Christliche Kultur am Sonntag: „Ich beichte“ (Hitchcock)

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Ich beichte“

Dieser Hitchcock-Film von 1953 (dessen Titel „I confess“ in der deutschen Synchronisation besser „Ich bekenne“ genannt hätte werden sollen; aber man kann nun mal nicht alles haben) ist wahrscheinlich der großartigste Film über die Bedeutung des Beichtgeheimnisses, der je gemacht wurde.

Québec, Kanada, Anfang der 1950er: Otto Keller, der als Hausmeister bei einer katholischen Pfarrei arbeitet, bricht eines späten Abends, verkleidet mit einer priesterlichen Soutane, bei dem wohlhabenden Rechtsanwalt Villette ein, um Geld zu stehlen; als der ihn überrascht, schlägt er ihn im Affekt tot. Er flüchtet, legt die Soutane ab, und geht in die Kirche, wo er den jungen Priester Michael Logan (großartig gespielt von Montgomery Clift) trifft. Der von seiner Tat verstörte Keller legt bei Pater Logan die Beichte ab.

Am nächsten Tag ist seine Reue von seiner Angst vor Entdeckung und dem Tod durch Hängen überschattet; auf keinen Fall will er sich stellen, und er denkt nur noch daran, wie er seine Tat verbergen kann. Er geht zu Villette, bei dem er einmal in der Woche gearbeitet hat, tut so, als ob er die Leiche fände, und verständigt die Polizei. Die findet bald zwei Mädchen, die gesehen haben, wie am fraglichen Abend ein Priester Villettes Haus verlassen hat. Die Ermittler überprüfen die Alibis aller Priester aus der Gegend; nur Pater Logan hat für die halbe Stunde der Tatzeit keines, der Inspektor Larrue meint verdächtiges Verhalten an ihm zu sehen, und dann taucht ein mögliches Motiv auf. Pater Logan, der an das Beichtgeheimnis gebunden ist, kann nur schweigen oder sagen: Ich kann nichts sagen. Schließlich wird er des Mordes angeklagt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.