Die Freundschaft Christi

Der folgende Text ist ein kleiner Auszug aus Msgr. Robert Hugh Bensons „The Friendship of Christ“ (die Übersetzung ist von mir; hier findet sich der vollständige Text auf Englisch). Um der Lesbarkeit willen habe ich längere Absätze in kürzere aufgebrochen.

Für Leser, die Probleme mit Skrupulosität haben könnten, sei vorsichtshalber gesagt, dass es hier nicht um Fragen von schwerer Sünde geht; nicht darum, dass man zwangsläufig den Himmel verpassen würde, wenn man auf Erden die Freundschaft Christi noch nicht vollkommen kennt; sondern um ein größeres Geschenk, das Jesus einem schon  jetzt geben will, und eine größere Vollkommenheit.

Monsignor R. H. Benson in Oct. 1912, Aged 40.jpg

(Msgr. Robert Hugh Benson (1871-1914). Gemeinfrei.)

„Katholiken also neigen, mehr als jeder andere, dazu – gerade durch ihr Wissen um die Mysterien des Glauben, gerade durch ihr Erfassen von Jesus Christus als ihrem Gott, ihrem Hohepriester, ihrem Opfer, ihrem Propheten und König – , zu vergessen, dass es mehr Seine Freude ist, bei den Menschensöhnen zu sein als über die Seraphim zu herrschen, dass, während Seine Majestät Ihn auf dem Thron Seines Vaters hielt, Seine Liebe Ihn hinunter auf eine Pilgerreise brachte, auf dass Er Seine Diener in Seine Freunde verwandeln könnte.

Zum Beispiel klagen fromme Seelen oft über ihre Einsamkeit auf Erden. Sie beten, sie empfangen häufig die Sakramente, sie tun ihr Bestes, um die christlichen Gebote zu erfüllen; und, wenn alles getan ist, finden sie sich einsam wieder. Es könnte kaum einen offensichtlicheren Beweis ihres Scheiterns geben, zumindest eines der großen Motive der Inkarnation zu verstehen. Sie beten Christus als Gott an, sie zehren von Ihm in der Kommunion, machen sich rein in Seinem kostbaren Blut, erwarten den Zeitpunkt, wenn sie Ihn als ihren Richter sehen werden; aber von dieser intimen Kenntnis von und Gefährtenschaft mit Ihm, in der die göttliche Freundschaft besteht, haben sie wenig oder nichts erfahren.

Sie sehnen sich, sagen sie, nach einem, der nicht nur das Leid fortnehmen kann, sondern selbst mit ihnen leiden kann, einem, dem gegenüber sie in Stille die Gedanken ausdrücken können, die kein Wort hervorbringen kann; und sie scheinen nicht zu verstehen, dass das genau die Position ist, die Jesus Christus selbst zu erlangen sehnt, dass es das höchste Sehnen Seines Heiligen Herzens ist, dass Er eingelassen werde, nicht nur zum Thron des Herzens oder dem Gerichtshof des Gewissens, sondern in diese innere Kammer der Seele, wo ein Mensch am meisten er selbst ist, und daher ganz und gar allein.

Sieh, wie voll die Evangelien von diesem Sehnen Jesu Christi sind! Es gab tatsächlich glanzvolle Augenblicke, in denen der Gott in der Menschheit in Herrlichkeit aufflammte – Augenblicke, in denen selbst die Kleider, die Er trug, in Seiner Gottheit strahlend leuchteten: es gab Augenblicke der göttlichen Kraft, in denen blinde Augen sich durch das erschaffende dem geschaffenen Licht öffneten, in denen Ohren, die taub gegenüber irdischen Geräuschen waren, die göttliche Stimme hörten, in denen die Toten aus ihren Gräbern ausbrachen, um Ihn anzusehen, der am Anfang ihr Leben gegeben und es dann wiederhergestellt hatte. Und es gab erhabene und schreckliche Augenblicke, in denen Gott mit Gott beiseite ging in die Wildnis oder den Garten, in denen Gott durch die Lippen der verwüsteten Menschheit schrie: ‚Warum hast du mich verlassen?‘

Aber zum größten Teil ist es Seine Menschheit, von der die Evangelien uns erzählen; eine Menschheit, die nach Ihrer Art rief; eine Menschheit, die nicht nur versucht wurde, sondern auch, gleichsam, besonders war in allen Punkten, in denen wir es sind.

‚Nun liebte Jesus Martha, und ihre Schwester Maria, und Lazarus‘ (Johannes 11,5). ‚Jesus, der ihn ansah, liebte ihn‘ (Markus 10,21) – liebte ihn, scheint es, mit einer Empfindung, die unterschieden ist von der göttlichen Liebe, die alle Dinge liebt, die sie geschaffen hat; liebte ihn wegen des Ideals, das er im besonderen vielleicht noch erreichen mochte, mehr als nur für die Tatsache, dass er einfach existierte wie andere seiner Art – liebte ihn, wie ich meinen eigenen Freund liebe, und wie er mich liebt.

Es sind wahrscheinlich diese Augenblicke, mehr als alle anderen, die Jesus Christus die Zuneigung der Menschheit gewonnen haben – Augenblicke, in denen Er sich selbst als wahrhaft einer von uns zeigte. Es ist, als er ‚erhöht‘ ist – nicht in der Herrlichkeit der triumphierenden Gottheit, sondern in der Schande der geschlagenen Menschheit, da er uns an sich zieht.

Wir lesen von Seinen Machttaten und fühlen Ehrfurcht und Verehrung: aber wenn wir lesen, wie Er erschöpft am Brunnen saß, während Seine Freunde essen holen gingen; wie Er sich im Garten in gequältem Vorwurf an die wendet, von denen Er sich Trost erhofft hatte – ‚Was? Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?‘ (Matthäus 26,40) – wenn Er sich noch einmal umwendet und zum letzten Mal diesen heiligen Namen dem gegenüber benutzt, der ihn für immer verwirkt hatte – ‚Freund, wofür bist du gekommen?‘ (Matthäus 26,50) – sind wir uns dessen bewusst, was Ihm noch mehr bedeutet als all die Anbetung aller Engel in Herrlichkeit – Zärtlichkeit und Liebe und Mitleid – Gefühle, zu denen nur die Freundschaft ein Anrecht hat.

Oder wiederum: Jesus Christus spricht mehr als einmal in der Schrift zu uns, nicht nur in Hinweisen und Andeutungen, sondern in bewussten Aussagen, von Seinem Wunsch, unser Freund zu sein. Er zeichnet für uns ein kleines Bild des einsamen Hauses bei Einbruch der Nacht, von Ihm selbst, der dasteht und an der Tür klopft, und von dem vertrauten kleinen Mahl, das Er erwartet. ‚Und wenn irgendeiner öffnet – (irgendeiner!) – werde ich zu ihm eintreten und werde mit ihm Mahl halten und er mit mir‘ (Offenbarung 3,20).

Oder wiederum sagt er jenen, deren Herzen krank werden angesichts des Verlustes, der so rasch auf sie herabkommt: ‚Ich nenne euch jetzt nicht mehr Knechte; vielmehr habe ich euch Freunde genannt‘ (Johannes 15,15). Oder wiederum verspricht Er Seine bleibende Gegenwart, entgegen dem Anschein, denen, die Seine Wünsche kennengelernt haben. ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen‘ (Matthäus 18,20) ‚Seht, ich bin bei euch alle Tage‘ (Matthäus 28,20). Und ‚was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan‘ (Matthäus 25,40).

Wenn etwas in den Evangelien eindeutig ist, dann dies – dass Jesus Christus zuallererst unsere Freundschaft ersehnt. Es ist Seine Vorhaltung gegenüber der Welt, nicht dass der Retter zu den Verlorenen kam und dass die Verlorenen von Ihm wegliefen, um sich noch weiter zu verlieren, nicht dass der Schöpfer zum Geschöpf kam und das Geschöpf Ihn zurückwies; sondern dass der Freund ‚zu den Seinen kam, und die Seinen nahmen Ihn nicht auf‘ (Johannes 1,11).

Nun ist das Bewusstsein der Freundschaft Jesu Christi gerade das Geheimnis der Heiligen. Gewöhnliche Menschen können gewöhnliche Leben leben, mit wenig oder keiner offenen Missachtung Gottes, aus hundert zweitrangigen Motiven. Wir halten die Gebote, damit wir ins Leben eintreten; wir vermeiden die Sünde, damit wir der Hölle entkommen; wir kämpfen gegen die Weltlichkeit an, damit wir die Achtung der Welt behalten. Aber kein Mensch kann drei Schritte auf dem Weg zur Vollkommenheit vorangehen, ohne dass Jesus Christus neben ihm geht.

Es ist dann dies, das den Weg des Heiligen unterscheidet – und das ihm auch das scheinbare Groteske gibt – (denn was ist in den Augen der fantasielosen Welt grotesker als die Ekstase des Liebenden?) […]

Aber es ist die wahnsinnig machende Freude der bewussten Gefährtenschaft Jesu Christi, die die Liebenden, und damit die Giganten der Geschichte geschaffen hat. […]

II. Nun muss man bedenken, dass, während diese Freunschaft zwischen Christus und der Seele von einem Blickpunkt aus vollkommen vergleichbar mit der Freunschaft zwischen zwei Menschen ist, sie von einem anderen Blickpunkt aus unvergleichlich ist. Sicherlich ist es eine Freundschaft zwischen Seiner Seele und unserer; aber diese Seine Seele ist vereint mit der Gottheit. Eine einzige individuelle Freundschaft mit Ihm erschöpft daher nicht Seine Fähigkeiten. Er ist Mensch, aber Er ist nicht nur Ein Mensch: Er ist Der Menschensohn statt Ein Menschensohn. Er ist das ewige Wort, durch das alle Dinge geschaffen wurden und im Dasein erhalten werden.

Er kommt daher auf unzähligen Wegen zu uns, auch wenn es dieselbe Gestalt ist, die sich auf jedem Weg nähert. Es ist nicht genug, Ihn nur innerlich zu kennen: Er muss erkannt werden (wenn Seine Beziehung zu uns die sein soll, die Er ersehnt) in all jenen Tätigkeiten und Erscheinungsformen, in denen Er sich zeigt.

Einer, der Ihn daher ausschließlich als innerlichen Gefährten und Führer kennt, wie nahe und lieb auch immer, aber Ihn nicht im Heiligsten Sakrament kennt –  einer, dessen Herz brennt, während Er mit Jesus auf dem Weg geht, aber dessen Augen mit Blindheit geschlagen sind, sodass er Ihn nicht beim Brechen des Brotes erkennt, kennt nur eine Vollkommenheit aus zehntausend. Und wiederum, er, der Ihn in der Kommunion Freund nennt, aber dessen Ergebenheit so eng und beschränkt ist, dass er Ihn nicht in jenem mystischen Leib erkennt, in dem Er auf Erden wohnt und spricht – einer, in der Tat, der ein dévot ist, ein Individualist, und der daher nicht diese gemeinschaftliche Gottesverehrung versteht, die gerade das Wesen des Katholizismus ist – oder wiederum, der Ihn auf all diese Weisen kennt, aber Ihn nicht in Seinem Stellvertreter, oder in Seinem Priester, oder in Seiner Mutter erkennt – oder wiederum, der Ihn auf all diese Weisen kennt – (der, im üblichen Sprachgebrauch, ein ‚bewundernswerter Katholik‘ ist) – aber der nicht das Recht des Sünders erkennt, in Seinem Namen um Gnade zu bitten, oder des Bettlers, um Almosen zu bitten: oder wiederum, der Ihn unter spektakulären Umständen erkennt, aber nicht unter armseligen – der dem ersten Bettler auf der Straße, der in Christi Namen bittet, verschwenderisch gibt, aber dem es nicht gelingt, ihn in dem uninteressanten Dummkopf zu finden – jene, in Kürze, die Christus in einem oder zwei oder drei oder mehr Aspekten erkennen, aber nicht in allen – (zumindest nicht in all denen, von denen Christus selbst ausdrücklich gesprochen hat) – können nie zu dieser Höhe der Vertrautheit und Erkenntnis dieses idealen Freundes aufsteigen, die Er selbst ersehnt, und von der Er erklärt hat, dass sie zu erreichen in unserer Kraft steht.“

Спаситель_в_терновом_венце

(Zeichnung von Viktor Vasnetsov. Gemeinfrei.)

9 Gedanken zu “Die Freundschaft Christi

  1. Ich habe feststellen müssen, dass es einige Leute gibt, die die Existenz von Jesus bestreiten oder anzweifeln. So habe ich erst kürzlich eine Fanfiction gelesen, die zwar den Namen Jesus erwähnte, aber folgende Aussage hinzufügte: „if you believe that such a person existed“.

    Weiterhin verwenden Atheisten bzw. Skeptiker das folgende Argument, um die Existenz von Jesus in Frage zu stellen:

    „In den Jahren 0 bis 33, also zur angeblichen Lebenszeit von Jesus, wird er von keinem antiken Autoren erwähnt. Erst Jahrzehnte später wird Jesus sowohl in der Bibel als auch in nichtchristlichen Dokumenten als real lebende Person genannt. Allerdings ist die Glaubwürdigkeit dieser Quellen mehr als zweifelhaft. Zum einen ist die Bibel ein Buch, das voll von Widersprüchen und fehlerhaften Angaben ist. Zum anderen haben Historiker die nichtchristlichen Quellen, die Jesus erwähnen, genauer untersucht und dabei festgestellt, dass diese von Christen der Spätantike überarbeitet wurden. Zusammengefasst gibt es also keinen überzeugenden Beweis, dass ein Mann namens Jesus Christus je gelebt hat.“

    Was kann man dazu sagen?

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    1. Es keinen ernsthaften (!) Historiker, der die Existenz Jesu von Nazareth bezweifelt.

      „In den Jahren 0 bis 33, also zur angeblichen Lebenszeit von Jesus, wird er von keinem antiken Autoren erwähnt. Erst Jahrzehnte später wird Jesus sowohl in der Bibel als auch in nichtchristlichen Dokumenten als real lebende Person genannt.“

      Atheisten und Skeptiker, die so etwas sagen, haben keine Ahnung von Geschichtswissenschaften. Sehr viele antike Persönlichkeiten werden erst nach ihrem Tod genannt. Die dokumentarische Dichte wird erst im 4. Jahrhundert so hoch, dass es ausreichende zeitgenössische literarische Überlieferung gibt (von sehr prominienten Personen wie Cicero mal abgesehen). [Inschriften sind eine andere Frage, aber davon reden diese Leute ja nicht, und die tun im Fall Jesu eigentlich bis auf die Pontius-Pilatus-Inschrift von Caesarea nichts zur Sache].

      „Allerdings ist die Glaubwürdigkeit dieser Quellen mehr als zweifelhaft. Zum einen ist die Bibel ein Buch, das voll von Widersprüchen und fehlerhaften Angaben ist.“

      In dieser Pauschalität ebenfalls Quatsch. Es gibt zwar in den Evangelien einige Widersprüche (z.B. Geburtszeitpunkt, Zeitpunkt der Kreuzigung etc.). Aber auch das ist in der antiken Überlieferung die Regel, nicht die Ausnahme. Die Bibel wird nur deswegen als Quelle nicht anerkannt, weil sie halt nicht „neutral“ sei, aber das ist keine einzige literarische Quelle aus der Antike. Die Leute waren damals genauso klug wie heute und wussten zwischen Fiktion und Realität genau zu unterscheiden, sie wussten natürlich auch, dass reale Ereignisse erzählerisch gestaltet wurden, aber auch das ist eine andere Sache.

      „Zum anderen haben Historiker die nichtchristlichen Quellen, die Jesus erwähnen, genauer untersucht und dabei festgestellt, dass diese von Christen der Spätantike überarbeitet wurden.“

      Das stimmt so pauschal auch nicht. Worauf die Leute anspielen, ist wohl das sogenannte Testamentum Flavianum: https://de.wikipedia.org/wiki/Testimonium_Flavianum

      Die Diskussion ist aber ziemlich kompliziert. Meine Position ist: Flavius Josephus hat Jesus von Nazareth erwähnt (wie er auch viele andere Personen aus dem NT kennt), aber es spricht in der Tat viel dafür, dass sie von einem Christen interpoliert worden ist.

      Ganz im Gegenteil: Wer sich genauer mit Textüberlieferung beschäftigt, muss sich zwangsläufig eher wundern, wie stabil (im Großen und Ganzen) all die Text aus der Antike überliefert sind.

      Also: von diesem Geschwätz nicht ins Bockshorn jagen lassen und das Jesus-Buch von Ratzinger, oder die Bücher von Marius Reiser lesen. Das Christentum steht auf festem historischen Boden.

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      1. Danke für die schöne Zusammenfassung 😀

        Ich würde noch hinzufügen, dass die Atheisten meistens überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie dann bitte der Mythos, dass es Jesus gegeben habe, in die Welt gekommen sein soll. Kannst du dir das vorstellen, man findet um 50 n. Chr. (die Historiker sind sich einig, dass die ersten Paulusbriefe um diese Zeit entstanden sind) in zahlreichen Städten des Mittelmeerraums schon länger bestehende Gemeinden, die sich komplett auf jemanden fokussieren, der zwanzig Jahre vorher gestorben sein soll – und den sollen sie einfach erfunden haben? Natürlich sind die christlichen Quellen nicht „neutral“ (wie jede andere Quelle auch) – weil diese Leute komplett von Jesus ergriffen waren. Wie um alles in der Welt hätten sie ihn erfinden sollen? Wieso?

        Und es gibt ja eben nicht nur Flavius Josephus, sondern auch Tacitus, und andere.

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      2. „Danke für die schöne Zusammenfassung 😀“

        Danke 😀

        „Wie um alles in der Welt hätten sie ihn erfinden sollen? Wieso?“

        Genauso ist es. Man merkt daran, wie fern jeglicher Realität diese Art Argumente sind!

        „Und es gibt ja eben nicht nur Flavius Josephus, sondern auch Tacitus, und andere.“

        Selbstverständlich! Ich hatte nur den Eindruck, dass die Problematik des Testamentum Flavianum speziell hinter dem von @I love BXVΙ vorgetragenen Argument gestanden haben könnte. Aber vielleicht habe ich da schon zu viel beim Gegner vorausgesetzt 😀

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  2. Atheisten bzw. Skeptiker attackieren auch die Wunder, die Jesus zugeschrieben werden:

    „Mr. Nickell focuses on the miracles of Jesus, dismissing them primarily as parables told to make a point that were later converted into miracle stories…“

    https://en.wikipedia.org/wiki/Joe_Nickell

    Der skeptische Forscher Joe Nickell äußert sich folgendermaßen über andere Wunder:

    „In his 1993 book, Looking for a Miracle: Weeping Icons, Relics, Stigmata, Visions and Healing Cures, updated in 1998, Nickell applies the same research model to miracles claimed by various religions. For each incident, Nickell reviews the contemporaneous written accounts, explores various natural explanations, explains the cultural environment surrounding the events, and speculates on the motivations of the affected religious community. The miracles turned out to be either outright hoaxes or misinterpretations of natural phenomena. Viewing the weeping St. Irene icon in Queens, New York, Nickell said,

    The glistening varnish and certain surface irregularities created a play of light that produced the appearance of weeping. A religious supplicant predisposed to see tears … could, especially if carrying a candle, see in the resultant glimmering in the tiny eyes, aided by vertical cracks and other streaks, the effect of tears.“

    Außerdem sagt er über christliche Reliquien:

    „Relics of the Christ (British edition, „The Jesus Relics: From the Holy Grail to the Turin Shroud“), written in 2007, focuses on the Christian tradition of relics. Speaking with D.J. Grothe on the Point of Inquiry podcast, Nickell proposed that veneration of relics has become a new idolatry; that is, worship of an actual deity within the relics in form of an entity that moves its eyes, weeps, bleeds, and even walks. He explained that although no icon in history has ever been proven authentic, he approaches each case with a suspension of disbelief: „I’m interested in the evidence because I want us to know what the truth is … I urge skeptics … not to be as closed-minded as the other side is ridiculously open-minded.“

    Schließlich erklärt er auch, dass das Turiner Grabtuch aus seiner Sicht eine Fälschung aus dem Spätmittelalter ist:

    „Nickell and others contend the Shroud is a 14th-century painting on linen, verified through radiocarbon dating. One of Nickell’s many objections to the Shroud’s authenticity is the proportions of the figure’s face and body. Both are consistent with the proportions used by Gothic artists of the period and are not those of an actual person.[…]; Nickell created a credible shroud using the bas relief method and contends that forgers had equivalent materials available during the 14th century.“

    Was kann man zu diesen Argumenten sagen?

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    1. Z.B. das: http://shamelesspopery.com/the-science-of-miracles/

      Der wissenschaftliche Aufsatz, der zitiert wird, findet sich dort:
      https://www.jstor.org/stable/44452157?seq=1#metadata_info_tab_contents

      Was Nickell schreibt, ist ein alter Hut und geht im Grunde genommen auf Hermann Samuel Reimarus und dem Szientismus der Aufklärung zurück. Die Argumente sind uralt und bis zum Erbrechen diskutiert. Wunder sind eine metaphysische Frage, keine naturwissenschaftliche. Ein Naturwissenschaftler kann qua Selbstverständnis gar keine Wunder finden.

      Abgesehen davon ist Nickell übrigens Anglist und auch sonst ein Scharlatan, wie ich sehe. Auch hier: Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Er ist weder als Theologe (was für die Bezweiflung von Wundern heute wesentliche Voraussetzung ist), Althistoriker, Altphilologe oder Naturwissenschaftler qualifiziert. Man muss sich nicht mit jeder Privatmeinung auseinandersetzen.

      [Zum Grabtuch von Turin kann ich leider nicht soviel sagen.]

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