Christliche Kultur am Sonntag: „Jenseits des schweigenden Sterns“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: C. S. Lewis: „Jenseits des schweigenden Sterns“

Wenn auch nicht so hervorragend wie die „Chroniken von Narnia“ oder der wunderschöne Roman „Du selbst bist die Antwort“, ist C. S. Lewis‘ Science-Fiction-Roman „Jenseits des schweigenden Sterns“ (Originaltitel: „Out of the Silent Planet“) doch recht gut. Eigentlich handelt es sich nur um den ersten Band der „Perelandra“-Trilogie; die beiden Folgebände heißen „Perelandra“ und „Die böse Macht“. Ich muss aber sagen, dass mir persönlich der erste Band am meisten taugt, und im Grunde genommen kann man jeden für sich lesen, ohne viel von den anderen wissen zu müssen.

Monochrome head-and-left-shoulder photo portrait of 50-year-old Lewis

(C. S. Lewis. Gemeinfrei.)

Das Buch beginnt mit dem alleinstehenden mittelalten Philologieprofessor Elwin Ransom, der in den Semesterferien auf Wanderurlaub ist und durch Zufall zu einem Herrenhaus gerät, wo sein ehemaliger Mitschüler Devine und ein bekannter Physiker namens Weston irgendwelche undurchsichtigen Machenschaften betreiben und einen geistig behinderten Jungen, der bei ihnen angestellt ist, gerade in ein Nebengebäude zerren wollen, was Ransom verhindert. Als die beiden Männer den Jungen nach Hause gehen haben lassen, lädt Devine Ransom ein, zu bleiben, fragt ihn aus, wobei herauskommt, dass niemand genau weiß, wo er ist und er nicht vermisst werden würde, wenn er plötzlich verschwinden würde, und die Sache endet damit, dass Ransom betäubt wird und schließlich auf einem kleinen Raumschiff aufwacht, das bereits die Erde verlassen hat.

Devine und Westen, die das Raumschiff zu zweit betreiben, sind damit auf dem Weg zu einem anderen Planeten, auf dem sie schon einmal waren (ohne dass irgendjemand davon weiß): Malakandra, wie ihn die Bewohner nennen. (Wie Ransom später herausfindet, handelt es sich um den Mars.) Während Devine nur das Gold will, das sich dort massenhaft findet, träumt Weston davon, der Menschheit neue Welten zu eröffnen, den Weltraum zu kolonisieren, auch falls die Erde unbewohnbar wird. Wieso ihn die beiden Männer entführt haben, wird Ransom nicht gesagt. Als das Raumschiff schließlich auf Malakandra landet, kann er fliehen und trifft dann auf Marsbewohner, die „Hrossa“, die ihn freundlich aufnehmen. Allerdings sind Devine und Weston ihnen gegenüber nicht allzu freundschaftlich eingestellt…

Lewis‘ Buch war einer der ersten Science-Fiction-Romane, in denen die Außerirdischen keine Monster sind. Tatsächlich haben die drei vernunftbegabten Spezies auf Malakrandra, wie sich herausstellt, keinen Sündenfall hinter sich und sind damit schlichtweg gut; verehren Gott; und werden von Engeln regiert. „Jenseits des schweigenden Sterns“ (eigentlich die ganze Perelandra-Trilogie) bietet Raum für interessante theologische Spekulationen. Die „wissenschaftlichen“ Vorstellungen sind natürlich auf einem etwas veralteten Stand (der Roman ist 1938 erschienen), auch die Begriffe sind etwas veraltet (z. B. werden Planeten manchmal auch als „Sterne“ bezeichnet – daher der Titel (der „schweigende Stern“ ist die Erde)).

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