Die Piusbruderschaft und Corona

Pater Davide Pagliarani, der Generalobere der Piusbruderschaft, hat im Dezember nach einem Vortrag in den USA auf Nachfragen spontan einiges zum Umgang mit Corona gesagt, speziell dazu, wieso die Piusbruderschaft so vorsichtig dabei ist, sich hier zu positionieren. An meiner Kapelle hat heute der Priester ein wenig darüber gepredigt, und den Text am Eingang ausgelegt. Ich dachte, das könnte für einige Leser ganz interessant sein – vielleicht gehen ja auch ein paar meiner Leser wie ich zu Pius-Kapellen, oder interessieren sich einfach nur dafür, was die Piusbrüder dazu zu sagen haben, auch wenn es nur ein paar spontane Gedanken des Generaloberen waren. Von der Seite des Papstes und der meisten deutschen Bischöfe hört man ja zurzeit immer nur: „Impfenlassen! Impfenlassen!“ Und das fast schon mit Höllendrohungen gegen Ungeimpfte.

Die Piusbruderschaft hat sich ja schon länger einmal zur moralischen Seite der Corona-Impfungen geäußert: Die Testungen an Zelllinien von abgetriebenen Kindern waren absolut illegitim und unmenschlich, aber es ist aus einem ernsthaften Grund erlaubt, an solchen Zelllinien getestete Medikamente zu nehmen. (Um das vielleicht für zweifelnde Leser noch einmal deutlicher zu machen: Man stelle sich vor, China entwickelt ein Medikament und testet es dabei an politischen Gefangenen und macht auch Experimente mit deren Leichen. Nun ist das Medikament bereits auf dem Markt, und es gibt einen ernsthaften Grund, es zu nehmen (z. B. dass man sonst einem großen medizinischen Risiko ausgesetzt ist, aber z. B. auch, dass man wegen einer staatlichen Vorgabe seinen Job verlieren würde, wenn man es nicht nimmt). Darf man es nehmen? Ja. Man war nicht beteiligt an diesen Grausamkeiten und dieser Leichenschändung, man hätte sie verhindert, wenn man es könnte. Aber nun ist das Medikament nun mal da, man kann nichts an der Situation ändern. Manchmal darf man es in Kauf nehmen, von den Schandtaten anderer Menschen zu profitieren – das kann man auch nicht immer ganz verhindern.) Es wäre freilich etwas anderes, sich direkt mit embryonalen Stammzellen, also Leichenteilen, behandeln zu lassen – das wäre quasi Kannibalismus. Hier wäre man selbst es, der etwas Böses täte. Natürlich darf man es aber auch bei diesen Impfungen weiterhin ablehnen, sich auf irgendeine Verbindung zu dieser Leichenschändung einzulassen. Aber eine Sünde ist das Impfen nicht. (Auch wenn ich einen einzelnen FSSPX-Priester an einer Nachbarkapelle schon mal in dieser Weise habe predigen hören. Der Pater an meiner Kapelle hat heute noch einmal betont, Jesus werde uns nicht nach dem Impfstatus beurteilen.)

Aber zur medizinischen Seite und zur Frage nach einer Impfpflicht war von offizieller Seite der FSSPX bisher nicht viel zu hören. Daher jetzt zu Pater Pagliaranis Antwort.

Er erkennt einige Probleme ausdrücklich an:

„Dahinter steckt ein großes Geschäft. Die Nebenwirkungen einer noch nicht genügend erforschten Impfung sind nicht ausreichend bekannt. Das ist ein Problem. Aber es gibt ein weiteres. Es scheint, dass die Impfung nicht lang genug wirkt, nicht ausreichend schützt. Wir haben also hier eine medizinische Seite des Problems und damit verbunden eine politische Seite. […]

Man spricht ja jetzt schon viel über die dritte Impfung und dann über eine jährliche Booster-Impfung. Wie lange wird das Problem dauern? Ist das alles kompliziert? Ja! Ist das alles etwas verrückt? Ja! Ist der Stress, der auf der ganzen Menschheit lastet, verständlich? Ja! Ist es erlaubt, über all diese Probleme Fragen zu stellen? Ja! Ist es legitim, gegen verpflichtende Impfungen zu sein? Ja! Aber …!

Aber dieses große Problem ist mit einem medizinischen Thema verbunden. Das ist der Hauptgrund, warum die Bruderschaft sich nicht direkt zu diesem Thema äußert. Natürlich kann jeder Priester einen Rat geben. Aber die Priesterbruderschaft St. Pius X. als solche wird sich auf diese Debatte nicht einlassen. Die Mission der Bruderschaft liegt nicht in der Behandlung medizinischer Fragen, nicht darin, Antworten zu geben zu den möglichen gesundheitlichen Folgen der Impfung. Das gilt nicht nur für Covid, sondern für alle anderen Arten von Medikamenten. […] Nehmen wir an, es wäre ein Medikament gegen Erkältung entwickelt worden, das anscheinend kein Problem darstellte. Stellen wir uns vor, die Bruderschaft würde dieses Medikament empfehlen und man würde anschließend feststellen, dass dieses Medikament allergische Reaktionen hervorriefe – in diesem Fall wäre die Bruderschaft verpflichtet, Antworten zu diesen Allergien zu geben. Was wäre der Fehler hier gewesen? Die Bruderschaft hätte sich selbst in eine drückende Situation gebracht und müsste auf eine Frage antworten, die nicht zu ihrer Mission gehört. Das ist der Hauptgrund, warum wir uns nicht direkt äußern.“

Das ist ja tatsächlich eine gut verständliche Vorgehensweise; erhält sicher auch leichter einen gewissen Frieden.

Dann geht er darauf ein, dass manche Leute jetzt hier kritischer gegenüber der Politik geworden sind, geeinte Kräfte am Werk sehen, die weltweit dieselbe Impfung verpflichtend machen wollen. Und hier sagt er interessanterweise nicht „alles Quatsch“ – sondern weist darauf hin, „dass die Verschwörung gegen die Kirche schon vor dreihundert Jahren begann. Was ist denn der Globalismus? Es ist die Idee, das Projekt, die Absicht, die katholische Kirche durch eine andere universale Autorität zu ersetzen. Sie wissen alle sehr gut, wovon ich spreche. Wir dürfen nicht vergessen, wo der Ursprung dieser Verschwörung gegen die Kirche liegt, die die ganze Menschheit betrifft. Wir müssen diese aktuellen Probleme in diesem größeren Rahmen sehen. Wir können das ganze Bild aber nicht sehen, wenn wir uns auf das aktuelle Problem fokussieren.“

Hier werden sich jetzt einige wahrscheinlich abwenden, weil es so „verschwörungstheoretisch“ klingt. Aber ich denke nicht, dass hier unbedingt ein Geheimclub aus Bill Gates und Xi Jinping gemeint sein muss, sondern es ist einfach eine (mehr oder weniger) geeinte, „verschworene“ Bewegung gemeint, die seit dem 18. Jahrhundert die Kirche bekämpft, Gottesleugnung oder Gotteshass verbreitet, für eine angebliche Autonomie der menschlichen Welt von Gott eintritt, für eine selbergemachte Moral. Und diese Bewegung hat immer und immer wieder in der Praxis für wahnsinniges Unrecht gesorgt („der Zweck heiligt die Mittel“), und für das Auftauchen von geld- und machtgierigen Eliten, die nicht viele Skrupel hatten, weil sie nicht mehr an Gott glaubten. Natürlich gab es auch Spaltungen in dieser Bewegung – z. B. von Liberalismus und Kommunismus. Aber eine solche Bewegung gab und gibt es, diesen grundsätzlichen Wunsch, autonom sein zu wollen von Gott.

Und heute hat man es hier auch nicht mehr nötig, allzu viel geheim zu halten, auch wenn politische Eliten natürlich immer ihre vertraulichen Absprachen und kleinen Geheimnisse haben, und es solche geheimniskrämerischen liberalen Karrierenetzwerke wie die Freimaurer auch immer noch irgendwo gibt. Der Liberalismus und seine Tochterideologien sind tonangebend genug geworden, um ziemlich offen operieren zu können. (Und auch wenn die einzelnen Menschen sich nicht absprechen, sprechen die Dämonen, die sie zu beeinflussen versuchen, sich sicherlich auch ab, sodass auch Leute, die einander nicht kennen, in ähnliche falsche Richtungen gelenkt werden. Satan will ja lieber eine geeinte Attacke führen als viele widersprüchliche.)

Politiker wie Klaus Schwab („The Great Reset“), die davon träumen, die Welt umzuformen, muss man jedenfalls nicht toll finden, um kein „Verschwörungstheoretiker“ zu sein. Dass Politiker sich an massenhafte Kontrollmaßnahmen gewöhnen und sie auch nach dieser Pandemie wohl noch weiter einsetzen wollen könnten (dann mit dem Vorwand „des Klimas“ o. Ä.), sogar in Richtung eines chinesischen Social-Credit-Systems gehen wollen könnten, damit man Bürger aus unliebsamen politischen Richtungen und mit unliebsamen Verhaltensweisen von vornherein klein hält, ist auch nicht gerade weit hergeholt. Menschen, die Macht haben, werden von Macht korrumpiert, und vor allem korrumpierte Menschen suchen nach Macht und arbeiten sich in Parteienintrigen hoch. Und diese Menschen verhalten sich entsprechend, wollen die Macht für sich sichern. Und das alles passt schon auch in deren politische Agenden, die sie seit langem verfolgen. Dazu müssen sie keine übermächtigen, dämonenhaften James-Bond-Schurken sein.

Weiter meint Pater Pagliarani dazu interessanterweise:

„In diesem Jahr konnten – da die Aufmerksamkeit aus verschiedenen Gründen auf der ganzen Welt auf das Impfthema gerichtet war – in sehr, sehr vielen Ländern die schlimmsten Gesetze gegen die sittliche Ordnung erlassen werden. In Westeuropa ist jetzt fast überall die ‚Ehe‘ unter Personen gleichen Geschlechts eingeführt. In einem Land wird darüber noch ‚debattiert‘. Aber unser Fokus liegt nicht darauf, sondern woanders. Daher ist es viel einfacher, solche staatlichen Gesetze einzuführen und voranzutreiben. Der Hauptausdruck des Globalismus, nämlich die Zerstörung des natürlichen Sittengesetzes und der Ordnung, die die Kirche bewahrt und geschützt hat, ist die Schaffung einer neuen ‚Welt‘ mit neuen ‚Gesetzen‘, mit einer neuen Autorität. Mit oder ohne Covid, mit oder ohne Impfung. Dieser Globalismus begann nicht erst vor einem Jahr. Er ist viel älter.“

Das ist sicher auch bedenkenswert. In Deutschland z. B. soll ja jetzt ein „Selbstbestimmungsgesetz“ durchgepeitscht werden, das es jedem jederzeit erlauben wird, sein Geschlecht ohne irgendwelche Vorgaben rechtlich zu ändern (was heißt, dass wir uns, wie schon in England, auch hier auf Männer mit speziellen sexuellen Vorlieben in Frauenkrankenzimmern, auf Frauentoiletten und in Frauengefängnissen gefasst machen dürfen). Eine weitere Lockerung des Abtreibungsrechts steht uns auch bevor. Ich kann mir schon vorstellen, dass das unter normalen Umständen evtl. mehr Aufmerksamkeit bekommen und mehr Widerstand erzeugen hätte können (soweit die Deutschen eben zu Widerstand fähig sind). Da ist Corona eine willkommene Ablenkung für die Politiker.

Außerdem betont Pater Pagliarani aber, dass man auch die übernatürliche Seite des Geschehens sehen müsse. Und hier spricht er ein von anderen Theologen selten angesprochenes Thema an: Leid als Strafe.

„Ein anderer Punkt, der sehr wichtig ist: Bewahren wir einen übernatürlichen Blick auf die Realität. Man wird einwenden: ‚Ja, ihr Priester sprecht ständig über die Übernatur, aber hier geht es um die Impfung. Hier geht es um eine Flüssigkeit, nicht um das Übernatürliche.‘ Vorsicht, so antworte ich: Covid ist wie jede andere Krankheit in der Geschichte eine Strafe, die durch die göttliche Vorsehung erlaubt wird, um uns zu reinigen. Es gibt eine Gefahr, die ich in meinem Vortrag vorhin erwähnt habe. Wir haben zwar die Tradition bewahrt, wir sind aber deshalb noch keine besseren Menschen als die anderen. Wir sind nur arme Sünder. Wenn es eine universale Züchtigung gibt, dann auch für uns. Wenn Gott Covid erlaubt hat, dann nicht nur wegen der Sünden der anderen, sondern auch wegen unserer Sünden. Auch Traditionalisten und traditionstreue Katholiken sterben an Covid!“

Natürlich ist es so, dass irdisches Unglück oft auch mehr und anderes ist als eine Strafe. Aber Gott kann es – zumindest für viele Menschen – auch als Strafe nutzen, die sie natürlich auch bessern und zur Einsicht bringen soll. Und wer es annimmt, für den wird es zur Sühne, die reinigt. Ich finde es gar nicht schlecht, dass das auch mal gesagt wird.

Dann spricht Pater Pagliarani noch einen anderen Punkt an, nämlich dass die FSSPX sich auch wegen der Allianz der Impfgegner zurückhalte, unter denen in einigen Ländern auch Linksextreme seien. Und bei seinen Ausführungen hier kann ich ihm teilweise nicht zustimmen. Er sagt:

„Wenn solche gegen die Impfung sind, dann in welchem Namen? Im Namen von individueller Freiheit, von Menschenwürde und Menschenrechten. In einem Satz: ‚Mein Körper gehört mir!‘ Mit meinem Leben mache ich, was ich will. Deshalb entscheide ich selbst, ob ich mich impfen lassen will oder nicht. Wir finden dieselben Slogans der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts – ‚Mein Bauch gehört mir‘ – bei einer gewissen ‚Frauenbewegung‘. Die Prinzipien der ’neuen Weltordnung‘ finden wir aber schon 300 Jahre vorher im Namen der ‚Menschenrechte‘ und ‚Menschenwürde‘. Seien wir vorsichtig! Auf der anderen Seite des Spektrums, bei den Impfbefürwortern, finden wir sie aber auch. Ich glaube, es ist nicht schlecht, wenn wir auf diesen Punkt hinweisen. Es scheint paradox, aber sie kämpfen im Namen der gleichen Prinzipien, im Namen der ‚Menschenrechte‘ und im Namen der ‚Freiheit‘. Die Prinzipien sind die gleichen, aber nicht die Schlussfolgerungen. Sie wollen eine Impfflicht, um zur ‚Normalität‘ zurückzukehren. Die Impfbefürworter fühlen sich durch die Impfgegner in ihrer Freiheit verletzt und eingeschränkt. Durch diese Leute werde man jetzt am Reisen und am Urlaub, am Geldverdienen und am Genuss des Lebens gehindert.  Wegen ‚der anderen‘ müsse man noch Maske tragen oder vielerlei Einschränkungen auf sich nehmen. Deshalb fordert man im Namen der ‚Menschenrechte‘ die Zwangsimpfung. Keine Einschränkung meiner Freiheit durch andere! Deshalb müssen wir alle geimpft werden. Es ist, wie gesagt, ein scheinbares Paradox: Im Namen der gleichen Prinzipien steht man auf der einen oder der anderen Seite.“

Hier muss man m. E. unterscheiden. Es gibt eine grundfalsche Idee von Freiheit, die etwa so aussieht: „Die Menschheit soll selber entscheiden, was sie tun will und welche Rechte und Freiheiten Menschen haben sollen, von Gott kommt da nichts, sondern wir erklären zu Recht und Gerechtigkeit, was wir wollen. Und vor allem darf jeder alles tun, womit er nicht diese vereinbarten Freiheiten anderer verletzt, er darf sich auch selbst zerstören, oder jemand anderen zur Selbstzerstörung überreden, alles in Ordnung – es ist ja sein Problem. Überhaupt sind wir keine Gemeinschaft, sondern navigieren eben so aneinander vorbei und maximieren unsere jeweilige Freiheit.“ Das ist die falsche Idee des Liberalismus, die die Kirche immer verurteilt hat.

Aber es gibt auch viel ältere, kirchliche Ideen von Rechten und Freiheiten, von „natürlichen Rechten“, die Gott in unsere Natur gelegt hat, weil wir als Menschen eine hohe Würde haben. Dass die Begriffe „Menschenrechte“ und „Menschenwürde“ von eingebildeten Libertins des 18. Jahrhunderts gekapert wurden, sollte uns als Tradis nicht dazu bringen, sie ihnen kampflos zu überlassen; sie gehören eigentlich uns. Und im Bereich der Medizin sieht es jetzt mit Rechten und Pflichten erst mal so aus:

Jeder Mensch hat sein Leben von Gott erhalten und soll normale, vernünftige Sorgfalt darauf anwenden, es zu erhalten – er darf sich z. B. nicht selber umbringen, auch nicht durch einen Hungerstreik o. Ä., oder durch Russian Roulette sein Leben riskieren, oder sich seine Gesundheit total mit Drogen ruinieren. Er hat auch die Pflicht, anderen gegenüber Rücksicht zu nehmen, sie nicht auf unvernünftige, unnötige Weise in Gefahr zu bringen. Diese Pflichten können es in einigen Fällen zumindest sehr empfehlenswert, vielleicht auch moralisch verpflichtend machen, sich sichere Impfungen geben zu lassen. Aus katholischer Sicht kann man sogar sagen, dass ein Staat aus gewichtigen Gründen theoretisch eine Impfpflicht einführen könnte – aber eben doch nur aus wirklich gewichtigen Gründen, bei Abwägung aller Risiken und mit wirklichen Ausnahmen für Gefährdete. Bei einer so unwirksamen und nebenwirkungsreichen Impfung wie der Coronaimpfung ist es angesichts der vergleichsweise geringen Gefahr durch Corona natürlich auf den ersten Blick ersichtlich, dass keine staatliche Impfpflicht in Frage kommen könnte.

Denn eins muss man eben doch sagen: Es ist im Normalfall der einzelne, der abwägen muss, was vernünftige Sorge für seinen Körper ist, und welche unter den übermäßig gefährlichen oder anstrengenden oder nicht unbedingt notwendigen Maßnahmen er auf sich nehmen oder ablehnen will. Auch wenn sein Leben ihm nur anvertraut ist, es ist eben vorrangig ihm anvertraut, nicht anderen oder dem Staat. Nur in sehr ernsten Fällen sollten andere eingreifen. Dass für medizinische Eingriffe die informierte Zustimmung des Patienten nötig ist – außer in sehr seltenen Fällen, sagen wir mal, er ist schwer depressiv, hat versucht, sich umzubringen, und will lieber sterben, als sich eine Bluttransfusion geben zu lassen – gehört auch zur katholischen Medizinethik; erst recht, wenn es um Menschenversuche mit einem unerprobten Medikament geht, wo keiner eine Pflicht zur Teilnahme hat. Man hat eben eine Freiheit, besonders eine Freiheit gegenüber dem Staat. (Es wäre auch da, wo es nicht an sich falsch wäre, doch für gewöhnlich sehr gefährlich, medizinische Entscheidungen, die Menschen zutiefst betreffen, dem Staat zu überlassen.)

Und was das schlechte Gefühl bei dem Slogan „Mein Körper gehört mir“ angeht: Die Abtreibungsbefürworter, die damit argumentieren, lügen ja gerade, weil sie eben nicht über ihren, sondern vor allem über den Körper des Kindes entscheiden. Natürlich könnte man auch in ähnlichen Zusammenhängen „Mein Körper gehört mir“ falsch verwenden – z. B. wenn man für Sterilisation oder Kondome argumentieren würde, was die Kirche ja auch ablehnt [Operationen, die als Nebeneffekt die Sterilisation haben, z. B. eine medizinisch notwendige Entfernung einer von Krebs befallenen Gebärmutter, sind nicht mitgemeint]. Hier kommt natürlich wieder das Prinzip ins Spiel: Für seinen Körper soll man sorgen, ihn nicht verstümmeln; die natürlichen Kräfte seines Körpers soll man nicht künstlich kaputt machen. Mit seinem Körper darf man auch nicht alles machen. Insofern verstehe ich schon, wenn man als Katholik diesen Slogan nicht mag. Er wäre aber an sich zumindest keine Werbung für Abtreibungen, sondern zeigt eher auf, wie heuchlerisch und verlogen Abtreibungsbefürworter sind.

Das Bestehen auf der eigenen Freiheit und Selbstbestimmung muss jedenfalls nicht egoistisch und liberal sein; das ist es, was ich damit sagen will, und ich finde, man sollte darauf achten, es nicht so klingen zu lassen.

Zuletzt: Ich fände es tatsächlich besser, wenn die FSSPX sich wegen dieser medizinethischen Abwägungen ein bisschen eindeutiger auch offiziell als Gemeinschaft gegen die Impfpflicht (nicht gegen die Impfung selbst) positionieren würde, und auch gegen solche sicher unverhältnismäßigen und schädlichen Maßnahmen wie weitgehende Besuchsverbote in Krankenhäusern oder die Kündigung ungeimpfter Pflegekräfte. Sich in allen politischen Fragen, wo Katholiken theoretisch unterschiedlicher Meinung sein können, auch wenn die in der Praxis korrekte Meinung sich einem sehr deutlich zeigt, irgendwie durchzuwurschteln und auf Neutralität zu machen ist gute kirchliche Tradition – so scheint sich die Kirche z. B. bei den meisten Kriegen zwischen christlichen Ländern verhalten zu haben -, aber vielleicht kann man es mit dieser Tradition auch mal übertreiben.

Andererseits, als Laiin hat man da leicht reden. Ich muss ja keine Priesterbruderschaft leiten. Und diese Neutralität hat auch ihre definitiven Vorteile, z. B. erlaubt sie einen gewissen Frieden zwischen Laien, die unterschiedliche Meinungen haben, und man verketzert andere nicht zu schnell.

[Kleines Update: In einem Kommentar hat mich jemand gefragt, ob ich in derselben Kapelle war wie er/sie (?) heute. Ich habe den Kommentar nicht freigeschaltet, weil er ein bisschen verklausuliert den Ortsnamen enthielt, und ich in diesem Internet vielleicht etwas übertrieben auf Anonymität bedacht bin. Aber ja, lieber/liebe L. S.: Das war dieselbe Kapelle. In Zukunft würde ich mich über so was aber lieber über die Contact-Seite austauschen 🙂 ]

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19 Gedanken zu “Die Piusbruderschaft und Corona

  1. „Die Mission der Bruderschaft liegt nicht in der Behandlung medizinischer Fragen, nicht darin, Antworten zu geben zu den möglichen gesundheitlichen Folgen der Impfung.“

    Der Satz stimmt, wenn es ausschliesslich um medizinische Fragen geht. Da hat eine Bruderschaft nichts verloren. Fakt ist allerdings, dass es entweder nie oder jetzt nicht mehr um medizinische Fragen und Antworten geht. All das, was in der Gegenwart passiert, siehe Impflicht, ist eine politische Entscheidung, die mit medizinischen Allgemeinfloskeln hübsch und moralinsauer verpackt wird.

    „Andererseits, als Laiin hat man da leicht reden. Ich muss ja keine Priesterbruderschaft leiten.“

    Leicht reden? Was ist mit dem Familienvater der seine Frau und Kinder durch die Zeit bringen muss und dem nun die Kündigung droht, weil er sich nicht impfen lassen will?

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  2. Ein Argument, das immer wieder gegen Impfungen vorgebracht wird ist: „Impfungen werden nur gepusht, damit die Pharmaindustrie Millionen daran verdient!“ Dieses Argument ist richtig und trotzdem in seinem Ziel falsch. Richtig ist, dass die Pharmaindustrie an Impfstoffen gut verdient. Pro Jahr verdienen die Impfstoff Lieferanten in Deutschland rund zwei Milliarden Euro. Aber an Medikamenten verdient die Pharmaindustrie mehr als ZWANZIG MAL so viel. Genau sind es 43 Milliarden Euro. Selbst wenn nur EIN ZEHNTEL dieser Summe mit einer Impfung für zwanzig Euro hätte verhindert werden können, verdient die Pharmaindustrie an den Medikamenten noch immer mehr als hundert Prozent mehr an den ungeimpften Patienten, als an den Impfungen. Und wenn man die Kosten für die Klinikbehandlung noch einbezieht, dahinter stecken auch die Kosten für die Diagnostik, sieht das Verhältnis noch schlimmer aus für die Ungeimpften. Zu brlegen ist das alles schwarz auf weiss über die (öffentlichen) Abrechnungen der Gesetzlichen Krankenversicherer in Deutschland.

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      1. Es muss nur euüin einziger Patient auf einer Intensivstation landen (und es waren bekanntlich ein pasr mehr!) und schon haben sie das Geld für zehntausend Impfungen sinnlos verpulvert. Ungeimpfte sind die Dukatenesel von bigPharma und dazu brauchts noch nicht einmal Kranke. Schon gesunde ungeimpfte fressen ein grosses Loch in die Kassen der Solidargemeinschaft, weil sie aus Sicherheitsgründen öfter getestet werden müssen. Sich nicht imofen zu lassen, obwohl keine manifeste Kontraindikation vorliegt, ist so unchristlich und gefährlich wie … nein, diesen Gedanken behalte ich für mich. Sich impfen zu lassen ist Lebensschutz par excellence! Es ist gelebte christliche Nächstenliebe. Ich schütze mich und meine Nächsten vor schwerer Krankheit und Tod. Siehe Dänemark.

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      2. Ich finde diese pure Übergriffigkeit unfassbar. Übrigens: Kontraindikationen werden ja oft nicht anerkannt, weil kein Arzt als Impfgegner gelten will. Da sollen sich dann Immungeschwächte, Krebspatienten etc. alle einfach impfen lassen, weil es eben politisch so gewollt ist.

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      3. @FM: „Schon gesunde ungeimpfte fressen ein grosses Loch in die Kassen der Solidargemeinschaft, weil sie aus Sicherheitsgründen öfter getestet werden müssen.“

        Wie man im Kommentarbereich hier nachlesen kann (z.B. Beitrag „Was ist ein Unrechtsstaat?“), habe ich eine durchaus differenzierte Haltung zur Impfung; ich halte sie im Grunde für eine sinnvolle Angelegenheit, die man allerdings mit vollkommen verfehlten Mitteln durchzusetzen versucht. Auf Grundlage der Äußerungen der Glaubenskongregation und von Institutionen wie IMABE denke ich auch, dass es moralisch vertretbar ist, sich mit den derzeit vorhandenen Impfstoffen impfen zu lassen.

        Aber was Sie oben schreiben, gilt unter den Bedingungen von Omikron nicht mehr. Bin „geboostert“, wie das so schön heißt, und habe mir wie zehntausend andere Leute trotzdem Omikron eingefangen (eine saftige Erkältung von etwa 20 Tagen).

        Die Pandemie hat eine lehrbuchmäßige Entwicklung genommen: das Virus ist infektiöser, aber weniger gefährlich geworden. Aber trotzdem muss man sich mit Impfung bei jeder sch… Gelegenheit hier PCR-testen lassen (A gehört anscheinend zu den Test-Weltmeistern), vor allem im Kulturbereich und bei Veranstaltungen meines Arbeitgebers, wenn sie überhaupt noch in Präsenz stattfinden.

        Also: Dreifach geimpft, „genesen“, wie das schön heißt, PCR-getestet, und dann muss man immer noch eine FFP2-Maske tragen.

        Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank…? Sollen wir uns ein Ganzkörperkondom überziehen, wie der Vorgänger vom Drosten an der Charité schon vor einem Jahr auf Phoenix gespottet hat?

        Das ist gelebte Häresie und Lebensfeindlichkeit, über die der Mantel des Moralismus geworfen wird.

        Zum Artikelthema: Ich halte es durchaus für angemessen, dass die Piusbrüder Zurückhaltung üben, auch wenn ich persönlich auch der Meinung bin, dass 2G und 2G+ drastisch verfassungswidrig sind und eine Impfpflicht unter den Bedingungen eines mutierenden Atemwegsvirus nicht vernünftig zu begründen ist.

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      4. Vielleicht noch zur Ergänzung des oben Gesagten – gerade ist mir eine Werbemail folgenden Inhalts ins Postfach geflattert:

        „Liebes Publikum, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass es entsprechend der heutigen Ankündigung der Stadt … für Ihren Besuch in … eine große Erleichterung bei den Zutrittsregelungen geben wird: Ab Samstag, 5. Februar, benötigen Sie nur noch einen Nachweis über 2G (Geimpft, Genesen) sowie eine FFP2-Maske.“

        Das nennen die allen Ernstes eine „große Erleichterung“. Vollkommen irre, wie sich die Maßstäbe in den letzten zwei Jahren verschoben haben.

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  3. Ein paar Gedanken zum obigen Artikel und zu den Äußerungen von Pater Pagliarani:
    1) Es ist richtig, dass viele Demonstranten auf Querdenkerdemos ein aus unserer Sicht liberalistisches Freiheitsverständnis haben. Aber zum einen ist das doch kein Grund nicht Seite an Seite zu marschieren, wenn man gemeinsam gegen ein gegnerisches System kämpft. Zum anderen beweisen diese Demonstranten – zumindest insoweit sie Ungeimpfte sind – von Tag zu Tag, dass sie zu Opfern, zuweilen zu großen Opfern, bereit sind, um für ein höheres Gut zu kämpfen. Das sollte man achten.
    2) Manche fordern die Impfung aus verschiedenen Gründen als schwere Sünde anzusehen und die Leute damit zu beeinflussen. Das halte ich für falsch. Was ich mir allerdings wünsche würde, wäre jene Menschen deutlicher positiv zu bestärken, die sich gegen die Impfung entschieden haben, denn diese sind vielfältigen Nachteilen und Ausgrenzungen im Alltag ausgesetzt, welche die Geimpften so nicht haben. Wenn ein Familienvater, der sich nicht impfen möchte, bei einem Pater um Rat sucht, dann ist es eine etwas dürftige „Bestärkung“ allein zu hören, dass es erlaubt sei sich nicht impfen zu wollen.
    3) es müsste deutliche gesagt werden, dass man zumindest die Kinder nicht impfen sollte.

    Abseits dieser Anfrangen, kann ich jedoch die grundlegende Haltung der Bruderschaft gut nachvollziehen. Es ist ein großer Schatz in dieser Zeit in einer Gemeinschaft sein zu dürfen, bei der man nicht das Gefühl hat mit Maske, Abstand und Impfung werde das Heil der Menschen erwirkt.

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  4. Das ganze Phänomen Corona ist schwer in den Blick zu bekommen. Die eigene Position dürfte sehr stark davon abhängen, welches Weltbild man hat und vor allem ob und wenn ja, welche Texte man zu den Fragen der Theologie, Geschichte, Medizin, Medien, etc. man bislang gelesen hat.

    Die unterschiedlichen Positionen gibt es deswegen auch bei Pius, unter den Distriktoberen, den Priestern und den Gläubigen, man muss nur einmal die Positionen der Distriktoberen von Deutschland und Österreich vergleichen, die denkbar weit auseinandergehen. Die meisten Tradis dürften aber mittlerweile den Schwefel der neuen Lehre riechen.

    Ich meine, dass Impfen eine (jedenfalls lässliche) Sünde darstellt. Das gilt zu einem im Hinblick auf die Verwendung von Zelllinien abgetriebener Föten, auch wenn dieser Aspekt als Vergehen gegen fremdes Leben durchaus gering erscheint, gilt aber mehr noch im Hinblick auf zahlreiche nicht gerade gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe laut Beipackzettel (Glyphosat, Nanopartikel, nicht für den Menschen zugelassene Stoffe, etc.), was ein Vergehen gegen das eigene Leben darstellt. Zudem handelt sich nicht um eine Impfung, sondern um eine neuartige Gentherapie bedingter Zulassung mit unerforschter Auswirkung auf die menschliche DNA. Sicher ist aber schon jetzt, dass die menschlich DNA dauerhaft verändert wird. Ich denke auch nicht, dass es bloß bei ein paar Herzmuskelentzündungen bleibt, da in der Spritze auch krebserregende Stoffe enthalten sind. Hauptsächlich ist es für mich aber keine Frage der Sünde, sondern ich möchte das Zeugs partout nicht in den Adern haben.

    Ich selbst bin zugegebenermaßen gegenüber der Pharmaindustrie sehr kritisch eingestellt und zwar nicht erst seit gestern. Das beginnt bei deren Umgang mit Versuchstieren, geht über strafbares Verhalten beim Vermarkten ihrer Produkte und endet letztendlich beim Umgang mit den Menschen. Ich habe als Staatsanwalt für einige Jahre Big Pharma verfolgt. Es hat sich bis heute nichts geändert, es ist eher schlimmer geworden, die Gelder fließen ganz legal und ungeniert. Der kreative Umgang mit Zahlen für die Werbung von Pharmaprodukten ist auch nicht neu. So wurden schon vor Jahrzehnten detailliert die verschiedenen Beispiele der „schlechten Wissenschaft“ beschrieben, die auch aktuell argumentativ bei der Vermarktung zur Anwendung kommen. Daneben verwendet die Impfkampagne auch sämtliche Marketingstrategien, von der Verknappung des Produkts (Priorisierung) bis zu unrealistischen Versprechungen (lebenslanger Schutz).

    Und die Politik: Ich habe nicht mitbekommen, dass die Bundesregierung in den letzten 40 Jahren ein Gesetz zum Wohl des deutschen Volkes erlassen hätte. Die Mütterrente, meinte ein Kollege. Es macht mich misstrauisch, wenn man sich auf einmal so sehr um die Volksgesundheit bemüht, wo doch die CO2 verursachende und überalterte Überbevölkerung das Problem ist.

    Wenn man auch nur versucht, mit unbedarften Zeitgenossen darüber zu diskutieren, kommt sofort der Hinweis, man habe das nicht studiert und vertraue auf die Wissenschaft. Die Argumente sind aber nicht so schwer zu verstehen, aber man muss eben offen sein und hinschauen. Für viele ist „Wissenschaft“ die nicht hinterfragbare neue Religion. Irritierend ist dabei, dass die Zeitgenossen trotz einer in den letzten beiden Jahren geäußerten unüberschaubaren Anzahl von Widersprüchen keinen Zweifel haben. Bonhoeffer soll dazu geschrieben haben, dass die Mehrheit mit der Machtergreifung in die Dummheit flüchte.

    Es ist eine neue Religion, die sehr gut in unsere materialistische Zeit passt. Wissenschaft ist nicht mehr die Lehre des Retters Jesu Christi, sondern die rettende mRNA-Technologie. Der katholische Glaube sagt, dass der Mensch aus Leib und Seele besteht und durch die Erbsünde geschwächt ist und Jesus Christus als Erlöser braucht, den er wenigstens einmal im Jahr als Eucharistie aufnehmen muss, um gesund zu bleiben. Die neue Religion leugnet das Vorhandensein der unsterblichen Seele und sagt, dass der Mensch in seiner DNA gegen Viren nicht ausreichend geschützt sei und verlangt die Schutzimpfung, um gesund zu bleiben und das wohl als Dauerabonnement. Das ist schon so eine Art Gegenentwurf zum katholischen Glauben.

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    1. „Für viele ist ‚Wissenschaft‘ die nicht hinterfragbare neue Religion.“

      Wenn auch kein Naturwissenschaftler, so bin ich doch auch im Wissenschaftsbetrieb tätig, wie das so schön heißt, und kann Ihnen versichern, dass 99% von uns sich mit Händen und Füßen gegen die Vereinnahmung von „Wissenschaft“ wehren, wie Sie sie beschreiben und wie sie gerade in den letzten zwei Jahren fröhliche Urständ gefeiert hat.

      Leider weiß ich nicht genau, wie Sie Ihre distanzierenden Anführungszeichen meinen, aber mir scheint doch, dass Sie eher von „Szientismus“ als von Wissenschaft reden. Diese Ideologie, die mit alltäglicher wissenschaftlicher Arbeit nichts zu tun hat, ist ein Feigenblatt, hinter dem sich die maskentragenden Politikerfressen verstecken, weil sie zu feige sind, abzuwägen und ja, Politik zu machen.

      Ich neige zwar gerade im Internet sehr stark dazu, den Oberlehrer raushängen zu lassen. Aber eigentlich ist meine tiefste Haltung, dass ich nur eine Sache genau weiß, nämlich dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, aber sonst herzlich wenig. Das Christusbekenntnis teile ich nicht mit allen Kollegen, das ist wahr (aber mit mehr, als man gemeinhin glaubt!), aber doch die Haltung, dass alles, was wir erforschen und entdecken, vorläufig ist, nicht die letzten Dinge betrifft und stets revidiert werden muss. Die wenigsten von uns sind glücklich darüber, wie „Wissenschaft“ öffentlich vereinnahmt wird, und ich fürchte für die Reputation von „Wissenschaft“ auf Dauer einen Schaden, der nicht leicht zu heilen sein wird…

      Also, meine Bitte: Der Berufsehre anderer Leute wegen in der Diskussion genau zwischen Wissenschaft und Szientismus unterscheiden.

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      1. „Nein, ich meine nicht Szientismus, ich meine schlechte Wissenschaft.

        Eitelkeit. Geld. Macht. Lügen.“

        Mein Gott, @iamfoetet, das ist doch nichts als aufgeblasene, hohle Phrasendrescherei, die Sie hier betreiben. Sie wissen über die Dinge ja ganz genau Bescheid. Bewundernswert. Wenn Sie anderen Leuten schon nicht zuhören wollen, dann sollten Sie sich zumindest die Sache mit der „Eitelkeit“ noch mal etwas genauer anschauen und sich fragen, wie es eigentlich bei Ihnen selbst damit steht.

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    2. Das mit der menschlichen DNS ist soweit ich weiß alles andere als „sicher“ geklärt (wurde bisher nur unter gewissen Bedingungen in vitro beobachtet), mit dem Rest bin ich einverstanden, unter dem schon im Artikel angeführten Vorbehalt, dass die neue Religion nicht erst seit 2019 besteht.

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  5. „Der Berufsehre anderer Leute wegen in der Diskussion genau zwischen Wissenschaft und Szientismus zu unterscheiden.“

    Es geht eigentlich um Pius und Corona, aber jetzt ist plötzlich Ihre Eitelkeit in Gefahr. Das erinnert mich an De imitatione Christi von Thomas a Kempis (1. Buch, 2. Kapitel). Der Zusammenhang von Wissenschaft und Eitelkeit ist nicht neu. Die Kritik an der Wissenschaft hat Sie ja gleich persönlich wachgerüttelt. Sie wollen doch bestimmt noch etwas hören?

    Wissenschaft und Eitelkeit! Diese ganzen sinnlosen Doktortitel nur aus Eitelkeit und nicht aus echtem wissenschaftlichen Interesse und Nutzen. Dazu die ganzen Plagiate. Und dann das professorale Gehabe, die Sondermeinungen statt einer echten Ausbildung der Studenten und diese redundanten Veröffentlichungen! Und dann all die Ideologien an den Unis: Wokeness, Gender, Naturalismus. Und die Verschulung statt selbstständigem Denken. Wenige Fächer sind von diesem Schleim nicht oder nur kaum betroffen, das sind eher die praktischen Fächer wie Rechtswissenschaft und die Naturwissenschaft. Und die armen Studenten sind mit 25 Jahren noch nicht der Lage, das falsche System zu überblicken oder sich zu wehren. Da kann man schon einmal Kritik üben!

    Und zu Ihrer Beruhigung: Ich bin Jurist. Wir bearbeiten uns Tag für Tag gegenseitig hart mit Argumenten. Da bleibt die Eitelkeit schon in jungen Jahren auf der Strecke. Ich meine, dass die Berufsehre – wenn man sie denn sucht – von selbst kommt, wenn der Beruf gscheit ausübt wird. Dann muss man auch niemanden auffordern, einem die Ehre zu geben.

    Und ich meine, dass Teile der Medizin, vor allem der von der Pharmaindustrie in Beschlag genommen Bereich, einen viel zu guten Ruf genießen. Es ist nichts gegen Chirurgen zu sagen, da diese sicherlich hervorragende Arbeit leisten. Die Behandlung von degenerativen und immunologischen Erkrankungen ist aber ein Problem. Der Erfolg ist bescheiden, die Kosten sind enorm. Hier wird gepfuscht und geraten. Nicht umsonst erzählt die Bibel die Geschichte einer Frau, die ihr gesamtes Vermögen umsonst für ärztliche Behandlungen ausgegeben hat, Mk. 5, 26.

    Und wenn ich „schlechte Wissenschaft“ kritisiert habe, dann habe ich nicht Ihre persönliche Eitelkeit ankratzen wollen, sondern nur ausdrücken wollen, dass die Wissenschaften häufig nicht zur Ehre Gottes und Wohl des Nächsten ausgeübt werden. So wird die Informationstechnologie nicht nur zur Information, sondern zur Überwachung, die Massenpsychologie nicht zur Beruhigung der Leute, sondern zum Auslösen einer Massenpsychose verwendet.

    Der Mensch ist zum Bösen geneigt und das gilt auch für den Wissenschaftler, vielleicht noch mehr für ihn, weil er aufgrund seines Sonderwissens mehr Möglichkeiten hat, sein Wissen zum Nachteil des Nächsten zu verwenden und dies auch tut.

    Klimaerwärmung und Viren sind dabei heute die Top-Themen unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit. Man muss doch einfach nur einmal einen Jünger der Klimaerwärmung oder einen Zeugen Coronas bitten, einem in fünf Sätzen zu erklären, warum denn mehr CO2 in der Luft zur Erderwärmung führt oder was bei der neuen Gentherapie eigentlich passiert. Allein der wissenschaftliche Anspruch der beiden Bereiche gibt den Leuten ein Gefühl der Ohnmacht. Man will es nicht einmal versuchen, da mitzureden. Es ist sogar so, dass „diejenigen, die es wagen, sich ihres eigenes Verstandes zu bedienen“, tatsächlich es nicht einmal wagen, überhaupt nur in die Nähe der beiden Themen zu denken, sondern jede noch so skurrile Behauptung ungefragt akzeptieren, selbst wenn die Behauptungen offensichtlich einander widersprechen und alle paar Monate ausgetauscht werden. Kritik ist also absolut erforderlich. Die Medien jedenfalls leisten diese nicht.

    Und es gibt ja wissenschaftliche Kritiker. Aber die breite Mehrheit der Wissenschaftler bekommt niemals ein Mikrofon zu Gesicht. Es sprechen immer die gleichen Fachleute, der IPCC für das Klima, ein Tierarzt, ein Bankkaufmann, ein Epidemiologe? und ein Virologe, der schon bei der Schweinegrippe daneben lag, für die deutsche Grippe. Was soll daran Wissenschaft, also erst die Frage, dann die Antwort, sein?

    Nein, wir müssen die Wissenschaft kritisieren. Nein, damit wollte ich nicht sagen, dass Sie persönlich Ihre Arbeit schlecht machen. Aber Kritik an der Wissenschaft muss sein.

    Viele bei Pius haben auf Kritik gehofft, wenigsten nach dem ersten Jahr, gehofft, dass eine Durchsage wegen Corona kommt. Aber es kam fast nichts. Die Bischöfe Vigano und Schneider haben sich doch auch öffentlich geäußert. Die Aussagen der Patres bei Pius kamen dagegen fast nur im persönlichen Gespräch, selbst in Predigten war Corona das nicht das beherrschende Thema. Es wurde aber wenigsten keine Panik verbreitet, weder wegen der angeblichen Corona-Toten, noch wegen der unverhältnismäßigen Maßnahmen, sondern es gab einfach nur das übliche Programm der Heiligung, man hat einfach weitergemacht. Vielleicht war es taktisch besser, erst einmal nichts zu sagen. Mittlerweile wird die Kritik ja allgemein lauter.

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    1. Ach, daher weht der Wind. A Jurist san’S. Deswegen wissen Sie über alles so ganz genau Bescheid. Den Rest des bekannten Diktums von Ludwig Thoma erspare ich Ihnen und mir, denn wer ausgerechnet als Jurist meint, der „Schleim“ an den Unis habe nur die Rechts- und die Naturwissenschaften noch nicht erfasst, scheint jüngere Verfassungsgerichtsurteile in D nicht gelesen zu haben. Und die Eitelkeit scheint ihm in jungen Jahren durchaus nicht abgeschliffen worden zu sein.

      Ja, ich ärgere mich auf Teufel komm raus über ihre Beiträge.

      Und wissen Sie, warum? Weil ich als katholischer Geisteswissenschaftler selbst gegen viele der Windmühlen kämpfen muss, die Sie benennen … Trotzdem habe ich eine institutionelle Berufsehre, nicht den Mund zu halten, wenn jemand derart pauschal ganze gesellschaftliche Bereiche aburteilt, wie Sie das tun. Sie sind ja auch kein korrupter Systemjurist, nicht wahr? Und die Piusbrüder verteidigen Sie doch auch gegen Anwürfe, die als pauschal empfinden, nicht wahr?

      Also, eigentlich finde ich das alles nicht so schwer zu verstehen.

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  6. Das ist richtig. Der Schleim liegt auch auf den Rechts- und Naturwissenschaften, aber nicht so arg, weil das auch gar nicht ginge, weil man hier ein Ergebnis braucht, weil hier irgendwann etwas funktionieren muss, sonst werden die Leute unruhig.

    In der Theologie und anderen geisteswissenschaftlichen Fächern kann man sich ungestraft weiter von der Wahrheit, der Logik, der Vernunft, was auch immer, entfernen. Man muss die verkehrten Ansätze nur jemanden aufschwatzen. Da findet sich immer jemand.

    In der Juristerei gibt es eine Grenze, man darf sich eigentlich nicht vom Naturrecht entfernen. Leider wissen die wenigsten Juristen überhaupt, dass es das gibt. Es gilt nur noch das positive Recht mit dem Ausruf: Da steht es doch! So kann das von Ihnen erwähnte Bundesverfassungsgericht einen Quatsch nach dem anderen verkünden, wie drei Geschlechter. Summum ius summa inuria. Dieser Nonsens wird dann auf mehreren hundert Seiten breitgetreten, dass die schwächeren Gemüter sich in wissenschaftlicher Sicherheit wähnen. Nicht mehr die Realität gibt den Rahmen vor, sondern der pure Wille des Menschen. Das BVerfG hat sich vor mehreren Jahrzehnten endgültig vom Pfad der Tugend verabschiedet. Man wird, was den Schutz der körperlichen Unversehrtheit vor staatlicher Willkür betrifft, nicht auf das BVerfG zählen dürfen. Besser man geht jetzt zum öffentlichen Rosenkranzgebet und geht auch viel spazieren.

    Ich muss dieses Gericht auch nicht verteidigen, nur weil das auch Juristen sind. Ich nutze im Gegenteil jede Gelegenheit, andere Juristen auf solche Probleme anzusprechen.

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