Christliche Kultur am Sonntag: „Die Sprache des Herzens“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Die Sprache des Herzens“ (Film)

Der Filmtitel ist unnötig kitschig, aber der Film selbst, der auf der Lebensgeschichte von Marie Heurtin (1885-1921) basiert, doch ziemlich gut.

Er spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Die junge Schwester Marguerite lebt in einem Kloster, das taube Mädchen unterrichtet. Eines Tages kommt ein Mann aus der Umgebung zum Kloster und bittet die Oberin, sich auch um seine Tochter Marie zu kümmern, die von Geburt an taub und blind gleichzeitig ist, ziemlich verwahrlost ist und auf keine Weise kommunizieren kann. Die Oberin lehnt zuerst ab; das Kloster könnte das nicht leisten. Aber später bittet Schwester Marguerite sie, ihr doch zu erlauben, Marie ins Kloster zu holen, und sie erlaubt es schließlich. Schwester Marguerite holt Marie also und versucht, ihr beizubringen, mit Zeichensprache zu kommunizieren, wobei sie die Zeichen mit den Fingern fühlen soll. Monatelang sind ihre Versuche vergeblich; Marie versteht nichts und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen alles, was mit ihr geschieht. Aber dann kommt der Durchbruch und Marie lernt rapide, wie sie sich verständigen kann; sie und Schwester Marguerite werden Freundinnen, und sie kann sich ihren Eltern mitteilen, die zu Besuch kommen.

Aber dann ist da noch ein Problem: Schwester Marguerite hat eine schwere Lungenkrankheit.

„Die Sprache des Herzens“ ist ein sehr ruhiger Film, der zu einem großen Teil innerhalb des Klosters spielt. Er hat ein paar kleinere Mankos (z. B. muss ganz klischeehaft die Oberin eines Klosters natürlich ein bisschen gestreng und unnahbar sein), aber insgesamt ist er doch sehr schön, und eins der wenigen Beispiele für einen Film, der in der Vergangenheit in einem Kloster spielen kann und dabei ohne plumpe Vergangenheits- und Kirchenkritik auskommt. Vor allem die zwei Hauptdarstellerinnen sind bemerkenswert.

 

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Christliche Kultur am Sonntag: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: Michael Ende: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“

Die Handlung dieses Kinderbuchs (geeignet schätzungsweise für Kinder ab ca. 10 Jahren) setzt am Nachmittag des Silvestertages in der Villa des bösen Zauberers Beelzebub Irrwitzer ein, der unangenehmen Besuch von einem höllischen Zwangsvollstrecker erhält. Irrwitzer hat seinen Teil eines Vertrages mit dem Teufel nicht erfüllt und im vergangenen Jahr nicht genug böse Taten vollbracht, und jetzt droht ihm selbst Böses. Der Grund für seinen Rückstand: Der Rat der Tiere hat ihm einen Spion ins Haus geschickt, einen Kater, der sich Maurizio di Mauro nennt. Obwohl der böse Zauberer (der Bescheid wusste, was vor sich ging, es aber nicht wagte, die ganze Tierwelt wissen zu lassen, dass er einer von denen ist, die ihr so sehr schaden) es geschafft hat, den nicht allzu klugen Kater einzuwickeln und ihn glauben zu machen, er sei ein großer Wohltäter, hat ihn dessen Anwesenheit bei seinen bösen Geschäften doch sehr gestört.

Aber er hat noch eine Frist bis Mitternacht, und nachdem der höllische Beamte vorläufig wieder fort ist, kommt Irrwitzers Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl ins Spiel, die dasselbe Problem hat (bei ihr ist es ein Rabe namens Jakob Krakel, der allerdings nicht ganz so leichtgläubig ist wie der Kater Maurizio). Tyrannja hat eine Idee, wie sie und ihr Neffe ihren Rückstand noch aufholen können, nämlich, indem sie gemeinsam den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch brauen, der Wünsche wahr werden lassen kann. Sie machen sich hastig ans Werk, während Jakob, der auch zu der Villa gekommen ist, Maurizio davon überzeugen kann, dass die Hexe und der Zauberer tatsächlich böse sind, und die beiden Tiere sich an den Versuch machen, das Unterfangen zu verhindern. Am Ende ist es jemand vom Himmel, der ihnen dabei zu Hilfe kommt: Der zuständige Tagesheilige Sankt Silvester persönlich.

Nicht nur die Darstellung des Bösen und Guten ist sehr gut gelungen, es gibt an einer Stelle auch eine hübsche kurze Darlegung des hl. Silvester, was Gut und Böse eigentlich ist. Außerdem sind die beiden Tiere sehr sympathische Protagonisten, und Michael Ende schreibt natürlich wie immer wunderbar. Meiner Meinung nach übertrifft der „Wunschpunsch“ die „Unendliche Geschichte“ eindeutig.

Christliche Kultur am Sonntag: Dean Koontz (Leserempfehlung)

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: Dean Koontz (Autor u. a. der „Odd Thomas“-Serie)

Diesmal eine Leserempfehung, für die ich herzlich danke: Leser Oliver hat einen neueren Autor aus dem Bereich Fantasy/Thriller zu empfehlen, der übrigens auch außerhalb christlicher Kreise ziemlich erfolgreich ist (mehrfach auf Platz 1 der New-York-Times-Bestseller-Liste):

‚Eines der katholischsten Werke der Populärkultur ist die Odd Thomas Serie von Dean Koontz.
 Koontz ist Katholik, mit einem Faible für die alte Messe, und bringt seit Ende der 90er seinen Katholizismus immer mehr in seinen Werken zur Geltung.
 In seinen Büchern ist er nur selten explizit katholisch, sondern lässt seine Helden katholische Werte verkörpern.‘

Oliver hat auch auf mehrere Interviews mit Koontz und Artikel über sein Werk (u. a. hier, hier und hier) hingewiesen, die ziemlich Lust machen, seine Bücher zu lesen (ich hab mir tatsächlich gleich mal eins bestellt und bin ziemlich gespannt darauf).

Christliche Kultur am Sonntag: Der Herr der Ringe, Der kleine Hobbit, Das Silmarillion

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: J. R. R. Tolkien: „Der Herr der Ringe“, „Der kleine Hobbit“ & „Das Silmarillion“

„Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk, unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick“, schrieb der katholische Autor J. R. R. Tolkien (1892-1973) in einem Brief über sein bekanntestes Buch; außerdem ist es ein sehr schönes Werk und eins, das die Bezeichnung „Epos“, die man ja inzwischen gerne Fantasyromanen, die nur ausführliche Schundliteratur plus Drachen oder Werwölfe sind, gern beilegt, tatsächlich verdient hat. Die Geschichte vom scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Sauron, der Mittelerde bedroht, von dem einen Ring, der mächtigen Waffe, die zerstört werden muss, bevor sie Sauron wieder in die Hände fällt, die aber dazu neigt, jeden, der ihr nahekommt, in ihren Bann zu ziehen, ist wirklich spannend; und die Figuren, die hier auftauchen, vom Bösen angefochten werden, zum Teil schwanken, und sich schließlich für eine Seite entscheiden müssen, sind ebenso faszinierend.

(Die Verfilmung hat ein paar kleinere Fehler (Faramir! Aragorns Krönungsszene!), ist aber trotzdem im Ganzen sehenswert.)

Das schöne Kinderbuch „Der kleine Hobbit“ erzählt die unmittelbare Vorgeschichte dazu (und die neueste Verfilmung ruiniert es ein wenig mit unnötiger Überdramatisierung und Streckung durch dazuerfundenes Zeug ohne viel Sinn dahinter); und das „Silmarillion“, nach Tolkiens Tod veröffentlicht, dann die weitere Vorgeschichte – genau genommen ab der Erschaffung der Welt. Hier erfährt man nicht nur, wer Sauron und Gandalf eigentlich sind, sondern kann auch etliche weitere mehr oder weniger zusammenhängende Geschichten über Engel, Dämonen, Elben, Orks, Zwerge und Menschen lesen; das Silmarillion ist einfach wunderschön und viel zu wenig bekannt.

Silmarillion.png

(Erstausgabe des Silmarillions von 1977 mit einer Zeichnung von Tolkien auf dem Cover. Gemeinfrei.)

Christliche Kultur, diesmal am Montag: „Pater Brown“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute, ausnahmsweise etwas verspätet: „Pater Brown“ (Kurzgeschichten und Fernsehserie)

Die Kurzgeschichten von G. K. Chesterton um den hellsichtigen Pater Brown, der immer wieder mit Kriminalfällen konfrontiert wird und sie löst, indem er sich in den Verbrecher hineinversetzt, haben ja Kultstatus in Katholikenkreisen und dürfen in dieser Serie auf keinen Fall übergangen werden. Erschienen sind Chestertons 49 Kurzgeschichten zwischen 1910 und 1935; sprachlich und erzählerisch sehr schön, enthalten sie außerdem so einige überraschende theologische Einsichten, die aber nicht holzhammerartig präsentiert werden. Die meisten Kurzgeschichten hängen nicht zusammen, aber eine zweite Figur taucht mehrere Male auf: Der Meisterdieb Flambeau, der sich bekehrt und Pater Browns Freund wird.

Die deutschen Filme mit Heinz Rühmann („Das schwarze Schaf“ und „Er kann’s nicht lassen“) haben wenig mit den originalen Geschichten zu tun; aber die österreichische Serie mit Josef Meinrad hält sich gut an sie und ist generell relativ gut gelungen (mit vereinzelten Ausnahmen – die Folge „Der Hammer Gottes“ hat das zentrale Motiv in der entsprechenden Kurzgeschichte ziemlich verdreht). (Die in den letzten Jahren produzierte BBC-Serie mit Mark Williams ist filmisch gut gemacht, basiert aber auch oft nur lose auf Chestertons Geschichten und offensichtlich konnten die Macher die meiste Theologie nicht vertragen und mussten die Titelfigur zu einem theologisch Liberalen umdichten.)

Soviel zu den Verfilmungen, die ich kenne (das sind nicht die einzigen, die produziert wurden); am lohnendsten sind aber natürlich die in mehreren Bänden erhältlichen Kurzgeschichten. Man findet übrigens auch zweisprachige Bände mit ein paar Erzählungen auf Deutsch und im englischen Original nebeneinander, z. B. hier.

Christliche Kultur am Sonntag: „Der Gauner und der liebe Gott“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Der Gauner und der liebe Gott“ (Film)

In dieser Komödie von 1960 geht es um den Ganoven Paul Wittkowski (gespielt von Gert Fröbe), der zum wiederholten Mal wegen Einbruchs vor Gericht steht (diesmal allerdings unschuldig) und nach der Verkündung des ziemlich harten Urteils aus dem Gericht fliehen kann, durch Zufall an eine Soutane gelangt, mit der er sich als Priester verkleidet, und in dem kleinen Ort Seebrücken bei dem jungen Pfarrer Steiner landet. (Der Pfarrer wird übrigens von Karlheinz Böhm gespielt, besser bekannt als Kaiser Franz Josef aus den Sissi-Filmen; und man muss sagen, dass er als Priester eine noch bessere Figur macht als als Kaiser.) Pfarrer Steiner meint, dieser fremde Priester müsse von der Diözese geschickt worden sein, weil sich der Christbaumschmuck-Fabrikant Baumberger aus Seebrücken, der viel Geld damit macht, anderen Dorfbewohnern teure Darlehen zu gewähren, über ihn beschwert hat, nachdem er ihn (indirekt) von der Kanzel herab einen Wucherer genannt hat. Wittkowski bleibt also erst einmal im Pfarrhaus. Baumberger versucht unterdessen die junge Schlosserwitwe Holzmann, die Schulden bei ihm hat, zu erpressen und will von ihr sexuelle Gefälligkeiten. Pfarrer Steiner und Wittkowski wollen ihr helfen, und allmählich schöpft der Pfarrer auch einen Verdacht, wer sein Gast wirklich ist…

Spezieller Bonus: Vorkonziliare Kirchenszenen. ❤

Bildergebnis für der gauner und der liebe gott

Christliche Kultur am Sonntag: Der Prinz von Ägypten

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: „Der Prinz von Ägypten“

Dieser Kinderfilm von DreamWorks (veröffentlicht 1998; freigegeben ab 6 Jahren) erzählt die Geschichte von Mose und dem Auszug aus Ägypten nach; teilweise etwas frei, aber insgesamt ist die Geschichte sehr gelungen, auch wenn es Unterschiede zur Bibel gibt. Hauptsächlich ist es eine Geschichte von zwei Adoptivbrüdern.

Die Israeliten sind Sklaven in Ägypten, und Pharao Sethos, besorgt über ihr Bevölkerungswachstum, ordnet den Mord an israelitischen neugeborenen Jungen an. Moses Mutter setzt ihren kleinen Sohn, den sie retten will, in einem Körbchen im Nil aus und er wird von der Frau des Pharao gefunden, was Moses ältere Schwester Miriam noch beobachtet. Die Frau des Pharao sieht dieses Kind als Geschenk der Götter und adoptiert es.

Hier die Anfangssequenz im englischen Original mit Untertiteln:

Jahre später: Die beiden Prinzen, der ältere, ernstere Thronfolger Ramses und der jüngere, leichtsinnigere Mose, der nichts von seiner wahren Herkunft weiß, sind erwachsen. Es gibt diverse dramatische Verwicklungen, Mose erfährt, wer er ist, und verlässt schließlich überstürzt Ägypten und lebt einige Jahre in Midian – bis Gott ihn erwählt, um die Israeliten in die Freiheit zu führen, und er zusammen mit seiner Frau Zippora, die er dort geheiratet hat, zurückkehrt. Inzwischen sind seine Adoptiveltern verstorben und Ramses sitzt auf dem Thron. Zuerst ist der Pharao freudig überrascht, seinen verlorenen Bruder wiederzusehen; als der von den Sklaven anfängt, weniger freudig…

Das Besondere an diesem Film ist wirklich, wie der Antagonist, Ramses, gestaltet ist, der anfangs gar nicht unsympathisch wirkt; wie sich das Verhältnis der beiden Adoptivbrüder vom Anfang bis zum Ende des Films entwickelt. Hier z. B. das großartige Lied zu den 10 Plagen (wieder die englische Version):

Aber auch die anderen Figuren (z. B. Moses ältere Geschwister Miriam und Aaron, Pharao Sethos und seine Frau, Zippora, die beiden ägyptischen Priester am Hof…) sind sehr gut gelungen; und die Musik ist sehr schön (auch wenn die deutsche Synchronisation leider wie immer nicht ans Original herankommt).

Kleineren Kindern könnten ein paar Szenen (die 10 Plagen, der Tod der ägyptischen Erstgeborenen) vielleicht noch ein bisschen zu viel sein – auch wenn der Film einen relativ guten Job dabei macht, plausibel zu machen, wieso Gott die Plagen schickt -; am besten geeignet dürfte er etwa für 8-11-Jährige sein.

Christliche Kultur am Sonntag: „Die Letzte am Schafott“

Bei christlichen Sachbüchern findet man bekanntlich relativ leicht gute Sachen; bei Romanen, Filmen oder Kinderbüchern sieht es allerdings manchmal schwieriger aus, auch wenn einige vermutlich gern mehr davon besäßen. Dabei gibt es eigentlich auch hier viel Gutes, wenn man näher hinschaut, und weil nicht allen alles bekannt ist, dachte ich, ich stelle meinen Lesern hier mal jede Woche kurz ein Werk vor – hauptsächlich katholische Sachen, aber wenn es von guter Qualität ist, auch mal was aus anderen Konfessionen; nicht nur Hochkultur, sondern auch eher Populärkultur (aber halbwegs gut gemacht soll es sein); und sowohl solches mit explizit religiösen Inhalten (im Einzelfall auch mal, wenn es von persönlich nicht sehr frommen Menschen kommt), als auch Werke von überzeugten Christen ohne explizite Botschaft. Viele werden bestimmte Klassiker schon kennen, aber andere vielleicht noch nicht.

Und weil ich ja auch nicht alles kennen kann: Wer ein katholisches Lieblingsbuch, einen Film o. Ä. hat, von dem er schon immer mal mehr Leuten erzählen wollte, darf mir gern über die „Contact“-Seite schreiben und vielleicht ergibt sich ein Gastbeitrag.

 

Heute: Gertrud von Le Fort: „Die Letzte am Schafott“

Diese kurze Novelle, 1931 erschienen, beruht auf der Geschichte der sel. Karmelitinnen von Compiègne, die 1794 auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution hingerichtet wurden, weil sie ihr Ordensleben nicht aufgeben wollten; die Hauptfigur, Blanche de la Force, ist allerdings fiktiv. Die Novelle hat die Form eines Briefes eines französischen Adligen, der einer befreundeten Emigrantin, die ins Ausland geflohen ist, von den Karmelitinnen und speziell von Blanche schreibt.

Blanche ist nicht die Art Person, die man als Heldin eines Buches erwarten würde; sie leidet an extremen Ängsten, auch noch, nachdem sie gegen Anfang der Französischen Revolution als Novizin in den Karmel eintritt. Die zweite Hauptfigur, die bewundernswerte Novizenmeisterin Schwester Marie de l’Incarnation, die sich, als die Revolution fortschreitet und den Orden das Leben allmählich schwerer gemacht wird, sehr danach sehnt, das Martyrium erleben und Gott ihr Leben als stellvertretendes Opfer anbieten zu können, bietet einen deutlichen Gegensatz zu ihr. Ich kann nicht viel mehr schreiben, ohne zu spoilern; also lest es selbst. (Hier gäbe es noch ein paar mehr Infos über die Novelle und die Autorin, allerdings inklusive Spoiler.)

Die Sprache ist wunderbar, die Figuren werden durch wenige Sätze lebendig, die historische Einbettung ist sehr gelungen, nicht nur, was die äußeren Umstände, sondern auch die Art der Figuren, zu denken und zu sprechen, angeht; und der Inhalt geht wirklich unter die Haut.

(Die Märtyrinnen von Compiègne, Illustration von 1906. Gemeinfrei.)