Heilsmöglichkeit für Nichtkatholiken: Kirchliche Aussagen vor dem 2. Vatikanum

Kommt der-und-der Nichtkatholik in den Himmel? Darüber beunruhigen sich Katholiken öfter. Eine genaue, sichere Antwort gibt es hier natürlich nicht; die Kirche hat nur von vergleichsweise wenigen Menschen durch die Heiligsprechung festgestellt, dass sie sicher im Himmel sind; sie behauptet nicht, jedem Menschen ins Herz schauen zu können. Aber worüber wir reden können, sind die Möglichkeiten des Heils für Nichtkatholiken (wie auch für Katholiken). Erst einmal deswegen eine kurze Zusammenfassung, wieso die Erlösung nötig ist und wie sie im Allgemeinen funktioniert:

Grundsätzlich ist die Lage der Menschheit folgende: Durch die Ursünde haben unsere Stammeltern, Adam und Eva (wann auch immer sie gelebt haben, ob vor ein 6.000 oder vor 200.000 Jahren), ihre übernatürlichen Gnadengaben, ihre besondere Nähe zu Gott verspielt, die Er ihnen geschenkt hatte, weil sie selbst sein wollten wie Gott. Das war ein Erbe, das sie uns hätten erhalten sollen; und so werden auch wir jetzt in diesem Zustand der Feindschaft mit Gott geboren, mit schlechten Neigungen, verletzlich, sterblich, und ohne selbstverständliche Nähe zu Gott, d. h. mit der Erbsünde. Das ist keine persönliche Schuld, aber es ist trotzdem ein Zustand des Verletztseins, oder auch eine Art geistlicher Tod. Außerdem häuft aber so ziemlich jeder Mensch im Lauf seines Lebens nun auch persönliche Schuld an, mal mehr, mal weniger; es gibt enorm viele große Verletzungen, die Menschen sich gegenseitig zufügen. Und was einmal geschehen ist, kann nicht einfach ungeschehen gemacht werden, dafür muss Sühne geleistet werden. Weil aber die schwereren Sünden auch ein Nein zu Gott (der das Gute selbst ist), bedeuten, bedeuten sie auch eine solche Trennung, einen solchen geistlichen Tod, eine in gewissem Sinn unendliche Schuld. Das kann der Mensch aus eigener Kraft nicht wieder gut machen. Daher ist Gott selber Mensch geworden und hat als Gottmensch an unserer Stelle mit seiner Liebestat, Seinem Tod am Kreuz, vollkommene, unendliche Sühne geleistet, die uns zugerechnet wird, und durch die wir geheiligt werden. Auf diese Weise steht der Weg zu Gott uns wieder offen. Dadurch können unsere Schulden weggenommen und das Verhältnis zu Gott repariert werden; und so werden wir Ihn nach unserem Tod von Angesicht zu Angesicht sehen können.

Nun ist es aber so, dass die Erlösung nicht automatisch passiert; eine gewisse Mitwirkung des freien Willens des einzelnen Menschen ist auch nötig. Gott bietet die Gnade allen Menschen an, und zwar in jedem Fall genug Gnade, um in den Himmel (= zur Anschauung Gottes) zu kommen. „Er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1 Tim 2,4) Der einzelne Mensch muss deswegen seine schweren Sünden bereuen, und dem Willen Gottes gehorsam sein und in Zukunft keine schweren Sünden mehr begehen (bzw. diese dann wieder bereuen, wieder von neuem anfangen, usw.). Unbereute schwere Sünden trennen von Gott.

Gott hat auch wahrnehmbare Zeichen als Mittel eingesetzt, um uns Seine Gnade mitzuteilen, nämlich die Sakramente (und sie der Kirche anvertraut, durch die Er handeln will); hier sind besonders die Taufe und die Beichte wichtig. Gott hat befohlen, dass, wer seine Sünden bereut, sich taufen lassen soll, und dadurch wird ihm die Heiligungsgnade mitgeteilt, die Erbsünde und die persönlichen Sünden werden weggenommen. Die Beichte ist eine Art „zweite Taufe“ für diejenigen, die nach der Taufe wieder in schwere Sünden gefallen sind. Auch kleine Kinder, die keine persönlichen Sünden haben, können getauft und damit von der Erbsünde befreit werden.

Man kann hier folgende Gruppen von Menschen unterscheiden, denen prinzipiell die Möglichkeit der Erlösung auf verschiedene Weise offensteht:

  1. Die standardmäßig, wie von Gott vorgesehen, mit der Wassertaufe getauften Katholiken. Getaufte Kleinkinder, die sterben, kommen auf jeden Fall in den Himmel (Erbsünde weg, keine persönlichen schweren Sünden), bei älteren Getauften kommt es darauf an, ob sie weiterhin unbereute schwere Sünden begehen oder nicht. Wenn nicht, dann Himmel.
  2. Die mit der Wassertaufe getauften Nichtkatholiken, die sich in unüberwindlicher Unwissenheit über die Wahrheit des Katholizismus befinden (z. B. ein gutgläubiger Evangelikaler, Orthodoxer oder Lutheraner). Auch bei nichtkatholischen Christen nimmt die gültige Taufe (also die Taufe mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes) die Erbsünde und die persönliche Schuld weg. Allerdings hat jeder Mensch die Pflicht, sich nach der Wahrheit auszurichten, wie er sie erkennt, und wenn z. B. ein Lutheraner erkennen würde, dass die katholische Kirche eigentlich die von Gott gewollte Kirche ist, wäre es eine schwere Sünde, wenn er trotzdem nicht in sie eintreten wollen würde, weil sie ihm in diesem oder jenem Punkt nicht passt. Wenn er sich allerdings mit der katholischen Kirche kaum auskennt und keinen Grund sieht, an seiner Konfession zu zweifeln, ist er in sog. „unüberwindlicher Unwissenheit“, die Gott ihm nicht als Sünde anrechnet. Dann kommt es eben wieder darauf an, ob er sonst noch unbereute schwere Sünden auf dem Gewissen hat oder nicht, wie bei dem Katholiken oben.
  3. Die mit der bewussten Begierdetaufe oder der Bluttaufe Getauften: Hier sind Katechumenen gemeint, die sich taufen lassen wollten, sich schon darauf vorbereitet haben, aber vorher gestorben sind. (Die Bluttaufe ist eine Unterart der Begierdetaufe; damit ist gemeint, dass ein Katechumene das Martyrium erleidet und durch sein eigenes Blut seinen Bund mit Christus besiegelt.) Bei ihnen zählt der Wille für das Werk. Sie wollten sich taufen lassen; also rechnet ihnen Gott im Augenblick ihres Todes die Wirkungen der Taufe zu (auch hier natürlich unter der Voraussetzung der allgemeinen Reue und des guten Willens).
  4. Die Nichtchristen, die sich in unüberwindlicher Unwissenheit befinden, und denen u. U. eine Art implizite Begierdetaufe zugerechnet werden kann (z. B. ein gutgläubiger Muslim oder Jude). Wenn jemand grundsätzlich bereit ist, Gott zu gehorchen, und seinem Gewissen zu folgen, würde er sich auch taufen lassen, wenn er von der Notwendigkeit der Taufe wüsste, also kann Gott auch ihm im Augenblick des Todes die Wirkungen der Taufe zurechnen, wenn er eben auch ansonsten Reue und guten Willen hat. Viele Theologen sagen, dass es aber jedenfalls absolut notwendig sei, anzuerkennen, dass es einen Gott gibt, der über Gut und Böse richtet, auf Gottes Gnade in der Hinsicht zu reagieren, dass man Ihm diese Wahrheiten glaubt. Vgl. Hebr 11,6.

Die ungetauften kleinen Kinder, die vor dem Erreichen des Vernunftalters, d. h. des Alters, in dem sie die Vernunft erlangen und schwere Sünden begehen könnten, sterben (verallgemeinernd setzt man dieses Alter bei ca. 7 Jahren an) sind ein Sonderfall. Sie haben keine persönliche Schuld auf sich geladen, aber auch nicht durch irgendwelche persönlichen Verdienste auf Gottes Gnade reagiert, wie die anständigen erwachsenen Ungetauften. Eine gewöhnliche implizite Begierdetaufe kann man ihnen also nicht zurechnen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie sind im „limbus puerorum“ („Vorhölle der Kinder“, Limbus bedeutet genau genommen „Rand“), also einem Ort, wo sie Gott nicht schauen können (d. h. technisch gesehen Hölle), weil sie mit der Erbsünde belastet sind, also keine übernatürliche Glückseligkeit haben, wo es aber keine Strafen für sie gibt und Gott ihnen rein natürliche Glückseligkeit bereitet. Oder sie sind auf unbekannten Wegen doch noch in den Himmel gekommen (z. B. wäre es denkbar, dass Gott ihnen im Augenblick des Todes die Klarheit des Verstandes gibt, um sich für oder gegen Ihn zu entscheiden). Da Gott das Heil aller Menschen will, ist das durchaus möglich. Aber das können wir nicht so genau wissen. Aber egal, welche Möglichkeit die richtige ist: Es geht ihnen uneingeschränkt gut und sie leiden nicht; auch rein natürliche Glückseligkeit ist Glückseligkeit, und sie werden nicht wissen, was sie noch Größeres verpassen. Die Erbsünde bedeutet eben auch, dass der Seele die Fähigkeiten für den Himmel fehlen, die übernatürlichen Fähigkeiten zu größerer Erkenntnis und Liebe, als wir unserer Natur nach besitzen. Die Erbsünde muss auf irgendeine Weise weggenommen werden, mit ihr belastet kommt man nicht in den Himmel.

Man sollte vielleicht erwähnen, dass (so wird es z. B. in Dantes „Divina Comedia“ Anfang des 14. Jahrhunderts dargestellt) die anständigen Ungläubigen mit unüberwindlicher Unwissenheit auch manchmal in einem ähnlichen Limbus verortet wurden wie die ungetauften Kinder, statt ihnen eine implizite Begierdetaufe zuzuschreiben. Die Höllenstrafen sind ja generell unterschiedlich für die Verdammten; wem man noch die Trennung von Gott durch die Erbsünde zuschrieb, wer sich aber sonst nicht besonders im Hass auf Gott verhärtet hatte o. Ä., dem wurde also eher das Dasein an einem Ort mit wenigen oder keinen speziellen Strafen, möglicherweise mit natürlichem Glück, ohne Anschauung Gottes, zugeschrieben.

Grundsätzlich ist es also so, dass es Heilsmöglichkeiten für Nichtkatholiken gibt, und keiner ohne persönliche Sünde ewige Strafen erleidet. Allerdings ist es auch so, dass, je weiter man von der Wahrheit entfernt ist, es einem desto schwerer fällt, zu Gott zu kommen und das Richtige zu tun. Jemand, der in einer tiefgläubigen russisch-orthodoxen Familie aufwächst, hat es viel leichter, das Gute zu erkennen und auch zu tun, als jemand, der in einer atheistischen oder hinduistischen Familie aufwächst, auch wenn sie alle nicht in der vollkommenen Wahrheit stehen. Die Sakramente des Russisch-Orthodoxen, das Gebet, usw. machen es auch leichter, das, was man als gut erkannt hat, zu tun, dem Drängen des Gewissens zu folgen, während Gottesleugnung und Götzendienst Hindernisse sind. Und auch jemand, der noch nicht von Christus gehört hat, hat die Pflicht, seinen Schöpfer anzuerkennen, den er schon allein durch die Vernunft erkennen kann, und der sich ihm auch in gewisser Weise zeigen wird.

Man kann sich jetzt fragen: Wieso bekommen manche Menschen mehr Gnade von Gott als andere? Auch wenn Gott jedem hinreichende Gnade gibt, dass er in den Himmel kommen könnte, wieso gibt er manchen Leuten (z. B. solchen, die in liebenden katholischen Familien aufwachsen) mehr Gnade als anderen, sodass sie eine größere Wahrscheinlichkeit haben, in den Himmel zu kommen? Da kann man jetzt spekulieren. Vielleicht weiß Gott, dass manche Menschen auch eine größere Gnade verwerfen würden und sich damit umso mehr Schuld zuziehen würden, als wenn sie eine geringere verwerfen, und gibt ihnen deshalb von vornherein nur geringere Gnaden. Vielleicht ist es auch einfach wirklich so, dass Gott uns Einfluss geben will, dass wir durch Liebe zu anderen Menschen (Gebet, Evangelisierung usw.) deren Chancen auf den Himmel wirklich erhöhen können. Das Zusammenwirken von Vorsehung und freiem Willen ist ein tiefes Geheimnis. Aber am Ende ist es ja auch so, dass Gott uns nicht mal die hinreichende Gnade schuldet; Er gibt jedem immer mehr, als er verdient. Und wenn manche noch mehr bekommen – z. B. auch, weil Gott sie für eine besondere Aufgabe erwählt, für die sie auch leiden müssen, wie der Apostel Paulus, der eine besondere Gnade der plötzlichen Bekehrung bekam – dann muss man nicht neidisch sein. Keiner kommt zu kurz, für jeden ist die Gnade wirklich hinreichend.

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Jüngstes Gericht.

So weit mal meine Darstellung der katholischen Lehre, aber weil es ja immer mal wieder bezweifelt wird, wie es mit der Lehre der Kirche früher aussah, ob sie auch da schon lehrte, dass Nichtchristen in den Himmel kommen können, habe ich dazu mal ein paar Texte gesammelt (es gäbe sicher einige mehr; das sind nur einige, die ich zufällig gerade kenne).

Der hl. Justin der Märtyrer schreibt um 150 n. Chr.:

Unverständige werden, um unsere Lehren zurückweisen zu können, vielleicht einwenden: Da nach unserer Behauptung erst vor 150 Jahren Christus unter Quirinius geboren worden ist und da er das, was wir als seine Lehre ausgeben, noch später unter Pontius Pilatus gelehrt hat, so seien alle Menschen, die vorher lebten, der Verantwortung enthoben. Darum wollen wir im voraus diese Bedenken lösen. Daß Christus als der Logos, an dem das ganze Menschengeschlecht Anteil erhalten hat, Gottes Erstgeborener ist, das ist eine Lehre, die wir überkommen und euch schon vorher dargelegt haben. Die, welche mit Vernunft lebten, sind Christen, wenn sie auch für gottlos gehalten wurden, wie bei den Griechen Sokrates, Heraklit und andere ihresgleichen, unter den Nichtgriechen Abraham, Ananias, Azarias, Elias und viele andere, deren Taten und Namen aufzuzählen wir jetzt als zu weitläufig unterlassen möchten. Daher waren auch die, welche vorher ohne Vernunft gelebt haben, schlechte Menschen, Feinde Christi und Mörder derer, die mit Vernunft lebten, wohingegen, wer mit Vernunft gelebt hat und noch lebt, Christ ist und ohne Furcht und Unruhe sein kann. Aus welchem Grunde er nun durch die Kraft des Logos nach dem Ratschlusse Gottes, des Allvaters und Herrn, durch eine Jungfrau als Mensch geboren und Jesus genannt wurde, dann gekreuzigt und gestorben, wieder auferstanden und in den Himmel aufgestiegen ist, das wird aus unseren früheren weitläufigen Darlegungen der Verständige sich erklären können. (Justin, 1. Apologie 46)

Der Basler Katechismus von 1947 sagt folgendes:

120. Wer gehört zur katholischen Kirche?
Zur katholischen Kirche gehört jeder Getaufte, der sich nicht freiwillig von ihr getrennt hat. Es gibt nur eine Taufe. Die gültige Taufe ist der Eintritt in die Kirche. Gültig ist eine Taufe, wenn das Wasser über die Stirn fließt und die Taufformel verwendet wird: «Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.» Darum ist auch ein Kind zur katholischen Kirche gehörig, das z.B. in der Gemeinschaft der Lutheraner getauft wird. Wer aber aus eigener Schuld wissentlich eine Irrlehre annimmt oder an ihr festhält, zerstört seine lebendige Verbindung mit der Kirche. Wer ohne eigene Schuld in einer nichtkatholischen kirchenähnlichen Gemeinschaft lebt (und also in der Irrlehre), jedoch zur Gnade Gottes gelangt ist, gehört zwar (noch) nicht zum sichtbaren «Leib» der katholischen Kirche, wohl aber zur «Seele» der Kirche, weil er innerlich mit ihr durch das Leben der Gnade verbunden ist.

121. Was heißt: Die katholische Kirche ist alleinseligmachend?
Die katholische Kirche ist alleinseligmachend heißt: Sie allein ist von Christus gestiftet als Arche des Heiles für alle Menschen, und sie allein hat alle Mittel, um heilig zu machen. Christus hat nur eine Kirche gestiftet. Dieser und keiner anderen hat er alle Gnadenmittel zur Heiligung und Erlangung des ewigen Heiles gegeben. Gnadenmittel, welche sich bei anderen Religionsgemeinschaften vorfinden, sind hinübergenommen aus der katholischen Kirche, von der sie sich getrennt haben.

122.Ist es gleichgültig, welcher Kirche man angehört?
Es ist notwendig und Gottes Wille, daß man der katholischen Kirche angehört. Wer erkennt und überzeugt ist, daß die katholische Kirche die wahre Kirche ist und trotzdem nicht in sie eintritt, kann nicht selig werden.

123.Können Andersgläubige auch selig werden?
Andersgläubige können auch selig werden, wenn sie in der heiligmachenden Gnade sterben.
Menschen, die unschuldigerweise die Kirche noch nicht kennen bzw. noch nicht zu ihr gehören, können durchaus auch im Stand der heiligmachenden Gnade sein. Um in dieser Gnade zu sterben, muß man den Willen Gottes erfüllen, wenn man ihn erkennt.
Erklärung: Wenn sie Gott grundsätzlich in allem gehorchen wollen und annehmen, was ihnen das Naturgesetz und das Gewissen als objektiv gut vorstellen, so ist in dieser Haltung unausgesprochen der Wunsch nach dem Empfang der Taufe enthalten, da es der allgemeine Wille Gottes ist, daß man sie empfängt. Es ist möglich, daß Gott ihnen ihre gute Seelenhaltung als implizite Begierdetaufe anrechnet, wenn sie keine Anhänglichkeit an die schwere Sünde pflegen bzw. diese durch eine Liebesreue getilgt haben. (vgl. hierzu auch Frage 176)
Solche Menschen werden nicht durch ihre Irrlehre selig, sondern allein durch die Gnade Christi. Doch fehlen ihnen viele Gnadenmittel, weshalb es für sie schwerer ist, sich zu retten. Darum muß sich die Kirche mit aller Kraft bemühen, alle Menschen zur Wassertaufe zu führen, um ihnen die Tür zu allen Gnadenmitteln zu eröffnen und ihr Heil sicherzustellen.

Hebr 11,6: „Wer Gott nahen will, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ein Vergelter ist.”
Auch Katholiken können nur selig werden, wenn sie im Stand der Gnade als gehorsame Kinder der Kirche sterben.
Mahnung: «Nichts Ehrenvolleres, nichts Erhabeneres, nichts Ruhmreicheres kann je erdacht werden, als anzugehören der heiligen katholischen römischen Kirche» (Papst Pius XII.).
Schön und wahr sagt der heilige Cyprian (gest. 258): «Der kann Gott nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat.»

Papst Pius IX. schreibt in der Enzyklika „Quanto conficiamur moerore“ von 1863 (hier eine englische Übersetzung, das Zitat ist aus Nr. 7):

Uns und Euch ist bekannt, daß diejenigen, die an unüberwindlicher Unkenntnis in bezug auf unsere heiligste Religion leiden und die, indem sie das natürliche Gesetz und seine Gebote, die von Gott in die Herzen aller eingemeißelt wurden, gewissenhaft beachten und bereit sind, Gott zu gehorchen, ein sittlich gutes und rechtes Leben führen, durch das Wirken der Kraft des göttlichen Lichtes und der göttlichen Gnade das ewige Leben erlangen können, da Gott, der die Gesinnungen, Herzen, Gedanken und Eigenschaften aller völlig durchschaut, erforscht und erkennt, in seiner höchsten Güte und Milde keineswegs duldet, daß irgendjemand mit ewigen Qualen bestraft werde, der nicht die Strafwürdigkeit einer willentlichen Schuld besitzt.

Heribert Jone schreibt in „Katholische Moraltheologie“:

Wer es schuldbarerweise vernachlässigt, den wahren Glauben kennenzulernen, sündigt leicht oder schwer, je nachdem seine Nachlässigkeit leicht oder schwer ist. – Solange aber jemand an seiner bisherigen Religion noch keinen vernünftigen Zweifel hat, besteht auch keine schwere Pflicht, weiter nachzuforschen. – Sind jemand die Glaubenswahrheiten hinreichend zu glauben vorgestellt, so ist Unglaube immer eine schwere Sünde. (Heribert Jone OFMCap, Katholische Moraltheologie auf das Leben angewandt unter kurzer Andeutung ihrer Grundlagen und unter Berücksichtigung des CIC sowie des deutschen, österreichischen und schweizerischen Rechtes, 17. Aufl., Paderborn 1961, Nr. 121, S. 93.)

„Vincibilis [überwindlich] wird die Unwissenheit genannt, wenn sie abgelegt werden könnte unter Anwendung der moralischen Sorgfalt, entsprechend den näheren Umständen der Person und der Sache. Kann sie mit Anwendung einer solchen Sorgfalt nicht abgelegt werden, dann heißt sie invicibilis [unüberwindlich], auch wenn sie bei noch größerer Sorgfalt abgelegt werden könnte.“ (Ebd., Nr. 16, S. 27)

Auch Ludwig Ott schreibt in „Grundriss der Dogmatik“ (11. Auflage) über dieses Thema. Um ihn zu verstehen, ist es notwendig, die theologischen Gewissheitsgrade zu verstehen, die die verschiedenen Lehren der Kirche haben. Ott definiert am Beginn seines Buches u. a. folgendes (Hinzufügungen in eckigen Klammern von mir):

1. Den höchsten Gewißheitsgrad besitzen die unmittelbar geoffenbarten Wahrheiten. Der ihnen gebührende Glaubensassens [Zustimmung] stützt sich auf die Autorität des offenbarenden Gottes (fides divina [göttlicher Glaube]) und, wenn die Kirche durch ihre Vorlage das Enthaltensein in der Offenbarung verbürgt, auch auf die Autorität des unfehlbaren Lehramtes der Kirche (fides catholica [katholischer Glaube]). Wenn sie durch ein feierliches Glaubensurteil (Definition) des Papstes oder eines allgemeinen Konzils vorgelegt werden, sind sie de fide definita [definierten Glaubens].
2. Die katholischen Wahrheiten oder kirchlichen Lehre, über die das unfehlbare Lehramt der Kirche endgültig entschieden hat, sind mit einem Glaubensassens anzunehmen, der sich auf die Autorität der Kirche allein stützt (fides ecclesiastica [kirchlicher Glaube]). Die Gewißheit dieser Wahrheiten ist unfehlbar wie bei den eigentlichen Dogmen.
3. Sententia fidei proxima [dem Glauben nahe, zugehörige Lehre] ist eine Lehre, die von den Theologen fast allgemein als Offenbarungswahrheit angesehen wird, von der Kirche aber noch nicht endgültig als solche verkündet worden ist.
4. Sententia ad fidem pertinens oder theologia certa [Lehre, die sich auf den Glauben bezieht, oder theologisch sichere Lehre] ist eine Lehre, über die sich das kirchliche Lehramt noch nicht endgültig geäußert hat, deren Wahrheit aber durch ihren inneren Zusammehang mit der Offenbarungslehre verbürgt ist (theologische Konklusionen).
5. Sententia communis [allgemein vertretene Lehre] ist eine Lehre, die an sich in das Gebiet der freien Meinungen gehört, von den Theologen aber allgemein vertreten wird.
6. Theologische Meinungen von geringerem Gewißheitsgrad sind die sententia probabilis [wahrscheinliche Meinung], probabilior [wahrscheinlichere], bene fundata [gut fundierte] und die mit Rücksicht auf ihre Übereinstimmung mit dem Glaubensbewußtsein der Kirche sog. sententia pia [fromme Meinung]. Den geringsten Gewißheitsgrad besitzt die opinio tolerata [geduldete Meinung], die nur schwach begründet ist, aber von der Kirche geduldet wird. (Ludwig Ott, Grundriß der katholischen Dogmatik, Neudruck der 11. Auflage mit Literaturnachträgen, Bonn 2005, S. 35)

Dann zum eigentlichen Thema. Darüber schreibt er:

Gott will auch unter der Voraussetzung des Sündenfalles und der Erbsünde wahrhaftig und aufrichtig das Heil aller Menschen. Sent. fidei proxima.
Daß Gott das Heil nicht bloß der Prädestinierten [derer, die am Ende im Himmel enden], sondern wenigstens aller Gläubigen will, ist formelles Dogma.
[…] Der göttliche Heilswille umfaßt wenigstens alle Gläubigen, wie aus dem amtlichen Glaubensbekenntnis der Kirche hervorgeht, in dem die Gläubigen beten: qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis [der für uns Menschen und zu unserem Heil vom Himmel herabgekommen ist]. Daß er sich über den Kreis der Gläubigen hinaus erstreckt, ergibt sich aus der Verurteilung zweier gegenteiliger Sätze durch Alexander VIII. […]

Gott gibt allen schuldlos Ungläubigen (infideles negativi) hinreichende Gnade zur Erlangung des ewigen Heiles. Sent. certa.
Alexander VIII. verurteilte 1690 die jansenistischen Sätze, daß Christus bloß für die Gläubigen gestorben sei und daß die Heiden, Juden und Häretiker keinen Gnadeneinfluß von ihm empfangen.
Die Hl. Schrift bezeugt die Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens (1 Tim 2,4; 2 Petr 3,9) und die Allgemeinheit der Erlösungstat Christi (1 Jo 2,2; 2 Kor 5,15; 1 Tim 2,6; Röm 5,18). Damit läßt sich nicht vereinbaren, daß einem großen Teil der Menschheit die zum Heile notwendige und hinreichende Gnade vorenthalten bleibt.
Die Väter deuten Jo 1,9 (illuminat omnem hominem [erleuchtet jeden Menschen]) gerne auf die Erleuchtung aller Menschen, auch der Ungläubigen, durch die göttliche Gnade. Vgl. Johannes Chrysostomus, In Ioan. hom.8,1. Eine patristische Monographie über die allgemeine gnadenspendende Tätigkeit Gottes ist die wahrscheinlich von Prosper von Aquitanien stammende anonyme Schrift De vocatione omnium gentium [Von der Berufung aller Völker] (um 450), die zwischen den Semipelagianern und den Anhängern der augustinischen Gnadenlehre zu vermitteln sucht und mit Entschiedenheit für die Universalität des göttlichen Heilswillens und der Gnadenmitteilung eintritt.
Da der Glaube „der Anfang des Heiles, die Grundlage und Wurzel aller Rechtfertigung ist“ (DH 1532), so ist auch für die Rechtfertigung der Heiden der Glaube unerläßlich. Hebr 11,6: „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott hinzutritt, muß glauben, daß er ist ist und daß er denen, die ihn suchen, ein Vergelter ist.“ […] Was den Inhalt dieses Glaubens betrifft, so muß nach Hebr 11,6 wenigstens die Existenz Gottes und die Vergeltung im Jenseits necessitate medii [mit der Notwendigkeit des Mittels] mit der fides explicita [mit explizitem Glauben] festgehalten werden. […] Der zur Rechtfertigung erforderliche übernatürliche Glaube kommt dadurch zustande, daß Gott dem Ungläubigen durch äußere oder innere Belehrung die Offenbarungswahrheit zur Kenntnis bringt und ihn durch die aktuelle Gnade zum übernatürlichen Glaubensakt befähigt.
Einwand. Gegen die Allgemeinheit des göttlichen Heilswillens wird eingewendet, daß Gott das Heil der ohne Taufe sterbenden Kinder nicht ernst und aufrichtig will. Darauf ist zu erwidern: Gott ist auf Grund seines Heilswillens nicht verpflichtet, durch ein wunderbares Eingreifen alle einzelnen Hindernisse zu beseitigen, die sich in der von ihm geschaffenen Weltordnung aus dem Zusammenwirken geschöpflicher Zweitursachen mit der göttlichen Erstursache ergeben und in vielen Fällen die Durchführung des göttlichen Heilswillens vereiteln. Es besteht auch die Möglichkeit, daß Gott den ohne Taufe sterbenden Kindern auf außerordentlichem Wege die Erbsünde nachläßt und die Gnade mitteilt, da seine Kraft nicht an die Gnadenmittel der Kirche gebunden ist. Die Wirklichkeit einer derartigen außersakramentalen Gnadenmitteilung läßt sich jedoch nicht positiv beweisen.“ (Ebd., S. 342-346)

An anderer Stelle schreibt er noch:

Die Seelen, die im Stande der Erbsünde aus dem Leben scheiden, sind von der beseligenden Anschauung Gottes ausgeschlossen. De fide.
[…] Das Dogma stützt sich auf das Wort des Herrn: „Wenn jemand nicht (wieder)geboren wird aus dem Wasser und dem (Hl.) Geist kann er nicht in das Reich Gottes eingehen“ (Jo 3,5).
Auf außersakramentale Weise kann die Wiedergeburt der Unmündigen durch die Bluttaufe erfolgen (vgl. die Opfer des bethlehemitischen Kindermordes). Im Hinblick auf den allgemeinen Heilswillen Gottes (1 Tim 2,4) nehmen viele Theologen der Neuzeit und insbesondere der Gegenwart noch andere Ersatzmittel der Taufe für die ohne sakramentale Taufe sterbenden Kinder an, wie Gebet und Verlangen der Eltern oder der Kirche (stellvertretende Begierdetaufe – Cajetan) oder Erlangung des Vernunftgebrauchs im Augenblick des Todes, so daß das sterbende Kind sich für oder gegen Gott entscheiden könne (Begierdetaufe – H. Klee) oder Leiden und Tod des Kindes als Quasi-Sakrament (Leidenstaufe – H. Schell). Diese und andere Ersatzmittel der sakramentalen Taufe sind wohl möglich, doch kann ihre Tatsächlichkeit aus der Offenbarung nicht bewiesen werden. (Ebd., S. 178)

Erzbischof Marcel Lefebvre, der Gründer der traditionalistischen Piusbruderschaft, schreibt 1984 in „Offener Brief an die ratlosen Katholiken“:

Und doch hat sich in diesem Punkt nichts geändert und kann sich auch nichts ändern. Unser Herr hat nicht mehrere Kirchen gegründet, Er hat nur eine einzige gegründet. Es gibt nur ein einziges Kreuz, durch das man sich retten kann, und dieses Kreuz ist der katholischen Kirche anvertraut, nicht auch den anderen.
Christus hat alle Seine Gnaden der Kirche gegeben die Seine mystische Braut ist. Keine einzige Gnade auf der Welt, nicht eine einzige Gnade in der Geschichte der Menschheit wird gewährt werden außer über die Kirche.

Soll das heißen, daß kein Protestant, kein Moslem, kein Buddhist, kein Animist gerettet wird? Nein! So zu denken ist ein zweiter Irrtum. Jene, die bei den Worten des hl. Cyprian „Außerhalb der Kirche kein Heil“ nach Intoleranz schreien, verwerfen das Credo: „Ich glaube an die eine Taufe zur Vergebung der Sünden“ und sind ungenügend über das belehrt, was die Taufe wirklich ist. Es gibt drei Arten, die Taufe zu empfangen: die Taufe mit Wasser, die Bluttaufe (das ist die Taufe der Märtyrer, die ihren Glauben bekannt haben, während sie noch Katechumenen waren) und die Begierdetaufe.
Die Begierdetaufe kann explizit (ausdrücklich ausgesprochen) sein. Oft hat in Afrika ein Katechumene zu uns gesagt: „Pater, taufen Sie mich jetzt gleich, denn wenn ich vor Ihrem nächsten Besuch sterbe, komme ich in die Hölle.“ Wir haben ihm geantwortet: „Nein, wenn Du keine schwere Sünde auf dem Gewissen hast und wenn Du den Wunsch hast, getauft zu werden, hast Du schon die Gnade in Dir“.
So lautet die Lehre der Kirche, die auch die implizite (stillschweigende) Begierdetaufe anerkennt. Sie beruht auf dem Entschluß, den Willen Gottes erfüllen zu wollen. Gott kennt alle Seelen und weiß daher, daß es bei den Protestanten, den Moslems, den Buddhisten und in der ganzen Menschheit Seelen gibt, die guten Willens sind. Sie empfangen die Taufgnade, ohne es zu wissen, aber auf wirksame Weise. Dadurch vereinigen sie sich mit der Kirche.
Der Irrtum besteht in dem Glauben, daß sie sich durch ihre Religion retten. Sie retten sich in ihrer Religion, aber nicht durch ihre Religion. Man rettet sich nicht durch den Islam oder durch den Shintoismus. Es gibt im Himmel keine buddhistische Kirche; auch keine protestantische Kirche. Das mag, wenn man es hört, hart erscheinen, aber es ist die Wahrheit. Nicht ich habe die Kirche gegründet, unser Herr hat sie gegründet, der Sohn Gottes, und wir Priester sind verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.
Aber wie groß sind die Schwierigkeiten, die die Menschen der nicht vom Christentum durchdrungenen Länder überwinden müssen, um die Gnade der Begierdetaufe zu erlangen! Der Irrtum ist eine Abschirmung gegen den Heiligen Geist. Das ist der Grund, warum die Kirche immer in alle Länder der Erde Missionare gesandt hat und daß so viele von ihnen dort das Martyrium erlitten haben. Wenn man das Heil in jeder beliebigen Religion erlangen könnte, wozu sollte man dann die Meere überqueren und sich unter gesundheitsschädigendem Klima einem harten Leben, Krankheit und frühem Tod aussetzen? (Marcel Lefebvre, Offener Brief an die ratlosen Katholiken, 3. Aufl., Stuttgart 2012, S. 92f.)

Dazu kommt natürlich, dass es auch schon viel nützt und viel Glück bringt, wenn man im jetzigen Leben die Wahrheit kennt, auch wenn Gott es einem im kommenden Leben nachsehen würde, sie nicht gekannt zu haben. Gottes Liebe kann man nie zu früh kennenlernen.

Um das Ganze zusammenzufassen: Die Erlösung geht nur durch Jesus; aber nicht zwangsläufig nur durch bewusste Kenntnis von Jesus. Extra ecclesiam nulla salus, außerhalb der Kirche kein Heil, aber man kann schon unbewussterweise zur Seele der Kirche gehören.

55 Gedanken zu “Heilsmöglichkeit für Nichtkatholiken: Kirchliche Aussagen vor dem 2. Vatikanum

  1. Gibt es denn auch lehramtliche Aussagen der Kirche, welche erklären, dass man ohne den katholischen Glauben gerettet werden kann?
    Mir sind nämlich nur gegenteilige bekannt.

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      1. Vielen Dank für die Antwort.

        Pius IX. schreibt, dass diejenigen guten Willens und an unüberwindlicher Unkenntnis Leidenden „Kraft des göttlichen Lichtes und der göttlichen Gnade das ewige Leben erlangen können“.
        Das göttliche Licht scheint mir die Wahrheit des Evangeliums zu sein und selbst solchen, deren Unkenntnis nach menschlichen Maßstäben unüberwindlich ist, kann Gott dieses rettende Licht zuteilwerden lassen, damit sie das ewige Leben erlangen.

        Ich weiß nicht genau, was Alexander VIII. geschrieben hat, allerdings ist die Tatsache, dass auch Ungläube von Gott Gnade erhalten, kein Hinweis darauf, dass sie in ihrem Unglauben gerettet werden. Vielmehr ist es doch so, dass damit beispielsweise die Konversionsgnade gemeint ist.

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      2. Nun, wofür genau sollten sie dann die Gnade erhalten, wenn sie für nichts anderes hinreichen würde als, sagen wir, einen etwas weniger tiefen Höllenkreis?

        Was Pius IX. angeht, der schreibt an dieser Stelle ja ganz offensichtlich über die Heiden, zu denen die Missionare gerade noch nicht gekommen sind o. Ä. – über diejenigen, die den Glauben schon kennen, schreibt er in den Paragraphen drum herum (Sie können das Ganze hier auf Englisch nachlesen https://www.papalencyclicals.net/pius09/p9quanto.htm )

        Nepomuk hat auch Fr. Feeney erwähnt, den ich zu erwähnen vergessen hatte. Der wurde immerhin von Pius XII. verurteilt, wenn auch nicht als „richtiger“ Häretiker, sodass er von Paul VI. wieder rehabilitiert werden konnte, ohne seinen Irrlehren – die trotzdem irrig sind, wenn auch noch keine formelle Häresie – formell abschwören zu müssen.

        – Crescentia

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      3. „scheint“. Also wenn Sie unbedingt die lehramtliche Äußerung eines Papstes gegen den offensichtlich intendierten Wortsinn und die Auslegung derart hochrangiger Theologen wie Heribert Jone, auch Msgr. Knox usw. (Zitat folgt bei Gelegenheit) deuten wollen, um mit dem Irrlehrer Fr. Feeney und hinsichtlich des christlichen Glaubens den klassischen Protestanten übereinzustimmen, bitte. Ich frage mich dann mit Verlaub allerdings, worin die Befriedigung liegt, so viele Leute in die Hölle fahren zu sehen.

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      4. Allerdings, mit Verlaub, bei allem Respekt für Msgr. Lefebvre: Daß man solche Fragen überhaupt stellt wie

        >>Das ist der Grund, warum die Kirche immer in alle Länder der Erde Missionare gesandt hat und daß so viele von ihnen dort das Martyrium erlitten haben. Wenn man das Heil in jeder beliebigen Religion erlangen könnte, wozu sollte man dann die Meere überqueren und sich unter gesundheitsschädigendem Klima einem harten Leben, Krankheit und frühem Tod aussetzen?

        und dann gewissermaßen schließt, daß es gewissermaßen deswegen die Nichtkatholiken viel, viel schwerer haben müssen, weil die kirchliche Tradition ist, Missionare auszuschicken (was stimmt) und die Kirche das nicht tun würde, wenn es sinnlos wäre (was stimmt): Yikes. Auch wenn es stimmt, daß sie es mindestens etwas schwerer haben: Wenn man das wörtlich nähme, was für eine missionarische Begeisterung für den so verbreiteten Glauben wäre das denn bitte?

        Nun, es ist richtig, daß man es als Katholik leichter hat in den Himmel zu kommen, und es ist wohl richtig, daß Msgr. Lefebvre diesen frohen Glauben und die Gottesliebe, die er mit diesen speziellen Worten, sorry, nicht geschafft hat auszudrücken, trotzdem hatte. – Man kommt halt der Prägung durch das eigene Milieu, dem von, sehr vereinfacht gesagt, besonders gläubigen und (echt) frommen Leuten, denen Rom zu links ist, und die in diesem verbreiteten Ideen nicht ganz aus; und daß Erzbischof Lefebvre unpräzise formuliert, ist bei ihm nicht ganz unbekannt; die ganze Aufregung über den Begriff „ewiges Rom“ war im wesentlichen einen, sicher von römischer Seite aufgebauschten, aber tatsächlich vorhandenen, Mangel an sprachlicher Präzision; allerdings freilich nichts weiter.

        Aber trotzdem: Da sind dann gegenüber dem, was Du, Crescentia, hier unter „dass es schon auch viel nützt und viel Glück bringt“ faßt, doch die Verhältnisse etwas verkehrt herum, gerade was, soweit sie faßbar ist, die Motivation eines Nochheiden betreffen dürfte, den christlichen Anspruch zu untersuchen.

        Die (auf Grund der Debatten, die nun einmal in der Welt waren, und gerade *notwendige*) Antwort auf die Frage „Was wäre, wenn sowieso alle in den Himmel kämen: wieso würde man auch dann missionieren?“ (man beachte den Irrealis: ja, es ist nicht *ganz* so) steht übrigens lehramtlich im – wobei meine Lektüre etwas her ist – besten aller Dokumente des II. Vaticanums, nämlich dem Dekret Ad gentes. (Sorry, hier „das Konzil“ zu erwähnen 🙂 )

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      5. Ja, da stimme ich dir schon irgendwie zu 🙂 Ich finde es schon schwierig, zu beurteilen, wie schwer oder leicht es z. B. Hindus oder andere Leute, die extrem fern vom Glauben sind, haben werden, aber „hinreichende Gnade“ ist eben *wirklich* hinreichend.

        Ja, dass er ab und zu unpräzise Ausdrucksweisen verwendet hat, war, glaube ich, sein größter Fehler (und damit will ich auch sagen, schlimmere hatte er anscheinend wirklich nicht, und ich finde ihn wahnsinnig sympathisch 🙂 ).

        Und so allergisch reagiere ich auf das Konzil nicht, dass es nicht mal erwähnt werden dürfte 😉

        – Crescentia

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      6. Übrigens noch zum Lehramt: Die Enzyklika Spe salvi von Papst Benedikt XVI, Nr. 46, wo er von der großen Mehrheit von „Leuten“, nicht nur von Katholiken, spricht, die unter dem ganzen Wust, der sie vom Leben ohne Sünde (wie er primär meint), aber eben auch vom wahren Glauben, abhält (was, wir wollen es nicht vergessen, ein echtes Defizit ist), dennoch nicht jene ultimative Verschlossenheit für Gott haben, die zur Verdammnis führt.

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      7. Bezüglich Alexander VIII.:
        Crescentia, Sie schreiben doch selbst im Artikel, dass jeder genügend Gnade erhält, um gerettet zu werden. Da allerdings nicht alle gerettet werden, könnte ich Sie mit dem gleichen Recht fragen, wofür jene Unglücklichen dann Gnade erhalten.
        Die Erklärung ist, dass manche mit Gottes Gnade kooperieren, und manche nicht.

        Wenn es so offensichtlich ist, dass Pius IX. damit meint, dass Gott die gutmeinenden Heiden in ihrem Unglauben verharren lässt, und sie trotzdem rettet, wie erklären Sie sich dann einige der folgenden Enzykliken? Sie stammen alle vom gleichen seligen Papst Pius IX.
        (Bitte entschuldigen Sie die englische Sprache, aber auf Deutsch sind sie schwerer zu finden. Alle Zitate stammen von der Seite papalencyclicals.)

        Ubi Primum #10 (1847):
        >>For “there is one universal Church outside of which no one at all is saved; it contains regular and secular prelates along with those under their jurisdiction, who all profess one Lord, one faith and one baptism. Therefore, it is fitting that all who are of this one body be also of one mind, and be bound to each other like brothers in the bond of charity.”<>In particular, ensure that the faithful are deeply and thoroughly convinced of the truth of the doctrine that the Catholic faith is necessary for attaining salvation.<>Man may, in the observance of any religion whatever, find the way of eternal salvation, and arrive at eternal salvation.<<

        Würden Sie sagen, Pius IX. widerspricht sich?

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      8. Offenbar habe ich irgendwelche wordpress-Makros aktiviert. Bitte den obigen Kommentar ignorieren oder löschen.

        Bezüglich Alexander VIII.:
        Crescentia, Sie schreiben doch selbst im Artikel, dass jeder genügend Gnade erhält, um gerettet zu werden. Da allerdings nicht alle gerettet werden, könnte ich Sie mit dem gleichen Recht fragen, wofür jene Unglücklichen dann Gnade erhalten.
        Die Erklärung ist, dass manche mit Gottes Gnade kooperieren, und manche nicht.

        Wenn es so offensichtlich ist, dass Pius IX. damit meint, dass Gott die gutmeinenden Heiden in ihrem Unglauben verharren lässt, und sie trotzdem rettet, wie erklären Sie sich dann einige der folgenden Enzykliken? Sie stammen alle vom gleichen seligen Papst Pius IX.
        (Bitte entschuldigen Sie die englische Sprache, aber auf Deutsch sind sie schwerer zu finden. Alle Zitate stammen von der Seite papalencyclicals.)

        Ubi Primum #10 (1847):
        >For “there is one universal Church outside of which no one at all is saved; it contains regular and secular prelates along with those under their jurisdiction, who all profess one Lord, one faith and one baptism. Therefore, it is fitting that all who are of this one body be also of one mind, and be bound to each other like brothers in the bond of charity.”
        Hier zitiert er den dritten Papst, Clemens I. Alle in der Kirche haben den gleichen Glauben und nur in der Kirche ist man gerettet. D.h. alle Geretteten haben den gleichen Glauben.
        Interessant auch: Er schreibt nicht „außerhalb der Kirche ist niemand gerettet“, sondern: „außerhalb der Kirche ist überhaupt niemand gerettet“. Clemens I. lässt also offenbar keine Ausnahmen zu.

        Nostis Et Nobiscum #10 (1849):
        >In particular, ensure that the faithful are deeply and thoroughly convinced of the truth of the doctrine that the Catholic faith is necessary for attaining salvation.

        Syllabus Errorum #16 (1864):
        [Verurteilt ist das Folgende:] >Man may, in the observance of any religion whatever, find the way of eternal salvation, and arrive at eternal salvation.

        Würden Sie sagen, in der von Ihnen angeführten Enzyklika „Quanto conficiamur moerore“ widerspricht Pius IX. sich oder seinem Vorgänger Clemens I.?

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      9. „niemand“ und „überhaupt niemand“ bedeutet dasselbe, und selbstverständlich hat Pius IX. sich nicht selbst widersprochen, sondern er hat vertreten, daß die katholische Kirche der einzige Weg zum Heil ist, und das ist auch die Wahrheit. Falsch wird das erst, wenn auf Grund protestantischer Sensibilitäten oder aus (übrigens meiner starken Vermutung nach falschen) Annahmen über missionarische Effektivität oder aus noch schlimmeren Gründen eine Aussage über das Schicksal derer gelesen wird, die auf diesem Weg „zufällig“ entweder ohne oder doch mit verminderter Schuld (das ist hier der entscheidende Punkt) nicht gehen.

        Er war ein katholischer Italiener und hat sich ohne Rücksicht auf, sagen wir, angelsächsische Sensibilitäten geäußert; weswegen später, als die Erfordernis dieser Feinheiten bekannter wurden, auch die Möglichkeit falscher Lesarten besser verhindert wurde. Da wurde dann übrigens auch Fr. Feeney verurteilt, der sich später bloß auf Grund der bedauernswerten nachkonziliaren Lässigkeit wieder in sein gutes Standing zurückmogeln konnte… Leider kam es gerade in derselben Periode *auch* dazu, daß die vom Syllabus mit selbstverständlichem Recht verurteilten synkretistischen und/oder versöhnlerischen Ideen von mehreren Heilswegen wieder hochkamen. Verwechseln darf man das alles trotzdem nicht.

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      10. Jetzt das nachgereichte Zitat von Msgr. Knox.

        ‚Wie die Geburt ihn (den Katholiken) in eine natürliche Ordnung gestellt hat, so hat ihn die Taufe in eine übernatürli­che Ordnung der Existenz gestellt. Diese Behauptung trifft tatsächlich weder auf alle Katholiken noch nur auf Katholiken zu. Nicht auf alle Katholiken hier und jetzt, denn die schwere Sünde, die nach der Taufe begangen wird, unterbricht und paralysiert das übernatürliche Leben. Nicht nur auf Katholiken, denn (wie wir in Kapitel 18 sehen werden) ein nichtkatholischer Christ, der „in gutem Glauben“ ist, ist ein „anonymer Katholik“. Aber die *normale* Lage eines Getauften ist, daß er ein Katholik ist; und die *normale* Lage des Katholiken ist auch, daß er im Gnadenstand ist.‘

        (Wobei ich mir als Übersetzer das Wort „anonymer Katholik“ beim späteren P. Karl Rahner ausgeborgt habe, der für vieles mit Recht, für die Begriffsbildung „anonymer Christ“, die nur die Lehre von Pius IX. wiedergibt, aber zu Unrecht angegriffen wird; Knox schreibt „ein Katholik malgré lui“, was aber etwas ungenau ist.)

        In ähnlichem Sinn wäre anzufügen, daß die *normale* Lage eines Menschen im Gnadenstand ist, daß er ein Katholik ist; und ebenso die eines Menschen, der wenn er hier und jetzt stirbt, ins Fegefeuer oder den Himmel kommt (was für Katholiken, vermutlich für alle Christen dasselbe ist wie der Gnadenstand, für ungetaufte vielleicht auch nicht, jedenfalls kommt es mir deutlich leichter an, zu sagen, diese würden, wenn sie jetzt stürben, letztendlich in den Himmel kommen, als, sie wären jetzt gerade vom Heiligen Geist erfüllt.).

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      11. Wenn alle in der Kirche den gleichen Glauben haben, wie Clemens I. erklärte, wie ist es dann möglich, dass anonyme Christen oder anonyme Katholiken in der Kirche sind?

        Und falls sie nicht in der Kirche sind, wie ist es möglich, dass sie gerettet werden, wenn niemand außerhalb der Kirche gerettet wird?

        Oder war hier als dritte Option eventuell die Evolution des Dogmas im Spiel?

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      12. Gehen wir das Thema doch mal von einer anderen Seite an. Ihnen ist doch bestimmt der Unterschied zwischen materieller und formeller Häresie bekannt. Sagen wir mal, ein Katholik will rechtgläubig sein, ist aber schlecht unterrichtet, und glaubt deswegen, dass der Heilige Geist nur vom Vater, nicht vom Vater und vom Sohn ausgeht. Als ihn sein Priester aufklärt, ändert er natürlich seine Meinung. War er vorher Häretiker, außerhalb der Kirche? Nein, weil es nur materielle Häresie war, nicht formelle. Jetzt könnten Sie behaupten „aber er hatte doch nicht den gleichen Glauben“ – doch, *denn er wollte Gott alles glauben, was dieser von sich offenbart*, nur hat er sich in einem Detail inhaltlich geirrt. Die Tugend des Glaubens besteht darin, dem offenbarenden Gott zu vertrauen. Wieso soll das ein gutgläubiger Lutheraner nicht haben?

        – Crescentia.

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      13. Crescentia, Sie haben doch selbst zugegeben, dass Pater Feeney nicht als Häretiker verurteilt wurde.
        Seine Exkommunikation erfolgte wie jene des von Ihnen verehrten Erzbischof Lefebvre aufgrund angeblichen Ungehorsams.

        Aber Feeney ist hier irrelevant, da es um Clemens I. geht.

        Ein „materieller Häretiker“ ist kein Häretiker sondern ein irrender Katholik. Er irrt sich, wie sie korrekt sagten „in einem Detail“.
        Allerdings gibt es grundlegende Glaubenswahrheiten, die um des Heiles willen geglaubt werden müssen. Jemand, der wissentlich oder unwissentlich von diesen abweicht, ist kein Katholik.
        Siehe:

        Benedikt XIV.: Cum Religiosi #1 (1754):
        >We could not rejoice, however, when it was subsequently reported to Us that in the course of religious instruction preparatory to Confession and Holy Communion, it was very often found that these people were ignorant of the mysteries of the faith, even of those matters which must be known by necessity of means;

        Pius X.: Acerbo Nimis #2 (1905):
        >And so Our Predecessor, Benedict XIV, had just cause to write: „We declare that a great number of those who are condemned to eternal punishment suffer that everlasting calamity because of ignorance of those mysteries of faith which must be known and believed in order to be numbered among the elect.“

        Es gibt, wie die Päpste schreiben, gewisse Glaubensgeheimnisse, die in sich selbst notwendig sind („necessity of means“) um gerettet zu werden.
        „Ich will alles glauben, was Gott offenbart“ reicht folglich nicht.

        Um Ihren Einwand also zu beantworten:
        Ja, ein irrender Katholik ist Glied der Kirche und bekennt den gleichen Glauben wie der Rest der Kirche.
        Nein, ein Lutheraner oder sonst ein Häretiker bekennt nicht den gleichen Glauben wie die Kirche und steht außerhalb dieser.

        Daher noch einmal: Wie erklären Sie sich das Paradox aus den drei Fragen in meinem letzten Kommentar?

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      14. Nun, ich weiß nicht, ob Sie des Streits müde geworden sind, oder ich in meinen Antworten unfreundlich gewesen bin.

        Jedenfalls lag es nicht in meiner Absicht, das Gespräch zu beenden.

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      15. Keine Sorge, alles gut, ich hatte nur wirklich nicht mehr viel Lust auf die Diskussion, und dachte, vielleicht antwortet ja der Nepomuk in der Zwischenzeit, da warte ich ein bisschen ab, Entschuldigung 🙂

        Erstmal: Sie haben mich missverstanden. Meine Kritik lautete, dass Sie praktisch Pius XII dafür als Häretiker darstellen, dass er den Feeneyismus verurteilte.

        Zweitens: Dass nach Ansicht vieler Theologen manches mit der Notwendigkeit des Mittels geglaubt werden muss, hatte ich im Artikel erwähnt. „Viele Theologen sagen, dass es aber jedenfalls absolut notwendig sei, anzuerkennen, dass es einen Gott gibt, der über Gut und Böse richtet, auf Gottes Gnade in der Hinsicht zu reagieren, dass man Ihm diese Wahrheiten glaubt. Vgl. Hebr 11,6.“ (Und ein Lutheraner glaubt das.)

        – Crescentia

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      16. Danke für die Antwort.

        Dann habe ich Sie tatsächlich missverstanden. Bezüglich des Briefes Supema Haec Sacra, in welchem Feeneys (katholische) Ansichten verurteilt wurden, gilt Folgendes:

        1. Der an den Erzbischof von Boston adressierte Brief wurde erst mehrere Jahre nach seinem Erscheinen überhaupt veröffentlicht. Die Veröffentlichung fand nicht durch den heiligen Stuhl statt, sondern über die Zeitschrift „The Pilot“ der Erzdiözese Boston. Ein solches Dokument kann also sicherlich keinen für die allgemeine Kirche bindenden Charakter haben.

        2. Der Brief wurde nicht von Pius XII. unterschrieben, sondern von zwei Kardinälen des Heiligen Offiziums. Falls der Brief authentisch ist, wäre es also das Heilige Offizium und nicht der Papst, der Häresie verkündet hat. Dies wäre nichts Neues, da es schon in der Vergangenheit manchmal irrte und später von Päpsten korrigiert wurde. Der Papst ist unfehlbar – nicht das Heilige Offizium, wenn seine Mitglieder Briefe an Bischöfe verschicken.
        Da es keine Anhaltspunkte gibt, dass Pius XII. Extra Ecclesiam Nulla Salus geleugnet hätte, würde ich ihn auch nie der Häresie bezichtigen.

        3. Der Brief ist mit Widersprüchen, falschen Schlussfolgerungen und der katholischen Lehre zuwiderlaufenden Aussagen gefüllt.

        4. Freimaurer sind real und kein Hirngespinst. Erzbischof Cushing, welcher den Brief schlussendlich veröffentlichte, wurde 1956 von der jüdischen Loge B’nai B’rith mit der Auszeichnung „Mann des Jahres“ geehrt, und biederte sich permanent bei den jüdischen und protestantischen Organisationen in Boston an, unter Kompromittierung der katholischen Wahrheit.

        Zu Ihrem zweiten Punkt: Unabhängig davon, was Theologen sagen, lehrt Bonifatius VIII. in Unam Sanctam unfehlbar dass es zum Heil der Seele absolut notwendig ist, dem römischen Papst untertan zu sein.
        Und bevor der Einwand kommt: Nein, er sagt nicht, dass jemand theoretisch und prinzipiell die Bereitschaft haben muss, sich dem Papst zu unterwerfen, wenn er nicht von unüberwindlicher Unwissenheit befallen wäre. Sondern er sagt, es ist notwendig, dem Papst untertan zu sein.
        Ein Lutheraner ist positiv nicht dem Papst untertan und würde so etwas auch niemals von sich behaupten.

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      17. Nepomuk hat schon ausführlich auf die Behauptungen geantwortet, aber ich hätte jetzt mal ein paar andere Fragen an Sie.

        1. Lehnen Sie eigentlich nur die implizite Begierdetaufe ab oder auch die ausdrückliche, wie Feeney? Dann würden Sie nämlich in ziemlichen Konflikt mit dem Lehramt (ja, auch dem mittelalterlichen) geraten.

        2. Durchdenken wir die Sache doch mal logisch. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Jetzt haben wir, sagen wir, einen russisch-orthodoxen Bauern vor 200 Jahren, der kaum auch nur davon gehört hat, dass es einen Papst gibt, ganz selbstverständlich in seiner Religion getauft wird (gültig getauft!), seine Sünden bereut, als ein guter gerechter Christ lebt, sogar gültig beichtet (!) – womit genau würden Sie es begründen, dass der in die Hölle kommt? Denken Sie daran, für den Eintritt in die Hölle braucht man entweder die Erbsünde oder wenigstens eine unbereute Todsünde oder beides. Was davon hat er?

        – Crescentia

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      18. 3. Wenn Sie die implizite Begierdetaufe für Häresie halten, wieso wurde diese Häresie dann in der ganzen Kirchengeschichte nie verurteilt, ja wieso wurde sie von vielen großen Theologen verkündet, ohne Widerspruch aus Rom, wurden sogar römische Dokumente veröffentlicht, die einen beim oberflächlichen Lesen gleich auf implizite Begierdetaufe schließen lassen (s. oben Pius IX., Alexander VIII.), wenn man sich keine umständlichen Interpretationen ausdenkt?

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      19. >>Nun, ich weiß nicht, ob Sie des Streits müde geworden sind, oder ich in meinen Antworten unfreundlich gewesen bin.

        Durchaus ein wenig ersteres. Davon abgesehen gab es in letzter Zeit das eine oder andere hohe kirchliche Fest und einen arbeitsreichen Jahresanfang.

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      20. So, nun meine verspätete Antwort auf Ihre Fragen, Crescentia:

        1. Ich denke, die katholische Kirche schließt Ungetaufte vom Heil aus. Allerdings halte ich es für möglich, dass eine Ausnahme für Katechumenen existiert, da dies von einigen Kirchenlehrern geschrieben wurde. Zwar finde ich es nicht besonders überzeugend, aber ich werde mich in der Hinsicht nicht festlegen, da ich ihnen ein hohes Gewicht zuweise, auch wenn sie nicht unfehlbar sind.
        Ich denke auch, die Kirche schließt Häretiker und Schismatiker vom Heil aus.

        2. Der allmächtige Gott, der die Liebe selbst ist, hat Missionare in alle Länder geschickt und durch Wundererscheinungen Seelen zum Glauben an Ihn konvertiert. Wenn jemand guten Willens ist und mit Gottes Gnade kooperiert, wird ihm der wahre Glaube auf die eine oder andere Weise zuteil und er wird gerettet werden. Jeder erhält genügend Gnade um gerettet zu werden. Woran es allerdings häufig fehlt, ist der gute Wille.
        Wenn der Bauer besonders deppert ist oder seine schismatische Katechese versäumt, kann es vermutlich sein, dass er nichts glaubt, was gegen die heilsnotwendigen Wahrheiten über die Dreifaltigkeit und die Menschwerdung oder das Papstamt spricht. Das müsste dann aber eine sehr interessante Katechese sein, wenn sie ihm einerseits die heilsnotwendigen Wahrheiten mitteilt, aber die häretischen und schismatischen Lügen verschweigt. In dem Fall würde er beim Erreichen des Vernunftalters Katholik bleiben.

        3. Ich nehme an, mit impliziter Begierdetaufe meinen Sie die Begierdetaufe für Ungetaufte, die unverschuldet nichts vom Glauben wissen. Falls nicht, korrigieren Sie mich bitte.
        Ich wüsste nicht, wo dies von Theologen oder Rom verkündet oder gelehrt worden sei.

        Es gibt die Behauptung, der hl. Alfons von Liguori habe solches gelehrt, allerdings denke ich, mit „implizit“ meinte er in seinen Auslegungen etwas anderes. Er bezeichnet nämlich nicht den Glauben der in Frage kommenden Person als implizit, sondern den Wunsch nach der Taufe. Damit hat er sich vermutlich auf Katechumenen bezogen, welche die grundlegenden Glaubenswahrheiten bereits kannten und glaubten, aber noch nicht wussten, dass sie sich taufen lassen müssen. Bei solchen ist der Wunsch nach der Taufe implizit (weil sie die Taufe begehren würden, wenn sie von ihr wüssten), aber der Glaube an die katholische Wahrheit ist vorhanden und keineswegs implizit.

        Bezüglich Pius IX. und Alexander VIII. habe ich mich ja bereits geäußert. Es fordert viel Fantasie und einen bereits existierenden Glauben an die Begierdetaufe, um da irgendetwas in die Richtung hineinzuinterpretieren.
        Die beiden Päpste verkünden einfach nur die Lehre der Kirche, dass Gottes Gnade auch Ungläubige betrifft, und dass niemand sündigt, wenn er nicht wissen kann, dass es Sünde ist. Das heißt aber nicht, dass man außerhalb der Kirche gerettet werden kann.

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      21. Na ja, ich sag’s mal so, die Ansicht „bei allen, die Gott gehorchen wollen, schickt Gott katholische Missionare zu ihnen, und wenn keine Missionare zu ihnen gelangen, heißt das, dass sie den Glauben eh nicht angenommen hätten“ ist zwar eine angenehmere Sichtweise als „mir doch egal, wenn Unschuldige in die Hölle kommen“, aber halt schon sehr gekünstelt.

        Zum Rest später; bei Alphons werde ich mal noch nachschauen, ob ich in seiner Moraltheologie (ich hab die ersten Bände) was finde.

        Sie haben aber nicht wirklich geantwortet. Finden Sie eine einzige ausdrückliche Verurteilung der impliziten Begierdetaufe in der ganzen Kirchengeschichte? Immerhin hat schon Justin der Märtyrer im 2. Jh. daran geglaubt (er hielt Leute wie Sokrates für anonyme Christen). Sie haben schlicht nicht das Recht – und keinen Grund – etwas als Häresie zu bezeichnen, wenn es nicht mal eine geringfügige Verurteilung gibt.

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      22. Die katholische Kirche kennt nun einmal auch eine Prädestinationslehre und z.B. aus molinistischer Sicht wäre es nicht weit hergeholt, dass diejenigen, welche in Gottes Vorsehung zum Heil bestimmt sind und von denen Er weiß, dass sie mit Seiner Gnade zusammenarbeiten, eben vorwiegend in christlichen Völkern geboren werden.

        Darf ich fragen, woher Sie die Moraltheologie des hl. Alfons bezogen haben?
        Ich habe mir einen Teil auf Englisch via Mediatrix Press aus Nordamerika bestellt, aber das ist nicht ideal.

        Es gibt schon viele Verurteilungen der Ansicht, dass Akatholiken gerettet werden können. Ich kann gerne wieder das Zitieren anfangen. Es wurde eben meist nicht der Begriff Begierdetaufe verwendet. Allerdings wurde die Begierdetaufe für Akatholiken auch praktisch von niemandem vertreten, daher gab es lange Zeit keinen Grund, irgendetwas zu verurteilen.

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  2. >>Crescentia, Sie haben doch selbst zugegeben, dass Pater Feeney nicht als Häretiker verurteilt wurde. Seine Exkommunikation erfolgte wie jene des von Ihnen verehrten Erzbischof Lefebvre aufgrund angeblichen Ungehorsams.

    Das eine wie das andere war kein angeblicher Ungehorsam, sondern tatsächlicher. Die Frage ist jeweils, war er der Ungehorsam gerechtfertigt oder doch entschuldbar und welches Ziel hatte er; es gibt nun einmal keinen Ersatz für die Wahrheitsfrage. Erzbischof Lefebvre ging es ernsthaft um den katholischen Glauben, dem er nichts hinzufügte und für den er in einer Zeit nachkonziliaren unbestreitbaren Zusammenbruchs gewisse formell ungehorsame Aktionen für nötig hielt, unter anderem das Festhalten am traditionellen Ritus gegen den Papst (was freilich höchstwahrscheinlich auch schon an sich das gute Recht der Katholiken war, in diesem Fall aber eben auf Grund alles, was draußenherum so passiert, ihm noch zusätzlich schwerwiegend erschien). Er hat dabei dem katholischen Glauben auch nichts hinzugefügt, und während er z. B. der Konzilskonstitution Dignitatis humanae widersprach, wäre es ihm meines Wissens nicht eingefallen, das zu einer Glaubensfrage zu machen. (Daß das einige Anhänger der Piusbruderschaft gerade wegen eines gewissen „auf diesen Punkt kann man zeigen“ sehr hoch hängen, ist richtig, aber hier nicht der Punkt.)

    Father Feeney hat sich in einer Zeit der Blüte der kirchlichen Missionsarbeit gefragt, warum sie nicht *noch* mehr blüht, dann geschlossen, sie müsse wohl ein Dogma vergessen haben, und ist erst auf der Suche nach diesem Dogma daraufgekommen (bis dahin hätte es irgendein anderes sein können), daß die (wie wir beide nachgewiesen haben) katholische und erlösungs- und menschenfreundliche Auslegung von „Extra ecclesiam nulla salus“ offensichtlich falsch sein müsse. Und dabei hat er sich noch die Blöße gegeben, sogar *ausdrücklich* die Begierdetaufe abzulehnen und nicht nur zu sagen, daß sie sehr schwer würde, was das ganze entweder formell häretisch oder doch nur, weil es bisher an der Dogmatisierung der Begierdetaufe gefehlt hatte, zufällig noch-gerade-nicht-häretisch machte. Irgendwie ist das ein gewisser Unterschied.

    Daß man übrigens manche Dinge „menschenfreundlich auslegen“ darf, auch wenn sie in den Ohren erstmal schön grausam klingen, wissen wir doch spätestens von Bibelsprüchen von wegen „Vater und Mutter hassen“ usw.

    >>Aber Feeney ist hier irrelevant, da es um Clemens I. geht.

    Offensichtlich nicht, wenn Sie ihm katholische Ansichten unterstellen. Zu Clemens I. siehe oben. Außerdem sind im Jenseits dann natürlich alle katholisch. „Es wird im Himmel nur Katholiken geben, einschließlich derer, die das auf Erden nicht waren.“ (auch wieder Erzbischof Lefebvre, meines Wissens)

    >>Es gibt, wie die Päpste schreiben, gewisse Glaubensgeheimnisse, die in sich selbst notwendig sind („necessity of means“) um gerettet zu werden.

    Es gibt Glaubenssätze unter necessitas medii, ja (was dazugehört, ist eine interessante, wenn auch etwas akademische Frage). Aber man muß wissen, was das heißt. Es heißt nämlich, daß sie notwendig sind für das *Mittel*, mit dem Gott das Heil uns zukommen läßt. Deswegen der Ausdruck „necessitas medii“.

    So ist es z. B. auch necessitas medii (nicht nur necessitas praecepti) zur Heiligwerdung, daß jemand, der nach seiner Taufe schwer sündigt, beichtet. Heißt das nun, daß die vollkommene Reue nicht versöhnt? Keineswegs, die vollkommene Reue ist nämlich eine Begierdebeichte (ja, auch dann, wenn man das konkrete Beichten erst auf nächste Ostern verschiebt – genauso wie ein Katechumene ja auch seine Taufe verschiebt, bis er korrekt instruiert ist). Dies gilt auch für den Begierdetäufling, auch wenn er gar nicht weiß, daß er einer ist.

    Wobei übrigens ein Lutheraner, zumindest ein klassischer, an die Kirche (vermutlich an sich eine necessitas medii zur Rettung, aber: man müßte einen Theologen fragen) sogar glaubt und sich bloß über deren Sichtbarkeit und Identifikation irrt.

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  3. Da ich offensichtlich aus der Kommentarhierarchie ohnehin rausgeflogen bin, mache ich gleichmal unten weiter:

    Bezüglich des Briefes Supema Haec Sacra, in welchem Feeneys (katholische) Ansichten verurteilt wurden, gilt Folgendes:

    >>Ein solches Dokument kann also sicherlich keinen für die allgemeine Kirche bindenden Charakter haben.

    In dem Sinne, daß er eine weitere Bestätigung dafür ist, wie die Kirche denkt, siehe Pius IX., siehe Msgr. Knox, schon.

    >>Der Brief wurde nicht von Pius XII. unterschrieben, sondern von zwei Kardinälen des Heiligen Offiziums. Falls der Brief authentisch ist, wäre es also das Heilige Offizium und nicht der Papst, der Häresie verkündet hat. Dies wäre nichts Neues, da es schon in der Vergangenheit manchmal irrte und später von Päpsten korrigiert wurde. Der Papst ist unfehlbar – nicht das Heilige Offizium, wenn seine Mitglieder Briefe an Bischöfe verschicken.

    Hier nicht der Punkt, aber: nein, auch „der Papst ist unfehlbar“ stimmt *nur* mit dem Nebensatz „unter den Bedingungen, wie sie das I. Vaticanum geschildert hat, d. h. wenn er ex cathedra eine Lehre als endgültig zu glauben vorlegt“ oder jedenfalls so ähnlich. Die Beweise für die Wichtigkeit des Unterschieds liegen vor aller Augen.

    >>Da es keine Anhaltspunkte gibt, dass Pius XII. Extra Ecclesiam Nulla Salus geleugnet hätte, würde ich ihn auch nie der Häresie bezichtigen.

    Das is‘ ja nett: „wäre Pius XII. kein Feeneyit, wäre er Häretiker, nun aber nehme ich nicht an, daß er Häretiker ist, also muß er Feeneyit gewesen sein“. Nö, und selbstverständlich muß der Papst nicht unbedingt immer sofort hüpfen, wenn irgendein Amerikaner verrückt wird und auf neue (!) Ideen kommt.

    >Freimaurer sind real und kein Hirngespinst. Erzbischof Cushing, welcher den Brief schlussendlich veröffentlichte, wurde 1956 von der jüdischen Loge B’nai B’rith mit der Auszeichnung „Mann des Jahres“ geehrt, und biederte sich permanent bei den jüdischen und protestantischen Organisationen in Boston an, unter Kompromittierung der katholischen Wahrheit.

    Und nu? Ad hominem ist kein Argument. (Wobei ich mal gar nicht darauf eingehe, daß man sich so etwas auch ohne solche Kompromittierung vorstellen kann. Was genau war, weiß ich nicht und muß ich auch nicht wissen.)

    >>Unabhängig davon, was Theologen sagen, lehrt Bonifatius VIII. in Unam Sanctam unfehlbar

    Die Unfehlbarkeit wird hier zumindest nicht generell angekommen. Unabhängig davon ist es aber unproblematisch, diese Lehre anzunehmen, denn

    >>dass es zum Heil der Seele absolut notwendig ist, dem römischen Papst untertan zu sein.

    ist natürlich im Sinne der geistlichen Untertänigkeit unter das Oberhaupt der katholischen Kirche richtig. (Primär *gemeint* hat er übrigens an weltliche Machtverhältnisse, aber auch *das* ist nicht entscheidend; entscheidend ist, was dasteht.)

    >>Und bevor der Einwand kommt: Nein, er sagt nicht, dass jemand theoretisch und prinzipiell die Bereitschaft haben muss, sich dem Papst zu unterwerfen, wenn er nicht von unüberwindlicher Unwissenheit befallen wäre.

    Ja das sagt er nicht, ausdrücklich, aber so ist das, was er sagt, als katholische Glaubenslehre im Geiste der Kirche auszulegen;

    which suffices for the Reply to the further objections (da ich den hl. Thomas auch immer auf englisch lese^^).

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    1. Und bevor ich’s vergesse, selbstverständlich haben die Kurienbehörden, und zwar nochmal besonders das hl. Offizium, echte Autorität, die ihnen der Papst mit der Ernennung übertragen hat. Nicht gerade Unfehlbarkeit, die wie gesagt im Tagesgeschäft auch der Papst nicht hat, auch sonst schon eine Stufe drunter, aber keineswegs nichts.

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      1. Das Problem bei Ihnen ist, dass es egal ist, wie viele päpstliche Enzykliken, Bullen, Dogmatisierungen etc. man zitiert, die eindeutig lehren, dass es für Häretiker, Schismatiker und Heiden kein Heil gibt.

        In jedem Fall ist der Wortlaut des Papstes nicht entsprechend des Wortlautes zu verstehen sondern eigentlich anders. In diesem Sinne lässt sich jedes einzelne Dogma der Kirche umdeuten, und das ist ja auch Methode der Modernisten.

        Es bleibt festzuhalten, dass es bei der Begierdetaufe der Katechumenen einige Kirchenlehrer gab, welche sie befürworteten und so wurde sie auch in einigen Katechismen gelehrt. Dogmatisiert wurde nichts.

        Für die Begierdetaufe von Heiden oder das Heil für Häretiker und Schismatiker sprach sich 1900 Jahre lang niemand aus – weder in Dogmen, noch in sonstigen päpstlichen Äußerungen. Auch von Theologen und Kirchenlehrern gab es nichts in der Hinsicht nichts.

        Was uns von diesen Heiligen allerdings erhalten ist, ist nichts anderes als eine Flut von Dogmen und Lehrmeinungen, welche das Heil für die oben genannten Gruppen kategorisch und in jedem Fall ausschließen. Der heilige Papst Gregor der Große untersagte Katholiken sogar, nach ihrem Tod für sie zu beten, weil dies einer Leugnung des Glaubens gleichkäme.

        Abgesehen von der Tatsache, dass man glauben muss, was die Kirche lehrt – und die Kirche lehrt, dass es das Heil nur für Katholiken gibt – ist es auch rein logisch komplett absurd:

        Wenn ein Irrgläubiger sich durch guten Glauben und Reueakte in den Stand der Gnade versetzen könnte, würde ich mich hüten, ihm irgendetwas von der Wahrheit zu erzählen.
        Es gibt keine Religion, welche so hohe Ansprüche an den Menschen stellt, wie die katholische. Ich würde mich schwer gegen die Liebe versündigen, wenn ich ihm eine solch große Gewissenslast unnötigerweise aufbürden würde.
        Und wer weiß – vielleicht wird er starrsinnig und lehnt die Wahrheit ab; dann hätte ich, der ihn in seliger Unwissenheit hätte lassen können, sein ewiges Glück verwirkt.

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      2. Entschuldigung, aber das stimmt einfach alles nicht. Die Begierdetaufe wurde ausdrücklich von einem mittelalterlichen Papst gelehrt, ich kann gerade nicht finden, wer es war, aber werde es beizeiten nachsehen. (Es ging um einen jüdischen Katechumenen, der sich, als er todkrank war, selbst getauft hatte. Die Frage war, ob diese Taufe gültig sei. Der Papst antwortete: Nein, aber wenn er an der Krankheit gestorben wäre, wäre er durch Begierdetaufe in den Himmel gekommen.)

        Meine Güte, wenn die Päpste und Theologen selbst immer wieder klarstellen, wie etwas gemeint und nicht gemeint ist, kann man es auch einfach akzeptieren.

        Und abgesehen davon: Katholiken haben es immer leichter. Wir haben die Sakramente, und es wird uns leichter gemacht, unserem Gewissen zu folgen. Und halten Sie es für gar nichts wert, jetzt schon um die Liebe Gottes zu wissen? Missionierung ist immer wertvoll.

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      3. Entschuldigen Sie bitte, Ihre obigen Fragen in dem anderen Thread hatte ich überhaupt nicht mehr gesehen bei all dem Durcheinander. Ich werde beizeiten noch einmal gesondert antworten.
        Mein Kommentar richtete sich primär an die Äußerungen Nepomuks.

        Der Papst, den Sie meinen, ist Innozenz III. und er hat dies offenbar in einem Brief an den Bischof von Metz geschrieben. Den hatte ich tatsächlich vergessen. Dann haben wir also bisher: 1 Brief innerhalb von 1900 Jahren.
        In Wahrheit hat sich Innozenz III. hier geirrt, da dies dem Lehramt widerspricht. Und er hat ja nicht lehramtlich gesprochen, sondern dies war eine Aussage an eine einzelne andere Person.

        Wie gesagt, die Päpste haben sich immer sehr deutlich und klar ausgedrückt. Ich tue nichts anderes, als ihnen das zu glauben, was sie von mir zu glauben verlangen.

        Selbstverständlich ist es gut, um die Liebe Gottes zu wissen – es ist sogar notwendig, um gerettet zu werden.

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      4. >>Wenn ein Irrgläubiger sich durch guten Glauben und Reueakte in den Stand der Gnade versetzen könnte, würde ich mich hüten, ihm irgendetwas von der Wahrheit zu erzählen. Es gibt keine Religion, welche so hohe Ansprüche an den Menschen stellt, wie die katholische. Ich würde mich schwer gegen die Liebe versündigen, wenn ich ihm eine solch große Gewissenslast unnötigerweise aufbürden würde.

        Aha, da hängt also der Hase im Pfeffer begraben. Sie finden die katholische Wahrheit eigentlich eine ziemliche Zumutung. Sie selber ertragen sie zwar (nunja… mit gewissen Abstrichen bei der Begierdetaufe, die wie wir gesehen haben ebenfalls eine katholische Wahrheit ist – vielleicht statt de fide „nur“ fidei proxima, das weiß ich spontan nicht, es ist aber dann doch eigentlich recht belanglos), aber einem anderen zumuten? Das ist, ihren eigenen Worten zufolge!, unverantwortlich und der Nächstenliebe entgegenstehend (!), es brauche schon, daß die ewige Höllenstrafe sonst *ganz* unausweichlich wäre, um es doch irgendwie zu rechtfertigen. Wow.

        (Und dann ist es vielleicht nicht weit bis zum Gedanken: Wenn ich das alles ertragen muß, um in den Himmel zu kommen, wäre es doch unfair, wenn die, die es viel einfacher haben, dann am Ende trotzdem in den Himmel kämen. – Ich will das übrigens nicht lächerlich machen; das sind durchaus ernstzunehmende Fragen; freilich nicht unbeantwortbare.)

        Lieber Herrgott, wenn der Thielemann mal ein bißchen trostreiche Stunden braucht, dann verpaß ihm die, ja? VU. AM. Hl. Thomas Morus, bitte für ihn. Hl. Julianus der Gastwirt, bitte für ihn. Diener Gottes Gilbert Chesterton – sofern die Anrufung zulässig ist -, bitte für ihn.

        (Ja, und „sich versetzen“ stimmt natürlich trotzdem rein begrifflich nicht, aber das beiseite.)

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      5. Auch wenn es angesichts dessen wahrscheinlich verlorene Liebesmüh ist, auf irgendwelche Einwürfe Ihrerseits inhaltlich zu reagieren, so lange Sie nicht mehr Freude am katholischen Glauben haben:

        Wären Sie Argumenten zugänglich, würde ich jetzt kommentieren: „die Päpste“, aber wenn ein Papst was anderes sagt dann „ist er nicht das Lehramt“. Allmählich wird’s absurd.

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      6. Auf Ihren lächerlichen Versuch, die katholische Wahrheit als mein persönliches religionspsychologisches Hirngespinst abzutun, gehe ich nicht ein.

        Die Päpste sind unfehlbar, wenn sie lehramtliche Äußerungen treffen. Wenn sie persönliche Briefe schreiben, oder wenn ihre Untergebenen Briefe schreiben, dann sind sie es nicht. Das ist keine willkürliche Einteilung meinerseits, sondern die Realität.

        Mit einer Sache haben Sie zumindest Recht: Das „Gefällt mir“ war ein Versehen.

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      7. Wenn ich das interpretiere (und zwar so wie es dasteht), was Sie selber, ich kann es auch nicht ändern, geschrieben haben, fällt Ihnen nichts besseres ein als „lächerlich“ und „darauf gehe ich nicht ein“.

        (Und wenn Sie unbedingt päpstliche, lehramtliche Aussagen wollen, dann lesen Sie doch vielleicht nochmal Spe salvi Nr. 46. Oder, wie gesagt, den aus dem Mittelalter mit der Begierdetaufe, was ich selber nicht wußte. Sie können nicht „die Päpste“ sagen, aber dann nur die meinen, die mit Ihnen zufällig übereinstimmen; selbst wenn wir davon absehen, daß katholische Tradition als Sammlung päpstlicher und nur päpstlicher Glaubensdekrete doch arg verkümmert vorgestellt ist – zum Thema Begierdetaufe ist z. B. der Name Ambrosius ganz großzuschreiben. Dies dürfte, von Motivationen mal abgesehen, übrigens das tiefere Problem des ganzen Ansatzes von Fr. Feeney sein: einfach von dem, was nicht einmal Sie bestreiten können daß einmütige Lehre der katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war – und das sieht man dann eben sehr wohl auch in den Publikationen rechtgläubiger katholischer Theologen und Apologeten, außer Msgr. Knox wäre etwa das populäre und gut verständliche Büchlein „Die Wahrheit der katholischen Religion. Grundlehren und Unterscheidungslehren“ von P. Jakob Linden SJ 1912 zu nennen, der schon angesprochene Basler Katechismus, usw., alles mit Imprimatur – und dann hergehen und zu sagen: *diese* päpstliche Äußerung wie die von Pius IX. kann *ich* auch *so* interpretieren, die hingegen weigere ich mich im Geist der katholischen Kirche zu interpretieren, und alles, was kein Papst gesagt hat, verwerfe ich eh, weil kein Papst, sondern, sagen-wir, bloß ein heiliger Kirchenvater und -lehrer und der Erzbischof von Mailand war. Oida. Die ganze Richtung, die ganze Herangehensweise paßt da nicht, atmet einen dem [nicht als Hyperpapalismus mißverstandenen] Katholizismus fremden Geist, und nur zögernd verweise ich darauf, daß Sie wie gesagt sogar unter Ihren ungerechtfertigt selbstgewählten Bedingungen an Papst Benedikt XVI. und, wenn sie so ungeschickt sind ausdrücklich die Begierdetaufe überhaupt zu verwerfen statt sie nur für sehr schwer zu erklären, wie Crescentia mitteilt auch an dem besagten Papst im Mittelalter scheitern.)

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      8. An Crescentia eine kurze Korrektur meiner Aussage über Innozenz III.:

        Ich vermute zwar, dass er sich geirrt hat, jedoch würde der jüdische Katechumene natürlich die Bedingungen von z.B. Alfons von Liguori erfüllen. Insofern nehme ich meine Aussage zurück, dass es direkt der katholischen Lehre widerspricht.
        Allerdings war der Jude offenbar so sehr von der unbedingten Notwendigkeit der Wassertaufe überzeugt, dass er nichts unversucht gelassen hat, diese zu erlangen.

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      9. Ich habe sinngemäß geschrieben, dass es weitaus schwerer ist, der katholischen Moraltheologie und den katholischen Kirchengeboten zu genügen, als die religiöse Pflicht eines Mohammedaners oder sonst jemandes zu erfüllen.
        Das hat nichts damit zu tun, dass ich Gottes Gebote nervig finde oder andere leiden sehen will.

        Der hl. Ambrosius von Mailand hat gesagt, dass Kaiser Valentinian II. aufgrund seines Wunsches sicherlich das erhalten hat, was er begehrte. Daraus schließe ich, dass er den besorgten Gläubigen versichert, dass Valentinian, der sich seiner Lebensgefahr bewusst gewesen sein muss, sich von einem seiner Diener im Geheimen taufen lassen hat, ohne auf den Bischof aus Ostrom zu warten.

        Dass der hl. Ambrosius explizit Begierdetaufe selbst für Katechumenen verworfen hat, lässt sich an folgendem Auszug erkennen:
        “One is the Baptism which the Church administers: the Baptism of water and the Holy Ghost, with which catechumens need to be baptized . . . Nor does the mystery of regeneration exist at all without water, for ‘Unless a man be born again of water and the Spirit, he cannot enter into the kingdom.’ Now, even the catechumen believes in the cross of the Lord Jesus, with which he also signs himself; but, unless he be baptized in the name of the Father, and of the Son, and of the Holy Ghost, he cannot receive remission of his sins nor the gift of spiritual grace.” (4,4: 4,20 Patrologia Latina, 16, 394)
        Ob das Zitat korrekt ist, konnte ich noch nicht nachprüfen, da ich zu blöd bin, mich in den Onlineversionen der Patrologia Latina zurechtzufinden.

        Über Msgr. Knox und Benedikt XVI. sage ich mal nichts. Aber dass Begierdetaufe im 20. Jahrhundert populär wurde und in viele Katechismen (auch teilweise des 19. Jahrhunderts) aufgenommen wurde, ist mir nicht unbekannt.
        Jedoch habe ich nicht vor, irgendeine kirchliche Lehre zu verwerfen. Zu verwerfen ist bloß eine falsche, von der Kirche verurteilte Lehre, egal in wie viele Veröffentlichungen oder Katechismen sie es geschafft hat.

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      10. Also bitte, die Mohammedaner haben es wirklich nicht leicht. Im Ramadan darf man während des Tages nicht mal trinken, man muss beim Essen ständig schauen, ob es halal ist, und normale Beziehungen zwischen den Geschlechtern werden auch quasi unmöglich gemacht.

        Sie versuchen ständig krampfhaft, aus Äußerungen etwas herauszulesen, was nicht gemeint ist. Dabei können Sie keine einzige Quelle anführen, wo es heißt „Anathema sei, wer behauptet, dass man auch durch Begierdetaufe, ja sogar durch implizite Begierdetaufe, in den Himmel käme“ oder so ähnlich.

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      11. Und das Zitat des hl. Ambrosius bezieht sich überhaupt nicht auf sterbende Konvertiten, sondern auf Konvertiten in einer normalen Situation. Sie erhalten die Gnade an sich erst mit der wirklichen Taufe. Und?

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      12. @Thielemann:

        Korrekt würde man so zitieren: „Ambr. myst. 4, 20 (PL 16, 394 c)“. Die Stelle lautet auf Latein (hoffentlich schleicht sich kein Tippfehler ein): Credit autem catechumenus in crucem Domini Jesu, qua et ipse signatur: sed nisi baptizatus fuerit in Nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti, remissionem non potest accipere peccatorum, nec spiritualis gratiae munus haurire.

        Das ist jetzt vollkommen aus der Hüfte geschossen, aber meiner Erfahrung nach muss hier nicht zwingend gemeint sein, dass Ambrosius die Begierdetaufe bei Katechumenen vollkommen verwerfe. Es kann auch gemeint sein, dass die Taufe eine *katholische* auf Grundlage einer korrekten Trinitätsauffassung sein muss – also dass *homöische* Taufen, *makedonianische*, und weiß der Teufel was es da gerade alles an häretischen Auffassungen gegeben hat, eben nicht zum Heil gereichen.

        Ich muss aber gestehen, ich habe jetzt nicht die ganze Abhandlung gelesen, und kann daher daneben liegen.

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      13. Aus Zeit- und Energiegründen nur zum Thema hl. Ambrosius: Die Lehre der Kirche bzgl. Begierdetaufe geht tatsächlich wesentlich auf ihn zurück, und zwar auf seine Begräbnisrede des als Katechumene gestorbenen Kaisers Valentinians II., zitiert nach Ott aus dem Gedächtnis (den ich gerade nicht greifbar habe).

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      14. @Nepomuk: Richtig im Kopf gehabt, S. 427f. (sent. fidei proxima).

        (Ich prokrastiniere – sitze am Schreibtisch und muss eigentlich einen Vortrag zu einem anderen Thema ausarbeiten.)

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      15. Das von Sokleidas und mir angeführte Zitat des hl. Ambrosius bedeutet grob übersetzt Folgendes:

        „Aber der Katechumene glaubt an das Kreuz des Herrn Jesus, mit dem er sich bekreuzigt: aber wenn er nicht auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft ist, kann er keine Vergebung der Sünden empfangen, noch das Geschenk der geistlichen Gnade empfangen.“

        Mitnichten spielt es eine Rolle, ob es um einen sterbenden oder nichtsterbenden Katechumenen geht.
        Weder die Vergebung der Sünden, noch der Empfang der heiligmachenden Gnade ist möglich, ohne auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft zu sein. Es spielt keine Rolle, ob man an Christus glaubt.

        Insofern geht der hl. Ambrosius sogar noch weiter als ich es täte, und widerspricht beispielsweise dem, was der hl. Alfons von Liguori viele Jahrhunderte später über das gleiche Thema schrieb.

        Weshalb wird auf die Autorität des hl. Ambrosius verwiesen, wenn es darum geht, mich zu widerlegen, aber wenn ich nachweise, dass der hl. Ambrosius sogar noch radikaler war als ich, wird das einfach übergangen und man springt direkt weiter zum hl. Justin?

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      16. >>„Aber der Katechumene glaubt an das Kreuz des Herrn Jesus, mit dem er sich bekreuzigt: aber wenn er nicht auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft ist, kann er keine Vergebung der Sünden empfangen, noch das Geschenk der geistlichen Gnade empfangen.“ Mitnichten spielt es eine Rolle, ob es um einen sterbenden oder nichtsterbenden Katechumenen geht.

        Immerhin setzen Sie Ihre Anführungszeichen korrekt. Daraus sollte Ihnen aber doch bereits klar werden, daß der letzte Satz eben von Ihnen ist und nicht vom hl. Ambrosius. Er hingegen beschreibt – aus welchem Anlaß, ist mir spontan nicht klar, ich bin kein Patristiker, anscheinend, was bei der Taufe so passiert. Eine Regel „man muß immer dem, was ein Feeneyit lesen würde, ausdrücklich widersprechen, sonst gilt die Äußerung als feeneyitisch“ gibt es nicht.

        Ich kannte den hl. Ambrosius zu dem Thema nicht im Original und den hl. Justin überhaupt nicht; *aber* es *ist* ein gutes katholisches Prinzip, einfach mal davon auszugehen, daß einem die geläufigen katholischen Theologen, Apologeten und Katechismen nicht böswillig kompletten Quatsch verstehen. Insofern war zunächst einmal (für meine nicht fachtheologischen Zwecke) gemeint „Ludwig Ott, der den hl. Ambrosius zitiert“, woraus ich auch gar keinen Hehl gemacht habe.

        Aber gut, von mir aus: wir können Latein, deswegen ohne Übersetzung:

        „Sed audio vos dolere, quod non acceperit sacramenta baptismatis. icite mihi quid aliud in nobis est, nisi voluntas, nisi petitio? Atqui etiam dudum hoc voti habuit, ut et antequam in Italiam venisset, initiaretur, et proxime baptizari se a me velle significavit; et ideo prae caeteris causis me accersendum putavit. Non habet ergo gratiam quam desideravit: non habet quam poposcit? Certe quia poposcit, accepit. […] Aut si quia solemniter non sunt celebrata mysteria, hoc movet, ergo nec martyres, si catechumeni fuerint, coronentur; […]. *Quod si suo abluuntur sanguine, et hunc sua pietas abluit et voluntas.*“

        Also: Es ist offensichtlich klar, daß die Bluttaufe geht; damit ist nachgewiesen, daß die Wassertaufe nicht zwingend erforderlich ist; *und deswegen* geht auch die Begierdetaufe. Soweit der Gedankengang, und das steht ausdrücklich so da.

        Aber Sie müssen natürlich entgegen dem, was man bei allen katholisch denkenden Apologeten lesen kann, irgendwo einen heimlich taufenden Diener hervorzaubern, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Und selbst dann: Quod si [martyres] suo abluuntur sanguine, et [Valentinianum] sua pietas abluit et voluntas – das hat der Kirchenlehrer ausdrücklich geschrieben (äh wahrscheinlich werden Sie als nächstes behaupten, Vikifons habe sich das ausgedacht, weil nicht sein kann was nicht sein darf), das kann man nicht mehr mißdeuten.

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    2. Daß Sie sich jetzt selber ein „gefällt-mir“ geben, hätte ich Ihnen trotzdem aber nicht zugetraut. Aber *das* ist vielleicht wirklich ein Versehen, mir auch schon passiert.

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      1. Nein, ich kann nur nicht auf alles gleichzeitig antworten. Meine Antwort war an Crescentia gerichtet, nicht an Ihren Einwand bzgl. Ambrosius.
        Es kann gut sein, dass er auch auf die korrekte katholische Taufformel hinweisen wollte. Gleichzeitig schließt er ohne Taufe aber auch die Sündenvergebung und den Empfang der Gnade aus. Die Ablehnung der Begierdetaufe wird auch durch die vorangehenden Worte deutlich, wo er sagt, dass das Mysterium ohne Wasser gar nicht existieren kann.

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