Wieso kein Frauenpriestertum?

Und sie können es nicht lassen: In den letzten fünfzig oder sechzig Jahren hatten wir offenbar noch nicht genug davon, also findet gerade wieder mal eine Protestaktion für Priesterinnen in der katholischen Kirche statt, die sich mit größerer Hybris als üblich „Maria 2.0“ nennt: Verbessern wir doch einfach mal die Gottesmutter. Darauf ließe sich knapp mit einem Zitat der realen Maria antworten: „Er [Gott] zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.“ Auch die Strategie ist blasphemischer als üblich: Man boykottiert Mariens Sohn und ruft zur schweren Sünde auf, nämlich dem Fernbleiben von der sonntäglichen Eucharistie und damit von Jesus. Damit zeigt man es dem bösen Klerus aber mal.

Man könnte jetzt darüber lästern, dass die Grüppchen, die sich diese Woche vor ein paar Kirchentüren im Lande versammelt haben und ihre Sonntagspflicht verletzen, hauptsächlich aus Frauen über 60 zu bestehen scheinen, aber man soll ja nicht schadenfroh sein. Und man muss zugeben, dass auch die meisten jüngeren Frauen in Deutschland, wenn man sie fragen würde, meinen würden, die Kirche sollte Priesterinnen zulassen; der Unterschied ist freilich, dass die sich nicht mehr für die Kirche und kircheninterne Streiks interessieren und auch nicht kommen würden, wenn die Kirche Priesterinnen zulassen würde – was zu einem nicht geringen Teil das Verdienst der älteren Damen (und Herren) sein könnte, die für Priesterinnen werben. Wenn etliche Katholikinnen selbst ihr Bestes dazu tun, die Kirche als völlig auf dem Holzweg darzustellen, muss man nicht damit rechnen, dass man ihr viele neue Anhängerinnen bringt.

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Aber: Wieso jetzt eigentlich keine Frauen als katholische Priesterinnen? Das Thema kommt ja immer wieder auf; und ich habe früher auch nicht verstanden, wieso eigentlich nicht. (Woran, wie gesagt, diese ältere Generation in der Kirche schuld war, die einem keinen Katholizismus beibringt.)

Die einfachste und prinzipiell ausreichende Antwort darauf ist, dass Jesus es nicht wollte. Er hat in den Kreis der Zwölf nur Männer berufen; nicht eine einzige Frau unter Zwölf, was Er gekonnt hätte (Er hielt sich nicht immer an gesellschaftliche Konventionen, und auch damals gab es in anderen Kulten Priesterinnen); auch die Apostel haben nirgendwo Frauen als ihre Nachfolger eingesetzt. Jesus ist Gott; was Gott tut, ist richtig; wir haben Gott zu folgen. Außerdem wurde von der Kirche bereits wiederholt festgestellt und bestätigt, dass die Lehre vom ausschließlich männlichen Priestertum unveränderlich und als „zum Glaubensgut gehörend“ zu betrachten ist, also von jedem Katholiken angenommen werden muss; und auf die von Jesus eingesetzte Kirche vertrauen wir.

So weit, so gut; aber alles, was Gott tut, muss auch einen Grund haben, muss aus irgendeinem Grund notwendig oder zumindest angemessen sein. Und da kann man weiter suchen.

Grundsätzlich gilt zunächst, dass Priester nach katholischer Vorstellung vom Priesteramt eben nicht nur eine Gemeinde organisieren und Predigten halten, sondern dass sie vor allem Christus, das Haupt der Kirche, in heiligen Riten (v. a. der Eucharistie) repräsentieren, in denen Er durch sie handelt. Es gab im Lauf der Geschichte viele Kulte mit Priesterinnen; aber das waren dann normalerweise Priesterinnen einer als weiblich gedachten Gottheit.

Aber wieso denn keine weiblich gedachte Gottheit?, könnte man einwenden. Gott steht über der menschlichen Geschlechterpolarität, Er ist weder männlich noch weiblich. Wieso Ihn also nicht auch „Sie“, „Göttin“, „Mutter“ nennen?

Aus einem einfachen Grund: Er hat sich in männlicher Form zu erkennen gegeben, uns angewiesen, Ihn „Vater“ (und nicht „Mutter“) zu nennen, und ist als Mann Mensch geworden – Priester handeln in persona Christi, in der Person Christi, eines Mannes. Gott wird in der Bibel an ein paar vereinzelten Stellen mit einer Mutter verglichen, aber nie so angesprochen. Das hat auch seine Gründe: Der Glaube an Muttergottheiten hat immer etwas Pantheistisches (man denkt an die Erde, die das Leben gebiert), während das Bild des Vatergottes besser zu einem außerhalb der Welt stehenden Schöpfer passt, an den Christen glauben. Es ist wichtig, in welchen Bildern und Begriffen man von Gott spricht.

Wenn das ausschließlich männliche Priestertum verteidigt wird, wird oft der Vergleich herangezogen, dass Männer auch nicht schwanger werden könnten, so wenig, wie Frauen Priester werden könnten, was auch keine Diskriminierung der Männer durch den Schöpfer von Mann und Frau sei. Dagegen könnte man einwenden, dass Männer zwar keine so zentrale Rolle beim Kinderkriegen spielen wie Frauen und keine so ursprüngliche, intime Bindung zu ihren Kindern haben wie sie, aber trotzdem eine ziemlich wichtige komplementäre Rolle: Zu jeder Mutter braucht es einen Vater. Gibt es eine ergänzende Rolle für Frauen zu den männlichen Priestern?

Es gibt tatsächlich eine: Die geweihte Jungfrau. „Die geweihte Jungfrau (virgo consecrata) ist vor allem Braut Christi (sponsa Christi). Dies ist der Kern des Weihegebetes. (…) Durch ihre Weihe wird die geweihte Jungfrau zu einem Zeichen, das auf die bräutliche und unzertrennliche Liebe der Kirche zu Christus hinweist.“ (Quelle hier.) Der Priester vertritt also Christus; die geweihte Jungfrau repräsentiert die Kirche, die Braut Christi. Geweihte Jungfrau können tatsächlich nur Frauen werden. (Auf eine gewisse Weise kann und soll natürlich jeder Christ beide Rollen verkörpern: In uns soll Christus gegenüber anderen lebendig werden und wir sagen andererseits auch alle als Glieder der Kirche zu Christus: „Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, / mein König und mein Bräutigam, / du hältst mein Herz gefangen. […] Er hat mich ganz sich angetraut, er ist nun mein, ich seine Braut; drum mich auch nichts betrübet.“)

Es ist natürlich für beide Geschlechter möglich, in einer Ordensgemeinschaft oder als Privatgelübde ein Gelübde der ehelosen Keuschheit (und evtl. die weiteren Gelübde der Armut und des Gehorsams) abzulegen; das ist aber unterschieden von der Jungfrauenweihe. Übrigens besteht ein weiterer Unterschied zwischen den Nonnen & Frauen mit Privatgelübden und den vom Bischof geweihten Jungfrauen darin, dass die geweihten Jungfrauen tatsächlich Jungfrauen sein müssen – also niemals freiwillig Sex gehabt haben oder (nach den neuen Statuten) zumindest „niemals eine Ehe eingegangen sind und auch nicht offenkundig ein dem jungfräulichen Stand widersprechendes Leben geführt haben“ (was auch immer genau das heißen soll) –  während auch Witwen oder reuige ehemals promiskuitive Frauen als Nonnen in einen Orden eintreten oder Privatgelübde ablegen können: Bei geweihten Jungfrauen steht ihre symbolische Bedeutung mehr im Vordergrund, sie repräsentieren die gesamte Kirche, von der Paulus schreibt „ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen“ (2 Korinther 11,2). „Die Lebensform der geweihten Jungfrau ist zu verstehen als Zeichen für die virgo ecclesia, die dem kommenden Herrn auf Erden betend und ihn bezeugend entgegenharrt und sich für ihren Bräutigam bewusst bereitet.“ (Quelle hier.)

(Barna da Siena, Mystische Hochzeit der hl. Katharina von Siena. Gemeinfrei.)

Witzigerweise gab es tatsächlich einmal jemanden, der es den geweihten Jungfrauen neidete, dass sie eine Position hatten, die Männern nicht offen stand: den etwas überheblichen und etwas frauenfeindlichen antiken Theologen (und gegen Ende seines Lebens zu den Montanisten übergegangenen Ketzer) Tertullian (gest. nach 220 n. Chr.), der folgendes über die in der Kirche besonders geehrten geweihten Jungfrauen schrieb (er argumentiert an dieser Stelle dafür, dass die geweihten Jungfrauen ebenso wie die anderen Frauen in der Kirche Kopftücher tragen sollen, um nicht ihre Position zur Schau zu stellen):

„Es ist schon hart genug, dass die Weibsleute, die doch in allem den Männern untergeordnet sind, ein ehrendes Kennzeichen ihrer Jungfrauschaft zur Schau tragen, um dessentwillen sie von den Brüdern hochgeachtet, geehrt und verherrlicht werden, während so viele jungfräuliche Männer, so viele freiwillig Verschnittene einhergehen, ohne dass ihr Vorzug bemerkbar wäre, indem sie nichts tragen, was sie auszeichnete. Sie sollten doch auch irgend welche Abzeichen für sich in Anspruch nehmen, entweder die Federbüsche der Garamanten, die Kopfbinden der Barbaren, die Cicaden der Athener, die Haarbüschel der Deutschen, die Tätowierungen der Bretonen, oder im Gegenteil, sie sollten sich mit verschleiertem Haupte in der Kirche verbergen. Wir sind überzeugt, dass der h. Geist den jungfräulichen Männern Zugeständnisse der Art viel eher hätte machen können, wenn er sie den Weibern gemacht hätte, da den Männern, abgesehen von dem höhern Ansehen ihres Geschlechtes, auch um der Enthaltsamkeit selbst willen höhere Ehre gebührt hätte. Je stärkere und brennendere Begierde dieses Geschlecht gegen die Weiber empfindet, desto schwieriger ist die Beherrschung des heftigeren Triebes, und desto mehr jeder Auszeichnung würdig, wenn die Schaustellung der Jungfräulichkeit überhaupt etwas würdiges ist. […] Wie wäre es also möglich, dass Gott nicht viel eher den Männern etwas derartiges als Auszeichnung zugebilligt haben sollte, schon weil sie ihm als sein Ebenbild näher stehen und weil sie sich mehr angestrengt haben. Wenn er aber dem Manne nichts zugebilligt hat, dann der Frau noch viel weniger.“ (Über die Verschleierung der Jungfrauen, 10. Kapitel)

Schön, könnte man einwenden, es gibt also eine entsprechende Position für Frauen. Aber geweihte Jungfrauen haben in der Kirche weniger Einfluss als Priester. Sie haben kein Amt, keinen bestimmten Beruf in der Kirche, arbeiten oft weiter in einem zivilen Beruf. Und auch Nonnen haben oft weniger Macht als Priester, zumindest aber weniger als Bischöfe.

Das Priesteramt beinhaltet schließlich auch nicht nur die Feier der Eucharistie in persona Christi; die Aufgabe des Klerus ist es, in persona Christi das Volk der Kirche 1) zu lehren, 2) zu leiten und 3) zu heiligen. An allen diesen Aufgaben haben Laien mehr am Rand und ausnahmsweise und dann, wenn der Klerus Aufgaben an sie delegiert, Anteil, nicht nur an Nr. 3). (Ihre eigenen Aufgaben haben sie in der Welt.)

Lehren: Offizielle Lehrentscheidungen treffen können nur die Bischöfe und v. a. der Papst, in der Messe predigen nur Bischöfe, Priester und Diakone, auch wenn Laien Religionslehrer, Theologieprofessoren oder Katecheten sein können.

Leiten: Eine Diözese wird immer vom Bischof geleitet, auch wenn er Laien als Mitarbeiter in der Verwaltung haben kann. Auch eine Pfarrei wird, außer bei extremem Priestermangel, von einem Priester geleitet.

Heiligen: Die Eucharistie feiern, die Beichte abnehmen, die Firmung spenden etc. können nur Kleriker; auch wenn Laien Nottaufen vornehmen (z. B. bei einem Todkranken), einen Wortgottesdienst leiten, beim Rosenkranz vorbeten können.

Wenn also die Priester nur aus den Männern ausgewählt werden, haben Frauen auch an Lehre & Leitung weniger Anteil. Und dass auch das Lehren & Leiten vom Klerus ausgeht, gehört zur Grundstruktur der Kirche.

Auf das Machtargument wird gerne – und völlig richtig – geantwortet, dass es in der Kirche nicht um Macht zu gehen habe, sondern ums Dienen. Wer Macht wolle, sei dafür nicht geeignet. Außerdem ist das Priesteramt nicht gedacht als vorteilhafte Stellung, sondern als aufopferungsvoller Dienst; Priestersein ist auch eine stressige und fordernde Aufgabe, und bringt vor allem viel Verantwortung mit sich. Vor dem Richterstuhl des Herrn werden Priester strenger beurteilt werden als Laien. So wie (um an einen Vergleich von oben zu erinnern) Mütter zwar eine engere Bindung zu ihren Kindern haben als Väter, haben sie es beim Kinderkriegen auch schwerer; dafür haben Priester, die in der Kirche mehr zu sagen haben, es auch schwerer als geweihte Jungfrauen.

Die Befürworter des Frauenpriestertums könnten auf dieses Argument hin sagen, dass es ihnen nicht um Macht, sondern um Gerechtigkeit ginge: Die Kirche sollte nicht einfach eine Gruppe vom Priesteramt ausschließen; sie sollte z. B. genauso wenig wie alle Frauen alle Rothaarigen vom Priesteramt ausschließen. Oder anders formuliert: Sie würden vermutlich sagen, dass der Wunsch nach einer anderen Verteilung von Macht (da Macht nun mal vorhanden ist und irgendjemand sie ausüben muss) nicht aus persönlicher Machtgier, sondern aus Gerechtigkeitssinn komme.

In dieser Argumentation liegt aber ein einfacher Denkfehler, der aus der neuzeitlichen Politik kommt: Die Vorstellung, dass Herrschaft, an der die Beherrschten nicht alle gleichen Anteil und gleiche Mitwirkungsmöglichkeiten hätten, grundsätzlich ungerecht und tyrannisch sein müsse. Wer so denkt, geht z. B. auch davon aus, dass die Erbmonarchie prinzipiell eine illegitime Regierungsform sei; was sie allerdings nach der Lehre der Kirche nicht ist (genauso wenig wie die Wahlmonarchie oder der Parlamentarismus u. Ä.).

Eine reine Demokratie ist auch in der Politik allein schon nirgends möglich. Auch da, wo Wahlen stattfinden, wird nur zwischen wenigen Kandidaten ausgewählt, von denen vielleicht alle sehr unbeliebt sind; die Ämterstruktur ist schon vorher festgelegt und wird nicht einfach verändert; nach der Wahl entscheiden die Gewählten in den nächsten Jahren allein und bieten vielleicht auch ihren Wählern böse Überraschungen; und selbst bei den seltenen Volksabstimmungen hat man nicht einfach „den Willen des Volkes“ vor sich, weil immer viele Wähler schlecht informiert sein werden, über welche konkreten Änderungen sie abstimmen, und vielleicht anders abstimmen würden, wenn sie informiert wären, und weil den Wählern auch nur wenige Möglichkeiten zur Auswahl gestellt werden. Es entscheidet auch niemand, in welchem Land mit welcher Verfassung er geboren wird. Kurz gesagt: „Alle Macht geht vom Volk aus“ ist eine Illusion.

Und sie ist eine Illusion, die man eigentlich nicht nötig hätte: Macht kann auch anständig ausgeübt werden, wenn jemand nicht den Rückhalt (einer Mehrheit) des Volkes hat oder nicht jeder die Möglichkeit hätte, ebenfalls auf seinen Posten zu gelangen. Auch in der Politik gibt es Menschen, die kein aktives und passives Wahlrecht haben (Kinder; geistig Behinderte; Demente; ansässige Ausländer) oder die keine reale Chance haben, selber auf einen mächtigen Posten zu kommen (schwer chronisch Kranke, Menschen ohne Schulabschluss, Analphabeten, Obdachlose). Der Demokratismus müsste davon ausgehen, dass alle diese Gruppen zwangsläufig unterdrückt werden müssen; das werden sie aber nicht.

Da heutzutage niemand mehr Vergleiche und Gleichsetzungen auseinander halten kann: Ich sage nicht „Frauen = Demente/Kinder“; ich mache an einem Vergleich deutlich, dass eine Gruppe nicht zwangsläufig unterdrückt sein muss, wenn sie nicht in Machtpositionen vertreten ist.

Es entspricht der Natur der Menschen, die zusammenleben, dass irgendjemand (bzw. mehrere) das Sagen haben muss; und um sicherzustellen, dass diese Macht nicht falsch verwendet wird, ist anderes entscheidend als ein allgemeines passives Wahlrecht. (Übrigens können Machthaber gerade dann, wenn sie meinen, sie hätten ihre Position nur durch ihre eigenen überlegenen Fähigkeiten erreicht, da angeblich alle anderen dieselben Chancen gehabt hätten, sie zu erreichen, sehr überheblich werden, was für ihre Untergebenen nicht angenehm ist. Das klingt vielleicht wie eine Abschweifung, aber es ist m. E. wichtig, es zu betonen: Die Kirche ist keine Meritokratie und der Bischof muss nicht der klügste Theologe oder der größte Heilige sein; dass es auch kluge Menschen und Heilige außerhalb des Klerus gibt, und man nicht so tut, als müssten alle klugen Theologen oder heiligmäßigen Christen Kleriker werden, bewahrt auch den Klerus vor Anmaßung.)

Die Kirche ist keine Demokratie; und damit ist sie keine Diktatur. Wenn Gott entschieden hätte, alle Rothaarigen vom Priesteramt auszuschließen, hätte er auch dazu das Recht gehabt. Die Kirche hat ihre Verfassung von Gott, der auch „monarchisch“ über die Welt regiert. Eine untergeordnete Position ist nichts Schlimmes, und zu gehorchen völlig in Ordnung. Darüber hat aber vor einiger Zeit Pater Edmund Waldstein OCist (hauptsächlich mit Bezug auf den politischen Bereich) besser geschrieben.

Mir ist schon klar, dass diese Argumentation von der Gegenseite vermutlich als propagandistische Rechtfertigung unterdrückerischer Machtstrukturen wahrgenommen werden wird (die bei einer Frau wie mir nur von internalisierter Misogynie (oder was auch immer) kommen kann). Aber dass das so wahrgenommen wird, liegt ja nur an der Propaganda des Liberalismus und Demokratismus, mit der die heutigen Machthaber einen zudröhnen (ich will nicht sagen, dass sie sie verwenden, um zu verschleiern, dass sie selbst Machthaber mit an sich „undemokratischer“ Legitimation sind, denn sie glauben ja i. d. R. wirklich, was sie sagen). Man sollte sich mal ernsthaft fragen: Würde eine Welt funktionieren, in der (in der Praxis, nicht in der Theorie!) von niemandem erwartet werden würde, sich Autoritäten zu unterwerfen, deren Vorhandensein und deren Regeln er nicht vorher zugestimmt hat? Natürlich würde sie das nicht. Hier sieht man schon einen Grundfehler des Liberalismus und Demokratismus.

Und sich zu beschweren, dass man nicht Priesterin werden kann ist eben letztlich genauso sinnlos wie die Beschwerde, dass man nicht englische Königin werden kann.

Vielleicht gäbe es noch weitere Angemessenheitsgründe für diese Lehre der Kirche; das hier waren nur ein paar Stichpunkte, die man nennen könnte, um auf die Vorwürfe der Gegner zu antworten.

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11 Gedanken zu “Wieso kein Frauenpriestertum?

  1. Der Zustand in dem sich die katholische Kirche hierzulande befindet, könnte in einem Gespräch zum Ausdruck kommen, das ich gestern mit unserem Pfarrer geführt habe, nachdem „Maria 2.0“ von zwei Seniorinnen in(!) der Pfarrkirche vor der Messe bekannt gemacht wurde. Auf meinen Einwand, dass ich in der Messe Gott begegnen will und nicht der Privatmeinung von zwei Damen oder irgendeiner anderen Person, anwortete der Priester sinngemäß: Ich bin ja ganz ihrer Meinung, wenn ich allerdings diese Aktion boykottiere, dann werde ich beim Bischof angeschwärzt, der dann bei mir nachfragt warum es in der Gemeinde Unruhen gibt. Danach folgt dann eine Versetzung ins Nimmerland. Auf seine Gegenfrage ob ich das will, war ich zugegebenen, erst einmal ohne Argument. Ich antwortete, dass ein Klima der Angst, wohl kaum eine Grundlage für die Verkündigung der frohen Botschaft sein kann. wo er mir zugestimmt hat.
    Der Mann hat Angst. Der Priester ist zum Spielball zwischen den Fronten geworden und der Schiedsrichter (Bischof) lässt jedes Foulspiel durchgehen ohne eine rote Karte zu ziehen. Es ist soweit, dass der Gefoulte selbst den Platz verlassen muss.

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    1. Ändert nur leider auch nichts daran, daß es eine Sünde ist, einen glaubensfeindlichen Aufruf in einer Kirche verlesen zu lassen, wenn man die Macht hätte, das zu unterbinden.

      Wenn der Bischof einen dann versetzt, dann ist das eben so. Man könnte ihn freilich daran erinnern, daß es entgegen anderslautenden Gerüchten auch im Neuen Bund nicht ganz ausgeschlossen ist, um Gerechtigkeit gegen die eigenen Feinde zu beten, und daß er mal darüber nachdenken soll, wie wohl Gott auf das Gebet eines Priesters gegen seinen Bischof, weil der ihn wegen seiner Glaubenstreue verfolgt, reagieren würde.

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  2. Ich habe folgenden Kommentar auf kath.net gefunden:

    „Der Sündenfall beginnt schon viel früher.
    Schon viel früher haben sich die Päpste versündigt am Weihesakrament. Während der Hl. Thomas und das Konzil von Florenz (dieses unfehlbar) festlegten, dass die Materie der Priesterweihe die Übergabe von Kelch und Patene waren, ÄNDERTE Pius XII. das (plötzlich die Handauflegung). Und Paul VI. schaffte die vier niederen Weihen und die höhere Weihe des Subdiakonats ab. Und er änderte die Weiheformel der Bischofsweihe total. Wenn schon Materie und Form geändert wurden, warum dann nicht auch die Empfänger?“

    Was kann man dazu sagen?

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    1. Das mit dem Konzil von Florenz bezieht sich offensichtlich auf die Unionsbulle mit den Armeniern, in der es heißt: „Das sechste ist das Sakrament der Weihe, deren Materie das ist, durch dessen Übergabe die Weihe gespendet wird: So wird das Priestertum übertragen durch die Darreichung des Kelches mit Wein und der Patene mit Brot, das Diakonat aber durch das Geben des Evangelienbuches…“ usw. Dann kommt noch ein konkretes Gebet, das bei der Priesterweihe zu sprechen ist. Das Ganze sieht mir sehr danach aus, dass es sich hier um eine disziplinäre Anweisung handelt, wie genau die Priesterweihe zu vollziehen ist, nicht um eine dogmatische Festlegung. Und da heißt es ja auch: Die Materie ist das, wodurch die Weihe übertragen wird, und was genau das ist, kann sich dann wohl ändern; diese Bulle wollte wohl auch sicher nicht sagen, das einzig gültige Weihegebet wäre das, was sie dann festlegt. Ich müsste mich da aber noch genauer informieren, das ist das, was ich nach einem kurzen Blick auf die Bulle sagen würde.

      Außerdem sind nicht alle Dokumente und alle Inhalte eines Dokuments eines Konzils unfehlbar, das hier sieht mir sowieso nicht nach einem unfehlbaren aus.

      Man muss auch sehen, dass sich Weihegebete usw. in der Kirchengeschichte schon öfter etwas verändert haben; und die Weihen unterhalb der Diakonatsweihe wurden auch von der Kirche eingeführt (zwar schon ziemlich früh, es gab sie spätestens im 3. Jh.) und sind nicht unverzichtbar und ursprünglich; die Kirche kann sie also auch wieder abschaffen. Man muss die Änderungen durch Paul VI. nicht gutheißen, aber möglich sind sie.

      – Crescentia.

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    2. 1. Warum ist etwas unabänderlicherweise Form und Materie des Sakraments? Natürlich kann die Kirche darüber Aussagen machen, auch unfehlbare, aber vielleicht schadet es doch nicht, wenn man sich daran erinnert, daß es *eigentlich* deswegen ist, weil Christus das so eingesetzt hat. Insofern ist es schon bemerkenswert, daß wir in der Bibel und mW auch den ältesten Traditionen von Kelch und Patene halt gar nichts in diesem Zusammenhang lesen, von Handauflegung sehr wohl (2 Tim 1, 6; dem Zusammenhang nach wohl nicht Firmung, sondern Weihe gemeint).

      (Natürlich, von der Salbung mit Öl konkret auf die Firmung bezogen lesen wir auch nichts; hier dürfte man aber eine Intervention des Hl. Geistes annehmen.)

      Dies gilt auch für die Weiheformel: was die Kirche eingeführt hat, kann die Kirche ändern, solange die Formel als solche geeignet ist, in ihrem Wesen das Sakrament auszudrücken.

      2. Der Begriff „höhere“ und „niedere“ Weihen gehört der Rechts-, nicht der sakramentologischen Sphäre an und wird durch kirchliche Definition festgelegt, ist insbesondere nicht mit „sakramentaler“ und „nichtsakramentaler“ Weihe identisch. Der Subdiakonat war bis 1970 (oder so) zweifellos eine höhere Weihe, seither ist er zweifellos eine niedere, sakramental aber war er entweder (nach heute herrschender Ansicht) nie oder aber (nach heute nicht mehr vertretener Ansicht) immer.

      Ebenso ist auch der Stand des „Klerus“ einer des kirchlichen Rechts. Niemand heute Nennenswertes hat jemals die Tonsur für ein Sakrament gehalten (anders als bei den niederen Weihen), aber mit der Tonsur wurde man bereits zum Kleriker, und wird es heute nicht mehr, sondern erst als Diakon. Auch kann man aus dem Klerus in Ausnahmefällen entlassen werden, eine Weihe hingegen entfällt nie.

      3. Paul VI. hat entgegen anderslautenden Gerüchten die niederen Weihen nicht abgeschafft, sondern *umbenannt*; man solle zukünftig nicht mehr von niederen Weihen, sondern von „Dienstämtern“ (als ob das Priestertum das nicht wäre!) sprechen. Das war ziemlich unglücklich, aber wer heute zum Lektor geweiht wird, ist Lektor, und wer heute zum Akolythen geweiht wird, ist Akolyth. Wenn allerdings die Bischofskonferenz (wie von Paul VI. gestattet) die Akolythen Subdiakone nennt, so ist ein solcher „Subdiakon“ tatsächlich *kein* Subdiakon, wohl aber *ist* er Akolyth. Etwas verwirrend. – Ostiarier, Exorzisten und (echte) Subdiakone werden hingegen seitdem tatsächlich nicht mehr geweiht, außer bei den altrituellen, aber das heißt auch nicht, daß es die Weihestufen nicht mehr gibt, sondern daß sie leer sind.

      (Ja, das sieht glaubich kaum jemand so, aber ich kann nicht sehen, wie man aus Ministeria quaedam andere Schlüsse ziehen könnte. Ein Indiz ist auch, daß Lektorat und Akolythizität nach wie vor Männern vorbehalten sind.)

      4. Bei dem allen auch nicht zu vergessen: Die Weihe ist *ein* Sakrament, nicht acht und auch nicht drei. Vor der Weihe des Stephanus und der anderen sechs gab es in der Kirche nur einen Weihegrad, den Bischof (und davon gleich zwölf, auf erst 150 und dann ganz grob ca. 5000 Gläubige…).

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  3. Vielleicht etwas flapsig und oberflächig: Eine Ampelanlage vor 50 Jahren unterscheidet sich im Aussehen und Funktionalität grundsätzlich von den Ampelanlagen in der Gegenwart. Es gilt allerdings immer noch: Bei Rot musst du stehen, bei Grün kannst du gehen.

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  4. Zum eigentlichen Thema: Sehr gute und mE auch notwendige Überlegungen.

    Übrigens ist der Vorrang des Amtes tatsächlich beim Leiten und Lehren gewissermaßen noch größer; Heiligen kann und soll auch der Laie, nämlich das eigene Leben, dann auch die Speisen, die er ißt (auch wenn er, es sei denn aus Versehen, kein Kreuzzeichen über sie schlägt) usw. Nur ein Priester kann das hl. Meßopfer darbringen, aber der Laie kann es *mit* darbringen; das Suscipiat betet laut nur der Ministrant (im alten Ritus), was zum Ausdruck bringt, daß auch der niedere Klerus da einen Vorrang vor den Laien hat, aber inhaltlich ist da im Prinzip nichts drin, was nicht auch ein Laie sagen kann. Leiten und Lehren hingegen können Laien hingegen nur im Auftrag, in untergeordneter Rolle und per delegationem.

    Um nun die Gedanken versuchsweise ein wenig weiterzuspinnen: Es könnte jemand sagen, schön, in der Republik Venedig konnten nur Leute aus bestimmten Familien Senator werden, in der katholischen Kirche können nur Leute aus einem bestimmten Geschlecht Priester werden; ist halt einfach ein Vorrecht. Aber warum?

    Dazu fallen mir dann erstmal zwei Dinge ein, die *auch* noch keine bestimmte Antwort sind, und vielleicht noch ein drittes, das erst recht keine ist.

    1. Hat denn die katholische Kirche davon ein spezifisch männliches Gepräge weggetragen? – Ich denke, man kann hier mit einem gewissen Grinsen an die Kirchengegner der letzten paar Jahrhunderte appellieren: das hat sie *nicht*, sondern die werfen ihr andauernd an den Kopf, wie weibisch (wie sie sagen) sie doch sei. (Und in der Tat ist „Kirche“ ein Femininum, ebenso übrigens wie „Seele“).

    Das kommt auch öfter vor: Graecia capta ferocem victorem cepit; wer bestimmt de facto im Militär, wo’s langgeht? Genau, der Spieß (bezeichnenderweise die „Mutter der Kompanie“ genannt), weniger der Chef, auch wenn er sein Vorgesetzter (und ziemlich genau in der Vatersrolle) ist. Wer prägte in der letzten Dynastie das Chinesische Kaiserreich? Genau, die Chinesen, deswegen heißt es auch so; nicht das Kaiserhaus, das eigentlich ein mandschurisches Einwandererhaus ist. Wer gewann den Deutsch-Französischen Krieg? Auf dem Schlachtfeld Deutschland, das aber kaum die Kanonen wieder eingemottet hatte, als es sich schon anschickte, seinen ganzen schönen Föderalismus, seine althergebrachten komplizierten langweiligen Traditionen, die Erinnerung ans Heilige Römische Reich usw. gleich mit einzumotten und sich auf den Weg machte, ein Zentralstaat französischer Prägung zu werden. – Ich bin wohl ein wenig abgeschweift. – Unter Ehemännern scheint die, wenn auch etwas humoristische, Bezeichnung der Ehefrau als „die Chefin“ gang und gäbe zu sein, und wenn der hl. Paulus sagt: „ihr Männer, liebt eure Frauen; ihr Frauen, ehrt eure Männer“, dann fordert er sie vermutlich zu gerade *den* Dingern auf, zu denen sie der Aufforderung bedürfen: von total verbumfeiten Exemplaren abgesehen ehrt jeder Mann die Frauen, im allgemeinen und besonderen, aber die Frau zu lieben, die sich dauernd um ihn sorgt und ihn dabei vielleicht auch etwas bevormundet, daran muß er vielleicht erinnert werden; und natürlich liebt die Frau ihren Mann, aber ihn auch zu ehren – insbesondere, wenn er, das soll vorkommen, sich diese Ehre nicht zuvor durch Leistung verdient hat, daran muß vielleicht auch sie erinnert werden. Und es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit – keine 100 %, aber vermutlich deutlich über 50 % -, daß, wenn man eine beliebige Pfarrei sich ansieht, die Pfarrsekretärin, die Organistin, die Leiterin des Frauen- und Müttervereines, die Leiterin des Kirchenchores und die sehr engagierte Frau Niedermüller in der dritten Kirchenbank (alles im wesentlichen von Frauen ausgeübte Ämter) auf sie einen prägenderen Einfluß haben als der Pfarrer (und zu meist einen, der ein gutes Stück mehr moralisiert als der Pfarrer). Und übrigens auch als der (häufig interessanterweise männliche, obwohl das niemand vorschreibt) Pfarrgemeinderatsvorsitzende. – Wird der Pfarrer häufiger versetzt, dann wird die Wahrscheinlichkeit eine größere.

    2. „Gott sei Dank.“

    a)Bei alledem ist doch erfreulich, daß mit dem Pfarrer doch auch ein Mann da ist, der im Prinzip das letzte Wort hat. Auch die Erziehung wird, teils bei alleinerziehenden Müttern auch zu Hause, immer aber in Kindergarten, Grundschule, Jugendamt und Jugendgerichtshilfe und zunehmend auch an weiterführenden Schulen (mit der bezeichnenden Ausnahme Hauptschule) und bei den Jugendrichtern im wesentlichen von Frauen durchgeführt; ganz zu schweigen von den Kommunionmüttern. Da ist es ganz gut, daß wenigstens der Pfarrer (der doch zumindest im Idealfall an der Erziehung der Kinder seiner Schäfchen einen gewissen Anteil hat) ein Mann ist. Zumal die Erfahrungen der Anglikaner zeigen: es geht nicht um die eine oder andere Frau, die man da auch mit reinläßt, woran sich am Gesamtbild der Kirche ändert, Wenn Frauen ins kirchliche Amt dürfen, übernehmen sie es mit Mehrheit – und gerade bei einem sozialen Beruf wie der Seelsorge würde man sich vermutlich sehr schnell fragen, warum das überhaupt ein Mann machen solle.

    b) Nebenbei: unser Heiland hat Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes so zugerufen: „Kommt mit“, und sie sind gekommen. Männer scheinen es zu mögen, wenn sie gebraucht werden, und die Anforderung dann nicht immer, aber manchmal, auch zu erfüllen. Hätte Er vor einer gemischtgeschlechtlichen Menge gesagt „ich brauch‘ zwölf Freiwillige, Geschlecht egal“, dann wären das vermutlich alles Frauen gewesen. Und bei aller Klage über die Faulheit des männlichen Geschlechts: Daß man das Notwendige tut (in der Kirche: die Seelen zum Himmel führen) und in der Freizeit bzw. in der Zeit, in der man jetzt etwas Zweckmäßiges gerade eh nicht machen kann, auch wenn es an sich viel zu tun gäbe, dann entweder – die heiligmäßigere Variante – des kontemplativen Gebetes pflegt oder – die weniger heiligmäßige Variante – bei einem Feierabendbier den lieben Herrgott einen guten Mann sein läßt, ist vermutlich die dem mit der Seelsorge betrauten Stand angemessenere Variante, als in Aktivität sich einen Vorgarten zu schaffen, in dem man sich selbst verwirklich, auch wenn das (damit wir uns nicht falsch verstehen) *legitim* ist. Und irgendwie assoziiere ich ersteres eher mit den Männern und letzteres mit den Frauen. (Das ist Brainstorming, bitte deswegen kein Shitstorming^^.) Die Ordensmitglieder sind mit großer Mehrheit Frauen; die *kontemplativen* Ordensmitglieder aber sind, wenn ich recht informiert bin, mit großer Mehrheit Männer. (Wobei gewisse Leute im Mittelalter natürlich Unrecht hatten, wenn sie – wie ich zumindest gerüchteweise gehört habe – Frauen für das kontemplative Ordensleben *ganz* unfähig hielten.)

    c) Ich bin bisher noch aus wenigen Messen herausgegangen, in denen entgegen dem paulinischen Verbot Frauen gepredigt hatten, ohne zu denken, daß der Apostel für sein Verbot schon einen Grund gehabt hat. Wobei die Frauen, die das dem Verbot entgegen tun, natürlich eine Negativauslese sind. Übrigens höre ich Frauen durchaus gern beim Zeugnis-geben außerhalb der Messe zu (das sind dann aber keine hauptamtlichen). Wenn ich diese natürlich völlig unwissenschaftliche und unbegründete Meinung vielleicht ein wenig begründen darf und dabei ganz tief in die Vorurteilskiste greifen darf: Vielleicht neigen ja tatsächlich speziell Frauen ein wenig mehr dazu als Männer, ihre eigenen Gefühle einzubringen, nicht, weil sie sachlich nicht *könnten*, aber vielleicht auch, weil sie meinten, das *müsse* in religiöser Rede so sein. Der Messe ist aber eine im wesentlichen sachliche Predigt angemessen, bei der das Erwecken von Emotionen natürlich ein Zuckerl ist, aber im Dienste der Sache stehen sollte, und eigenes Erleben und Empfinden (ebenso wie übrigens Witze) durchaus vorgebracht werden können, um einen Punkt zu illustrieren, aber eben genau dazu, einen Punkt zu illustrieren. Und dazu neigen Männer vielleicht ein wenig mehr als Frauen, und fast sicher ein gutes Stück mehr als *die* Frauen, die bei uns derzeit auf den Pastoralreferentinnenposten zu finden sind. (Wie gesagt, ich brainstorme.)

    d) Männer und Frauen sind gleichberechtigt – per Gesetz, ja. Es gibt aber eine ganze Reihe von Berufen, die ursprünglich mal hoch geachtete Männerberufe waren, dann aber mehrheitlich von Frauen übernommen worden sind, und rein zufällig – das braucht man nicht *gut* finden, versteht sich – ging gleichzeitig auch die gesellschaftliche Achtung herunter; das macht man halt so und kommt irgendwie unter. Der Bürokaufmann/Sekretär, der Inspektor-bei-der-Stadt, der Schulmeister, mittlerweile fast auch schon der Studienrat sind so Beispiele (obwohl bei letzterem immer noch sehr viele Männer dabei sind); beim Arzt und, eine Stufe darunter, beim Bankkaufmann hält sich die Achtung derzeit noch. Man muß von der Gesellschaft ausgehen, in der wir leben, nicht von der, in der wir vielleicht gerne leben würden: wer würde garantieren, daß mit dem Priestertum nicht dasselbe passierte?

    3. – und das ist am wenigsten ein Argument -: Gibt es denn allzuviele Frauen, die praktisch wünschen, das Priestertum *im übrigen* (also bis auf das Geschlecht) *zu den Bedingungen der katholischen Kirche* zu übernehmen? Also „Frauen ja, aber auf jeden Fall mit Zölibat“ (was seinerzeit meine Meinung gewesen war, bevor mir klar geworden ist, daß das allein männliche Priestertum tatsächlich Lehre der Kirche ist – nach dem Motto „wenn man das machen kann, ohne einen Preis zu bezahlen, was ist dann noch besonderes daran“) vertreten? Und mit vorheriger mehrjähriger Kasernierung in „Priesterinnenseminaren“?

    Alles keine *letztlich* schlagenden Argumente, ich weiß. Aber wenn Gott selbst die Ungleichbehandlung von Mann und Frau will, und wenigstens in diesem Punkt tut Er es, dann darf man sich über die positiven bzw. ausbleibenden negativen Effekte auch freuen.

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    1. Ich dachte mir auch schon manchmal „ist ja auch gut, wenn wenigstens durch das Priestertum noch Männer in der Kirche gehalten werden und das kein reiner Weiberverein wird“ und „irgendwie hab ich noch nie eine gute Predigt (bzw. Halb-Predigt, wenn die Pastoralreferentin ein paar Worte sagt, bevor dann der Pfarrer noch ein paar Worte sagt, damit die Vorschrift nicht ganz gebrochen wird) gehört“. Aber dann hatte ich das Gefühl, das kann man ja so nicht schreiben 😀

      – Crescentia

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  5. Der eigentliche Grund dürfte tatsächlich der sein, daß Gott eben männlich, die Kirche aber weiblich ist (die genaue Definition von „männlich sein“ und „weiblich sein“ schenke ich mir und verweise auf Hw. Aidan Nichols), Er deswegen als Mann Mensch wurde und er deswegen in persona Christi auch von Männern repräsentiert werden will. Deswegen, um die Suche des Schöpfers nach dem Geschöpf darzustellen, hat Er die Geschlechtertrennung überhaupt erst eingeführt, um hernach das Ehemysterium haben zu können (vgl. Gen 2,24; Eph 5,32), und deswegen soll der Priester ein Mann sein, während die Kongregation als solche weiblich ist, außer in Privatmessen auch fast immer Frauen enthält und, wenn sie keine enthält, zwar aus pastoralen und Frömmigkeitsgründen stattfinden kann, aber – das wird man vielleicht sagen können – ebenso wie die Privatmesse etwas Unvollständiges an sich hat.

    „Die Kongregation als solche weiblich“: Was ein Zufall der lateinischen Sprache sein könnte, bringt Chesterton unnachahmlich so auf den Punkt: „Men are men, but Man is a woman.“

    Und vielleicht wird auch häufige Beobachtung, daß Frauen die besseren Menschen sind, ein wenig dadurch erklärt, daß sie nur symbolisieren müssen, was sie auch sind, während Männer den symbolisieren müssen, der sie – Christus ausgenommen – nicht sind.

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