Christliche Kultur am Sonntag: Der Prinz von Ägypten

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Der Prinz von Ägypten“

Dieser Kinderfilm von DreamWorks (veröffentlicht 1998; freigegeben ab 6 Jahren) erzählt die Geschichte von Mose und dem Auszug aus Ägypten nach; teilweise etwas frei, aber insgesamt ist die Geschichte sehr gelungen, auch wenn es Unterschiede zur Bibel gibt. Hauptsächlich ist es eine Geschichte von zwei Adoptivbrüdern.

Die Israeliten sind Sklaven in Ägypten, und Pharao Sethos, besorgt über ihr Bevölkerungswachstum, ordnet den Mord an israelitischen neugeborenen Jungen an. Moses Mutter setzt ihren kleinen Sohn, den sie retten will, in einem Körbchen im Nil aus und er wird von der Frau des Pharao gefunden, was Moses ältere Schwester Miriam noch beobachtet. Die Frau des Pharao sieht dieses Kind als Geschenk der Götter und adoptiert es.

Hier die Anfangssequenz im englischen Original mit Untertiteln:

Jahre später: Die beiden Prinzen, der ältere, ernstere Thronfolger Ramses und der jüngere, leichtsinnigere Mose, der nichts von seiner wahren Herkunft weiß, sind erwachsen. Es gibt diverse dramatische Verwicklungen, Mose erfährt, wer er ist, und verlässt schließlich überstürzt Ägypten und lebt einige Jahre in Midian – bis Gott ihn erwählt, um die Israeliten in die Freiheit zu führen, und er zusammen mit seiner Frau Zippora, die er dort geheiratet hat, zurückkehrt. Inzwischen sind seine Adoptiveltern verstorben und Ramses sitzt auf dem Thron. Zuerst ist der Pharao freudig überrascht, seinen verlorenen Bruder wiederzusehen; als der von den Sklaven anfängt, weniger freudig…

Das Besondere an diesem Film ist wirklich, wie der Antagonist, Ramses, gestaltet ist, der anfangs gar nicht unsympathisch wirkt; wie sich das Verhältnis der beiden Adoptivbrüder vom Anfang bis zum Ende des Films entwickelt. Hier z. B. das großartige Lied zu den 10 Plagen (wieder die englische Version):

Aber auch die anderen Figuren (z. B. Moses ältere Geschwister Miriam und Aaron, Pharao Sethos und seine Frau, Zippora, die beiden ägyptischen Priester am Hof…) sind sehr gut gelungen; und die Musik ist sehr schön (auch wenn die deutsche Synchronisation leider wie immer nicht ans Original herankommt).

Kleineren Kindern könnten ein paar Szenen (die 10 Plagen, der Tod der ägyptischen Erstgeborenen) vielleicht noch ein bisschen zu viel sein – auch wenn der Film einen relativ guten Job dabei macht, plausibel zu machen, wieso Gott die Plagen schickt -; am besten geeignet dürfte er etwa für 8-11-Jährige sein.

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