Ein paar Dinge zum Coronavirus

Es hat inzwischen wohl doch so ziemlich jeder mitbekommen: Was gerade vor sich geht, ist sehr viel gefährlicher als die Grippe.

Nicht, weil, wie in Zeiten der Pest, ein Drittel der Bevölkerung daran sterben würde; aber weil es doch sehr ansteckend ist, besonders gefährlich für ältere und kranke Menschen, und es die Krankenhäuser extrem stark belastet. In Italien sterben immer mehr Menschen den Erstickungstod wegen beidseitiger Lungenentzündung, weil nicht genug Beatmungsgeräte für alle Patienten da sind. Die Zahl der üblichen jährlichen Grippetoten ist da sehr schnell überholt, und wäre ohne drastische Maßnahmen noch schneller überholt.

(Und ja, die Alten und die Kranken sind genauso viel wert wie andere Menschen, und ja, es lohnt sich auch noch, die Alten zu schützen. Die Vermeidung einer Ansteckung mit Corona kann noch zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre für Fünfundsechzig- oder Siebzigjährige ausmachen, in der sie noch ihre Enkel aufwachsen sehen und ihre Urenkel kennen lernen können. Und dafür kann es sehr viel ausmachen, dass Menschen daheim bleiben, sich nicht in Menschenmassen bewegen, sich oft die Hände waschen, sich bei möglichen Corona-Symptomen oder Kontakten zu Infizierten gleich selbst zu Hause in Quarantäne stecken, usw.)

In unseren katholischen Kreisen wird ja gerade viel darüber geklagt, dass Messen nicht mehr öffentlich sind, die Kommunion nicht mehr möglich ist, usw., und besonders darüber, dass die Messen oft schon von den Bischöfen abgesagt worden sind, bevor die Regierungen alle Versammlungen verboten haben. Und dann kommen – leider gerade in Tradiland – zurzeit schnell die Leute an, die erklären, dass es einfach ein Mangel an Glauben bei den Leuten sei, die nicht die Zuversicht haben, dass Gott sie vor einer Ansteckung bei der Messe schützen werde, oder die nicht trotz der Gefahr der Ansteckung zur Messe gehen wollen. Klingt ja auf den ersten Blick gar nicht so dumm: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, die Messe ist der Höhepunkt und die Quelle des ganzen christlichen Lebens, eher könnte die Erde ohne die Sonne bestehen als ohne das Messopfer, usw. usf., da muss man auch was dafür opfern.

Aber richtig ist die Vorgehensweise trotzdem nicht. Erst einmal das Offensichtliche: Selbstverständlich ist Ansteckung bei der Messe möglich. Dabei fassen viele Menschen dieselben Türknäufe, Liederbücher oder Banklehnen an, sitzen vielleicht nahe beieinander, husten jemand anderem in den Nacken. Und natürlich ist Ansteckung auch über die Kommunion möglich. Ja, an den eucharistischen Gestalten können Keime haften; es ist nicht unkatholisch und ein Zeichen mangelnden Glaubens, zu meinen, man könne von der Eucharistie krank werden. Die Transsubstantiationslehre sagt gerade, dass die Akzidentien – das, woraus sie bestehen, also Aussehen, Geschmack, chemische Zusammensetzung etc. von Brot und Wein – bleiben, während sich die Substanz, das, was sie sind („Brotheit“, „Weinheit“), wandelt. Zu den Akzidentien können auch daran haftende Keime gehören.

Es ist allgemein bekannt, dass Zöliakiekranke den Herrn lieber nicht unter der Gestalt des Brotes empfangen sollten, und (trockene) Alkoholiker Ihn nicht unter der Gestalt des Weines. Es ist auch bekannt, dass es möglich ist, den Wein zu vergiften, auch nach der Wandlung. Der hl. Thomas von Aquin beispielsweise schreibt in der Summa Theologiae: „Fällt eine Mücke oder so etwas vor der Konsekration in den Kelch, so muß der Wein ausgeschüttet, der Kelch abgetrocknet und neuer Wein eingegossen werden. Geschieht dies nach der Konsekration, so muß man das Tier vorsichtig herausnehmen, abwaschen, verbrennen und Alles in das Sakrarium thun. Wird erkannt, es sei Gift hineingemischt worden, so darf der Priester das ja nicht nehmen und keinem anderen geben, damit der Kelch des Lebens nicht zum Anlasse des Todes werde; sondern man muß diesen konsekrierten Wein ausschütten und in einem passenden Gefäße zusammen mit Reliquien aufbewahren. Damit aber das Sakrament nicht unvollendet bleibe, muß anderer Wein in den Kelch gegossen, die Konsekration des Weines wiederholt und so das Opfer vollendet werden.“ (Summa Theologiae III,83,6)

Die Gnade hebt die Natur nicht auf, und auch wenn Gott immer ein Wunder wirken kann, sollten wir nicht so handeln, als hätten wir einen Anspruch darauf. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen“, hat unser Heiland dem Teufel auf die entsprechende Versuchung erwidert. Gott hat uns unseren Verstand gegeben, damit wir ihn benutzen.

Im übrigen finden Messen ja weiterhin statt – nur eben als Privatmessen ohne Teilnahme des Volkes. Die Darbringung des Messopfers ist auch ohne Volk wirksam und bringt der Welt viele Gnaden; die gegenteilige Meinung wäre protestantischer Humbug (der leider in den letzten sechzig Jahren auch unter Katholiken viele Anhänger gewonnen hat). Die Welt muss gerade nicht ohne das Messopfer auskommen. (Und auch öffentliche Messen finden in vielen Ländern der Welt zurzeit noch statt.)

Es ist kein Mangel an Glauben bei den Bischöfen, wenn sie öffentliche Messen verboten, oder zuvor nur eine geringe Teilnehmerzahl dabei zugelassen oder allgemein von der Sonntagspflicht dispensiert haben; es ist schlicht vernünftig. Man muss es sich mal durch den Kopf gehen lassen: Viele Priester sind schon älter und sie sind auch nicht immun gegen das Coronavirus. Wenn man nach dieser Krise wieder die normale Anzahl an Messen haben will, sollte man es eher zu vermeiden suchen, dass die Priester inzwischen wegsterben.

(Es ist dementsprechend auch besser, sich nicht irgendwo eine Kapelle zu suchen, in der die Messe verbotenermaßen noch öffentlich zugänglich ist. Ich will es nicht eigenmächtig zur Todsünde deklarieren, besonders, wenn da die Leute darauf achten, nicht zu nah beieinander zu sitzen; aber ich halte es doch für eindeutig falsch.)

Es ist ganz und gar nicht schön, ohne den Messbesuch auskommen zu müssen. Aber es ist auch vorübergehend. Vermutlich dauert es länger als nur bis Ostern, aber es ist trotzdem vorübergehend. Katholiken in abgelegenen Regionen mit Priestermangel oder auch schwer kranke Katholiken müssen auch oft monatelang ohne Messbesuch auskommen; das ist nichts Ungehörtes, nie Vorgekommenes. Es gab auch Heilige, die damit auskommen mussten. Der hl. Isaak Jogues (1607-1646) beispielsweise hat über ein Jahr lang die Messe nicht gefeiert, weil er überzeugt war, zuerst in Rom Dispens beantragen zu müssen, um sie feiern zu dürfen, ohne die Hostie zu erheben. (Mohawks, in deren Gefangenschaft er gewesen war, hatten ihm die dafür nötigen Finger abgeschnitten.) Das ist mal ein Beispiel dafür, wie man es mit Gehorsam gegenüber den Kirchengesetzen bis zu einem Extrem treiben kann.

Und es ist ja auch nicht so, als würden von der Seite der Regierungen nur die Messen verboten, weil das gerade ein bequemer Vorwand wäre, der Kirche eins reinzuwürgen. Es sind Vereinstreffen verboten, Spielplätze geschlossen, sogar Bordelle sind geschlossen (wenigstens etwas Gutes hat diese Pandemie). Und: Deutschland unter der Regierung von Frau Dr. Merkel hat Grenzkontrollen und Einreiseverbote eingeführt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn es so weit kommt, dass die Regierung Merkel zugibt, dass Grenzschließungen möglich und effektiv sein können, muss es wirklich schlimm stehen.

Ich kann ehrlich gesagt gut verstehen, dass viele auf egal welche Anordnungen unserer Bischöfe erst mal skeptisch bis ablehnend reagieren, weil sie den Bischöfen einfach nicht mehr über den Weg trauen. Und man muss wirklich sagen, dass viele Bischöfe gerade nicht die beste Figur machen. Nicht deswegen, weil sie öffentliche Messen bzw. Messen mit zu vielen Teilnehmern verboten haben. Das ist angemessen, und wurde immer wieder auch von heiligen Bischöfen  oder Päpsten vergangener Zeiten während Pestepidemien angeordnet oder auf Anweisung der weltlichen Macht durchgesetzt, z. B. auch vor hundert Jahren während der Spanischen Grippe. (Wobei es schon möglich ist, dass manche Bischöfe das nicht als die harte und schwer erträgliche, wenn auch notwendige, Maßnahme sehen, die es ist, weil ihnen die Messe tatsächlich nicht wichtig genug ist; aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Berechtigung dieser Maßnahme.) Aber angemessen wäre auch:

1) Über die nächsten Monate eine sakramentale Grundversorgung weiterhin zu garantieren (und klar zu kommunizieren, dass sie garantiert ist!), insbesondere:

  • Gegenüber den Priestern (und Gläubigen) klarzustellen, dass alle Priester täglich privat die Messe für das Kirchenvolk zu applizieren haben, und sie evtl. anzuweisen, ab und zu die Kommunion in die Häuser zu bringen, zumindest zu den schwer Kranken, die vielleicht nicht mehr lange zu leben haben. [Update: Inzwischen kommen immer mehr Berichte von Priestern wie diesen, die die Monstranz durch die Straßen tragen, die Menschen, die an ihren Fenstern stehen, segnen, und unter besonderen Hygienevorkehrungen die Kommunion spenden, wenn sie ans Gartentor kommen.]
  • Dafür zu sorgen, dass Beichten möglich sind. Man kann kreativ werden. Es gibt inzwischen Priester, die Drive-through-Beichten auf dem Parkplatz anbieten, wobei die Leute in ihren Autos sitzen bleiben und so nicht alle dieselben Türgriffe an der Kirchen- und Beichtstuhltür anfassen müssen. Beichten sind unheimlich wichtig, und erfordern keine Massenansammlungen mit engem Kontakt.
  • Kinder weiterhin zu taufen, mit den entsprechenden Beschränkungen, dass die Eltern beispielsweise außer den Taufpaten sonst keine Gäste mitbringen dürfen. Es kann nicht angehen, dass Kinder gerade in einer solchen Gefahrensituation nicht zu Kindern Gottes gemacht werden. Notfalls sind die Gläubigen zu instruieren, dass sie ihre Kinder selbst taufen können, wenn nichts anderes übrig bleibt. Wenn man jetzt davon hört, dass manche Priester nicht zu Taufen bereit sind, ist das ein Skandal sondergleichen.
  • Die Gläubigen haben auch ein Recht darauf, das Sakrament der Ehe einzugehen; natürlich haben sie auch hier nicht das Recht darauf, neben den vom Kirchenrecht verlangten zwei Zeugen noch mehr Gäste mitzubringen, wenn gerade eine Pandemie herrscht. Aber sie haben ein Recht auf die Ehe. Und auch hier könnte man sie instruieren, dass sie sie gemäß den Bestimmungen des Codex des Kanonischen Rechtes (Can. 1116) unter bestimmten Voraussetzungen im Notfall nur vor zwei Zeugen und ohne Priester eingehen können. (Ja, das geht wirklich.)
  • Dass Beerdigungen nicht ausgesetzt werden können, versteht sich sowieso von selbst.
  • Priester sollten noch zur Einzelseelsorge verfügbar sein – ratlosen, trauernden, ängstlichen, kranken Menschen beistehen – und dass sie das sind, muss allgemein bekannt sein.
  • Evtl., wo die Bedrohung nicht zu groß ist, die Kirchen offen zu lassen, damit einzelne dort beten können, oder auch eine Anbetung machen, oder ab und zu das Allerheiligste Sakrament auf einem öffentlichen Platz auszustellen, wo die Leute den Herrn anbeten könnten, ohne zu nahe beieinander zu stehen. Solche Dinge passieren zum Glück auch mancherorts.

Man muss hier auch erwähnen, dass es vorbildlich ist, wie viele Priester gerade schon Livestreams von ihren Messen anbieten, damit die Katholiken immerhin aus der Ferne mitbeten und geistlich kommunizieren können.

2) Die sakramentale Versorgung der Coronakranken zu garantieren. Besonders Krankenhausseelsorger müssten darauf sehen, dass vor allem die schwer Kranken vor ihrem Tod zumindest beichten können, und evtl. die Krankensalbung und die Wegzehrung empfangen können. Sicher würde das medizinische Personal dabei zu Recht auf denselben Hygienemaßnahmen bestehen, die sie bei der Pflege der Kranken auch einhalten, aber die sind ja möglich.

Screenshot (12)

(Auf Twitter gefunden. Übersetzung: „Habe vorhin ein Hospizzentrum besucht, um einer sterbenden Frau die Krankensalbung zu spenden. Musste es mit Handschuhen und einer Maske tun. Habe ihr den vollkommenen Ablass in der Sterbestunde gewährt. Sie ist vor kurzem gestorben. Betet für ihr Seelenheil und für ihre Familie.“)

(Und falls die Quarantänebestimmungen Priestern keinen Zutritt gewähren sollten, müssten die Bischöfe eben lautstark dafür eintreten, das zu ändern, und notfalls müssten Priester auch in der Quarantäne bleiben. Das ist sicher einiges verlangt, aber Ärzte und Pfleger leisten gerade auch einiges; und für so etwas sind Priester ja geweiht worden.)

3) Den Leuten in dieser Zeit allgemein ihre Sterblichkeit in Erinnerung zu rufen. Es kann jeden treffen, auch die Jungen und Gesunden. Daher: Zu Umkehr und Buße aufrufen, die Schönheit und Lieblichkeit des Himmels und die Gnade und Güte Gottes in Erinnerung rufen. Ein paar kräftige Predigten unserer Bischöfe wären wirklich gut.

4) Zu allgemeinen Gebetstagen (ohne Zusammenkünfte) aufzurufen und den Herrn um sein Erbarmen anzuflehen. In dieser Richtung passiert immerhin ein bisschen was: Das Bistum Rom hat zu einem Tag des Fastens und Gebets aufgerufen, der Papst hat eine kleine Fußwallfahrt zu einem römischen Pestkreuz gemacht. (Es gibt sicher mehr, was schon passiert ist, das ich noch nicht mitbekommen habe.)

5) Die Leute überhaupt anzuleiten, wie sie eine Zeitlang ohne Messe auskommen: Anleitungen zu einem disziplinierten Gebetsleben, das man nicht wieder schleifen lässt, zur lectio divina o. Ä., wären sinnvoll.

Manchmal kommt man sich in dieser Zeit leider doch (mal wieder) vor wie ein Schaf ohne Hirt, oder zumindest wie eins mit einem eher nachlässigen Hirten.

 

Es fragt sich gerade natürlich auch: Ist das Coronavirus eine Strafe Gottes? Schon möglich. Vielleicht lautet die Antwort auch jein: Für manche ja, für manche nein. Eine Katastrophe kann vom Herrn, der alles mit Rücksicht auf jeden einzelnen lenkt, für den einen etwas anderes bedeuten als für den anderen und ihn aus einem anderen Grund treffen als jenen. Nicht alles Leid ist Strafe, aber manches ist es. Sodom und Gomorrha oder Hananias und Sapphira erhielten tatsächlich eine Strafe vom Herrn, für Ijob oder den Blindgeborenen aus Johannes 9 war ihr Leid dagegen keine.

Im Hinterkopf behalten: Gott bestraft einen nie so sehr, wie man es verdient, aber sicher, Strafe kann kommen. Das ist auch kein „grausames“ Gottesbild; es ist ja gut, wenn Gott einem irdische vorläufige Strafen zur Warnung schickt, sodass einen nicht unvorbereitet die ewige Höllenstrafe trifft.

Einige fragen sich ja gerade auch, ob es schon ein Anzeichen des Weltendes ist: Schließlich haben wir da Seuchen und weitere Katastrophen zu erwarten. Auszuschließen ist das einerseits nicht; der Herr hat gesagt, dass das Ende zu einer Stunde kommt, in der wir es nicht erwarten, und im Grunde kann es sehr schnell kommen. Andererseits hatten wir schon sehr viele, und schlimmere, Seuchen, ein eindeutiges Zeichen sieht also anders aus; außerdem muss sich vor dem Ende der Welt noch das jüdische Volk zu unserem Heiland bekehren, was noch aussteht, und der Antichrist ist auch noch nicht sicher in Erscheinung getreten.

Aber auch wenn das Ende der Welt als Ganzes noch auf sich warten lässt: Das eigene Ende kann ja jederzeit und ohne irgendwelche Vorzeichen kommen, also heißt es immer: vorbereitet sein.

 

Was also jetzt am besten konkret tun, so, wie die Situation ist? Abgesehen davon natürlich, zu Hause zu bleiben, soweit man kann, oft die Hände zu waschen oder sie zu desinfizieren, und jetzt gerade nicht die Oma im Altenheim zu besuchen. Zum Beispiel wäre folgendes vielleicht gut:

  • Wie oben schon gesagt: An die eigene Sterblichkeit denken. Man kann auch Corona bekommen, Komplikationen haben und ersticken, wenn man jung ist. Oder man kann morgen von einem Bus überfahren werden oder einen Stromschlag bekommen, wie immer. Daher: vorbereitet sein. Hilfreich (z. B.):
    Jeden Abend einen Akt der Reue beten (besonders, wenn man keine Gelegenheit zur Beichte hat, bzw. nicht gehen will, um kein Virus heimzubringen und jemanden anzustecken, weil man z. B. mit Risikopatienten zusammenlebt; das sorgt zusammen mit einem Vorsatz, später zu beichten, schon für Gottes Vergebung):„Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine Sünden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich dafür verdient habe, sondern vor allem, weil ich dich beleidigt habe, das höchste Gut, das würdig ist, über alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mit Hilfe deiner Gnade nicht mehr zu sündigen und die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Amen.“

    Oder vielleicht auch das Memorare:

    „Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden ist. Von diesem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter, zu dir komme ich, vor dir stehe ich als ein sündiger Mensch. O Mutter des ewigen Wortes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich! Amen.“

    Oder dieses wunderschöne Gebet:

    „Seele Christi, heilige mich!

    Leib Christi, rette mich!
    Blut Christi, tränke mich!
    Wasser der Seite Christi, wasche mich!
    Leiden Christi, stärke mich!
    O guter Jesus, erhöre mich!
    Birg in deinen Wunden mich!
    Von dir lass nimmer scheiden mich!
    Vor dem bösen Feind beschütze mich!
    In meiner Todesstunde rufe mich!
    Zu dir zu kommen, heiße mich,
    mit deinen Heiligen zu loben dich
    in deinem Reiche ewiglich! Amen.“

     

  • Sich fragen, was man erledigt haben wollen würde, wenn man in einer Woche oder einem Monat sterben würde.
  • Jetzt gerade kann man außerdem die hl. Corona (Jungfrau, Märtyrerin und u. a. Patronin gegen Seuchen – kein Witz) um ihren Beistand anrufenund sie um ihre Fürbitte für alle Kranken, Sterbenden, Toten und die Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern bitten. Auch der heilige Sebastian ist ein beliebter Patron gegen Seuchen und Patron der Sterbenden.

(Heilige Corona und heiliger Viktor, aus einem Stundenbuch von ca. 1480. Gemeinfrei.)

  • Wenn andere Dinge abgesagt sind, etwas von der Zeit fest für mehr Gebet einplanen – Rosenkranz, Stundengebet, Bibellesen; was einem einfällt.
  • Die an Corona Sterbenden wären einem sicher auch nicht böse, wenn man ein paar (Teil)Ablässe für sie gewinnen würde (wenn man auch nicht zur Beichte und/oder Kommunion gehen kann, kann man zumindest einen Teilablass gewinnen).

Ansonsten: Nicht verzweifeln oder zu panisch werden, so ist das Leben eben, ein schönes Jammertal seit Adam, und der Tod kommt letztlich doch für alle. Man kann und muss vernünftige Maßnahmen gegen zu viel Tod (und Elend) auf einmal treffen, aber am Ende kommt er doch für alle. Tipps dazu, wie man anderen praktisch helfen kann (z. B. für ältere Nachbarn einkaufen gehen, wenn man gerade keine Schule hat, oder jemandem aushelfen, der wegen seines Berufs (z. B. als Verkäufer) viel Stress hat), oder wie man als Eltern für die Kinder Heimunterricht am besten gestaltet, usw. usf., finden sich ja allerorten auch genug. Und noch etwas: Sich dauernd mit etwas zu beschäftigen, das man nicht ändern kann, bringt nichts. Es ist sicher notwendig, sich ab und zu auf den neuesten Stand zu bringen (wofür ich übrigens Marco Gallinas Berichterstattung sehr viel mehr empfehlen kann als die unserer öffentlich-rechtlichen Medien), aber wenn man sich den ganzen Tag über mit denselben Meldungen verrückt macht, die man schon kennt, hätte man die Zeit besser verwenden können.

16 Gedanken zu “Ein paar Dinge zum Coronavirus

  1. „In unseren katholischen Kreisen wird ja gerade viel darüber geklagt…..leider gerade in Tradiland“

    Als Tradilandbewohner, (sozusagen als katholischer Hobbit) darf ich hier einen kleinen Einspruch wagen. Für mich als Katholik ändert sich in der Panik-Pandemie genau nichts, ausser dass ich meinen Minijob für die nächsten 4 Wochen verlieren werde, wenn meine kleine Firma bis dahin nicht in Konkurs gegangen ist.
    In den „katholischen Kreisen“ in die uns (meine Frau und ich) der Herrgott gestellt hat, wird mitnichten darüber geklagt, dass die Messfeiern bis nach Ostern gänzlich ausfallen. Das ist, zumindest den Progiland-Katholiken ziemlich egal, da vermissen sie rein gar nichts. Sie legen ja auch keinen Wert auf die hl. Messe, wenn gerade mal kein Virus die Immunsysteme durcheinander bringt. So what? Ich behaupte mal stramm: Vor der Panik ist nicht mehr nach der Panik. Welches Desaster uns dann erwarten könnte, malen wir uns bitte nicht aus, das könnte unsere Vorstellungskraft sprengen. Meine Frau und ich haben um Weihnachten rum, einige Messen verpasst weil uns das stinknormale Grippevirus ans Bett gefesselt hatte. Der Kommentar unseres Hausartzes: Es hätte schlimmer kommen können. Heute wäre er verpflichtet uns in Quarantäne zu stecken.

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    1. Es wird doch ziemlich deutlich, dass ich nicht von allen Tradis rede. Mich schließe ich da ja auch nicht ein.

      Haben Sie denn irgendeine Möglichkeit, Hilfe vom Staat zu bekommen, um nicht pleite zu gehen?

      – Crescentia.

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      1. Wir leben als Christen ständig in der Situation, mit Petrus über das Wasser zu gehen, und dann in den Fluten zu versinken, weil wir zweifeln. Da schliesse ich mich nicht aus. Deswegen fand ich das „leider“ in Bezug auf die Tradis etwas übermotiviert. Ich wollte Sie allerdings nicht persönlich angreifen. Wenn das so rüber gekommen ist, entschuldige ich mich hiermit. Die polnische Bischofskonferenz hatte empfohlen, die Anzahl der Messen zu erhöhen um die Gläubigen in kleineren Gruppen die Teilnahme zu ermöglichen. Auch das ist möglich. In meinem Bistum hat der Bischof alle Gottesdienste über Ostern hinaus, incl, Taufen und Trauungen, bzw. Beerdigungen untersagt. Die wollen noch nicht einmal hinaus aufs Wasser sondern lieber im Boot sitzen bleiben. Der Glaube schützt nicht vor Ansteckung, allerdings vor Panik und Hysterie. Und das ist ja schon mal was.
        Was die Hilfe des Staates von konkursbedrohte Kleinbetriebe angeht: Der Staat drückt momentan die Reset-Taste. Ich persönlich erwarte eine Ausgangssperre, die m.E. vollkommener Blödsinn wäre, genauso wie das Horten von Toillettenpapier. Wir warten vier Wochen mit laufenden Betriebskosten ohne Einnahmen ab und sehen dann weiter. Ansonsten legen wir alles in Gottes Hand.

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      2. In Polen ist es allerdings nicht so schlimm wie in Deutschland. Und Ausgangssperren haben sich als effektiv herausgestellt. Es geht hier nicht um Panik, sondern um eine sehr reale Gefahr.

        Alles Gute – hoffentlich schaffen Sie es!

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  2. Du schreibst schön! Und ich weiß, dass es für jemanden mit Zwangsgedanken auch besonders schwer sein muss in dieser Zeit.

    Es ist aber nicht richtig, öffentliche Gottesdienste abzusagen. Denn 2 Meter Abstand können locker gewährleistet werden, v.a. wenn man die Anzahl der Messen erhöht. Im Supermarkt und in der Bahn steht man immer noch (!) dicht aneinander und hält den Abstand nicht ein. Ich war erst gestern beim Einkaufen und kann das bestätigen.

    Es reicht nicht, dass nur die Priester ihre Privatmessen abhalten und die Gläubigen nicht teilnehmen.

    Die Sakramente sind so wichtig für unser Seelenheil, dass die Sonntagspflicht eben eine Pflicht ist (und ja ich weiß, dass die Bischöfe von dieser Pflicht dispensiert haben)

    Prof. Streeck, Virologe, hat Untersuchungen durchgeführt und es hat sich rausgestellt, dass über Türklinken/unbelebte Gegenstände KEINE Infektion möglich ist. Zudem hat er folgendes festgestellt: in Clubs/Discos gab es erweisenermaßen Ansteckungen, viele Ansteckungen, die leicht darauf zurückzuführen waren, weil man eben eng beieinander steht und feiert. Und das gilt eben nicht für die Messe. Dort gab es keine erwiesenen Ansteckungen und dort stand man auch nicht eng beiander.

    Der Heilige JP II schrieb in der Enzyklika Ecclesia de Eucaristia: „Die Eucharistie ist die heilbringende Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft der Gläubigen und ihre geistliche Nahrung, sie ist das wertvollste Gut, das die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte haben kann. “

    Auch zu dem Thema Glauben, dass man sich in der Eucharistie nicht anstecken kann, was in dem Artikel ein wenig belächelt wurde, folgendes: Der Heilige Don Bosco hat in der Zeit der Cholera den Juungen in seinem Oratorium gesagt, dass ihn jeder begleiten kann, um die Kranken zu versorgen und er hat ihnen gesagt, dass nur jeder die Gnade Gottes in sich bewahren und eine Medaille der Jungfrau bei sich tragen soll und nicht krank werden wird. Und es ist auch keiner von ihnen krank geworden.
    Der Heilige Domenico Savio, einer der Jungen im Oratorium des Heiligen Don Bosco hatte die Eingebung, dass in einem Haus eine choleraerkrankte Frau im Sterben liegt und er konnte ermöglichen, dass sie noch die Sakramente erhält bevor sie stirbt.

    Wenn unsere leibliche Gesundheit wichtiger wäre als die seelsiche Gesundheit bzw die Sakramente egal wären und Gott schon macht, wieso wurde ihr dann ermöglicht die Sakramente zu erhalten?

    Die Sakramente sind wichtig, das ewige Leben ist wichtiger als das hiesige. Die körperliche Gesundheit steht nicht über allem. Die Kirchen sollen geöffnet und Messen werden.

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    1. Danke für das Kompliment 🙂 Und danke für deine Anteilnahme, aber mir geht es gerade komischerweise sogar besser als sonst – es ist alles irgendwie ruhiger geworden.

      Na ja, wir sind keine Heiligen wie Don Bosco. Und es geht ja nicht darum, dass Priester nicht mehr zu den Kranken hingehen sollen! Dass die die Sakramente brauchen, ist doch eh klar.

      „Aber im Supermarkt kann man sich auch anstecken“ ist kein gutes Argument: Jede Gelegenheit weniger, bei der man sich anstecken kann, hilft. Und es wäre sicher auch nicht immer einfach, die Abstandsregeln einzuhalten. Einige Kirchen sind schon ziemlich voll am Sonntag, und erst recht in der Osterzeit. Und wenn man in eine Kirche dann nur zwanzig oder dreißig Leute einlassen würde, würden sich die restlichen siebzig oder achtzig, die draußen bleiben müssten, auch wieder beschweren. Es darf übrigens auch jeder Priester am Sonntag höchstens dreimal die Messe feiern.

      Es geht ja hier nicht um einen Dauerzustand. Und Gott lässt uns nicht im Stich, weil wir ein paar Monate lang nicht an der Messe teilnehmen können.

      LG, Crescentia.

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      1. Zudem ist ja das Ziel, die Kurve zu verflachen, damit wir genug Plätze im KH haben (10.000 Intensivbetten sind noch frei), aber nicht, dass sich keiner mehr ansteckt, weil das unmöglich ist. Es werden sich bis zu 70 % der Bevölkerung anstecken. Insofern ist das Argument, dass Super- und Baumärkte offen haben dürfen, sowie der ÖPNV fahren soll, die Kirchen aber geschlossen bleiben sollen, um die Ansteckungen zu verringern, nicht schlüssig.

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  3. Liebe Crescentia,

    Das freut mich zu hören!

    Das wundert mich, dass bei euch die Kirchen in der Osterzeit voll sind. Das ist hier nicht der Fall. Da war auch ohne Corona 2 Meter Abstand. Gleichzeitig haben wir hier genut Priester, dass man öfter die Messe feiern kann.

    Du hast recht: man sollte die Ansteckungsmöglichkeiten reduzieren: Dann sollte man zuerst den ÖPNV, dann die Supermärkte, zuletzt die Kirchen schließen. Der Leib und die leibliche Gesundheit sind nicht das Heiligste und Wichtigste. Ja, wir müssen auf unseren Körper achten, aber an oberster Stelle steht das Heil der Seele.
    Dafür wird Mutter Teresa ja in letzter Zeit von dne Medien vermehrt kritisiert: Dass sie eben bei den Armen, zerschundenen zunächst auf ihr Seelenheil geachtet hat.

    Tod und Krankheit sind bei weitem nicht das schlimmste, was uns passieren kann.

    Es gibt Bilder von leeren Kirchen und vollen Baumärkten. Die Parks sind zur Zeit voll (auch das kann ich bestätigen).

    Gerade weil es kein Dauerzustand ist, werden isch noch mehr Leute zwangsläufig infizieren – DAs RKI geht von 60-70% aus.

    Es gibt Leiden, die viel schlimer sind als Corona. Ich wohne neben einem Altenheim und eine der alten Frauen meinte, dass ihr das Corona gar nichts ausmacht. Sterben werden wir alle eh und die mesiten von uns werden auch früher oder später den Corona-Virus bekommen. In der Kirche wird sich keiner anstecken.
    Was Don Bosco angeht: Ja, er war heilig, aber nicht alle Jungs, die mit ihm mitgegangen sind, von daher ist das kein Argument

    LG Marta

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    1. Zu den Supermärkten: Ich sag’s mal so, wenn du kein Essen mehr hast und verhungerst, kannst du auch nicht mehr zur Messe gehen. Und den ÖPNV schließen wäre halt nur dann möglich, wenn alle Leute ein Auto hätten, was nicht alle Leute haben.

      LG, Crescentia.

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  4. Heute hat meine Mutter die katholische Kirche folgendermaßen angegriffen:

    „Der unverschämt reiche Vatikan soll endlich mal die italienischen Bürger, die unter der Corona-Krise leiden, finanziell unterstützen. Anstatt immer nur einen Segen zu spenden, der sowieso nichts bringt, sollte die Kirche einige ihrer großen Grundstücke verkaufen und ihre Goldvorräte spenden, um die Not in Italien zu lindern. Aber typisch Kirche: Immer nur leere Worte anstatt konkrete Taten, die den Menschen wirklich helfen. Letztlich ist die Kirche eine heuchlerische Institution, die zwar viel über Wohltätigkeit predigt, aber ihren eigenen enormen Reichtum nicht aufgeben will.“

    Was kann man dazu sagen?

    Mit freundlichen Grüßen,
    I love BXVI

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    1. „Was kann man dazu sagen?“

      Dass es Quatsch ist.

      Ganz unabhängig von der Frage, wer im konkreten juristischen Fall eigentlich „die Kirche“ sein sein soll – die Kirche hat sicherlich ein Immobilienvermögen, das von unschätzbarem religiösen und kulturellem Wert ist. Aber dieses Vermögen ist in vielen Fällen nicht liquidierbar und hat keinerlei Marktwert.

      Der Kölner Dom steht mit einem Buchwert von 27 Euro (sic!) in den Büchern des Erzbistums.

      Gefällt 1 Person

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