Wieso ich AfD wählen werde

So, ich oute mich jetzt mal: Bei der Bundestagswahl werde ich meine Kreuzchen bei der AfD machen. Ich weiß, das gehört sich nicht, bei „AfD“ muss man sofort zurückschrecken und klarstellen, dass die natürlich überhaupt nicht gehen. Aber, doch. Früher hätte ich das auch nicht getan, aber ich musste meine Ansichten ein bisschen revidieren.

Mein Gedankengang ist ganz einfach der: Das gravierendste Problem, das wir im Moment haben und das sich noch einigermaßen abmildern lassen würde, wenn man es angehen würde, ist das der massenhaften Einwanderung und der Verkleinerung des deutschen Bevölkerungsansteils, und um dieses Problem abzumildern, ist es taktisch am klügsten, die AfD zu wählen. (Gründe: siehe weiter unten.) Außerdem schneidet sie auch bei einigen anderen Problemen (auch bei solchen, bei denen eine wirkliche Lösung nicht in Aussicht steht, wie z. B. der Abtreibungsgesetzgebung) immer noch um einiges besser oder zumindest weniger schlecht ab als die anderen Parteien. Außerdem ist sie einfach in vielen Fällen dazu bereit, Opposition zu machen, was sich andere nicht trauen, gerade jetzt in Coronazeiten; das sorgt zumindest für ein gewisses Gegengewicht zu anderen Parteien. Ihr Wahlprogramm kann jeder lesen, und darin finde ich weniges, was ich ablehne. (Ein paar Sachen gibt es immer.) Die meisten Punkte – z. B. solche wie Volksentscheide auf Bundesebene, keine Änderung des Grundgesetzes ohne Volksentscheid, Begrenzung der Amtszeit von Abgeordneten und Kanzler, Ablehnung von Frauenquoten, Erhalt des Bargelds, Abschaffung mancher Steuern wie Erbschafts- und Grunderwerbssteuer, Betreuungsgeld für Eltern oder Großeltern in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes, Kontrolle der Jugendämter, um unnötige Kindesentziehungen zu verhindern, Ablehnung von Leihmutterschaft, keine Geschlechtsumwandlungen bei Kindern und Jugendlichen, keine Legalisierung von Cannabis außer als Medikament, Erhalt des mehrgliedrigen Schulsystems und der Förderschulen, Förderung von Wohneigentum – gefallen mir.

Ich bin keine Spezialistin, was die inneren Querelen der AfD angeht, ich weiß nur, dass es da genug gibt, sicher auch genug Inkompetenz und persönliche Rivalitäten. Ich weiß, dass viele AfDler sich bei Wirtschafts- und Umweltthemen nicht ganz einig sind. Aber solche Querelen oder Debatten finde ich jetzt nicht dermaßen schlimm, das kann manchmal auch gut sein. Die Idee vom deutschen EU-Austritt finde ich relativ sinnlos, aber das kümmert mich eigentlich auch nicht sehr (und die Schuldenunion und die Idee vom europäischen Bundesstaat lehne ich auch ab). Bei finanzpolitischen Fragen kenne ich mich selber nicht sehr gut aus und kann deswegen die Parteien nicht gut beurteilen. Manche AfDler denken für meinen Geschmack zu isolationistisch (wenn sie z. B. grundsätzlich Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnen), aber auch das ist zu ertragen. Banal gesagt: Ich will nicht, dass noch mehr vierzehnjährige Mädchen von Algeriern oder Marokkanern vergewaltigt werden, die dann Bewährung bekommen und natürlich nicht abgeschoben werden. Ich will nicht, dass sich die Kölner Silvesternacht wiederholt, und Messerangriffe finde ich auch nicht so toll. Und ja, natürlich habe ich auch selber eine gewisse Angst vor so etwas. Angst ist manchmal sehr rational, man macht Kindern nicht ohne Grund Angst davor, die heiße Herdplatte anzufassen oder über die Straße zu gehen, ohne nach links und rechts zu schauen. Angst zu haben, bedeutet nicht automatisch, in Panik zu handeln, sondern kann auch das Fundament dafür sein, rational zu handeln, um eine reale Gefahr anzugehen. Und diese Gefahr ist mir jetzt erst einmal das Wichtigste.

Wieso das Einwanderungsthema so gravierend ist:

Erstens: Kriminalitätsstatisken kann man nicht ignorieren. Die sog. „Zuwanderer“ (Asylzuwanderer der letzten Jahre) sind einfach stark überrepräsentiert bei Mord, Totschlag, sexueller Gewalt. Nehmen wir allein Gruppenvergewaltigungen, von denen es in Deutschland mittlerweile zwei am Tag gibt: Die Hälfte der Täter haben keine deutsche Staatsbürgerschaft – hier sind Männer mit Migrationshintergrund, aber Staatsbürgerschaft, noch gar nicht eingerechnet. Afghanen allein beispielsweise machen 0,3% der Bevölkerung aus, aber 6% (also das 20fache) bei den Tätern bei Gruppenvergewaltigungen. In den Gefängnissen stellen Ausländer einen ziemlich überproportionalen Teil der Insassen.

Um das klarzustellen: Niemand sagt „Alle Flüchtlinge sind Verbrecher“. (Genau genommen ist das Hetze und Verleumdung, zu behaupten, jemand würde das sagen.) Es wird nicht mal gesagt „die meisten Flüchtlinge sind Verbrecher“. Aber es sind überdurchschnittlich viele.

Wenn in einem Land durchschnittlich 2% Rothaarige leben, aber in einer Region 15% Rothaarige, sind unter den Einwohnern dieser Region überdurchschnittlich viele Rothaarige im Vergleich zum Rest des Landes, auch wenn sie nicht die Mehrheit stellen. Und die Rothaarigen aus dieser Region werden einen auf jeden Fall überdurchschnittlichen, wahrscheinlich einen mehrheitlichen Teil der Rothaarigen dieses Landes insgesamt stellen. Ähnlich ist es bei Ausländerkriminalität.

Da kann man jetzt langwierig die kulturellen oder sonstigen Gründe untersuchen, es bleibt einfach eine Tatsache: Einige – natürlich nicht alle, aber numerisch gesehen so einige – dieser in den letzten Jahren neu gekommenen Einwanderer verachten den Westen, verachten vor allem westliche Frauen, und sind schneller zu Gewalt bereit als Deutsche, auch die, die noch nicht gleich die schlimmsten Verbrechen begehen. Und da kann man noch so sehr sagen „es gibt aber auch deutsche Verbrecher“ – ja, und deswegen sollen wir uns noch mehr Verbrecher ins Land holen? Dann geht es uns bestimmt besser. Außerdem kommen ja auch aus einigen Ländern gerade die Leute, die diese Länder gerne los sind und nicht die friedfertigen und strebsamen.

Viele dieser Männer zeigen auch ganz offen ihre Verachtung für den Westen insgesamt, und besonders für die westliche Zahnlosigkeit, die es ihnen erlaubt, das Ausländer- und das Sozialamt anzulügen, sich als 17jährige Syrer auszugeben, wenn sie 30jährige Algerier sind, und unter mehreren Identitäten Sozialhilfe zu kassieren. Wenn Deutschland meint, es mache sich hier mit Milde beliebt, irrt es gewaltig. Solche Leute sehen den Westen als degeneriert (wobei sie nicht völlig Unrecht haben, aber der Islam ist ebenfalls eine sehr degenerierte Kultur, siehe allein seine abartige höchstoffizielle Position zu Polygamie und Sexsklaverei) und götzendienerisch (weil er irgendwie noch als christlich gilt), sehen keine Gemeinsamkeit zwischen sich und uns, und erst recht keinen Grund zur Dankbarkeit gegenüber dem Land, das sie aufnimmt. Bestenfalls sehen sie es als ihr gutes Recht, von Deutschland versorgt zu werden, weil sie ein völlig verzerrtes Geschichtsbild haben, in dem der Westen grundsätzlich der böse Aggressor und Imperialist und sowieso schuld an allen Problemen in ihren eigenen Ländern ist (auch wenn diese Länder selber im Lauf der Geschichte wahnsinnig aggressiv waren und entweder nie/kaum unter westlicher Herrschaft standen oder unter dieser Herrschaft weniger unter Korruption, Gewalt und Armut gelitten haben).

Es ist okay, anzuerkennen, dass manche Leute, die behaupten, Schutz zu suchen und dann Messerstechereien begehen, nicht nur missverstanden, traumatisiert und eigentlich nett sind. Deutschland verhält sich manchmal wie eine hilflose alte Tante, die sich selbst einreden muss, dass ihr Neffe doch nur Spaß machen wollte, als er die Katze in Brand gesteckt hat, und bestimmt von seinen Freunden irgendwie unter Druck gesetzt wurde, als er am Busbahnhof Gras verkauft hat, statt zu Onkel Manfreds Beerdigung zu kommen. Es ist nicht böse, anzuerkennen, wenn jemand einem feind ist, und es ist erst recht nicht böse, für Verbrechen höhere Strafen als Bewährung zu geben, oder Verbrecher abzuschieben.

Leute lassen sich auch nicht schnell mal durch Integrationskurse umformen; sie haben immer noch ihren eigenen Willen. Wenn man andere Kulturen herholt, hat man diese anderen Kulturen da. „Die muss man nur integrieren und ihnen Sprachkurse, Arbeit und Therapien bieten“ ist lächerliches Wunschdenken, auf einer Stufe mit „Ich kann meinen Freund ändern, er will mich eigentlich gar nicht schlagen“.

Das gilt nicht nur für Kriminelle. Auch jemand, der nicht kriminell ist, eine anständige Ausbildung als Koch macht und Deutsch auf Stufe B2 spricht, wird deswegen nicht seine Überzeugungen aufgeben, weder die guten noch die schlechten.

Die meisten, die kommen, sind junge, unverheiratete Männer; und ein Überschuss an solchen Männern ist in jeder Gesellschaft gefährlich, vor allem, wenn sie unzufrieden werden, weil es eben doch, so reich Europa ist, in anderen Erdteilen immer überzogene Erwartungen daran gibt, was man hier bekommen kann, oder weil man nicht so richtig dazugehört.

Viele, die kommen, sind Muslime, und zwar überzeugte. Je mehr Muslime da sind, desto schwieriger ist es für andere Muslime, den Islam zu verlassen, und desto mehr Konvertiten zum Islam gibt es. Und auch wenn eine atheistische Gesellschaft an sich theoretisch schlimmer ist als eine muslimische: sie wieder christlich zu machen ist nicht so schwierig, wie eine muslimische wieder christlich zu machen. Für Muslime ist die Bedrohung, wenn sie den Islam wieder verlassen, viel zu groß. Und ich will in keiner muslimischen Gesellschaft leben.

Ich hatte auch schon meine Einblicke dazu, wie es in Ausländerämtern so funktioniert, und da ist es wohl ziemlich normal, dass bei Asyl und Migration getrickst wird, auch von Leuten, die sonst brav und nicht kriminell sind. Man denkt sich eben, uns kann Deutschland ja wohl auch noch aufnehmen, und denkt sich dann ein paar schlimme Details der Fluchtgeschichte aus.

Die Linken wollen, dass man hier wegschaut, aber im Grunde können sie es nicht leugnen, und ich glaube, in ihrem Inneren wissen sie, dass es diese Probleme gibt. Sie denken nur, dass man das alles nun mal in Kauf nehmen muss, weil man eine Pflicht hätte, diese Männer trotzdem aufzunehmen. Aber die hat man nicht. So eine Pflicht kann man gar nicht proklamieren; man kann nicht die halbe Welt aufnehmen, und wenn man das versucht, wird nur Deutschland zum Dritte-Welt-Land und in anderen Ländern ändert sich gar nichts. Die Leute, die hierherkommen, sind größtenteils nicht aus Kriegsgebieten geflohen, und wenn, dann haben sie zwischendrin schon so einige sichere Länder durchquert. Das ist einfach eine Tatsache. Es wäre etwas völlig anderes, wenn in Frankreich oder Polen plötzlich Krieg wäre, dann müssten natürlich wir helfen, nicht Syrien oder Afghanistan – aber wieso sollten nicht so reiche islamische Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mal ausnahmsweise Flüchtlinge aus ihrem eigenen Kulturkreis aufnehmen? Das ist natürlich Kalkül vonseiten dieser Länder, dass sie die Leute lieber nach Europa schicken; man hat selber keine Probleme damit, sie zu integrieren und weitet den islamischen Einfluss aus. Und wer nicht nur zu einer überdurchschnittlich kriminellen Gruppe gehört, sondern selber persönlich schwer kriminell ist, hat sein Gastrecht sowieso grundsätzlich verwirkt.

Natürlich sind die Durchschnittsmenschen in Nigeria oder Marokko ärmer; aber deswegen sind sie in aller Regel nicht am Verhungern und werden nicht persönlich verfolgt und gefoltert. Es gibt Grenzen dessen, wobei man helfen muss, und es gibt sinnvollere und weniger sinnvolle Weisen der Hilfe. Mit der sog. „Hilfe vor Ort“ erreicht man auch mehr mit weniger Geld. Ich glaube ehrlich gesagt aber auch nicht, dass es den politisch Linken wirklich darum geht, was am effektivsten hilft. Eher haben sie so eine grundsätzliche Neigung zum Masochismus, einen Hass auf ihr eigenes Land, wollen ihre Landsleute dazu zwingen, angebliche oder tatsächliche Sünden der Vergangenheit zu sühnen, und gehen davon aus, dass das, was Deutschland am meisten schadet und/oder es am ehesten weniger deutsch macht, das moralisch Beste sein muss. Dabei wäre es für alle besser, wenn diese Männer ihre eigenen Länder aufbauen würden. In Deutschland werden sie am Ende auch relativ entwurzelt sein und es schwer finden, dazuzugehören, und die nächste Generation wird noch weniger wissen, womit sie sich identifizieren soll. (Man könnte auch zynischerweise spekulieren, ob die linken Parteien sich einfach neue Wähler heranholen wollen, weil Migranten kaum konservativ wählen, aber ich weiß nicht, ob das so zentral ist.)

[Hier noch kurz zum Thema Afghanistan, das aufkam, als ich diesen Artikel schon fast fertig hatte: Ja, auch hier bin ich dagegen, Afghanen aufzunehmen, und das hat mehrere Gründe:

  1. Die Alternative lautet nicht „von den Taliban massakrieren lassen oder herholen“. Ich hätte absolut nichts dagegen, Nachbarländer wie Tadschikistan, Usbekistan oder Pakistan finanziell und/oder mit Hilfspersonal zu unterstützen, damit sie afghanische Flüchtlinge versorgen können. In diesen Ländern herrscht einigermaßen Sicherheit, und dort können Afghanen sich viel schneller in der Gesellschaft zurechtfinden. Teile der afghanischen Bevölkerung gehören ja auch zu den Volksgruppen der Usbeken und Tadschiken. Wieso soll man sie um die halbe Welt in ein völlig fremdes Land fliegen? Hier in den Nachbarländern wäre Unterstützung aber wirklich angebracht; man sollte sich nach einem so langen Militäreinsatz nicht einfach so davonstehlen, und auch schauen, dass die Hilfe ankommt und nicht bei irgendwelchen korrupten Regierungen versickert.
  2. Sobald es heißt, dass Deutschland afghanische Hilfskräfte der Bundeswehr aufnimmt, wird jeder Pakistani oder Iraner, der mal sein Glück in Europa versuchen wollte, sich auf einmal zur afghanischen Hilfskraft deklarieren, wie vor ein paar Jahren jeder Flüchtling ein Syrer war. Hilfe vor Ort bietet keine solchen falschen Anreize, aber hilft gleichzeitig effektiver.
  3. Auch die Afghanen, die vielleicht nicht von den Taliban kontrolliert werden wollen, die sogar Musik verbieten und denen das Kopftuch noch nicht Verhüllung genug ist, sind in aller Regel überzeugte Muslime und eine völlig andere Kultur gewöhnt als Europäer. Auch im Afghanistan vor den Taliban wurde die Konversion vom Islam zu einer anderen Religion mit der Todesstrafe bedroht, und das von der Bevölkerung weit überwiegend gutgeheißen.
  4. Die Leute, die mit der Bundeswehr und den übrigen ausländischen Streitkräften zusammengearbeitet haben, waren oft ja gerade diejenigen, die Afghanistan nach dem Truppenabzug vor den Taliban hätten verteidigen sollen. Sie haben sich selber als Soldaten usw. gemeldet und wurden ausgebildet. Afghanistan hatte eine hochgerüstete und zahlenmäßig starke Armee, die aber fast überall ohne Kampf kapituliert hat. Es geht doch hier um deren eigenes Land, da haben sie auch eine eigene Verantwortung, nicht nur ausländische Armeen. Und leider haben viele von diesen Soldaten einfach aufgegeben oder sind gleich zu den Taliban übergelaufen. Zum Vergleich: Die syrische Armee kämpft seit ungefähr 10 Jahren gegen hochgerüstete Terrorgruppen, und das erfolgreich. Und dann die ganzen Geschichten, die jetzt auf den Nachrichtenseiten auftauchen, von einzelnen Flüchtlingen, so gut wie immer Männern, bei denen es sehr häufig heißt, dass ihre Familien in Afghanistan zurückgeblieben sind. Krieg ist grässlich, Leute reagieren in Panik, aber wer, selbst wenn er Panik hat, würde Frau und Kinder einfach schutzlos zurücklassen? Mit anderen Worten: Nein, diese Leute sind nicht einfach hochverdiente, treue, moderat-liberal eingestellte Menschen, wie sie manchmal dargestellt werden. Das heißt absolut nicht, dass man ihnen nicht helfen soll, aber siehe Punkt 1.]

Man könnte gegen diese ganze Entwicklung jedenfalls noch einiges tun. Man könnte die Ausreisepflichtigen abschieben. Man könnte von den Leuten mit subsidiärem Schutz verlangen, dass sie in ihr Heimatland zurückkehren, wenn ihnen dort keine Gefahr mehr droht. Und vor allem: Man könnte in Zukunft die Grenzen dicht machen, und Asylanträge außerhalb des Staatsgebiets entgegennehmen, weil es immer schwieriger ist, Leute loszuwerden, wenn sie schon mal da sind. Das würde nebenbei auch die Anreize verringern, die Reise überhaupt zu probieren, was für weniger Tote auf den gefährlichen Routen sorgen würde. Man könnte mehr Anreize für einheimische Deutsche schaffen, Kinder zu kriegen – das sollte man sowieso machen, weil Kinderkriegen einfach eine gute Sache ist, das Leben ist gut. Man könnte auch legal Eingewanderte nach einer schweren Straftat abschieben, und legale Arbeitsmigration beschränken (z. B. entweder indem man die Anforderungen höher macht oder ein festes Kontingent für die Neuerteilung von Arbeitsvisen schafft, pro Jahr nur soundsoviele). Den Fachkräftemangel kann man auch mit Deutschen (oder zumindest EU-Bürgern) angehen, man kann mehr deutsche Jugendliche motivieren, die entsprechenden Ausbildungen zu machen (und die Jobs besser bezahlen). Wieso sollten wir den Brain Drain aus Indien ausnutzen?

Mit lauter solchen Maßnahmen, die niemandes grundlegende Rechte verletzen, könnte man den Teil der Bevölkerung, der aus ganz anderen Kulturen kommt, immer noch auf einem akzeptabel kleinen, nicht viel weiter wachsenden Niveau halten.

Tatsache ist, dass demographische Fakten sehr mächtig sind. Das, was man offiziell „Ersatzmigration“ oder „Bestandserhaltungsmigration“ nennt, ist nichts Unproblematisches: Eine ethnische Gruppe wird kleiner, eine wird größer, Mehrheiten verschieben sich. Und das erinnert an den alten Witz von der Regierung, die sich ein neues Volk wählen sollte. Wenn, ohne das Volk zu fragen oder zumindest ohne sehr gute Gründe, die Zusammensetzung des Volkes grundlegend geändert wird, ist das schlimmer als ein Putsch. Wenn China massenhaft Han-Chinesen in die Gebiete der Tibeter und Uiguren schickt, sehen auch linkere Leute das ein. Manche sehen es auch, wenn Italien lauter Italiener nach Südtirol schickt, gegenüber denen die deutschsprachige Minderheit schwächer werden soll. Demographie ist, selbst dann, wenn die einzelnen Menschen nichts dafür können, oft genug eine politische Waffe.

Ich liebe meine Heimat, das habe ich schon immer, auch, als ich noch nicht die AfD gewählt hätte. Ich könnte mich nicht wirklich zuhause fühlen, wenn ich mehr als 30-40 km von daheim entfernt leben müsste, auch wenn das immer noch mein Land wäre, und auch wenn es ein sehr schönes Land ist. Erst recht nicht könnte ich im Ausland wirklich glücklich sein, auch wieder egal, wie schön es da ist. Und ich liebe mein Land mit den Leuten, die dazugehören. Ich will nicht, dass auf einmal die Bevölkerungsmehrheit aus Afrikanern und Arabern besteht. Ich möchte auch nicht, dass sie auf einmal aus Argentiniern, Japanern und Mongolen besteht; Verbrechen und Verachtung verschlimmern die ganze Sache, und gegen die Einwanderung von Japanern hätte ich weniger, aber das wäre trotzdem nicht ideal. Minderheiten sind okay, nichts dagegen einzuwenden; aber die einheimische Bevölkerung sollte in ihrem eigenen Land doch die Mehrheit stellen dürfen.

Ich mache absolut nicht dem einzelnen Einwanderer (ob Flüchtling oder nicht), der herkommt, einen Vorwurf, er tut ja durch die Einwanderung an sich nichts Böses; aber Deutschland ist es (wie jedes andere Volk/Land auch) einfach wert, erhalten zu werden, in etwa mit der Bevölkerung, die es als historisch gewachsene ethnisch-kulturelle Gemeinschaft hat, und deshalb sollte Deutschland nur eine begrenzte Menge an Einwanderern hereinlassen. Deutschland ist historisch gesehen auch kein Einwanderungsland wie die USA, die sich (bis zu einem gewissen Grad) als Schmelztiegel, offen für alles, definiert haben. Die letzte große Einwandererwelle, die es aufgenommen hat, kam zur Zeit der Völkerwanderung, und jeder weiß, wie brutal und katastrophal die ablief. (Oder könnte es wissen.) Seitdem kamen höchstens mal ein paar polnische Erntearbeiter oder aus Frankreich emigrierte Hugenotten.

Ebenso wie bei Deutschland ist es bei anderen Ländern; wenn ich mich auf einmal für Japan oder Neuseeland begeistern würde, würde ich es auch akzeptieren, wenn ich bei deren strengen Systemen kein Visum kriegen würde. Japan ist das Land der Japaner, und die sollen entscheiden dürfen, wie viele Gäste sie haben wollen, und als Gast würde ich das japanische Volk (nicht nur den abstrakt gedachten japanischen Staat, sondern die konkreten Leute) auch respektieren.

Es ist absolut nichts daran auszusetzen, wenn mal ein Deutscher eine Nigerianerin heiratet und sie herzieht und die beiden ein paar Kinder haben, oder wenn mal ein australischer Spezialist für die Arbeit nach Deutschland zieht, oder wenn mal ein Brasilianer ein paar Jahre in Deutschland studiert. Gastschüler, ausländische Studenten, wirklich gebrauchte Fachkräfte, u. U. mal ein Kontingent aus besonders bedrohten Flüchtlingen – alles gut, da ist ein bisschen internationaler Kontakt auch schön und hilfreich, so im Sinne der gegenseitigen Ergänzung und Hilfe und „Völkerfreundschaft“, wie man das vor sechzig oder siebzig Jahren genannt hätte. Es kommt schlicht und einfach auf die Menge an. Der einzelne Einwanderer muss überhaupt nicht die Absicht haben, die Deutschen/Europäer zu ersetzen oder zu dominieren, aber im Endeffekt kommt es nun mal so, dass eine Gruppe desto mehr dominiert (gesellschaftlich, kulturell, politisch), je größer sie wird. Niemand hat was dagegen, mal einen Gast aufzunehmen, das kann sogar sehr schön sein, aber man will nicht, dass er noch seine ganze Verwandtschaft mitbringt. Niemand hat was dagegen, wenn mal eine neue Familie ins Dorf zieht, aber wenn auf einmal ganze Horden von komischen Hippies und Sektenmitgliedern herziehen, die bald die Ortschaft dominieren und die Immobilienpreise hochtreiben, ist man nicht mehr so erfreut. Sogar Linke sind gegen „Gentrifizierung“ von Stadtvierteln, wo die Ärmeren verdrängt werden.

Multikulturelle Gesellschaften schaffen viel eher Probleme, als dass sie sie lösen. Je weniger man gemeinsam hat, desto weniger fühlt man sich wie eine Gemeinschaft, und kann dann auch Probleme weniger leicht gemeinsam angehen. Man kann weniger leicht zusammen gegen ein tyrannisches Gesetz protestieren oder sich für Nachbarschaftshilfe zusammenschließen. Das wird einfach schwieriger, wenn man oft nicht mal dieselbe Sprache spricht und wenig Kontakt hat. Multikulturelle Gemeinschaften sind oft extrem zerstritten und gespalten; man schaue mal nur auf den Balkan. Natürlich kann man diese Probleme in gewissem Maß angehen, wenn jeder gerecht und wohlwollend ist, aber es bleiben zusätzliche Probleme, die man sich sparen könnte (solange man noch kann). Und in der Praxis ist nicht jeder gerecht und wohlwollend.

Es ist okay, wenn eine kleine Gruppe, die nicht wirklich dazugehört, als Gäste in einem Land lebt, für sich bleibt und weiterhin ihre eigene Kultur pflegt, aber nicht die der Mehrheit beeinflussen will, und ihr Gastland auch respektiert. (Ja, gegen solche kleinen Parallelgesellschaften habe ich tatsächlich absolut nichts, solange zu ihrer Kultur keine besonders schlimmen Praktiken wie Witwenverbrennung, Genitalverstümmelung von Mädchen oder Polygamie und Kinderehen gehören.) Es ist auch okay, wenn eine gewisse Zahl an einzelnen Einwanderern herkommt, die die inländische Kultur als neue Kultur annehmen und unter den Einheimischen aufgehen. Absolut okay. Aber eine große Masse an Einwanderern, die ihre Kultur behalten und sie den Einheimischen evtl. auch noch aufdrängen und diese Einheimischen verachten, ist etwas komplett anderes.

Ich möchte Ausländern niemals die Rechte nehmen, die ihnen zustehen; auch gute Beziehungen zu anderen Ländern sollte man sich erhalten, solange man irgend kann; aber Deutsche haben auch Rechte.

Man muss das Thema angehen, ohne mit irrationalen Abwehrreaktionen heranzugehen, und ohne sich darum zu kümmern, was die Nachbarn sagen könnten. (Die Wahlentscheidung selbst ist ja sowieso zum Glück geheim.) Wieso soll man die AfD nicht genauso rational bewerten können wie die CDU oder die SPD? Sobald das Kürzel „AfD“ fällt, zucken alle zurück, als handle es sich um den Leibhaftigen. Wieso? Nur, weil gepredigt wird, man müsste das tun.

Es ist auch wahltaktisch sinnvoll, die AfD zu wählen, auch wenn es keine realistische Chance gibt, dass sie an die Regierung kommt. Erstens: Der Slogan „Eine Stimme für die AfD ist eine Stimme für Rot-Rot-Grün“ ist Unsinn. Je mehr Leute Parteien wählen, die nicht Rot-Rot-Grün sind, desto weniger Chancen hat Rot-Rot-Grün, eine absolute Mehrheit zu bekommen; dafür ist es egal, ob man AfD oder CDU wählt. Und wenn es keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün gibt, müssen eben wieder linke Parteien mit CDU, FDP oder Freien Wählern koalieren. Eine starke AfD-Fraktion im Bundestag kann aber außerdem dazu beitragen, schlechte Verfassungsänderungen zu verhindern. Wenn man noch ein paar Abweichler aus den anderen Parteien hat und die AfD geschlossen dagegen stimmt, bekommt eine solche Verfassungsänderung nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Außerdem können auch Oppositionsparteien Druck machen, für Untersuchungen von Skandalen sorgen etc. Die AfD muss auch endlich normalisiert werden, man muss sich dem Versuch der Linken, das Overton-Fenster (den Bereich des Sagbaren) immer weiter zu verkleinern, entgegenstellen. Eine Oppositionspartei – vor allem, wenn sie genug außerparlamentarische Überzeugungsarbeit betreibt – kann allmählich die Überzeugungen der Bevölkerung und das Handeln der anderen Politiker verändern; das hat man an den Grünen gesehen. (Natürlich ist das schwerer, wenn man sämtliche Medien gegen sich hat, aber die öffentliche Meinung schwenkt manchmal sehr schnell um.)

Aber vor allem: Die AfD kann auch eine strengere Migrationspolitik durchgesetzt bekommen, wenn sie nicht an der Regierung ist, weil ihre Existenz und vor allem ein relativ gutes Abschneiden bei Wahlen eine permanente Drohung gegenüber den anderen Parteien ist: Wenn ihr noch mehr Migranten holt, wird die AfD noch stärker, also macht mal lieber die Grenzen nicht ganz so weit auf. Und das funktioniert nur, wenn auch genug Menschen bereit sind, zumindest als letzten Ausweg AfD zu wählen. Wenn die anderen Parteien wissen, dass sie sich darauf verlassen können, als alternativlos zu gelten, weil die AfD der Leibhaftige in Person ist, dann können sie ruhig durchziehen, was auch immer sie wollen.

Man kann auch einfach mit dem Ausschlussverfahren zur AfD kommen.

Dass SPD, Grüne und Linke überhaupt nicht in Frage kommen, ist von vornherein klar. Sie wollen durch die Abschaffung von § 218 StGB Abtreibung bis zur Geburt legalisieren, was gemäß den Erfahrungen anderer Länder für noch höhere Abtreibungszahlen als die jetzigen jährlichen 100.000 sorgen würde. Außerdem sind sie alle extrem pro-Einwanderung, wollen oft nicht mal Verbrecher und Terroristen abschieben, und haben nicht gut versteckte diktatorische Neigungen. Viele von ihnen sind pathologische Deutschlandhasser, die wahrscheinlich am liebsten nachträglich den Morgenthauplan vollstrecken würden. Die Linke will es übrigens verbieten, Kinder in eine Religionsgemeinschaft aufzunehmen – ja, das steht im Wahlprogramm.

Ich mache dagegen keinem einen Vorwurf, der die Freien Wähler wählt. Die sind echt manchmal besser als die Union, und Hubert Aiwanger ist, ganz im Gegensatz zu Markus Söder, ein Mann, der für einen Politiker recht sympathisch, ehrlich und standhaft wirkt. Vielleicht könnten die Freien Wähler im Bundestag einen guten Einfluss ausüben. Aber im Ganzen finde ich eben doch, dass sie zu wenig Opposition sind und zu viel Schlechtes mittragen, manchmal sogar extrem Schlechtes. Im Europaparlament haben die beiden einzigen Abgeordneten der Freien Wähler, Ulrike Müller und Engin Eroglu, für den Matic-Bericht gestimmt, der Abtreibung zum Menschenrecht deklariert.

Ich mache auch keinem einen Vorwurf, der die Union wählt mit der Begründung „dann haben die wenigstens in ihrer Koalition, mit wem auch immer sie sie eingehen, eine stärkere Position und der Weg zur grünlinken Neu-DDR wird ein bisschen verlangsamt“. Aber ich halte das für eine falsche Taktik, und halte es für völlig absurd, mehr von der Union zu erwarten als eine solche geringfügige Verlangsamung. Die Union war mal christlich, aber dann wurde sie zu einer bräsigen Partei, in der es hauptsächlich um Machterhalt und vielleicht noch eine gewisse Bürgerlichkeit und ein „aber nicht zu schnell mit den Reformen, Kinder!“ ging. Am Ende hat sie jede Reform, die die linken Parteien durchgeboxt haben, mitgetragen.

Ähnliches gilt für die FDP, von der man erwarten würde, sich gegen unverhältnismäßige Grundrechtseinschränkungen zu stellen; mehr als eine halbherzige Verlangsamung wird man nicht bekommen, wenn überhaupt. Dazu kommt, dass die FDP sowieso von grundfalschen Ideen ausgeht, was z. B. dazu führt, dass die JuLis Inzest und Leihmutterschaft legalisieren wollen. Vollkommen konsequent entsprechend der Grundideologie des Liberalismus.

Ich mache auch keinem einen Vorwurf, der eine wirklich christliche Kleinstpartei wählt, die kaum 1% zusammenbekommt, oder meinetwegen die Bayernpartei; aber ich halte das für eine verschwendete Stimme.

Der Punkt ist eben auch der: Ich glaube AfDlern/Rechten im Großen und Ganzen, was sie sagen; Leute zeigen früher oder später schon, was sie meinen. Und es ist lachhaft, so zu tun, als würde die AfD, wenn sie die absolute Mehrheit hätte, schnell mal ein paar Millionen Türken und Afghanen vergasen wollen. Vielleicht sind Linke ja so schnell bereit, bei anderen Verstellung anzunehmen, weil sie selber so daran gewöhnt sind? Ich sehe nicht, dass in der AfD massenhaft Leute wären, die jedes Mittel für gerechtfertigt halten würden, um Probleme anzugehen. Ich erwarte auch nicht, dass die Wahl der AfD für solches Unrecht sorgen würde wie z. B. Leuten, die auf legale Weise ohne Täuschung eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben und nicht kriminell werden, die Aufenthaltsgenehmigung einfach zu entziehen. Das Schlimmste, was sie aus meiner Sicht vertritt, ist die Forderung nach einem Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen auch für Schülerinnen – diese Gewissensfreiheit muss man muslimischen Schülerinnen lassen, die sich ja die Schulpflicht nicht ausgesucht haben; ich würde auch nicht mitmachen, wenn man mich zwingen wollte, in der Öffentlichkeit mit Minirock oder Bikini zu erscheinen.

Man kann sie auch mit ähnlichen rechten Parteien im Ausland vergleichen, die schon länger etabliert sind und an Regierungen beteiligt waren oder sind. Ruft die FPÖ zu Pogromen auf?

Ja, ich weiß, dass es unter „Rechten“ auch Leute gibt, die die Nazis verharmlosen oder sie als Irrweg, aber gut verstehbaren Irrweg sehen, und dann auch die Leute, die noch radikaler sind. Aber Mainstream in der AfD scheint doch zu sein: Natürlich war das Dritte Reich sehr schlimm, aber deswegen war es nicht die einzige Inkarnation des Bösen, die es je in der Weltgeschichte gab, und es bringt nichts, deswegen noch bis in die dritte und vierte Generation Leuten einreden zu wollen, dass sie sich für ihre Nationalität schämen sollen, und in der deutschen Geschichte gibt es auch vieles, auf das man stolz sein kann. Manche werden dann eher auf das Kaiserreich stolz sein, manche eher auf das mittelalterliche Heilige Römische Reich deutscher Nation, aber Nazibewunderung sehe ich wirklich nicht in großem Ausmaß. Und ich werde nicht deshalb, weil auch ein Nazi die wählen könnte, weil er sie aus seiner Sicht als das geringste Übel sieht, eine Partei nicht wählen, die ich aus meiner Sicht als das geringste Übel sehe und die in vielen Dingen sogar sehr vernünftig ist.

Und na ja, es wurde schon oft gesagt, ist aber einfach wahr, dass die Linken heute jeden, der vor zehn Jahren übliche Meinungen vertreten hat, als Nazi sehen würden. Jemand wie Konrad Adenauer, den die Nazis 1933 von seinem Posten als Kölner Oberbürgermeister entfernt haben, wäre für sie ein absoluter Nazi.

Die AfD ist sicher nicht perfekt. Vor allem glaube ich nicht, dass es langfristig wirklich gut geht, wenn man seine Weltanschauung auf irgendetwas anderes als Jesus Christus baut, und die AfD besteht ja nicht nur aus Leuten wie Beatrix von Storch, sondern auch aus einigen rabiat antikirchlichen Konfessionslosen. (Wobei man sagen muss, dass es kein Wunder ist, wenn manche AfDler und AfD-Wähler einen redditmäßigen Antiklerikalismus vertreten, so verächtlich und verteufelnd, wie unsere lieben Bischöfe sie manchmal behandeln, ohne dass das irgendwie durch die unveränderliche Lehre der Kirche gerechtfertigt wäre.) Was mich auch ein wenig nervt, ist, wenn AfD-Politiker zu einer zynisch-realpolitischen Argumentation à la „Man muss auch mal egoistisch sein“ greifen, wenn sie ihre Positionen (z. B. dass man, um Deutschland zu schützen, nicht unbegrenzt viele Migranten herholen soll) wunderbar mit Moral und Gerechtigkeit begründen könnten. Aber ich wähle jetzt das Beste, was zu haben ist, und das ist die AfD.

Ich muss sagen, ich mag auch den neuen Spruch aus dem Wahlprogramm: „Deutschland. Aber normal.“ Einfach deswegen, weil es von den Leuten, die hier als normal gelten, absolut abgelehnt wird, zu sagen, irgendetwas wäre normal und anderes unnormal. „Normal“ bedeutet „Norm“, sprich, es gibt einen guten Zustand und einen schlechten. Ich finde es ehrlich gesagt großartig, wie man mit einem so völlig – na ja – normalen unaufgeregten Spruch manche Leute maximal provozieren kann. Das ist vielleicht kindisch von mir, aber es ist objektiv gesehen auch eine gute Taktik.

Und noch was: Ich habe keine Lust mehr, ständig aufzupassen, mit wem ich rede. Ich würde im sog. realen Leben einiges nicht öffentlich sagen, was ich hier sage, zumindest nicht so deutlich (allein schon, weil es in meiner Familie, die ich sehr liebe, auf ziemliches Unverständnis stoßen würde; und es ist moralisch nichts daran auszusetzen, eine harmonische Familie einer politischen Diskussion vorzuziehen, die eh nicht viel an Deutschlands Zustand ändern würde; da diskutiere ich mit meiner Familie lieber über die Religion, das ist schon Minenfeld genug). Und ich weiß auch, dass man vieles mit Disclaimern ausdrücken muss, damit es Leuten zumindest schwerer fällt, es zu verdrehen. Aber ich habe keine Lust mehr auf dieses Kontaktschuldgetue, und habe nicht vor, unfreundlich zu Leuten sein, weil „man nicht mit denen redet“.

Ich habe nichts gegen Leute, die nicht die AfD wählen. Wenn jemand was gegen mich hat, weil ich sie wähle, ist das seine Sache.