Falsche Missbrauchsbeschuldigung: Sexpartys mit Priestern waren erfunden

Vor etwa einem Jahr hatte ein Mann behauptet, in einem kirchlichen Kinderheim in Speyer sexuell auf schlimmste Weise missbraucht worden zu sein. Die Nonnen hätten ihn gegen Geld zu Sexpartys von Priestern und Politikern gebracht. Es gab auch eine Anklage gegen eine konkrete Nonne, zusätzlich zu Beschuldigungen gegen einen bereits verstorbenen Priester. Jetzt stellt sich heraus: Es war alles eine Lüge.

CNA berichtet:

„Gestern meldete der SWR schließlich, dass in diesem speziellen Fall der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, am Dienstag erklärte, dass der Mann seine Aussage hinsichtlich des behaupteten sexuellen Missbrauchs durch die Ordensfrau geändert habe. Er sei zwar von ihr körperlich missbrauch, ‚geschlagen und gedemütigt‘ worden, sexuelle Übergriffe habe es jedoch nicht gegeben. Der 36-Jährige habe sich offenbar durch die Berichterstattung ‚mitreißen‘ lassen, wird Oberstaatsanwalt Ströber zitiert.“

Es waren sogar gefälschte Beweise vorgebracht worden.

(Der Mann will es offenbar so klingen lassen, als sei er trotzdem noch irgendwie misshandelt worden – angesichts seiner Glaubwürdigkeit liegt der Verdacht nahe, dass darunter zu verstehen ist, dass es in dem Kinderheim damals vielleicht ab und zu Watschn und Schimpfe gab, wenn die Kinder sich gemein aufführten. Die enormen Vorwürfe von Kindesvergewaltigung: Einfach erfunden.)

Diese Geschichte war von Anfang an etwas suspekt – dass ein einzelner Priester ein Kind heimlich zu sich holt und vielleicht noch mal an einen Freund weiterreicht, ist glaubhafter, als dass so viele Leute eingeweiht sein sollen, vor allem Nonnen, die selber keine pädophilen Neigungen hatten. Man konnte die Geschichte deswegen noch nicht für erfunden erklären (manchmal kommt es auch vor, dass größere Gruppen verbrecherische Geheimnisse wahren), aber sie war irgendwie seltsam.

Und jetzt kommt also heraus, dass sie erfunden war; und eine Nonne wäre vielleicht für Jahre ins Gefängnis gekommen, aus ihrem Orden verstoßen worden und hätte ihr Leben lang als Verbrecherin gegolten, wenn es nicht herausgekommen wäre; auch für den Rest der Schwesterngemeinschaft hätte es schwerwiegende Konsequenzen geben können. Alles, weil ein Mann – was genau? Weil er fand, dass die Kirche ja laut „Berichterstattung“ eh so schlimm sei, und man sie noch ein bisschen mehr diskreditieren müsse?

Die Sache erinnert an den Fall von Kardinal Pell in Australien, der lange vor Gericht kämpfen musste und monatelang im Gefängnis war, bis er von den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs freigesprochen wurde, die auf der Aussage eines einzigen Mannes beruhten, und bei denen von Anfang an alle anderen Indizien dagegen sprachen, dass das Verbrechen überhaupt so passiert sein konnte.

Ich weiß auch nicht recht, was jetzt das Fazit dabei sein soll. Solche Falschbeschuldigungen sind ja gerade deswegen so schlimm, weil solche Verbrechen so extrem schlimm sind. Wirklichen Missbrauchsopfern wird hier auch ein Bärendienst erwiesen. Ich schätze, man kann auch nur sagen, was man schon immer sagen musste: Man sollte kein Urteil fällen, solange erst die Beschuldigungen im Raum stehen, und sich weder bei der Schuld noch bei der Unschuld von Beschuldigten zu sicher sein. In diesem Fall waren offenbar einige (u. a. der Bischof) sehr schnell dabei, die Beschuldigungen uneingeschränkt zu glauben, vermutlich aufgrund einer Mischung von Mitgefühl mit dem Opfer und der Angst, vor der Presse schlecht dazustehen, wenn man die Aussagen mutmaßlicher Opfer in Zweifel zieht. Niemand will auf der Seite der Täter stehen, logischerweise. Und daher kommen solche Fehler, wenn noch nicht gesichert ist, wer Opfer und wer Täter ist.

Ein Gedanke zu “Falsche Missbrauchsbeschuldigung: Sexpartys mit Priestern waren erfunden

  1. Ich weiß ja nicht unter welcher Konfession das kirchliche Kinderheim in Speyer stand. Aber wenn es sich um die Niederbronner Schwestern handelt dann dürfte das wohl als katholisch gelten.
    Mein Fazit zu den Missbrauchsfällen, ob nachgewiesen oder nicht, fällt folgendermaßen aus: Die katholische Kirche steht unter besonderer Beobachtung vom Vater der Lüge. Das erklärt auch die geballte Anzahl der Anzeigen gerade gegen katholische Institutionen weltweit. Das allerdings erschliesst sich nur wenn man fest im katholischen Glauben verankert ist und überhaupt noch an die Existenz des Satans festhält. Alles andere ist tappen im Dunkeln.

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