Mehr Patriarchat bitte!

Der Begriff „Patriarchat“ ist ja heutzutage nicht allzu beliebt; auch wenn man in der Kirche manchmal noch im positiven Sinn von „Patriarchen“ spricht – die Erzväter Israels (Abraham, Isaak, Jakob usw.) haben den Titel „heilige Patriarchen“, und die Bischöfe von Rom, Konstantinopel, Jerusalem, Alexandria tragen neben ihren jeweiligen anderen Titeln auch den des „Patriarchen“.

„Patriarch“ kommt von „pater“, Vater, und im Christentum nennt man auch Gott Vater. Es wird heute sehr gern gesagt, dass Gott nicht ein „alter bärtiger Mann auf einer Wolke“ ist. Ja, danke, wir wissen auch, dass Gott reiner Geist ist, allgegenwärtig, ewig, unendlich, die unverursachte Ursache und der Erhalter von allem, was existiert, das subsistierende Sein selbst, allmächtig, allwissend, allgütig, die Liebe selbst, nicht aus Teilen zusammengesetzt, nicht vergänglich, undsoweiterundsofort. Aber gegen das Bild des alten bärtigen Mannes auf der Wolke ist eigentlich nichts einzuwenden (sofern man überhaupt Bilder von Gottvater haben will, worüber man ja diskutieren kann). Es zeigt einen weisen, gütigen, persönlich ansprechbaren, über die Welt wachenden, sie schützenden Gott, und jeder ist sich bewusst, dass es ansonsten nur ein Bild ist. Es zeigt einen Gott, den man Abba, Vater, „Papa“, nennen kann.

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(Cima da Conegliano, Gott der Vater. Gemeinfrei.)

Wenn man von Gott als Vater spricht, tauchen immer gleich die Leute auf, die betonen müssen, dass Gott auch mütterlich sei, wofür sie dann immer dieselben zwei bis drei Bibelstellen heranziehen (die beste sind noch die wunderschönen Verse Jes 49,14-16: Doch Zion sagt: Der HERR hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände, deine Mauern sind beständig vor mir.“). Jetzt könnte man genauer ausführen, dass und wieso in Bibel und Tradition zwar vereinzelte Vergleiche göttlicher Eigenschaften mit mütterlichen Eigenschaften auftauchen (und das sind sehr schöne Vergleiche, wie der hier, der klar macht, dass Gottes Liebe noch viel größer ist als die einer Mutter), aber generell in männlichen Begriffen von Gott geredet wird und es für Ihn nie die Anrede „Mutter“, sondern nur die Anrede „Vater“ gibt. Aber dafür verweise ich einfach mal hierauf. Hier genügt es mir erst einmal, zu sagen: Wieso kann man das Wort „Vater“ nicht einfach mal so stehen und auf sich wirken lassen? Über die Väterlichkeit Gottes reden, an Gott als Vater denken? Hier muss nichts „problematisiert“ werden, es ist eine wunderschöne Vorstellung.

(Sicher wird es manche Leute geben, die Schwierigkeiten mit dem Vaterbild haben, weil sie selber einen missbräuchlichen Vater hatten, aber so kann es Leuten auch gehen, wenn Maria als Mutter oder Jesus als Bruder bezeichnet wird, und sie entsprechende Erfahrungen mit Mutter oder Bruder hatten. Wenn ein einzelner Schwierigkeiten mit einem Titel Gottes hat, muss er sich dafür auch nicht schämen. Aber während ein menschlicher Vater in seiner Rolle furchtbar versagen und sie pervertieren kann, ist Gott der wahre, der eigentliche Vater.)

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(Gott der Vater, Ausschnitt eines Bildes von Tizian. Gemeinfrei.)

Feministisch geprägte Gesellschaften wie unsere scheinen oft keinen rechten Platz für Männer zu haben, kommt es mir vor. Da wird oft gesagt, was Männer nicht sein sollen oder nicht zu sein bräuchten. Mädchen wird gesagt, dass sie alles machen und sein und erreichen können sollen (außer natürlich Heimchen am Herd bei vier kleinen Kindern, wag das ja nicht), bei Jungen wird erst mal problematisiert und zurückgehalten. Keine toxische Männlichkeit, kein Sexismus, blabla. Ist ja schön, wenn Männer uns Frauen nicht verachten und keine falsche Vorstellung davon haben, was Männlichkeit sein muss. Aber das Negative allein ist etwas wenig.

Ich bin ja der Meinung, dass man z. B. falschen Nationalismus am besten dadurch verhindert, indem man den Leuten etwas zeigt, wofür sie ihr Land wirklich lieben können. Ähnlich bei falschen Vorstellungen von Männlichkeit (oder Weiblichkeit, anbei – das gibt es ja auch, sogar in ganz verschiedenen Formen; sowohl wer Heidi Klum als auch wer Zarin Katharina II. als auch wer Frau Dr. Merkel als Vorbild für Frauen nimmt, hat etwas falschgemacht).

Davon abgesehen ist es freilich ziemlich seltsam, was inzwischen als „toxische Männlichkeit“ bezeichnet wird. Selbst wenn Männer kleine Gesten der Zuvorkommenheit üben, z. B. Frauen die Tür aufhalten oder ihnen den Koffer die Treppe hoch hieven, gilt das ja einigen schon als anmaßend und überheblich. Danke auch, liebe Feministinnen!

Was sollen Männer eigentlich sein? Meistens kommt darauf überhaupt keine Antwort.

Zurück von Männlichkeit an sich zur Vaterschaft speziell (wobei Männlichkeit ja am besten Väterlichkeit in irgendeiner Weise bedeuten sollte): In Filmen und Romanen – ganz besonders in sog. „historischen“ – scheinen Väter ständig in negativen Rollen aufzutauchen: Der Vater, der seine Tochter zu einer Ehe drängen will, der Vater, der seinem Sohn einen Beruf aufzwingen will, der Vater, der seinem Kind eine Liebe ausreden will, der verständnislose, tyrannische Vater. Entweder muss er am Ende aufgeben, oder er darf, wenn es gut kommt, seine Fehler einsehen und abtreten. (In den Filmen, die in der Gegenwart spielen, wird der tyrannische Vater dann gern durch den nutzlosen Vater ersetzt, dessen Frau alles erledigen muss, weil er nichts zustande bringt. Natürlich alles ganz tolle Vorbilder.) Der Vater, der sein Kind vor einem Fehler oder vor Menschen, die ihm übelwollen, beschützt, der Anleitung, Halt, Sicherheit gibt, ermutigt, sorgt… den findet man nicht wirklich. Auch wenn die Wirklichkeit anders aussieht.

Jeder Vater ist anders, und natürlich gibt es tyrannische Väter; auch wenn das häufigere Negativbeispiel der abwesende, gleichgültige Vater sein wird. Aber ich habe den Eindruck, dass immer noch die Mehrheit der Väter halbwegs gute Väter sind, die ihre Kinder lieben und ihnen Gutes wollen. Und ich beispielsweise kenne aus meiner weiteren Verwandtschaft eher die tyrannische Mutter als den tyrannischen Vater. Aber was ich sagen will: Wieso ist der Vater manchen Leuten so sehr ein Dorn im Auge, dass sie ihm kaum mal eine reale, gute Rolle geben wollen?

God the Father and angels, Pietro Perugino, Stanza dell'Incendio di Borgo, medalion, part of the ceiling, Vatican City 1.jpg

(Pietro Perugino, Deckengemälde, Stanza dell’Incendio di Borgo, Vatikan. Gemeinfrei.)

Das Patriarchat wird gerade oft mit dem Islam in Verbindung gebracht – Tenor: „Der ist ja nur so schlecht wegen der patriarchalen Kultur, die gab es bei uns früher auch“. Aber der Islam ist nicht besonders patriarchal. Im Islam gibt es Männerherrschaft, natürlich – aber mit der Väterlichkeit ist es nicht weit her. Ein Herrscher, der seine Söhne, die von hunderten von Haremssklavinnen stammen, die Nachfolge mittels gegenseitiger Morde ausfechten lässt – was hat der mit einem Vater zu tun? (Die osmanische Sultansfamilie, in der das jahrhunderlang so üblich war, ist der Extremfall, sicher; aber der Islam erlaubt jedem Mann theoretisch bis zu vier Frauen und unbegrenzt viele Sklavinnen; und wenn ein Mann Kinder von verschiedenen, allesamt noch lebenden Frauen hat, kann er für keins davon ein besonders guter Vater sein.) Ein Mann, der, um sogenannte „Ehre“ zu bewahren, seine eigene Tochter umbringt, weil sie eine Sünde gegen die Keuschheit begangen hat – was hat der mit einem Vater zu tun? (Und bevor jemand fragt, nein, solche Ehrenmorde gab es dort, wo einst das christliche Abendland war, nicht. Da gab es vielleicht die auf fehlerhafte Weise doch beschützerische Variante „Der hat meine Tochter/Schwester verführt, den fordere ich zum Duell“, wofür man von der Kirche, die Duelle als Verabredung zum Mord verurteilte, freilich exkommuniziert wurde, aber die Variante „Ich muss meine Tochter/Schwester umbringen, was sagen denn sonst die Nachbarn“ gab es gerade nicht. Auch wenn es gefallene Mädchen und ledige Mütter nicht immer allzu leicht hatten, um ihr Leben musste keine fürchten.)

Natürlich gibt es im Islam einen gewissen Platz auch für gute Väterlichkeit; vielleicht etwas mehr als bei uns im modernistischen Säkularismus jetzt. Und man muss zugeben, dass der Islam in dieser Hinsicht nicht die schlimmste all derjenigen Kulturen ist, die man gern als „patriarchal“ bezeichnet. Männerherrschaft ohne Väterlichkeit oder Ritterlichkeit gab es schließlich in vielen Kulturen. Vor, sagen wir, 150 Jahren beklagten christliche Missionare in Asien, Afrika oder bei den amerikanischen Ureinwohnern oft sehr ähnliche Dinge, was das Verhältnis von Männern und Frauen betraf: Dass neugeborene Mädchen ausgesetzt wurden; dass Mädchen in früher Jugend verheiratet wurden, ohne gefragt zu werden; dass die Männer faul wären und den Frauen viel Arbeit (z. B. Feldarbeit) überließen; dass die Polygamie praktiziert wurde; dass Mädchen keinerlei Bildung erhielten und Frauen generell nichts gelten würden, Bräuche wie die Witwenverbrennung in Indien. (Was alles, wie man sieht, gerade das Gegenteil von dem ist, was ein Vater täte, der diesen Namen verdiente.) Die indische Männerherrschaft ist heute nur deshalb (fraglicherweise) weniger schlimm als die arabische, weil Indien sich mehr vom Westen hat beeinflussen lassen als das widerstandsfähigere und für den Westen zuerst auch uninteressantere Arabien.

Wie dem auch sei: Die Lösung dafür, dass Väter eine völlig pervertierte Rolle einnehmen, ist wohl kaum, ihnen gar keine Rolle mehr zu geben. Ich sage nicht, dass das frühere europäische Patriarchat dagegen perfekt war; dank der Erbsünde hat jede Kultur große Fehler und blinde Flecke, und auch hier gab es an einigen Stellen Verachtung gegenüber Frauen oder Regeln, die sie in ungerechter Weise benachteiligt haben. Aber es war sicher besser als die Männerherrschaft in anderen Kulturen, und sicher auch besser als der jetzige Zustand. Denn wozu führt es, wenn man Vaterschaft so ablehnt?Was ist das Resultat, wenn Männer als überflüssig hingestellt werden?

Männer, die nicht besonders charakterlich gefestigt sind, ziehen sich zurück, werden passiv und indifferent, nutzen Frauen aus, wenn die sich ausnutzen lassen, und sehen keinen Anreiz, sonst viel für sie zu tun. Das wäre ja zu patriarchalisch. Das ist nicht als Rechtfertigung, sondern als Erklärung gesagt; es gibt keine Rechtfertigung dafür, bei dieser Entwicklung mitzumachen. In äußerster Konsequenz (und leider nicht in seltenen Fällen) führt das dann dazu, dass Männer z. B. ihre schwangeren Freundinnen sitzenlassen oder zur Abtreibung überreden. Das kann man vielleicht „toxische Männlichkeit“ nennen (oder man kann es als Mangel an Männlichkeit betiteln, je nach Betrachtungsweise), aber als „patriarchal“ kann man es kaum bezeichnen, wenn Väter Vaterschaft so hassen, dass sie den Mord an ihren Kindern bewirken wollen.

Es wird ständig gepredigt, dass Frauen keine Männer bräuchten, dass z. B. eine Mutter ihr Kind sehr gut ohne Mann großziehen könnte (und inzwischen muss eine enorme Masse an Kindern dann so aufwachsen). Nun, für gewöhnlich sieht das Kind das noch etwas anders, und tatsächlich ist es ein sehr großer Risikofaktor für Kinder, ohne Vater aufzuwachsen. Kinder bei alleinerziehenden Eltern – i. d. R. Müttern – haben ein deutlich höheres Risiko für psychische Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Schwierigkeiten in der Schule, Übergewicht, Jugendarbeitslosigkeit, Teenagerschwangerschaft, unabhängig vom Einkommen der Eltern. (Siehe z. B. hier und hier für Statistiken.) Väter braucht man, genauso wie man Mütter braucht.

Und es geht hier auch nicht einfach nur darum, zwei Erwachsene da zu haben, damit das Kind genug Zuwendung hat. Es geht darum, einen Mann und eine Frau als Vorbilder zu haben. Jungen brauchen einen Vater, um zu lernen, wie sie später mal sein sollen, und Mädchen brauchen einen, damit sie lernen, wie ein Mann sein soll, auf den sie sich später mal einlassen.

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(Henry Ossawa Tanner, The Banjo Lesson. Gemeinfrei.)

 

Freilich lässt sich das Wort „Patriarchat“ nicht einfach nur mit „Väterlichkeit“, sondern tatsächlich mit „Vaterherrschaft“ übersetzen (lat. pater = Vater, gr. arche = Herrschaft, Ordnung). Der Herrschaftsbegriff steckt hier irgendwo drin, ja.

Nun hat die heutige Welt ja schon ein Problem mit Herrschaft an sich, nicht nur mit bestimmten Formen von Herrschaft. Das ist allerdings ein grundsätzlicher Fehler, denn es kann keine Welt ohne Herrschaft geben, und wenn man so etwas versucht (z. B. in bestimmten Sekten oder linksextremistischen Gruppen), entstehen informelle, manipulative Herrschaftsformen. Wenn es keine klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten gibt, kann der seine Macht ausüben, der am besten überreden und manipulieren kann, ohne dass man sich eingesteht, dass er herrscht, und er kann die Vorrechte eines Herrschers genießen, ohne dessen Pflichten ausüben zu müssen. Und Herrschaft ist ja in den wenigstens Fällen eine Herrschaft, die keinen Kontrollen, Regeln und Grenzen unterworfen ist.

Nun könnte man sagen: Herrschaft gut und schön, aber wieso sollte es eine patriarchale Herrschaft geben? Wieso nicht eine matriarchale, oder besser eine, bei der beide Geschlechter gleichermaßen vertreten sind?

Tatsächlich müssen (vergleichsweise) patriarchale Herrschaftsformen gut sein, weil Gott die Welt entsprechend eingerichtet hat. Das folgende Argument ist für Nichtkatholiken wahrscheinlich nicht sonderlich überzeugend; aber als Katholik wird man seine Gültigkeit m. E. schwer bestreiten können. Erst einmal zwei Dinge, die allgemein bekannt sein dürften:

1) In Gottes Kirche ist der Klerus rein männlich. Auch wenn Nonnen, Mütter, Theologinnen, Religionslehrerinnen, Mesnerinnen, Jugendgruppenleiterinnen usw. natürlich nicht ohne Einfluss sind, ist der Klerus trotzdem männlich. Der Sohn Gottes hat nur zwölf Männer als Apostel ausgewählt, keine einzige Frau, auch wenn er Frauen in seinem engen Jüngerkreis hatte, und zum Amt ihrer Nachfolger, der Bischöfe (und deren Helfer, der Priester und Diakone), gehört nicht nur das Sakramentespenden, sondern auch die Leitung der Kirche. Isso.

2) Es ist katholische Lehre, dass der Mann das Oberhaupt der Familie ist, nicht die Frau und auch nicht beide; s. z. B. Epheser 5 oder kirchliche Lehrdokumente wie die Enzyklika Casti Connubii über die Ehe von Papst Pius XI.:

„In der Familiengemeinschaft, deren festes Gefüge so die Liebe ist, muß dann auch die Ordnung der Liebe, wie es der hl. Augustinus nennt, zur Geltung kommen. Sie besagt die Überordnung des Mannes über Frau und Kinder und die willfährige Unterordnung, den bereitwilligen Gehorsam von seiten der Frau, wie ihn der Apostel mit den Worten empfiehlt: ‚Die Frauen sollen ihren Männern untertan sein wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus das Haupt der Kirche ist.‘

Die Unterordnung der Gattin unter den Gatten leugnet und beseitigt nun aber nicht die Freiheit, die ihr auf Grund ihrer Menschenwürde und der hehren Aufgabe, die sie als Gattin, Mutter und Lebensgefährtin hat, mit vollem Recht zusteht. Sie verlangt auch nicht von ihr, allen möglichen Wünschen des Mannes zu willfahren, die vielleicht unvernünftig sind oder der Frauenwürde weniger entsprechen. Sie ist endlich nicht so zu verstehen, als ob die Frau auf einer Stufe stehen sollte mit denen, die das Recht als Minderjährige bezeichnet und denen es wegen mangelnder Reife und Lebenserfahrung die freie Ausübung ihrer Rechte nicht zugesteht. Was sie aber verbietet, ist Ungebundenheit und übersteigerte Freiheit ohne Rücksicht auf das Wohl der Familie. Was sie verbietet, das ist, im Familienkörper das Herz vom Haupt zu trennen zu größtem Schaden, ja mit unmittelbarer Gefahr seines völligen Untergangs. Denn wenn der Mann das Haupt ist, dann ist die Frau das Herz, und wie er das Vorrecht der Leitung, so kann und soll sie den Vorrang der Liebe als ihr Eigen- und Sonderrecht in Anspruch nehmen.

Grad und Art der Unterordnung der Gattin unter den Gatten können sodann verschieden sein je nach den verschiedenen persönlichen, örtlichen und zeitlichen Verhältnissen. Wenn der Mann seine Pflicht nicht tut, ist es sogar die Aufgabe der Frau, seinen Platz in der Familienleitung einzunehmen. Aber den Aufbau der Familie und ihr von Gott selbst erlassenes und bekräftigtes Grundgesetz einfachhin umzukehren oder anzutasten, ist nie und nirgends erlaubt.

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(Bernhard Strigel, Heilige Familie. Gemeinfrei.)

Es ist ja auch so, dass es manchmal einfach jemanden geben muss, der in einer Familie das letzte Wort hat, und dass es wahrscheinlich keine Frau besonders mag, wenn ihr Mann sich von ihr herumkommandieren lässt.

So weit, so altbekannt; jetzt der dritte Punkt, auf den ich hier noch hinauswollte:

3) In einem Land, in dem der Katholizismus zum weltanschaulichen Grundkonsens gehören würde und die Leute ihren Glauben einigermaßen praktizieren würden, würde sich, bezogen auf die gesamte Gesellschaft, mehr oder weniger von selber eine relativ patriarchale Gesellschaftsform einstellen. Das liegt einfach an zwei Dingen:

Erstens, Katholiken schätzen größere Familien und erkennen als legitime Methode zur Kinderzahlbegrenzung nur die Natürliche Empfängnisregelung an, die zwar nicht unbedingt unsicherer, aber aufwendiger und anstrengender ist als die Pilleneinnahme, und für die man zudem laut Kirchenlehre einen rechtfertigenden Grund braucht (keinen extrem schwerwiegenden Grund, aber es muss einen vernünftigen Grund geben). Dementsprechend hätten mittelgroße Familien in einer katholischen Gesellschaft eher drei bis sechs Kinder anstatt nur zwei, und Familien mit neun oder zehn Kindern wären auch nichts Groteskes und Verachtetes.

Zweitens, Katholiken glauben, dass zuerst die Eltern und nicht der Staat für die Kindererziehung verantwortlich sind, und dass für Eltern zuerst ihre Familie kommt und dann erst solche Sachen wie Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft, Politik.

Die Leute, die verheiratet und nicht unfruchtbar wären (also die Mehrheit der Bevölkerung; selbst im katholischsten Land würde kaum eine Mehrheit ins Kloster gehen), hätten also i. d. R. mehrere Kinder, die höchstens im dringenden Notfall als Kleinkinder fremdbetreut würden; da die Frauen diejenigen wären, die auch mit Schwangerschaft, Geburt und Stillen zu tun hätten, würde es sich für viele Paare anbieten, dass sie diejenigen sind, die bei den Kindern daheim bleiben, und von der Geburt des ersten Kindes bis zum Kindergarteneintritt des letzten können bei vier oder fünf Kindern locker zehn bis fünfzehn Jahre vergehen; außerdem macht ein Haushalt mit mehreren Kindern auch dann mehr Arbeit, wenn die Kinder schon im Kindergarten oder in der Schule sind. (Zudem wäre in einer katholischen Gesellschaft sicherlich Homeschooling legal und zumindest ein paar Familien würden es machen.) Dass beide Teilzeit arbeiten ist oft auch eher unpraktisch – welche Frau arbeitet schon gerne genauso viel wie der Mann, wenn sie zwischendurch immer wieder schwanger ist und in Mutterschutz geht; außerdem kann der Mann eher eine höhere, besser bezahlte Arbeitsstelle finden, wenn er ganztags arbeitet, was für die Familie natürlich praktischer ist. Sicher würde es einzelne Paare geben, die es so organisieren würden, oder bei denen der Mann zuhause bliebe, aber das wären (auch wenn das dann sicherlich legitim wäre) Ausnahmefälle bei besonderen Umständen.

Dementsprechend würden wenige Mütter minderjähriger Kinder in Vollzeit einer Erwerbsarbeit nachgehen; wenn sie überhaupt arbeiten würden, würde es eher auf Teilzeitarbeit, Heimarbeit oder Hilfe im Familienbetrieb hinauslaufen. Da höhere Jobs für gewöhnlich Vollzeitjobs sind, und seltener von Leuten erreicht werden, die fünfzehn oder zwanzig Jahre lang gar keiner Erwerbsarbeit nachgegangen sind (was auch Sinn macht; man braucht hier einfach Leute mit Erfahrung und genug Zeit), wären Abteilungsleiter, Bürgermeister, Personalchefs, Unternehmer, Chefärzte, Professoren und dergleichen mehrheitlich Männer. Nicht ausschließlich; aber mit einer sehr deutlichen Mehrheit.

Wie gesagt: Hier habe ich jetzt nicht auf Geschlechterrollenideale geschaut, sondern nur auf die automatischen Folgen davon, wenn viele Leute viele Kinder haben, und alle tun, was das Praktischste für sie ist.

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(Bild von John William Waterhouse. Gemeinfrei.)

Es hat seine Gründe, dass Feministinnen immer die Familie, besonders die Großfamilie, als Hindernis der Emanzipation bekämpft haben; ganz blöd waren bzw. sind sie ja auch nicht. Eine Frau, die mit 24 heiratet, mit 25 das erste von sechs Kindern bekommt, einen großen Teil der nächsten zwei, drei Jahrzehnte damit verbringt, Windeln zu wechseln, Geschichten vorzulesen, bei den Hausaufgaben zu helfen, Nudeln mit Soße zu kochen, bei F-Jugend-Fußballspielen zuzuschauen und Geburtstagskuchen zu backen, die irgendwann 20 Enkelkinder hat und 60 Jahre mit demselben Mann verheiratet bleibt – die gibt einfach keine gute Feministin ab, in aller Regel. Grundvoraussetzung für den Feminismus, wie man ihn so kennt, sind eine Menge künstliche Hilfsmittel, die die Gesellschaft ohne allzu viel Mutterschaft und Vaterschaft mehr schlecht als recht am Laufen halten: funktionierende, billig verfügbare und weithin praktizierte Empfängnisverhütung, spätes Kinderkriegen, geringe Kinderzahl, großflächige günstige Kinderbetreuungsangebote, und evtl. Zugang zu Abtreibung. Mit Kindern kann der Feminismus einfach nicht. Kein Wunder, dass inzwischen öffentlich-rechtliche Sender für Jugendliche Propagandavideos verbreiten, in denen unsympathische Feministinnen mit gruseligen Augen erzählen, wie toll die Sterilisation ist und dass sie ein Kind auf jeden Fall abtreiben würden. Den Kindern muss einfach klargemacht werden, was für ein Hindernis sie für ihre Mütter sind.

Wie gesagt: In einer kinderfreundlichen katholischen Gesellschaft würde sich also ganz automatisch eine Ordnung ergeben, die heutige Feministinnen für gewöhnlich als „patriarchal“ betiteln würden. Nun kann es nicht sein, dass Gott Seine Natur und Seine Gebote so geordnet hätte, dass nichts Sinnvolles herauskommt, wenn man sich nach ihnen richtet; ergo kann dieser Zustand im Großen und Ganzen zumindest nicht schlechter sein als andere Anordnungen.

Nochmal: Patriarchat in diesem Sinne heißt nicht, dass Frauen keinen Einfluss hätten, keine wichtigen Positionen, keine Möglichkeit, eigene Anliegen geltend zu machen, usw.; aber es heißt schon, dass mehr Entscheidungsgewalt bei Männern läge als bei Frauen, dass der privat-häusliche Bereich weiblicher geprägt wäre und der öffentlich-politische männlicher, und Familien nach außen hin eher von den Vätern vertreten werden würden. Und das muss irgendeinen Sinn haben.

Was das für ein Sinn das wäre: Dazu mache ich mir vielleicht ein andermal mehr Gedanken. So lange Artikel liest eh irgendwann keiner mehr mit.

9 Gedanken zu “Mehr Patriarchat bitte!

  1. Übrigens: trotz manchen teilweise sehr deutlichen Hineinspielens in das Klischee „nutzloser Vater“ ist vermutlich Homer Simpson tatsächlich eine der überzeugenderen Vaterfiguren der jüngeren Populärkultur… („Im deutschen Fernsehen gibt es außer den Simpsons keine normale Familie mehr“, soll Stoiber mal gesagt haben.)

    Natürlich alles kein Vergeich mit Kriminalamtsinspektor Grandauer aus der „Löwengrube“ oder Mr. Cartwright sr. … oder, warum nicht, auch Meister Eder… und vielleicht auch dem Vater aus dem „Wunder von Bern“.

    [Und wie ordnen wir jetzt den berühmtesten Vater der Filmgeschichte, Anakin „Darth Vader“ Skywalker, ein? Hmm…]

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  2. Im Zusammenhang mit dem Begriff „Patriarchat“ wird auch immer das sog. „white male privilege“ genannt, also die Vorstellung, dass heterosexuelle Männer, insbesondere Männer mit weißer Hautfarbe, immer noch unverdiente Privilegien in unserer heutigen westlichen Gesellschaft genießen. Was denkst du darüber?

    Es ist interessant, wie feministische Kreise immer über „toxische Männlichkeit“ reden, aber den Begriff „toxische Weiblichkeit“, soweit ich es überblicken kann, stets ausklammern. Feministinnen betonen zwar immer wieder, dass sie nicht männerfeindlich seien und lediglich eine gleichberechtigte Gesellschaft erschaffen wollen. Allerdings erscheinen sie irgendwie männerfeindlich, wenn sie immer über „toxische Männlichkeit“ diskutieren, dabei aber „toxische Weiblichkeit“ ignorieren.

    Der Fanatismus, mit dem Feministinnen teilweise Abtreibung unterstützen, ist mir schon seit langer Zeit ein Rätsel. Du erklärst das damit, dass sie Kinder als Hindernis der Emanzipation sehen. Dies könnte eine gute Erklärung sein. Allerdings sehe ich immer noch Widersprüche zur feministischen Ideologie, denn diese besagt, dass a) ungleiche Machtverhältnisse schlecht seien und b) Frauen und Mädchen dadurch häufig unter Gewalt und Missbrauch leiden. Bei Abtreibung handelt es sich um eine Situation, in der ein ungleiches Machtverhältnis herrscht. Das Ungeborene ist seiner Mutter hilflos ausgeliefert, und diese nutzt ihre Macht gnadenlos aus, um ihren ungeborenen Nachwuchs zu töten. Dazu sind Millionen von abgetriebenen Kindern weiblich. Wie können Feministinnen Abtreibung befürworten, wenn sie ihre eigenen Grundsätze ernst nehmen? Wie können Feministinnen Abtreibung als „Frauenrecht“ betrachten, obwohl es sich dabei um ein ungleiches Machtverhältnis handelt, durch das unzählige Mädchen getötet werden? Es ist mir bewusst, das Feministinnen ihren Einsatz für Abtreibung mit dem Slogan „My body – My choice“ rechtfertigen. Diese Argumentation macht aber auch keinen Sinn, denn hauptsächlich ist der Körper des Ungeborenen von der Abtreibung betroffen. Wie du sehen kannst, fällt es mir sehr schwer, die feministische Position zur Abtreibung zu verstehen. Vielleicht kannst du Licht ins Dunkel bringen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    I love BXVI

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    1. „Diese Argumentation macht aber auch keinen Sinn, denn hauptsächlich ist der Körper des Ungeborenen von der Abtreibung betroffen. Wie du sehen kannst, fällt es mir sehr schwer, die feministische Position zur Abtreibung zu verstehen. Vielleicht kannst du Licht ins Dunkel bringen.“

      Da gibt es meiner Meinung nach nicht viel zu verstehen. Es ist im Grunde nichts anderes als Selbstsucht, die theoretisch legitimiert werden soll. Jetzt mal in den Kategorien des Mainstreams gedacht, der anscheinend von einem Recht auf Sex ausgeht: Wer keine Kinder haben will, soll verhüten. (Das wird eine starke, feministische Frau doch wohl hinkriegen??) Wenn das nicht klappt, bitte die Konsequenzen der eigenen Handlung tragen. Dann wäre da ja auch noch die katholische Position, in der die Würde der Sexualität in einem Maße sicher gestellt ist, wie es sich die Feminist*_innen anscheinend noch nicht mal annähernd vorstellen können…

      Davon abgesehen: Die ‚Linke‘ (wozu ich den Wald-und-Wiesen-Feminismus aufgrund seiner kulturmarxistischen Wurzeln zähle) macht sich in letzter Zeit nicht mal mehr die Mühe, ihre eigenen Widersprüche zu kaschieren. Das sieht man z.B. daran, dass Leute wie Cem Özdemir in den vergangenen Tagen zwischen ’schlechten‘ (gg. Corona-Maßnahmen) und ‚guten‘ Demonstrationen (gg. ‚Rassismus‘) unterschieden haben, ohne dabei rot zu werden. Auf den Bildern war doch recht deutlich, wer die ‚Corona-Regeln‘ eher eingehalten hat.

      „Das Ungeborene ist seiner Mutter hilflos ausgeliefert, und diese nutzt ihre Macht gnadenlos aus, um ihren ungeborenen Nachwuchs zu töten. Dazu sind Millionen von abgetriebenen Kindern weiblich.“

      Die millionenfache Abtreibung von Mädchen in Indien oder China ist ein himmelschreiender Skandal und ein echter blinder Fleck des Feminismus, der sich dazu kaum äußert. (Bis auf Frau Schwarzer, die inzwischen ja auch schon ein Nazi sein soll.) Er müsste damit nämlich zugeben, dass Kulturrelativismus, Postkolonialismus und all die anderen -ismen, die in denselben Kreisen vertreten werden, nicht haltbar sind.

      Allein dieses empirisches Faktum millionenfacher Abtreibung von Mädchen müsste für die WHO Grund genug sein, dass Abtreibung niemals ein „reproduktives Recht“ sein kann. Ein generelles Verbot von Abtreibung wäre echter Feminismus und ein Segen für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt, die sich auf der Grundlage eine solches Verbotes gegen ihre Männer und Familien stellen könnten. Soweit ich sehe, sind nämlich häufig nicht die Frauen selbst, sondern die ihre Familien (die übrigens nicht nur aus Männern bestehen) für Abtreibungen verantwortlich.

      Sorry für das lange Posting, aber das Thema Abtreibung regt mich echt auf.

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    2. Ich kann nur dem zustimmen, was Sokleidas gesagt hat.

      Klar sagen sie, dass sie keinen Männerhass haben, aber letztlich glaube ich ihnen nicht (wobei, ein paar sagen sogar einfach, dass sie Männer hassen, und schämen sich dafür nicht, aber das ist ja eher selten). Es werden doch ständig „starke Frauen“ gepriesen, auf Männern (besonders „alten weißen Männern“) wird herumgehackt, Frauen werden manchmal „bei gleicher Eignung“ bei Bewerbungen offiziell bevorzugt, es werden Frauenquoten durchgedrückt, damit es nur ja keine Unterschiede im Ergebnis mehr gibt, auch wenn die Leute das selber gar nicht wollen… Dabei sind die alten weißen Männer oft die, die die Frauen fördern – ich hab ehrlich gesagt noch nie erlebt, dass Männer einen zurückhalten wollen. Wo sind da die Privilegien der Männer? Männer können bei solchen Feministinnen nie wirklich genug machen, sie mögen ja meistens nicht mal die male feminists (die, zugegeben, auch einfach unsympathisch sind – vielleicht schließen die Feministinnen ja von den Männern in ihren Kreisen auf Männer allgemein…).

      Zum Thema Abtreibung: Du erwartest, dass Leute keine Widersprüche in ihren Ansichten haben. Ne, sie ignorieren diese Widersprüche einfach, weil sie ein Recht auf Abtreibungen wollen.

      Die Sicht, dass es legitim und vielleicht sogar eine gute Idee sein könnte, vor der Ehe keinen Sex zu haben, ist in der Gesellschaft so abwegig geworden, dass sie gar nicht mehr ernsthaft daran denken, dass sie vielleicht ihrem Freund sagen könnten, dass sie keinen Sex haben wollen. Und sie wollen natürlich auch selber Sex. Dann hat man natürlich ungewollte Schwangerschaften (auch wenn man die Pille nimmt), und sie wollen dann nicht mit einem Kind belastet sein. Das wollen sie nicht, und das ist alles. (Teilweise ist das alles allerdings auch ein Resultat früherer feministischer „Erfolge“, dass nämlich die Kindsväter jetzt teilweise weniger zur Verantwortung gezogen werden, also denken die Frauen, dass sie auch nicht verantwortlich sein sollten.)

      Ich meine, keine Weltanschauung ist ganz falsch, jede setzt irgendwo an richtigen Punkten an (sonst würde sie ja gar keine Anhänger fiinden), und auch im Feminismus finden sich ein paar richtige Gedanken, oder zumindest Reaktionen auf wirkliche Ungerechtigkeiten, aber beim Thema Abtreibung ist er wirklich einfach satanisch. Dass Mütter es zu ihrem Recht erklären, ihre eigenen Kinder zu töten, ist pervers.

      LG, Crescentia.

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  3. Danke für die Antworten!!

    @ Sokleidas

    „Da gibt es meiner Meinung nach nicht viel zu verstehen. Es ist im Grunde nichts anderes als Selbstsucht, die theoretisch legitimiert werden soll.“

    Okay, dann muss ich wohl akzeptieren, dass Feministinnen von purem Egoismus angetrieben werden, wenn sie sich für Abtreibung einsetzen. Das hat aber den Effekt, dass Feministinnen als gefühlskalte und grausame Frauen erscheinen, die über Leichen gehen, um ihre angestrebten Ziele zu erreichen.

    „Dann wäre da ja auch noch die katholische Position, in der die Würde der Sexualität in einem Maße sicher gestellt ist, wie es sich die Feminist*_innen anscheinend noch nicht mal annähernd vorstellen können…“

    Hier tritt ein weiteres Problem auf: Feministische Kreise scheinen die katholische Sexualmoral als schädlich für Frauen anzusehen. Die überwältigende Mehrheit der Feministinnen scheint nämlich zu glauben, dass Frauen ein Recht auf Sex hätten. Frauen, die mehrere Sexualpartner haben, werden daher für ihr „selbstbewusstes Ausleben der Sexualität“ gelobt. Denjenigen, die diesen Lebensstil kritisieren, wird folglich „Slut-Shaming“ vorgeworfen.

    „Die millionenfache Abtreibung von Mädchen in Indien oder China ist ein himmelschreiender Skandal und ein echter blinder Fleck des Feminismus, der sich dazu kaum äußert. (Bis auf Frau Schwarzer, die inzwischen ja auch schon ein Nazi sein soll.)“

    Ich sehe Frau Schwarzer als Teil des Problems. Sie mag zwar die massenhafte Abtreibung von Mädchen in Ländern wie China und Indien kritisieren, aber ansonsten scheint sie zur Gruppe der Abtreibungsbefürworter zu gehören. Soweit ich mich richtig erinnere, kämpft Frau Schwarzer schon seit Jahrzehnten für ein „Recht auf Abtreibung“.

    „Allein dieses empirisches Faktum millionenfacher Abtreibung von Mädchen müsste für die WHO Grund genug sein, dass Abtreibung niemals ein „reproduktives Recht“ sein kann.“

    Unglücklicherweise betrachtet die WHO Abtreibung als einen „essentiellen Service“ und kämpft daher für leichten Zugang zu Abtreibungen. Für eine Organisation, die sich um die Gesundheit der Weltbevölkerung kümmert, ist das eine seltsame Position. Was hat Abtreibung mit Gesundheit zu tun? Schwangerschaft ist keine Krankheit. Das ungeborene Kind ist kein Tumor, den man entfernen muss, um eine Krankheit zu heilen. Die Idee, dass Abtreibung ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung sei, ist so absurd, dass mir die Worte fehlen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    I love BXVI

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    1. @I love BXVI

      „Ich sehe Frau Schwarzer als Teil des Problems.“

      Selbstverständlich! Für mich dient sie in diesem Zusammenhang nur als Beispiel dafür, dass diese jakobinische Revolution ihre eigenen Kinder frisst.

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  4. @ Crescentia

    „Die Sicht, dass es legitim und vielleicht sogar eine gute Idee sein könnte, vor der Ehe keinen Sex zu haben, ist in der Gesellschaft so abwegig geworden, dass sie gar nicht mehr ernsthaft daran denken, dass sie vielleicht ihrem Freund sagen könnten, dass sie keinen Sex haben wollen. Und sie wollen natürlich auch selber Sex. Dann hat man natürlich ungewollte Schwangerschaften (auch wenn man die Pille nimmt), und sie wollen dann nicht mit einem Kind belastet sein.“

    Interessant finde ich immer wieder, wie scheinbar verdrängt wird, dass auch die Einnahme der Pille keine 100% Garantie ist, nicht schwanger zu werden. So reagieren junge Frauen häufig folgendermaßen auf ihre ungewollte Schwangerschaft: „Wie kann ich schwanger sein? Ich habe doch die Pille genommen!“ Und viele Mütter geben ihren Töchtern folgenden Ratschlag: „Wenn du heute bei deinem Freund übernachtest, dann nimm wenigstens die Pille! So kannst du nicht schwanger werden.“ Es stimmt natürlich, dass die Chance gering ist, schwanger zu werden. Dennoch ist dies kein Grund, so zu tun, als ob keine Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

    „Dass Mütter es zu ihrem Recht erklären, ihre eigenen Kinder zu töten, ist pervers.“

    Vollkommene Zustimmung. Mutterschaft wird hier auf dem Kopf gestellt: Anstatt das eigene Kind zu schützen, wird es schon im Mutterleib getötet. Eine Mutter muss sehr kaltblütig sein, um zu glauben, dass sie ein „Recht auf Abtreibung“ habe, besonders wenn sie ihre bereits geborenen Kinder sieht. Eine Frau muss sehr kaltherzig sein, wenn sie mehrere Schwangerschaften durchlebt (und dabei ihren Nachwuchs auf dem Ultraschall sieht) und dann immer noch meint, sie habe ein „Recht auf Abtreibung“.

    Mit freundlichen Grüßen,
    I love BXVI

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