Christliche Kultur am Sonntag: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: Michael Ende: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“

Die Handlung dieses Kinderbuchs (geeignet schätzungsweise für Kinder ab ca. 10 Jahren) setzt am Nachmittag des Silvestertages in der Villa des bösen Zauberers Beelzebub Irrwitzer ein, der unangenehmen Besuch von einem höllischen Zwangsvollstrecker erhält. Irrwitzer hat seinen Teil eines Vertrages mit dem Teufel nicht erfüllt und im vergangenen Jahr nicht genug böse Taten vollbracht, und jetzt droht ihm selbst Böses. Der Grund für seinen Rückstand: Der Rat der Tiere hat ihm einen Spion ins Haus geschickt, einen Kater, der sich Maurizio di Mauro nennt. Obwohl der böse Zauberer (der Bescheid wusste, was vor sich ging, es aber nicht wagte, die ganze Tierwelt wissen zu lassen, dass er einer von denen ist, die ihr so sehr schaden) es geschafft hat, den nicht allzu klugen Kater einzuwickeln und ihn glauben zu machen, er sei ein großer Wohltäter, hat ihn dessen Anwesenheit bei seinen bösen Geschäften doch sehr gestört.

Aber er hat noch eine Frist bis Mitternacht, und nachdem der höllische Beamte vorläufig wieder fort ist, kommt Irrwitzers Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl ins Spiel, die dasselbe Problem hat (bei ihr ist es ein Rabe namens Jakob Krakel, der allerdings nicht ganz so leichtgläubig ist wie der Kater Maurizio). Tyrannja hat eine Idee, wie sie und ihr Neffe ihren Rückstand noch aufholen können, nämlich, indem sie gemeinsam den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch brauen, der Wünsche wahr werden lassen kann. Sie machen sich hastig ans Werk, während Jakob, der auch zu der Villa gekommen ist, Maurizio davon überzeugen kann, dass die Hexe und der Zauberer tatsächlich böse sind, und die beiden Tiere sich an den Versuch machen, das Unterfangen zu verhindern. Am Ende ist es jemand vom Himmel, der ihnen dabei zu Hilfe kommt: Der zuständige Tagesheilige Sankt Silvester persönlich.

Nicht nur die Darstellung des Bösen und Guten ist sehr gut gelungen, es gibt an einer Stelle auch eine hübsche kurze Darlegung des hl. Silvester, was Gut und Böse eigentlich ist. Außerdem sind die beiden Tiere sehr sympathische Protagonisten, und Michael Ende schreibt natürlich wie immer wunderbar. Meiner Meinung nach übertrifft der „Wunschpunsch“ die „Unendliche Geschichte“ eindeutig.

4 Gedanken zu “Christliche Kultur am Sonntag: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“

  1. Hallo. Was genau hat nun diese satanistische Geschichte mit der christlichen Kultur zu tun? Dazu wüsste ich sehr viele andere gute Kinderbücher die den Kindern Gott näher bringen. In dieser Geschichte kommt nicht einmal Gott oder Jesus als unser Retter vor. Ich finde es sehr gefährlich Kindern so etwas zu präsentieren und das sich noch als christlich zu verkaufen.
    MfG

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    1. In dieser Geschichte werden die Bösen besiegt, und zwar mithilfe eines vom Himmel gesandten Heiligen.

      Wenn man jede Geschichte, in der der Teufel *vorkommt*, für satanisch erklärt, wäre die Bibel auch satanisch.

      – Crescentia.

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      1. Die Bibel spricht aber davon dass nur Jesus allein die Menschen retten kann. Und kein Heiliger.
        Die bösen werden witzig dar gestellt sodass ein Kind nicht mehr eindeutig erkennen kann dass sie böse sind… am Ende findet es diese wahrscheinlich cool. Dann sind die beiden am Ende so betrunken von ihrem Punsch dass sie nicht mehr klar denken können… Frage mich warum ein Kind sowas sehen muss?! Und es auch noch lustig finden? Was passiert mit der Seele des Kindes wenn es sich das durchliest oder anschaut? Wird es denken dass Alkohol schlecht ist und dass nur Gott uns retten kann? Das bezweifle ich. Satan kommt in der Bibel natürlich vor und auch die Hölle…aber werden wir darin nicht davor gewarnt? Steht nicht da dass wir uns davon fern halten sollen? Oder sollen wir das unseren unschuldigen Kinderseelen aufbürden? Zwischendurch nehmen die beiden ja such noch LSD…. ist das auch christlich? wird klar als schlecht hingestellt? Ich finde es schade dass es so vielen Kindern zugemutet wird…. anstatt kurz vor Weihnachten das Bewusstsein für Jesus zu wecken…. sehr sehr traurig wohin diese Welt geht…..

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