Christliche Kultur am Sonntag: „Die Sprache des Herzens“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Die Sprache des Herzens“ (Film)

Der Filmtitel ist unnötig kitschig, aber der Film selbst, der auf der Lebensgeschichte von Marie Heurtin (1885-1921) basiert, doch ziemlich gut.

Er spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Die junge Schwester Marguerite lebt in einem Kloster, das taube Mädchen unterrichtet. Eines Tages kommt ein Mann aus der Umgebung zum Kloster und bittet die Oberin, sich auch um seine Tochter Marie zu kümmern, die von Geburt an taub und blind gleichzeitig ist, ziemlich verwahrlost ist und auf keine Weise kommunizieren kann. Die Oberin lehnt zuerst ab; das Kloster könnte das nicht leisten. Aber später bittet Schwester Marguerite sie, ihr doch zu erlauben, Marie ins Kloster zu holen, und sie erlaubt es schließlich. Schwester Marguerite holt Marie also und versucht, ihr beizubringen, mit Zeichensprache zu kommunizieren, wobei sie die Zeichen mit den Fingern fühlen soll. Monatelang sind ihre Versuche vergeblich; Marie versteht nichts und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen alles, was mit ihr geschieht. Aber dann kommt der Durchbruch und Marie lernt rapide, wie sie sich verständigen kann; sie und Schwester Marguerite werden Freundinnen, und sie kann sich ihren Eltern mitteilen, die zu Besuch kommen.

Aber dann ist da noch ein Problem: Schwester Marguerite hat eine schwere Lungenkrankheit.

„Die Sprache des Herzens“ ist ein sehr ruhiger Film, der zu einem großen Teil innerhalb des Klosters spielt. Er hat ein paar kleinere Mankos (z. B. muss ganz klischeehaft die Oberin eines Klosters natürlich ein bisschen gestreng und unnahbar sein), aber insgesamt ist er doch sehr schön, und eins der wenigen Beispiele für einen Film, der in der Vergangenheit in einem Kloster spielen kann und dabei ohne plumpe Vergangenheits- und Kirchenkritik auskommt. Vor allem die zwei Hauptdarstellerinnen sind bemerkenswert.

 

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