und nach in Wortgottesdiensten verteilen und müsste nicht jeden Tag wieder neu die Messe lesen. Jetzt mal banal ausgedrückt. Den Unterschied zwischen Messe und Wortgottesdienst macht eben nicht nur die Kommunionspendung, auch wenn einer mit Kommunionspendung natürlich besser ist als ohne.) Ob man, wenn man am Vorabend unwissentlich in einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung geraten ist, dann am Morgen noch mal zur Messe gehen muss (wenn man kann – wenn der eigene Pfarrer auch am Morgen noch krank ist und man kein Auto hat, um in die nächste Pfarrei zu fahren oder so, kann es ja auch mal sein, dass man nicht kann), ist eine gute Frage. Ich würde zu einem Ja tendieren, bin mir hier aber nicht mehr so sicher. Ich werde hier noch ein bisschen nachforschen.

        Hier geht es um Kasuistik, da geht es ums Müssen. Entschuldigung, das klingt unhöflich, aber genau darum geht es mir in dieser Artikelreihe, um die Unterscheidung: Was muss man auf jeden Fall tun, was sollte man vielleicht tun, was kann man auch noch tun?

        – Crescentia.

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      3. In einem Direktorium der Gottesdienstkongregation von 1988 heißt es über Wortgottesdienste mit Kommunionspendung: „Den Gläubigen muss der Ersatzcharakter derartiger Feiern klar sein, damit sie sie nicht für eine optimale Lösung der heutigen Schwierigkeiten oder für ein Zugeständnis an die Bequemlichkeit halten. Versammlungen und Zusammenkünfte dieser Art dürfen daher niemals an einem Sonntag an Orten gehalten werden, an denen am selben Tag schon eine Messe gefeiert wurde oder noch gefeiert wird oder am Vorabend gefeiert wurde, auch nicht in einer anderen Sprache; zudem sollten nicht mehrere derartige Versammlungen stattfinden. Jede Verwechslung von Versammlungen dieser Art mit einer Eucharistiefeier ist sorgfältig zu vermeiden. Solche Versammlungen dürfen bei den Gläubigen das Verlangen nach der Teilnahme an der Eucharistiefeier nicht mindern, sondern sollen es vielmehr verstärken und eine größere Bereitschaft zur Teilnahme wecken. Die Gläubigen müssen wissen, dass das eucharistische Opfer nicht ohne Priester möglich ist und dass die Kommunion, die sie bei Sonntagsgottesdiensten ohne Priester empfangen können, auf das engste mit dem Meßopfer verbunden ist.“ (http://www.kathpedia.com/index.php?title=Christi_ecclesia, 21-23)

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      4. „Ob man, wenn man am Vorabend unwissentlich in einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung geraten ist, dann am Morgen noch mal zur Messe gehen muss (wenn man kann – wenn der eigene Pfarrer auch am Morgen noch krank ist und man kein Auto hat, um in die nächste Pfarrei zu fahren oder so, kann es ja auch mal sein, dass man nicht kann), ist eine gute Frage. Ich würde zu einem Ja tendieren, bin mir hier aber nicht mehr so sicher. Ich werde hier noch ein bisschen nachforschen.“

        Meine Vermutung und mein Posting waren vollkommen aus der Hüfte geschossen; dass ein Wortgottesdienst mit Kommunionempfang die Messe nicht ersetzen kann und soll, da sind wir uns, glaub ich, alle einig. Man geht danach mit einem schade-irgendwie-fühle-ich-mich-jetzt-nur-halb-erfüllt-Gefühl nach Hause und strebt so bald wie möglich a g’scheide Mess’.(*) Mit einem Moment mehr des Nachdenkens würde ich selbstverständlich zustimmen, dass die Sonntagspflicht nur dann erfüllt wäre, wenn alle oben in Klammern genannten Bedingungen erfüllt sind.

        „Hier geht es um Kasuistik, da geht es ums Müssen. Entschuldigung, das klingt unhöflich, aber genau darum geht es mir in dieser Artikelreihe, um die Unterscheidung: Was muss man auf jeden Fall tun, was sollte man vielleicht tun, was kann man auch noch tun?“

        Hmm. Man kann mich zu Recht der Themaverfehlung zeihen. Ich gebe auch zu, dass das „Müssen“ kein persönliches Thema ist. Aber von meiner Aussage rücke ich nicht ab und plädiere mit aller gebotenen Vorsicht für das ‚resignative‘ Eingeständnis, dass es zwischen Norm und Praxis trotz aller Kasuistik immer eine Kluft geben wird, die mal weiter, mal enger sein kann, und bei der wir immer auf Gnade und Vergebung angewiesen sind. Ich betone, dass ich mit „Praxis“ nicht die pastoral-(klerikal-)säuselnde „Lebenswirklichkeit der Menschen“ meine. Diese Kluft möglichst klein zu halten, ist ein berechtigtes Anliegen.

        (*) Ich lebe in der nicht-bayerischen Diaspora, was dazu führt, dass ich mich sogar nach einem ordentlichen Sonntagsgottesdienst nach a g’scheiden Mess’ in der Stiftsbasilika von … sehne. Aber das nur am Rande… 😀

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  4. Da das ja der Kasuistikartikel ist, schreib ich’s auf Grund einer gewissen Aktualität am besten gleich mal hier hin.

    1. Ein Deutscher (nicht ein Österreicher) hat keine Sonntagspflicht in bezug auf die Immaculata. (Ich würde das, eine Messe zu Ehren der Immaculata zu besuchen, allerdings unter die allerersten der Dinge rechnen, die man außer dem Gemußten auch noch sollte. Vielleicht fällt es sogar unter die läßlichen Sünden, es nicht zu tun, das wäre eine interessante theoretische Frage – für die *echten* Moraltheologen.)

    2. – und das ist weitgehend unbekannt: eine Abendmesse zu Ehren der Immaculata erfüllt die Sonntagspflicht für den 2. Advent beim Deutschen (wenn wir einmal nur auf die Pflicht schauen) *ganz genauso* wie eine Sonntags-Vorabendmesse.

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  5. Ich gebe Dir Recht mit der Aussage, dass die praktische moraltheologische Bildung der meisten Katholiken dringend aufgebessert werden müsste (genauso wie die religiöse Bildung insgesamt). Ich habe jetzt aber bei mir festgestellt, dass es auch die Gefahr gibt sich zu viel mit der Erkenntnis der Dinge zu beschäftigen und dadrüber das Entscheidende zu vergessen oder zu vernachlässigen. Ich bin vor kurzem auf einen diese Gefahr erläuternden Text gestoßen: In dem Buch „Zucht und Maß“ (die 4. Kardinaltugend) von Josef Pieper handelt das 9. Kapitel von der studiositas und der curiositas. Weil auf diesem Blog auch noch andere wissbegierige Personen unterwegs zu sein scheinen, hier zur Info ein paar Zitate aus dem Kapitel:
    – „Studiositas, curiositas – damit sind gemeint Zucht und Zuchtlosigkeit des naturhaften Erkenntnisstrebens“
    – „Der Erkenntniswille, auch diese hohe Kraft des Menschenwesens, bedarf der grenzensetzenden Weisheit, „damit der Mensch nicht wider das Maß nach der Erkenntnis der Dinge strebe.“ (Summa II, II, 166 2 ad 3)
    – Und bedeutet dann vor allem dieses: daß der Mensch sich der schier unentrinnbar gewordenen Versuchung zur Zuchtlosigkeit mit der ganzen Kraft selbstloser Selbstbewahrung widersetze; daß er den inneren Raum seines Lebens radikal verschließe gegen die zudringlich lärmende Scheinwirklichkeit leerer Schaubarkeiten und Hörbarkeiten – um in dieser Askese des Erkennens, und nur auf diese Weise, zu bewahren oder wiederzugewinnen, was das lebendige Dasein de Menschen eigentlich ausmacht: die Wirklichkeit Gottes und der Schöpfung zu gewahren und aus ihrer einzig im Schweigen sich erschließenden Wahrheit sich selbst und die Welt zu gestalten“.

    Diese Askese des Erkennens muss m.E. auch im religiös/theologischen Bereich geübt werden. Denn auch diese Erkenntnis darf nicht vom Mittel zum Zweck werden. Gelehrsamkeit, wie ich das Wissen um religiöse/theologische Dinge mal nennen würde, ist gut und wichtig, darf sich aber nicht verselbständigen und ihr Ziel aus den Augen verlieren. Die Erkenntnis Gottes von der in der ersten Katechismusfrage als Sinn des Lebens die Rede ist, spielt sich nicht ausschließlich und auch nicht mal hauptsächlich in der Ebene der Gelehrsamkeit ab.

    Was sagt ihr dazu?

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    1. „Historisch gesprochen ist es der Protestantismus, der dem Konzept verpflichtet ist, daß der Glau-bensakt die bloße Kapitulation einer Persönlichkeit an eine Person ist, ohne Parlamentäre, ohne Nachdenken, ohne logisches Motiv. Der wahre Repräsentant des Protestantismus in der heutigen Welt ist der Evangelikale, der in einer Straßenecke aufsteht und herausschreit: ‚Ich bin gerettet.‘ Es ist der Katholizismus, der darauf besteht, daß wenigstens im Idealfall es der Intellekt ist, der zuerst befriedigt werden muß; danach erst kommt das Herz an die Reihe.“

      (Msgr. Knox, Der Glaube der Katholiken, Kap. 3)

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    2. Prinzipiell braucht alles im Leben das rechte Maß. Natürlich sollte man über dem Lesen von Blogs oder Büchern nicht das Beten etc. vergessen. Allerdings ist es für den Glauben und das Leben schon wichtig, erst mal auch etwas über Gott und die Welt zu wissen. Aber, prinzipiell, ja: Man kann etwas Wichtiges auch zu wichtig nehmen. Ich glaube, das ist aber allgemein unter Christen auch den meisten bewusst.

      – Crescentia.

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  6. Danke Maurus, dass Sie im vorliegenden Zusammenhang an Josef Pieper erinnern.
    Ich hatte das Glück, zu Beginn der 90er noch die Vorlesungen Piepers im Fürstenberghaus der Uni Münster besuchen zu können, besitze auch eine Ausgabe des „Viergespanns“, das die Kardinaltugenden von einer hohen (!), theologischen Warte her ausleuchtet.
    Das oben angeführte Thomas-Zitat (Summa II, II, 166 2 ad 3) sollte man aber stets im Blick behalten.

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  7. @Nepomuk @Crescentia @Fjansen
    Ja, der Intellekt muss zuerst befriedigt werden. Aber nicht bezüglich des Gegenstandes den man glaubt, sondern bezüglich der Person der man glaubt. Josef Pieper in „Über den Glauben“:
    – „Wenn es dem Menschen verwehrt ist, mit seiner natürlichen Kraft ein irgendwie gartetes Wissen davon zu gewinnen, daß Gott existiert; daß er die Wahrheit selbst ist; daß er tatsächlich zu uns gesprochen hat, und was diese göttliche Rede sagt und meint – dann ist Offenbarungsglaube als ein sinnvoller menschlicher Akt gleichfalls nich möglich [als einen menschlichen Akt aber versteht die Theologie auch den Akt des „übernatürlichen“, „eingegossenen“ Glaubens: wir selber sind es die glauben!] Zugespitzt formuliert: wenn alles Glaube sein soll, dann gibt es überhaupt keinen Glauben.“
    – „cognitio fidei praesupponit cognitionem naturalem (Thomas v. Aquin), der Glaube setzt eine nicht wiederum glaubende, auf jemand anders sich verlassende, sondern eine aus eigenem wissende Erkenntnis voraus“
    Ich bin aber von gläubigen Bloglesern ausgegangen, die die Glaubwürdigkeit Christi schon erkannt haben und sich frei (aus dem Herzen) zum Glauben entschlossen haben.
    Für Personen, die bereits glauben gilt der Satz:
    „Die Erkenntnis des Glaubens stillt nicht das Verlangen [nach Erkenntnis], sie entfacht es eher.“ (aus Contra gentes von Thomas von Aquin)
    Es wird durch den Glauben eine Denk-Unruhe hervorgerufen, die ein Bild gewinnen möchte von der Realität, die sich im Glauben zwar zeigt, aber auch verbirgt (vgl. Josef Pieper „Über den Glauben).
    „Der Akt des Glaubens macht nicht halt bei etwas Gesagtem, sondern bei dem, was ist.“ (Summa II, II, 1, 2 ad 2) Wie wird der Glaubende der Wirklichkeit teilhaftig, wie wird sie ihm gegenwärtig?
    „Je mehr er sie, auf Grund der liebenden Identifizierung mit dem Zeugen, mit dessen Augen und von dessen Standort aus gewahren vermag.“

    Denk-Unruhe des Glaubens hängt mit der Kontemplation zusammen.
    „Irdische Kontemplation ist unvollkommene Kontemplation. Mitten in ihrer Ruhe ist Beunruhigung. Sie rührt daher, daß im Augenblick ihres Gelingens die überwältigende Unendlichkeit des Gegenstandes und die eigene Grenze erfahren wird. Es gehört zur Natur der irdischen Kontemplation, daß sie eines Lichtes ansichtig wird, dessen abgründige Helligkeit beides zugleich erzeugt: Beglückung und Erblindung.“ (Glück und Kontemplation, Josef Pieper)

    „Die Kontemplation ruht nicht, bis sie den Gegenstand ihrer Erblindung findet.“ (Glück und Kontemplation, Josef Pieper)

    Was will ich damit sagen? Durch Gebet und Betrachtung/Lectio Divina kommt man viel eher zu der Erkenntnis, die entscheiden und glücksbringend ist. Die Kenntnis Gottes durch die die Liebe entzündet werden kann und die gleichzeitig aber auch erst durch die Liebe wirkliche ermöglicht wird. Sie ist gleichzeitig auch das einzige und wahre Glück des Menschen. Das ewige, aber auch das irdische Glück des Menschen liegt in der Kontemplation (Thomas v. Aquin und „Glück und Kontemplation“ von Josef Pieper).

    Gerade dieser Erkenntnis Gottes durch Kontemplation kann meiner eigenen Erfahrung nach durch übertriebene, unreflektierte und unnötige Wissensanhäufung behindert werden.
    Die unnütze Wissensanhäufung kann aus folgenden Gründen gefährlich sein:
    1) Gefahr eingebildet und besserwisserisch zu machen (wenn sie keinen nutzen hat, dann sucht sie sich einen)
    2) Nimmt viel Zeit in Anspruch, die man besser hätte verwenden können.
    3) Bedroht die Fähigkeit zur Kontemplation: „Wenn man es nicht längst wüßte, daß die Freude am Sehen zu den elementarsten, unhemmbarsten, gesuchtesten Freuden des Menschen zählt, dann wäre es ablesbar an dem alltäglichen Faktum der „Augenlust“, der Hypertrophie der Schaugier, der Süchtigkeit des Sehenwollens und an dem Ausmaß dieser Entartung, das so scheint es, gerade die Kräfte gefährdet, die der Mitte unseres Wesens zugehören. – Dies gibt übrigens zu bedenken, daß die Kontemplation der Schöpfung vielleicht durch nichts tödlicher bedroht ist als durch die unaufhörlich produzierte Scheinwelt leerer Reizdinge, deren optischer Lärm die Vernehmungskraft der Seele taub macht.“ („Glück und Kontemplation“)

    Aus der Novene zum Heiligen Geist (http://www.kathpedia.com/index.php/Heilig-Geist-Novene):
    Komm, o Geist der Wissenschaft! Lasse mich klar erkennen, wie ich dir am besten dienen, deinen Ruhm und deine Ehre fördern und mein Heil finden kann. Leite meine Wissbegierde, damit ich nichts zu wissen und zu kennen wünsche, das mir schädlich oder unnütz ist.

    Die Frage die bleibt: Was ist unnützes Wissen und welches nützt? Ein Grundwissen zu Moraltheologie und Kasuistik würde ich aber auf jeden Fall zum nutzvollen Wissen zählen, Crescentia 😉
    Dadurch kann man sich nämlich ggf. Gewissenskonflikte und Sünden ersparen (außerdem haben wir ja auch eine Verpflichtung zur Gewissensbildung).

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  8. @maurus: Ich hatte Josef Pieper ein wenig aus meinem Blickfeld verloren, aber die vorgenannten Zitate zeigen einmal mehr, wie sehr es ihm gelang, die wohl nicht mehr zu übertreffende geistig-philosophische Schöpfungshöhe der Scholastik Thomas von Aquins neu zu vermitteln. Vielen Dank für Ihre gute Auswahl an Zitaten aus seinen Werken.
    Die Frage nach Sinn und Zweck einer kasuistischen Ausdeutung verwickelter, moralischer Sachverhalte ist damit nicht beantwortet. Aber sie könnte im Lichte der Schriften von Josef Pieper vielleicht zumindest etwas von ihrer Schärfe verlieren.

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