Sexueller Anarchokapitalismus

Es ist mal wieder an der Zeit für einen kurzen Rant.

Der Anspruch der Sexuellen Revolution soll ja damals vor ca. 50 Jahren, wie man so hört, im Grunde genommen peace, love and harmony gewesen sein. Sex = Liebe, und man soll ja jeden lieben, nicht? Wenn sich erst mal alle balgen wie die Bonobo-Äffchen, haben sich auch alle lieb, so der einfache Syllogismus.

Dahinter stand natürlich eine selbstgeschaffene Blindheit, die ableugnete, dass Sex eben nicht einfach immer Liebe bedeutet – Vergewaltigungsopfer und Prostituierte können ein Lied davon singen, aber auf niedrigerer Stufe auch sämtliche verführten und dann sitzengelassenen unverheirateten Mütter der Weltgeschichte usw. – und dass Sex etwas ist, das enorme Konsequenzen haben kann, u. a. das Entstehen neuer Menschen, aber auch viele Bindungen und Verletzungen usw. usf.; aber die Theorie mal beiseite; jetzt befinden wir uns ja ein paar Jahrzehnte nach dem Beginn besagter Revolution, und können einen Blick auf ihre realen Folgen werfen.

Ihre realen Folgen waren folgende:

  • Die sexuelle Liberalisierung hat natürlich nicht dafür gesorgt, dass Sex gleich verteilt wäre; und anstatt dass alle zufrieden und glücklich in allgemeiner Liebe vereint wären, haben wir daher also Pick-up-artists, die mit Seminaren zur Manipulation von Frauen Geld machen, und Incels, die, weil sie deren Ratschläge nicht umgesetzt bekommen und keine rumkriegen, aus Hass auf die Welt auch mal zu Terrorismus greifen. Beiden gemeinsam: Ihre fixe Idee, Anspruch auf die Körper anderer Menschen zu haben. Aber das ist eben eine natürliche Folge davon, wenn sich die Einstellung verbreitet, dass jeder Sex brauche und es ohne nicht ginge. Irgendjemand muss den Sex liefern. (Und wenn niemand sonst bereit ist, müssen es dann auch mal rumänische Zwangsprostituierte sein.)
  • Grausamkeit und Gewalt als Teil von Sex: Strangulierung, Schläge, Fisting (nicht googeln, wenn man nicht kotzen will); was auch immer kranken Gehirnen einfallen kann, wird ausprobiert. Freie Liebe, tatsächlich. In der Pornographie sind sadistische Praktiken inzwischen Mainstream, weil Pornoabhängige immer mehr und immer extremere Dosen ihrer Droge benötigen (und dank frei verfügbarer Internetpornographie werden ja schon elf- und zwölfjährige Kinder davon abhängig gemacht), und das schwappt so sehr in reale Beziehungen über, dass es von einigen Männern als völlig normal erwartet wird, dass ihre Partnerinnen sich beim Sex würgen und strangulieren lassen. Früher war selbst Oralsex für viele undenkbar (und ehrlich gesagt wird mir als vergleichsweise abgeschirmter Tradikatholikin schon beim Gedanken an so was schlecht); was haben wir heute? Normaler Sex wurde irgendwann als „bürgerlich“ aka schlecht dargestellt, und die Jagd nach dem noch als besonders Anerkannten (denn in einer so depperten Gesellschaft wie dieser ist ja nur das „Besondere“ gut) führt dann in extrem ekelhafte und brutale Gefilde, weil die destruktive Tendenz des Menschen seit der Erbsünde ja auch noch da ist. Natürlich ist das (davon gehe ich mal aus) bei vielen Paaren nicht so, weil auch die normale, natürliche Tendenz zur Liebe und Zärtlichkeit noch da ist, aber es hat anscheinend epidemische Ausmaße angenommen.
  • Der Erwartungsdruck ist ein ganz anderer – auch bzgl. der Treue des Partners. Es wird von manchen schon absurd gefunden, wenn Frauen – diese Kampfemanzen! – von ihren Freunden doch tatsächlich erwarten, keine Pornographie zu konsumieren. Wenn ein Partner eine offene Beziehung will, scheint allmählich auch erwartet zu werden, dass der andere sich nicht quer stellt. Davon, dass auf Leute, die mit dem Sex gar bis zur Ehe warten wollen, schon länger enorm viel mehr gesellschaftlicher Druck ausgeübt wird, brauchen wir da gar nicht zu reden. Die Sexuelle Revolution hat das Fenster der Möglichkeiten eben nicht erweitert, sondern verschoben.

Aber am schlimmsten waren die Folgen natürlich nicht für die selber beteiligten Erwachsenen, sondern für die Kinder, die dann irgendwie unter die Räder gerieten.

Zuerst das Offensichtliche: Die Sexuelle Revolution sorgte für viel mehr Kinder, die in zerbrochenen Familien aufwachsen. Scheidungsraten von 30-50% tun Kindern nicht gut. „Die Kinder werden es schon aushalten“, wird dazu vermittelt. Fragt sich nur, wie. „Leben in einer kaputten Familie mit zerstrittenen Eltern tut Kindern auch nicht gut.“ Man kann mir nicht erzählen, dass über 30% aller Ehen zum Scheitern verurteilt wären und Streit ein Fall von höherer Gewalt ist, bei dem nichts zu machen ist. Klar, in manchen Fällen ist eine Trennung auch für die Kinder besser – z. B. wenn ein Elternteil sie oder das andere Elternteil misshandelt. Aber das ist nicht bei über 30% aller Ehen der Fall, und wenn eine Gesellschaft nicht vermitteln würde, dass man sich trennen soll, sobald man nicht mehr dasselbe fühlt wie vorher, oder „sich selbst finden“ will, würden viele ihre Ehen nicht so schnell aufgeben. Und dann muss man sich mal ansehen, wie es dann weitergeht: Irgendwann nach der Trennung zieht der nächste und dann vielleicht der übernächste Freund der Mutter ein; und wenn Kinder mit nicht verwandten Erwachsenen zusammenleben, ist z. B. das Risiko von sexuellem Missbrauch schon einmal gesteigert; ganz zu schweigen von der Instabilität, die das mit sich bringt. Kinder werden hin und her geschoben, geraten zwischen die Fronten, lieben beide Elternteile und sollen gleichzeitig neue Stiefeltern annehmen, die vielleicht gar nicht viel mit ihnen anfangen können.

Die Frage ist eigentlich ganz einfach: Wenn ein Kind die Wahl hätte zwischen den bestmöglichen Situationen in beiden Fällen, also zwischen zwei es liebenden, sich wieder zusammenraufenden und gut miteinander klar kommenden, zusammenlebenden Eltern und zwei es liebenden, sich verhältnismäßig gut miteinander arrangierenden, getrennten und sich neue nette Partner suchenden Eltern: Was würde es wählen?

Eben.

Trotzdem ist schon der Gedanke, hier auf die Kinder Rücksicht nehmen zu sollen, für viele unerträglich. Wieso eigentlich? Die einzige Erklärung: Weil sie es einfach nicht wollen.

Dazu kam dann die Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen: Die Behauptung ist, dass viel Sex nur gut tut, und wer das so lebt, will auch die Kinder möglichst früh davon überzeugen und in diesen Lebensstil hineinnehmen. In den 70ern wollte man wirklich Pädophilie legalisieren und war der Ansicht, dass „einvernehmlicher“ Sex zwischen Kindern und Erwachsenen den Kindern nur gut tun könne; dann kam eine Zeit, in der es wieder weniger schlimm war; inzwischen geht es wieder darum, Erstklässler über homosexuelle Sexualpraktiken und Selbstbefriedigung zu unterrichten (und wer dagegen protestiert, ist ein gefährlicher Reaktionärer), Kinder mit Geschlechtsdysmorphie zu bestärken, sie keine normale Pubertät erleben zu lassen und sie möglichst bald unfruchtbar zu machen und zu verstümmeln (und wer dagegen protestiert, ist ein gefährlicher Reaktionärer), und elfjährige Jungen als „Drag Kids“ in Schwulenbars tanzen zu lassen (und wer dagegen protestiert, ist ein gefährlicher Reaktionärer). Feministinnen tragen Schülerinnen beim Sexualkundeunterricht Masturbieren als Hausaufgabe auf, was man nicht anders als als Missbrauch Schutzbefohlener bezeichnen kann; übergriffiger geht es kaum. Wer es nicht so toll findet, wenn zwölfjährige Jungen regelmäßig Pornographie konsumieren, der ist auch ein gefährlicher Reaktionärer und gefährdet die freiheitliche Gesellschaft.

Aber viele Kinder überlebten seit der Sexuellen Revolution ja gar nicht lange genug, um das alles zu erleben. Die Legalisierung der Abtreibung aus jedem beliebigen Grund war praktisch eine notwendige Konsequenz der zentralen Lehren der Sexuellen Revolution: Bei Sex können Kinder herauskommen, auch wenn man verhütet, und wenn man diese Möglichkeit von vornherein ausschließen wollte, weil man meint, ein Recht zu haben, Sex in jeder Konstellation zu haben, in der man für Kinder vielleicht gar nicht vorbereitet ist, muss man das Unglück eben hinterher beseitigen. Inzwischen werden ungeborene Kinder von feministischer Seite als Parasiten bezeichnet.

Screenshot (1682)

Kinder stören bei der Sexuellen Revolution. Sie passen einfach nicht hin, sie müssen zerstört, abgeschoben, zurechtgebogen werden.

Es ist immer Wunschdenken gewesen, zu meinen, beim Bereich Sex käme man ohne Regeln aus. „Keine Regeln“ bedeutet nur das Recht des Stärkeren, oder, wie es Chesterton gesagt hat: „If you will not have rules, you will have rulers“ – wenn ihr keine Gebote haben wollt, werdet ihr Gebieter haben. Und die „consenting-adults“-Regel genügt eben nicht. Menschen können auch – aus Geldnot, Unsicherheit, Angst, Liebesbedürfnis oder emotionaler Abhängigkeit heraus – zustimmen, sich selber ungerecht behandeln zu lassen. Gerade wenn es um wichtige, kostbare Dinge geht, kommt man nicht ohne Regeln aus.

Tatsächlich ist das Denken, dem die meisten Leute im Bereich Sex verfallen sind, einer politisch-wirtschaftlichen Ideologie ähnlich, die glücklicherweise weniger weit verbreitet ist: Dem Anarchokapitalismus. Das einzige Gebot, das der Anarchokapitalismus anerkennt, ist das Nicht-Schadens-Prinzip (Non-aggression-principle): Jeder darf alles tun, solange er einen anderen nicht direkt angreift, und ist nicht verpflichtet, irgendetwas für irgendeinen anderen zu tun. Wenn alle tun, was sie wollen, pendelt sich dann das richtige Gleichgewicht ein. Dass sich kein Gleichgewicht einpendelt, sondern im Gegenteil eine Tyrannei (zur Zeit der Industrialisierung z. B., als es teilweise ziemlich anarchokapitalistisch zuging, wurde nicht ohne Grund von der „Lohnsklaverei“ vieler Arbeiter gesprochen), wird ignoriert; dass man sich oft nicht einmal darauf einigen kann, was „schadet“, auch. Aber am deutlichsten sieht man, in welcher Fantasiewelt Anarchokapitalisten leben, wenn es um das Thema Kinder geht.

Der Anarchokapitalismus geht ja von lauter autonomen, nach ihrem eigenen Interesse handelnden Einzelwesen aus. Nun kommt allerdings niemand als autonomes Einzelwesen zur Welt (und ist es eigentlich sein Leben lang nicht). Dass der Anarchokapitalismus auf nicht ganz korrekten Grundlagen beruhen könnte, sieht man nun daran, welche Schlussfolgerungen die konsequenten Anarchokapitalisten aus ihrer Ideologie ziehen:

Ein Staat dürfe Eltern niemals zwingen, ihre Kinder zu ernähren und zu pflegen und Eltern dürften das Sorgerecht für ihre Kinder auf dem freien Markt verkaufen.

Klingt so abstoßend, dass es schon abstrus ist? Klar. Aber wieso ist es dann nicht abstrus, ein Recht für Mütter zu proklamieren, ihre Kinder zu ermorden, solange es nur bis kurz vor der Geburt geht? Wieso ist es dann nicht abstoßend, ein Leben als Prostituierte für befreiend zu erklären, und Gewaltpornographie für so harmlos wie Asterix-Comics?

Kann mir das irgendjemand mal erklären?

9 Gedanken zu “Sexueller Anarchokapitalismus

  1. Sicherlich werden einige Leute auf deinen Beitrag mit folgendem Argument antworten:

    „Das, was Konservative als Folgen der Sexuellen Revolution bezeichnen, gab es schon zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte. Es gab schon immer Männer, die von ihren Frauen erwarteten, brutale sexuelle Praktiken über sich ergehen zu lassen. Es gab schon immer Männer, die meinten, einen Anspruch auf die Körper anderer Menschen zu haben, und mit dieser Einstellung zu Prostituierten gingen. Prostitution war sowieso schon immer ein weit verbreitetes Phänomen gewesen, auch in längst vergangenen Zeiten wie dem Mittelalter. Oralsex und Analsex wurden schon immer praktiziert, selbst zu den Zeiten, als die Kirche diese sexuellen Praktiken verboten hatte. Dasselbe gilt auch für Empfängnisverhütung und Abtreibung: Diese Dinge waren ebenso weit verbreitet gewesen, auch wenn die Kirche diejenigen verdammte, die daran beteiligt waren. Die Lehre der Kirche wurde also nicht erst seit den 1960er Jahren weitgehend ignoriert, sondern schon zu früheren Zeiten. Der einzige Unterschied besteht lediglich darin, dass die Menschen vergangener Jahrhunderte alles unter dem Teppich kehrten und eine scheinheilige Fassade errichteten, während man seit den 1960er Jahren offener und ehrlicher über das Thema Sexualität spricht.“

    Was kann man dazu sagen?

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  2. Die von „I love BXVI“ gebrachten möglichen Argumente sind in Wirklichkeit keine. Das wäre so ähnlich, als würde man den Sinn von Ampeln hinterfragen, mit dem Argument, dass mal immer wieder jemand bei Rot fährt oder läuft.

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    1. @Gerd:

      Ja, das würde ich auch so sehen.

      Die Menschen haben natürlich schon immer unter Anwendung aller möglichen Praktiken gevögelt; Abtreibung und Kindesaussetzung waren in der klassischen Antike leider typische Mittel der ‚Familienplanung‘. Die Dichte an Belegen ist insgesamt schon sehr hoch. Auch vor 1968 hat es (vor allem in adeligen und später bürgerlichen Kreisen) immer wieder Phasen sexueller Libertinage gegeben. Pornographie war auch schon immer da, aber im Vergleich zu dem, was man heute im Internet findet, ist das geradezu literarische und handwerkliche ‚Kunst‘ (und vor allem: keine Kinderpornographie, und Sie werden da keine Frau so erniedrigt finden, wie es heutzutage der Fall ist).

      Anders als @I love BXVI glaube ich aber nicht, dass vor den 60er Jahren ein größeres Ausmaß an Scheinheiligkeit und Doppelmoral geherrscht hat. Die Sexuallehre der Kirche war schon immer ein Stachel im Fleisch, und ich habe oft Zweifel, ob die volkskirchliche Durchdringung in den vergangenen Epochen stets so hoch war, wie wir uns das heute vorstellen (von der 2. Hälfte des 19. Jhs. bis weit in das 20. dürfte das aber schon der Fall gewesen sein, aber ich kann das nicht abschließend beurteilen).

      Dass wir heute „offener und ehrlicher“ über Sexualität sprächen, halten ich für einen urbanen Mythos.

      Was man bei der katholischen Sexual- und Ehemoral immer vergisst, ist, dass sie gegenüber den antiken Gesellschaften einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt für die gesellschaftliche und materielle Sicherheit von Frauen und Kinder bedeutet hat! Eheliche Treue und Scheidungsverbot, Konsensprinzip, Übernahme des Verbotes der Verwandtenehe aus dem römischen Recht. Manche Anthropologen glauben sogar, dass die Entstehung der heutigen europäischen Gesellschaft ohne das katholische Eherecht gar nicht denkbar gewesen wäre (https://nzzas.nzz.ch/wissen/familiensippe-und-religion-die-kirche-hat-uns-individualisiert-ld.1522255).

      Man kann das für „rückschrittlich“ halten (was es nicht ist), aber dann kommen halt genau die furchtbaren und ekelerregenden Entwicklungen raus, die Crescentia beschreibt. Allein wenn ich daran denke, was uns blüht, wenn im Rahmen der Ehe ‚für alle‘ ein angebliches Recht auf Kinder anerkannt wird – das wird immer zu Schaden einer dritten Partei gehen, meist Frauen aus wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern –, während gleichzeitig in den Beneluxstaaten schon darüber diskutiert werden, das Prinzip der leiblichen Abstammung im Familienrecht abzuschaffen. Oder Embryonen als „Parasiten“ zu bezeichen. Widerlich.

      Das war jetzt alles ein bisschen zusammenhanglos – aber ja, Crescentia hat mit ihren Beobachtungen recht.

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      1. Danke für die ausführliche Antwort !!

        Ich möchte aber klar stellen, dass das Argument mit der größeren Scheinheiligkeit und Doppelmoral vor den 1960er Jahren nicht mein eigenes ist, sondern zu den Leuten gehört, die ich im alltäglichen Leben begegne. Meiner Erfahrung nach ist dieses Argument bei den Leuten, die die Sexuelle Revolution verteidigen, weit verbreitet und so wollte ich es zur Diskussion stellen.

        Ansonsten volle Zustimmung zu Pornographie & Ehe für alle. Unglücklicherweise werden Bedenken zu diesen Themen immer mit denselben fadenscheinigen Argumenten abgewehrt. So wird behauptet, dass Pornographie vollkommen normal und gesund sei und Paaren dabei helfe, ihr Sexleben zu bereichern. Kritikern der sog. „Ehe für alle“ wird vorgeworfen, homophobe Denkmuster anzuwenden.

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      2. Ansonsten noch zu oben:

        1) Bei manchen Dingen wissen wir einfach, dass sie früher nicht so verbreitet waren. Ich denke, bei BDSM-Sachen und irgendwelchen ekelhaften Sexpraktiken ist das selbsterklärend, bei anderen kann man es auch leicht herausfinden. Z. B. hat sich die Zahl der Abtreibungen in den USA, wenn ich die Zahlen jetzt richtig im Kopf habe, nach der Legalisierung verfünfzehnfacht.

        2) Speziell zum Thema Heuchelei: Chesterton hat ja mal gesagt, Heuchelei sei die Verbeugung des Lasters vor der Tugend. Wenn jemand heuchelt, zeigt das wenigstens, dass er sich für seine falschen Taten noch schämt; wenn er „offen“ ist und sich nicht mehr schämt, zeigt das ein stärker korrumpierteres Gewissen. Wenn ein Mann seine Frau heimlich betrügt, ist das eine ziemlich schwere Sünde, aber schlimmer ist es, wenn er sie offen verlässt, um zu seiner Freundin zu ziehen, sich nicht dafür schämt und die Gesellschaft ihm auch das Gefühl gibt, er müsse sich nicht dafür schämen.

        LG, Crescentia.

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      3. @I love BXVI: Sie haben natürlich vollkommen Recht! – mir war zwar bewusst, dass Sie den ‚advocatus diaboli‘ gespielt haben, habe das aber in meinem Beitrag nicht klar formuliert.

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