Missbrauch in München-Freising: Genaueres/Klarstellung zu Benedikt, Fazit und sonstige Auffälligkeiten und Anmerkungen

Ich habe mich jetzt doch entschlossen, das Münchner Gutachten noch einigermaßen vollständig zu lesen (ausgenommen den Sonderband zu Fall 41, vielleicht mache ich das noch), inklusive das ganze Vorgeplänkel, wo die Gutachter z. B. ihre Begriffe definieren und langwierig ausführen, inwiefern sich kirchliche Funktionäre strafbar gemacht haben könnten, aber auch die konkreten Empfehlungen am Ende; hier also noch einmal ein paar Gedanken dazu, was mir dabei aufgefallen ist.

Zuerst noch einmal genau zusammengefasst, was Benedikt XVI. / Kardinal Ratzinger angeht: In seinen Stellungnahmen, auf die die Gutachter am Ende noch eingehen, nachdem sie dargelegt haben, wie sich die Fälle in den Akten darstellen (und die ich zuerst übersehen hatte), erklärt Benedikt durchgängig, in den vier Fällen, in denen ihm die Gutachter Fehlverhalten vorwerfen, von seinen Mitarbeitern nicht ordentlich informiert worden zu sein. In einem Fall glauben ihm die Gutachter das, nämlich in Fall 22, bei dem es um einen Priester geht, der vor Ratzingers Zeit Missbrauchstaten begangen hatte, und dem während Ratzingers Amtszeit vom Erzbistum lediglich der persönliche Titel „Pfarrer“ (nicht gerade ein besonderer Ehrentitel) verliehen wurde, und dem der Generalvikar etwas später einen netten Brief zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand schickte, in dem er auch Dank vom Erzbischof für seine Dienste ausrichtete. Das sind ja auch Routinevorgänge, und es kann nicht wirklich von einem Erzbischof erwartet werden, die Vergangenheit aller Priester in seinem Bistum nachzuprüfen, bei denen irgendein Routinevorgang wie eine Versetzung in den Ruhestand anfällt, mit der er noch dazu kaum befasst ist. In den übrigen drei Fällen zweifeln die Gutachter an Benedikts Darstellung. In den Akten des Erzbistums heißt es in diesen Fällen an manchen Stellen, ihm sollte irgendein Schriftstück noch zur Kenntnis gebracht werden o. Ä., und wenn das nicht geschehen sein sollte, müsste man annehmen, dass die Mitarbeiter, besonders Generalvikar Dr. Gruber, die Akten falsch geführt und wichtige Dinge vor dem Erzbischof verheimlicht haben. Das ist allerdings vorstellbar; Dr. Gruber war auch vor und nach Ratzingers Amtszeit jemand, der Missbrauch lieber unter den Teppich kehrte. Es sieht zwar nicht danach aus, dass er Ratzingers Vorgänger Kardinal Döpfner und seinem Nachfolger Kardinal Wetter viel verheimlicht hätte, aber es wäre immerhin denkbar, dass er vielleicht dachte, Kardinal Ratzinger könnte strenger reagieren? Benedikt schreibt z. B., wenn Dr. Gruber notiert habe, er habe den neuen Einsatz eines Priesters mit ihm, dem Kardinal, besprochen, und der sei einverstanden gewesen, weil kein Skandal zu befürchten sei, dann zeige das doch, dass er nicht ordentlich informiert worden sein könne, denn wenn er alles gewusst hätte, hätte er ja nie gesagt, dass kein Skandal zu befürchten sei. Allerdings wäre es auch denkbar, dass Benedikt sich vielleicht einfach nicht erinnern will, und tatsächlich wenigstens ungefähr Bescheid davon wusste, was vorgefallen war, und dass die Täter vorerst nur versetzt, beurlaubt oder auf ihren Posten belassen wurden, und höchstens bei Rückfällen etwas mehr getan wurde. (Benedikt gibt an, dass sein Gedächtnis noch immer sehr gut sei, und dass er, wenn er sich an einen Menschen nicht erinnere, davon ausgehe, auch nicht mit ihm zu tun gehabt zu haben, daher schließe ich so etwas wie Altersdemenz aus – wobei es natürlich auch möglich ist, dass sein Gedächtnis an manchen Stellen nachlässt, ohne dass er es bemerkt. Bewusstes Lügen will ich ihm auch nicht unterstellen. Es geht um Vorgänge vor Jahrzehnten und der emeritierte Papst ist 94.) In diesen drei Fällen ging es um einen exhibitionistischen Priester, einen Priester, der anzügliche Fotos von 10-13jährigen Mädchen machte, und einen Priester, der vorher im Ausland schon wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war und jetzt wieder auffälliges Verhalten (Nacktbaden, Kontakte mit Ministranten) zeigte, also im Vergleich zu anderen Taten noch eher minderschweren Fällen, aber trotzdem natürlich Fällen, für die ganz andere Strafen hätten kommen sollen, und in denen die Täter auch noch Schlimmeres hätten tun können (und vielleicht unentdeckterweise getan haben).

Es ist gut möglich, dass die Stellungnahmen nicht allein von Benedikt verfasst wurden (er ist immerhin, wie gesagt, 94 Jahre alt), aber ich würde mal zumindest davon ausgehen, dass der Inhalt mit ihm abgesprochen war.

Ansonsten wiederhole ich erst noch kurz mein Gesamtfazit aus dem letzten Artikel:

In den 1940ern und 1950ern unter Kardinal Faulhaber und Kardinal Wendel sieht man, dass durchaus Maßnahmen ergriffen werden und Verdachtsmomenten nachgegangen wird, allerdings wurde nicht in allen Fällen genug getan; vermutlich war den Verantwortlichen nicht ganz bewusst, wie groß der Schaden an den Kindern/Jugendlichen ist, und man verließ sich auf die Besserung von Tätern nach Abbüßung einer Strafe. Man hätte mehr tun können, Fälle wurden auch nicht nach Rom ans Heilige Offizium (Vorgängerorganisation der Glaubenskongregation) gemeldet. Die Gutachter bemerken kritisch, man sehe keine Bemühungen um Kontakt mit den Opfern; ich würde vermuten, dass die Erzbischöfe das einfach nicht als ihre Aufgabe wahrnahmen und sich auf die Täter konzentrierten, so wie man nicht unbedingt ein persönliches Gespräch eines weltlichen Richters mit Verbrechensopfern erwarten würde (auch wenn das vielleicht gar keine schlechte Idee wäre). Generalvikar Buchwieser ging es nach Ansicht der Gutachter offenbar zu sehr um die mögliche Rufschädigung für die Kirche, Generalvikar Dr. Fuchs konnte durchaus streng vorgehen, ging aber einem Anfangsverdacht auch nicht immer genug nach.

Ab den 1960ern wird die Situation dann katastrophal, man sieht durchgehend eine ziemliche Gleichgültigkeit beim Erzbistum, sowohl unter Kardinal Döpfner als auch unter Kardinal Wetter; Täter wurden oft einfach nur versetzt, und zwar als „Strafe“ höchstens mal in die Krankenhaus- oder Altenheimseelsorge, was ihnen neue Taten keineswegs unmöglich machte (auch da gibt es Ministranten und die Priester helfen mal in der örtlichen Pfarrei aus). Generalvikar Defregger war ziemlich gleichgültig, Generalvikar Dr. Gruber übernahm auch auffallend viele Missbrauchstäter aus anderen Diözesen. Generalvikar Dr. Simon agierte recht passiv, auch Offizial Dr. Wolf war noch zurückhaltend bei der Einleitung von Verfahren, auch wenn es zu seiner Zeit schon besser wurde.

Irgendwann nach dem Jahr 2000, etwa um 2010, beginnt dann wieder ein Umdenken, es werden Missbrauchsbeauftragte eingesetzt, auch ältere Fälle werden gemeldet und die mutmaßlichen Opfer erhalten Entschädigungen. Ganz einwandfrei ist das Vorgehen der Erzdiözese auch jetzt nicht immer, aber man sieht eine deutliche Änderung; es wurden auch viele Fälle gemeldet, die im Gutachten nicht aufgeführt wurden, weil die Gutachter kein Fehlverhalten bei den Leitungsverantwortlichen sahen. Die Gutachter sehen bei Kardinal Marx kein außergewöhnlich intensives Interesse oder entschlossenes Vorgehen, aber haben keine härteren Vorwürfe zu machen; er hat sich auch mehrmals mit Missbrauchsopfern getroffen. Generalvikar DDr. Beer scheint recht konsequent vorgegangen zu sein. Die Gutachter bewerten die Präventionsarbeit in diesem Zeitraum als vorbildlich.

Auffällig ist aber, dass im gesamten Zeitraum kaum eine kirchenrechtliche Verurteilung nach den Straftatbeständen im alten CIC von 1917 bzw. im neuen CIC von 1983 erfolgte, was sicher öfter möglich gewesen wäre. Das Kirchenrecht war da, aber oft ging man nur mit Disziplinarmaßnahmen vor.

Um ehrlich zu sein, diese Gesamtsituation überrascht mich nicht besonders. In den 1960ern begann allgemein eine Zeit, in der man mehr Verständnis mit Verbrechern haben wollte, in der auf ihre Therapierbarkeit gesetzt wurde, und in der der Schaden durch sexuellen Missbrauch verharmlost wurde, in manchen Kreisen sogar für die Legalisierung von Sex mit Kindern geworben wurde. Und in den 2010ern wurde dann überall über Missbrauch in der Kirche geredet und man konnte das Thema gar nicht mehr in dieser Weise ignorieren. Ein bisschen unerwartet ist höchstens, dass es auch in den 1990ern und 2000ern noch oft so schlecht war.

Die Frage nach der genauen Schuld der einzelnen Beteiligten ist wohl eine, die nur Gott beantworten kann.“

(Die 65 im Gutachten ausführlicher dargestellten Fälle sind die, bei denen die Gutachter Fehlverhalten auf der Leitungsebene sahen; bei den anderen Fällen sahen sie entweder kaum Fehlverhalten oder „nur“ bei niederrangigeren Mitarbeitern, was sie nicht öffentlich darstellen, sondern worüber sie einfach die Bistumsleitung informieren wollten. Sie hätten allerdings keine Hinweise auf bewusstes Vertuschen von Sachverhalten vor den Vorgesetzten durch die Mitarbeiter gesehen.)

Noch einmal wiederholen möchte ich auch, wie auffällig ich es fand, wie gering die staatlichen Strafen in den vielen Fällen ausfielen, in denen die Missbrauchsfälle vor Gericht landeten – Geld- oder Bewährungsstrafen waren nicht selten, die mit Abstand höchste Strafe, Anfang der 60er für mehrfachen Missbrauch verhängt, war eine fünfjährige Haftstrafe.

Ein bisschen Statistik ist hier vielleicht interessant.

„Untersuchungsgegenständlich waren Vorwürfe gegen 261 Personen (205 Kleriker und 56 Laien). Bei 235 Personen (182 Kleriker und 53 Laien) haben sich Hinweise auf insgesamt 363 untersuchungsrelevante Sachverhalte ergeben.

Die Gutachter sehen im Hinblick auf 65 Sachverhalte die erhobenen Vorwürfe als erwiesen, bei 146 Sachverhalten als zumindest plausibel und in 11 Sachverhalten als widerlegt an. Bei 141 Sachverhalten und damit ca. 38 % boten die vorliegenden Erkenntnisse jedoch keine ausreichende Beurteilungsgrundlage für eine abschließende gutachterliche Würdigung.

Insgesamt wurden 90 staatliche Ermittlungsverfahren durchgeführt; dies sowohl innerhalb (71) als auch außerhalb (19) des Gebiets der Erzdiözese München und Freising. In 46 Fällen (31 innerhalb / 15 außerhalb) kam es zu einem Strafurteil beziehungsweise Strafbefehl.

Insgesamt wurden 14 kirchliche Voruntersuchungen durchgeführt; dies sowohl innerhalb (10) als auch außerhalb (4) des Gebiets der Erzdiözese München und Freising. Fünf Fälle wurden an die Glaubenskongregation gemeldet. In zwei Fällen wurde ein kirchliches Strafverfahren durchgeführt.

Auf der Basis der geprüften Aktenbestände gehen die Gutachter von mindestens 497 Geschädigten aus, davon 247 männlichen und 182 weiblichen Geschlechts; in 68 Fällen war eine eindeutige Zuordnung nicht möglich. Sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Geschädigten war die Altersgruppe der 8- bis 14jährigen mit 59% beziehungsweise 32% deutlich überrepräsentiert.“ (S. 11f.)

Die Gutachter erwähnen auch, dass Laien anders behandelt wurden als Priester: „Im Vergleich dazu konnten die Gutachter feststellen, dass gegenüber des Missbrauchs verdächtigten Laienmitarbeitern durchgängig aus Sicht der Gutachter angemessene dienst- und arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen wurden.“ (S. 12f.)

Der Anteil der widerlegten Fälle liegt also hier bei 3%; sie sind vorhanden, und sie machen einen ziemlich geringen Anteil aus.

Auffällig ist auch, dass es einige mehr männliche als weibliche Opfer gab.

Dann ein paar weitere Punkte zum Gutachten.

Es ist sehr interessant, was die Gutachter zu homosexuellen Cliquen im Klerus zu sagen haben.

„Die Problematik der reinen (Erwachsenen-)Homosexualität unter Klerikern berührt den Untersuchungsgegenstand zwar nicht unmittelbar. Mit Blick auf die Intensität der Sachverhaltsaufklärung durch die Kirche und deren Bewertung sind einige Anmerkungen hierzu jedoch unverzichtbar. […]

Mit dem gebotenen Nachdruck ist an dieser Stelle festzuhalten, dass sich in einer namhaften Zahl der uns zur Überprüfung vorgelegten Unterlagen Anhaltspunkte und Belege für eine ausgeprägte Homosexualität, insbesondere von Priestern und nicht nur im Bereich der allgemeinen Seelsorge, ergeben haben. Hinzu treten deutlichste Zeichen dafür, dass dergestalt sexuell orientierte Personen besonders enge Kontakte pflegten, sodass der Eindruck eng geknüpfter Netzwerke entsteht, die bis hin zu herausgehobenen Positionen in der Hierarchie des Ordinariats unterhalten wurden. Derartige Abschottungstendenzen treten auch anderwärts bei Minderheiten auf, die tatsächlich diskriminiert werden oder sich vermeintlich diskriminiert fühlen, wie den Gutachtern auch in anderem Zusammenhang bekannt wurde. Es liegt auf der Hand, dass das Wissen um die homosexuellen Tendenzen eines priesterlichen Mitbruders angesichts der rigiden Haltung der katholischen Kirche zu Fragen der Homosexualität demjenigen, der über dieses Wissen verfügt, eine erhebliche Einflussmöglichkeit beziehungsweise ein (gegebenenfalls sogar wechselseitiges) Erpressungspotential verleiht. Dies wiegt umso schwerer als auch innerhalb des Klerus unterschiedliche Gruppierungen beziehungsweise die erwähnten Netzwerke existieren, die einen (regen) Informationsaustausch betreiben und nachhaltig eigene Ziele um des beruflichen Fortkommens willen verfolgen. Derartiges Wissen oder Gerüchte haben daher durchaus einen nicht unerheblichen Verbreitungsgrad und müssen als eine wesentliche Mitursache für die ohne jeden Zweifel vorherrschenden Vertuschungstendenzen auch in die vorliegende Bewertung einbezogen werden. Hinzu tritt, dass eine wünschenswerte Kultur der Aufrichtigkeit und Offenheit über den gesamten von den Gutachtern untersuchten Zeitraum auch dadurch massiv verhindert wurde, dass in Fällen erkannter manifestierter und auch praktizierter Homosexualität diese hingenommen und somit entgegen eindeutigem Postulat toleriert wurde.“ (S. 423-425)

Das ist hier jetzt sicher noch etwas vage – ich gehe auch davon aus, dass die Gutachter keine Einzelpersonen an den Pranger stellen wollten, auch nicht anonymisiert, insbesondere, da sie selber, wie sie noch einmal betonen, nichts Falsches an Homosexualität sehen -, aber es ist trotzdem sehr interessant. Eine faktische heuchlerische Toleranz von Homosexualität, vernetzte Cliquen, die für eine Atmosphäre der Geheimhaltung sorgen, das ist ja kein ganz neuer Befund (z. B. wurde so etwas vor einiger Zeit erst von Prof. Dariusz Oko angeprangert), und das sorgt definitiv nicht für ein Klima der Offenheit und Aufklärung. Es ist auch zumindest denkbar, dass solche vernetzten Cliquen es für ein paar der Täter einfacher gemacht haben, ihre Taten, die zwar noch strafbarer Missbrauch waren, aber „in Richtung“ von Erwachsenenhomosexualität gingen, zu verheimlichen, nämlich bei solchen Fällen, in denen homosexuelle Kleriker Jungen im Verlauf der späteren Pubertät missbrauchten (z. B. der Priester aus Fall 50, der sich oft an Homosexuellentreffpunkten aufhielt, wo auch minderjährige männliche Prostituierte zu finden waren).

Ein bisschen seltsam ist der ganze Abschnitt, in dem die Gutachter, bevor sie auf die konkreten Fälle in München-Freising eingehen, einleitend die „gesellschaftliche Entwicklung“ skizzieren wollen, offenbar, um zu bewerten, was sie von Entschuldigungen/Rechtfertigungen für falschen Umgang mit Missbrauch wegen „des Zeitgeistes“ halten sollen. Und wie gesagt, hier kommen ein paar Abschnitte, wo man irgendwie den Eindruck hat, dass die Gutachter eher ein paar grobe Klischees zusammengefasst haben als hundertprozentig objektiv zu forschen.

So meinen sie z. B.: „Auch nach dem Ende des II. Weltkrieges war aufgrund der fortdauernden Prägung der Gesellschaft durch die Erziehung der Nationalsozialisten mit ihrem Keuschheits- und Mutterideal in der Bundesrepublik zunächst noch eine sehr konservative Moralvorstellung vorherrschend. Anders als beispielsweise die Rassenlehre wurde die Sexualmoral nicht als typisch nationalsozialistisch angesehen.“ (S. 45f.) Tatsächlich war die Sexualmoral nicht nur nicht „typisch nationalsozialistisch“, sie war nicht mal wirklich nationalsozialistisch. Die Nazis hatten z. B. sehr wenig gegen die uneheliche Geburt von Kindern, solange die Eltern gesunde Arier waren – man google nur mal den Lebensborn e. V. Die Nazis waren sogar so „sittenstreng“, dass sie einen Priester ins KZ steckten, der einer Frau die Ehe mit einem geschiedenen Nazi ausgeredet hatte, und dass Himmler überlegte, die Bigamie wieder einzuführen. Natürlich hielten sie von offensichtlichen Verdrehungen wie Homosexualität wenig (wie die allermeisten Menschen damals), und bezogen diese auch in ihre typischen brutalen Nazimethoden ein, und sie wären wohl auch nicht begeistert von totaler Promiskuität gewesen, aber insgesamt waren sie moralisch gesehen eher lax, im Vergleich zum Beispiel zur katholischen Kirche oder sogar noch anderen Kirchen. Die Keuschheit war kein typisches Naziideal, die Mutterschaft vielleicht schon eher, bis zu einem gewissen Grad.

Außerdem meinen sie, ebenfalls über die späten 40er und die 50er: „Weder die sexuelle Freiheit noch die psychische Entwicklung des Einzelnen waren Elemente, die Beachtung und erst recht nicht Schutz durch die Gemeinschaft und die Rechtsordnung beanspruchen konnten und erfahren haben. Minderjährige, die Geschädigten eines sexuellen Missbrauchs wurden und darüber sprechen wollten oder gesprochen haben, konnten nicht auf adäquate Hilfe und Unterstützung hoffen. Denn durch das Missbrauchsgeschehen wurden sie nun als ‚geschändet‘, als beschmutzt und stigmatisiert angesehen und nicht selten ausgegrenzt. Insbesondere weiblichen Missbrauchsopfern wurde oftmals eine Mit-, wenn nicht gar die Hauptschuld, etwa durch frühreifes Gebaren oder aufreizende Kleidung, zugewiesen. Dementsprechend genossen die geschädigten Minderjährigen allenfalls eine sehr geringe Glaubwürdigkeit, die jedenfalls dann vollständig entfiel, wenn sich die erhobenen Vorwürfe gegen Personen des öffentlichen Lebens richteten, für die allein schon kraft des von ihnen ausgeübten Amtes die vermeintlich unwiderlegbare Vermutung der Ehrhaftigkeit sprach. In besonderer Weise galt dies für einen Priester, der nach damaliger und auch heute noch anzutreffender Vorstellung die Inkarnation des über alle Zweifel Erhabenen darstellt.“ (S. 46f.)

Hier frage ich mich wirklich, was davon stimmt. Denn in den 40ern und 50ern gab es ja die erwähnten Verurteilungen und die erwähnten Nachforschungen, z. B. in Fall 3 im Gutachten, als die Kriminalpolizei und das Erzbistum schon ermittelten, weil ein Priester in einem Lehrlings- und Schülerheim ein ungewöhnlich nahes und seltsames Verhältnis zu den Jungen hatte, ohne dass ein Junge sich beschwert hätte (tatsächlich gaben die Jungen bei Befragungen an, dass es keinen Missbrauch gegeben habe). Dann meinen die Gutachter selber auch, dass natürlich auch schädliche Folgen für die Kinder bekannt und geächtet gewesen seien, wobei sie z. B. folgende Zitate aus Gerichtsurteilen bringen: „Der Schaden, den der Angeklagte an der geistigen, seelischen und moralischen Entwicklung der Kinder angerichtet hat, ist unermesslich und unübersehbar.“ „Dazu kommt noch, dass der Angeklagte seine hohe Aufgabe, Kinder zur Reinheit zu erziehen, in einer ganz verwerflichen Weise missbraucht hat und den Kindern dadurch zumindest seelischen Schaden zugefügt hat.“ (S. 50)

Irgendwie beißt sich das mit der Behauptung der totalen Stigmatisierung der Opfer. Hier wüsste ich mal wirklich gern, wie das von Opfern damals empfunden wurde – nicht wie Leute heute darüber schreiben, sondern wie jemand es damals empfand. Was die Mitschuld angeht: Mein – oberflächlicher – Eindruck ist, dass die Verführung von Jugendlichen zur Unzucht (nochmal unterschieden vom Missbrauch von kleinen Kindern) „früher“ vielleicht ungefähr so gesehen wurde wie die Verführung von Jugendlichen zum Drogenkonsum heute: Der Verführer ist der eigentliche Täter und gehört gehörig bestraft, für den Schaden, den er an ihnen angerichtet hat, aber man soll auch die Jugendlichen selber dazu erziehen, reif und verantwortungsvoll zu sein und sich solchen Verführungsversuchen zu widersetzen. Wie gesagt, das ist nur ein Eindruck, ich bin erst in den 90ern geboren. Aber hier wüsste ich wirklich gern mehr.

Dass die Gutachter z. B. den Begriff der „Schändung“ so auslegen, als beinhalte er eine Verachtung des geschändeten Opfers, wirkt auch nicht total plausibel. Schändung bedeutet, zu erniedrigen, Verachtung zu zeigen, zu verletzen. Man benutzt diesen Begriff auch bei Grabschändung oder Hostienschändung; und würde man ein Grab, bei dem, sagen wir, jemand ein Hakenkreuz auf den Grabstein gesprüht oder Plastiktüten mit Hundekacke auf die Grabplatte geworfen hat, von da an als igitt, tabu, zu verachten sehen, nur weil der Täter es so behandelt hat?

Ich kann mir schon vorstellen, dass es auch „früher“ falschen Umgang, evtl. sogar sehr falschen Umgang mit sexuellem Missbrauch gab, aber irgendwie kommt es mir so vor, als wäre dieses Früher eine Zeit, bei der es einem wahnsinnig schwer gemacht wird, wirklich etwas Verlässliches über sie zu wissen, statt nur zusammengestoppelte Klischees und begrenzt aussagekräftige Einzelinformationen.

Auch die Bewertung der späteren Änderungen durch die Gutachter ist, sagen wir, ein bisschen problematisch. Hier sieht man einfach, wie unfähig Leute sind, wirklich „neutral“ zu sein – die Gutachter sind es gewohnt, die Sexuelle Revolution als völlig positiv zu sehen, und müssen die Fakten, na ja, vielleicht nicht komplett verdrehen, aber doch irgendwie entsprechend framen. So meinen Sie: „Ab Ende der 1950er Jahre brachten erste Massenerhebungen zur sexuellen Praxis der Bevölkerung ans Licht, dass diese in weiten Teilen nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen in Einklang stand, ohne dass sich Anhaltspunkte für eine gestörte Persönlichkeit oder einen gestörten Sexualtrieb bei den Betroffenen ergeben hätten.“ (S. 48) Hier frage ich mich, was genau sie meinen – die berühmten „Untersuchungen“ von Aflred Kinsey, der dafür insbesondere Häftlinge und Prostituierte befragte (nicht gerade der Durchschnitt der Bevölkerung), und auch kein Problem darin sah, Pädophile zu interviewen? Sie reden von dem „Paradigmenwechsel“ (S. 51) der 60er und loben ihn: „Ohne die entsprechenden Zwänge eröffnete sich die Möglichkeit, Reife auf dem Gebiet der Sexualität unbeschwerter zu erlangen.“ (S. 51) Es fragt sich wirklich, was hier mit Reife gemeint ist – offensichtlich ja nicht Selbstkontrolle und Unbeschwertheit im Umgang mit dem anderen Geschlecht, das man nicht gleich sexualisiert. Immerhin geben sie dann korrekterweise zu: „Die bislang als Bedingung für die Gesundheit an Körper und Seele geforderte Unterdrückung und Reglementierung der Sexualität wurde nun als krankmachend angesehen. Gegenstand der in diesem Zusammenhang geführten Diskussionen waren unter anderem auch die Sexualität von Kindern und Jugendlichen sowie insbesondere die Frage, ob sexuelle Handlungen Erwachsener an Kindern, die man auch als sexuelle Wesen begriff, in jedem Fall strafwürdiges Unrecht darstellen (sollen). Mitunter wurde sogar die – wohl auch damals als Außenseiter-Meinung zu qualifizierende – Behauptung aufgestellt, dass Kinder und Jugendliche vielfach selbst sexuelle Kontakte mit Erwachsenen wünschten und davon in ihrer Entwicklung profitierten. Deren tatsächliches Erleben blieb freilich im Dunkeln. Teilweise wird vermutet, dass der Gewaltaspekt von den Befürwortern einer liberalen Sexualmoral bewusst unterdrückt wurde, um zu verhindern, dass er von konservativen Kräften für ihre Zwecke und Ziele instrumentalisiert werden konnte. Die Folge war letztendlich eine neuerliche Tabuisierung sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen.“ (S. 51f.) Sie sehen jedoch bereits Ende der 70er eine Besserung, wobei ich mich frage, ob sie hier nicht ignorieren, dass es trotz einer gewissen Gegenbewegung gerade damals erst viele Vorkommnisse gab, bei denen Pädophiliebefürworter Aufmerksamkeit erhielten. Die Karriere der Grünen hatte hier gerade erst begonnen. Und natürlich war die Befürwortung der totalen Legalisierung von Pädophilie eine Außenseitermeinung, aber auch Außenseitermeinungen haben Einfluss, und können z. B. dafür sorgen, dass auch andere, die dieser Meinung nicht ganz folgen, z. B. sexuellen Missbrauch nicht mehr als ganz so abscheulich sehen.

Ab Mitte der 80er sehen die Gutachter dann eine breitere Debatte in Deutschland über Missbrauch in Familien, und ab den 90ern auch in Schulen usw. „Gleichwohl nahm es nochmals einige Zeit in Anspruch, bis die Konturen einer weiteren spezifischen Gruppe von Tätern deutlich wurden, nämlich jener der Fachkräfte sämtlicher Disziplinen, denen Kinder und Jugendliche zur Erziehung, Fürsorge, Gesundheitssorge oder Bildung anvertraut sind und die eigentlich die Aufgabe haben, diese vor Beeinträchtigungen ihres Wohlergehens zu schützen und deren Folgen abzumildern.“ (S. 54)

Dann meinen sie, dass es auch innerhalb der Kirche zunächst ein Problembewusstsein gab, und erwähnen die Sittlichkeitsprozesse von 1936/37, auf die sie aber nicht näher eingehen (was sich aber sicher lohnen würde), und dann einige prominent gewordene Fälle ab Mitte der 80er, nämlich:

  • Die Fälle Gilbert Gauthe und Lawrence Murthy aus den USA (Gauthe hatte ab den 70ern etliche Kinder missbraucht und war immer nur versetzt worden, Gerüchten war nicht nachgegangen worden)
  • Den Fall von Kardinal Groer aus Wien, gegen den Mitte der 90er Missbrauchsvorwürfe aufkamen und der daraufhin von seinem Amt zurücktrat (zu den Vorwürfen schwieg er)
  • Den Fall von Marciel Macial Degollado, den Gründer der Legionäre Christi, gegen den ab Mitte der 90er zahlreiche Missbrauchsvorwürfe aufkamen, und der erst Mitte der 2000er nach einer Untersuchung durch die Glaubenskongregation aufgefordert wurde, sich zu einem Leben in Buße und Gebet zurückzuziehen
  • Den Fall John Geoghan; Anfang der 2000er wurde vom Boston Globe aufgedeckt, dass dieser Priester der Erzdiözese Boston zahlreiche Kinder missbraucht hatte und von Erzbischof Bernard Francis Law gedeckt worden war

Sie halten hier – wohl völlig korrekt – fest, dass man in den 90ern oder 2000ern nicht mehr sagen konnte, aufgrund des Zeitgeistes nicht zu wissen, wie schädlich sexueller Missbrauch sei, wie z. B. Kardinal Wetter das in seiner Stellungnahme angibt. Das sollte man definitiv beachten; es gab auch noch viele Versäumnisse, als man es hätte viel besser wissen müssen.

Dann kommt aber auch noch eine seltsame Stelle mit der Behauptung, dass der ältere pädagogische Zeitgeist, der von der Kirche mitgeprägt worden sei, Kindern keine Rechte zugestanden hätte, und Erwachsene die Verfügungsgewalt über sie gehabt hätten (vgl. S. 62). Und hier frage ich mich echt: Was soll der Scheiß? Gerade wurde oben doch darüber gesprochen, dass sexueller Missbrauch immer als bösartiger Übergriff gesehen wurde. Das ist letztlich dieselbe seltsame Relativierung von sexuellem Missbrauch, die man oft bei Journalisten sieht, indem sie es gleichsetzen, einem Kind eine Ohrfeige zu geben, weil es seinen Banknachbarn geärgert hat, und ein Kind anal zu vergewaltigen. Ja, auch in Ländern, in denen Körperstrafen heute noch legal sind (z. B. den USA) haben Kinder Rechte. Nein, wer Körperstrafen für rechtens hält oder sogar austeilt, ist nicht dasselbe wie ein Kinderschänder.

Ich fand es wirklich an einigen Stellen ein bisschen auffällig, wie erstaunt die Gutachter sich geben, dass es ausgerechnet in den 1960ern so schlecht wurde, obwohl sie selbst schon den pädophilieverharmlosenden Zeitgeist zugegeben haben. So schreiben Sie z. B. über Kardinal Döpfner: „Keine wesentlichen Unterschiede gegenüber seinem Amtsvorgänger sind hingegen in Bezug auf die mangelnde Geschädigtenfürsorge festzustellen. Dieser Umstand wiegt im Fall des Erzbischofs Kardinal Döpfner nach Einschätzung der Gutachter allerdings umso schwerer, als dieser nicht nur im Rahmen des für das kirchliche Selbstverständnis sehr bedeutsamen II. Vatikanischen Konzils eine wichtige Rolle spielte, sondern sich in dieser Zeit auch das Bewusstsein für die Tatfolgen bei den Geschädigten von Gewalttaten im Allgemeinen und Missbrauchshandlungen im Besonderen bereits zu vergrößern begann, diese Entwicklung kirchlicherseits allerdings ignoriert wurde.“ (S. 681f.) Und über seinen Generalvikar Defregger: „Dies erscheint den Gutachtern auch deshalb als in besonderer Weise bedauerlich und kritikwürdig, weil im fraglichen Zeitraum das II. Vatikanische Konzil mit wegweisenden Vorgaben zum allgemeinen kirchlichen Handeln abgehalten wurde und in der Kirche eine nicht unerhebliche Aufbrauchstimmung festzustellen war, die jedoch nicht auf den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs ausstrahlen konnte.“ (S. 928)

Es erscheint irgendwie als ausgemacht, dass das 2. Vatikanum gut war, und deswegen alles irgendwie hätte verbessern müssen. Dabei war die zeitgeistliche Stimmung, die leider auch „das Konzil“ und seine Umsetzung beeinflusste, ja gerade: weg von der repressiven Sexualmoral, dieser Dumpfheit und Rigidität, Verständnis für Kriminelle, die selber irgendwie Opfer sind, und denen man mit Therapie und Resozialisierung helfen soll. Nicht zuletzt kamen, wie schon oben gesagt, in vielen Ländern Forderungen von linken atheistischen Intellektuellen nach der Legalisierung von „gewaltfreiem“ Sex mit Kindern auf. Noch bis in die 90er waren Pädophilenaktivisten in manchen Kreisen erfolgreich. Diese ganze Stimmung beeinflusste wahrscheinlich auch gerade die liberaleren Kirchenleute, zu denen auch ein Kardinal Döpfner gehörte. Ich will definitiv keinem liberalen Theologen unterstellen, ein überzeugter Pädophiliebefürworter gewesen zu sein, aber von einer solchen gesellschaftlichen Entwicklung kann man sich eben dahingehend beeinflussen lassen, etwas laxer zu sein, Missbräuche nicht mehr als Verbrechen, sondern als minderschwere Verfehlungen zu sehen, und auf die schnelle Resozialisierbarkeit von Tätern zu vertrauen.

Sie gehen bei ihrem ganzen Vorgeplänkel auch auf die strafrechtliche Entwicklung ein. Aus Straftaten gegen die Sittlichkeit wurden 1973 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, und das und die ganzen anderen Änderungen bewerten die Gutachter im Grunde immer als positiv. Aufgefallen sind mir in diesem Abschnitt aber vor allem auch folgende nach und nach erfolgte Änderungen: Sexuelle Handlungen an Kindern unter 14 waren immer strafbar, aber die Altersgrenze speziell beim Missbrauch von Schutzbefohlenen wurde von 21 auf 18 heruntergesetzt und die Verführung von Mädchen unter 16 wurde nach § 182 StGB nicht mehr generell unter Strafe gestellt, schließlich wurde der § 175 StGB abgeschafft, der homosexuelle Handlungen unter Strafe gestellt hatte, zuletzt allerdings nur noch Handlungen mit einem minderjährigen Beteiligten; insoweit wurde auch das Schutzalter für Jungen im Allgemeinen auf 14 heruntergesetzt (bzw. 16 beim Missbrauch von Jugendlichen unter Ausnutzung einer Zwangslage o. Ä., und 18 beim Missbrauch von Schutzbefohlenen). Die Möglichkeit einer Geld- statt einer Freiheitsstrafe wurde eingeführt. Auch wenn es neuerdings wieder ein paar (theoretische) Verschärfungen und das Schließen von Strafbarkeitslücken gab und die Verjährungsfrist mittlerweile bis zum 30. Lebensjahr des Opfers ruht statt gleich ab der Tat zu laufen beginnt, diese erstgenannten Änderungen waren m. E. nicht besonders schön. An positiven Änderungen könnte man aber noch benennen, dass die Rechte des Opfers im Prozess gestärkt wurden, z. B. durch die Einführung der Nebenklage; hier haben die Gutachter schon Recht damit, positive Änderungen zu sehen.

(Aber natürlich ist und bleibt es der pure Wahnsinn, wie gering der Strafrahmen war und ist, und wie gering die Strafen vor allem in der Praxis ausfallen.)

Sie schreiben auch über die kirchenrechtliche Entwicklung, aber das übergehe ich hier mal; die kirchenrechtlichen Grundlagen hätten ja sehr oft ein härteres und anderes Vorgehen erfordert, als geschah, und genauer kann man das vielleicht mal ein anderes Mal ansehen.

Interessant ist aber auch noch, dass sie kritisieren, dass auch noch in jüngerer Zeit die Mitarbeiter des Ordinariats ihre internen Plausibilitätsprüfungen zu wichtig nahmen und in Fällen, die augenscheinlich verjährt waren, bei denen es ihrer Bewertung nach nur um eine nicht strafbare Grenzüberschreitung ging oder bei denen Aussage gegen Aussage stand, selbst entschieden, dass sie sie nicht, wie eigentlich verpflichtend, an die Glaubenskongregation und die Staatsanwaltschaft melden sollten, weil das sowieso nichts bringen würde. (In neuerer Zeit, als auch viele Altfälle gemeldet wurden, waren in vielen Fällen hauptsächlich die Mitarbeiter und die Diözesanleitung kaum mit der Sachbearbeitung befasst.)

Dann zu den Empfehlungen der Gutachter am Ende des Gutachtens. Schon zu Beginn des Gutachtens benennen sie Probleme, die sie sehen: „Klerikalismus“, Geheimhaltungsbedürfnis bzw. Angst vor Skandalen, fehlende Sachkompetenz bei Kirchenrechtlern („Jedenfalls bis in die jüngere Vergangenheit hinein war für die Auswahl der Leitungsverantwortlichen nicht primär die Fachkompetenz und das Leistungsprofil des jeweiligen Amtsinhabers maßgeblich, sondern dessen mögliche Aufstiegschancen in weitere und höhere kirchliche Ämter“ (S. 15)), fehlende Anwendung des Kirchenrechts, fehlende Kontrolle und Rechenschaftspflicht bei den Mitarbeitern im Ordinariat. Daher schlagen sie am Ende folgendes vor, wovon das meiste ganz vernünftig wirkt (in der Kirche wie in anderen Institutionen):

Sie empfehlen erstens, die Belange der Geschädigten zu stärken. Daher sollten alle kirchlichen Verantwortungsträger, die mit Missbrauchsfällen zu tun haben, nicht nur einzelne Repräsentanten, Kontakt zu den jeweiligen Opfern aufnehmen, um ihrer Funktion als Seelsorger zu genügen, das Leid der Opfer zu sehen, und den Opfern zu zeigen, dass sie der Kirche nicht egal sind. Es solle eine unabhängige Ombudsstelle für Geschädigte eingerichtet werden; die Missbrauchsbeauftragten der Diözese könnten zumindest den Eindruck nicht ausreichender Unparteilichkeit erwecken, weil sie noch zu abhängig von der Diözese seien. Man könne den Geschädigten außerdem zumindest ein gewisses Recht zur Akteneinsicht in ihre Fälle geben. Man solle den Betroffenenbeiräten, deren Einrichtung vor kurzem beschlossen worden sei, eine starke Stellung geben, sie finanziell entsprechend ausstatten usw.

Zweitens schlagen die Gutachter Maßnahmen im Bereich der Rechtssetzung vor. Sie meinen dabei auch, es brauche eine Änderung der Einstellung, weil das kirchliche Recht oft quasi nicht als streng durchzusetzendes Recht angesehen, sondern gerne mit dem Hinweis auf Barmherzigkeit gemildert wurde. „Darüber hinaus muss aber auch ein neues Bewusstsein für die Bedeutung des Rechts in der Kirche geschaffen werden. Nach wie vor bestehende Vorbehalte gegen die mit einer ‚Kirche der Liebe und Barmherzigkeit‘ nicht beziehungsweise nur schwer zu vereinbarende rechtliche Überformung kirchlichen Handelns müssen endgültig und in allen Bereichen überwunden werden.“ (S. 1166) Bereits an anderer Stelle kritisieren sie den Can. 1341 im neuen CIC von 1983, der viel Spielraum dafür übrig lässt, Straftaten nicht vors Kirchengericht zu bringen: „Der Ordinarius hat dafür zu sorgen, daß der Gerichts- oder der Verwaltungsweg zur Verhängung oder Feststellung von Strafen nur dann beschritten wird, wenn er erkannt hat, daß weder durch mitbrüderliche Ermahnung noch durch Verweis noch durch andere Wege des pastoralen Bemühens ein Ärgernis hinreichend behoben, die Gerechtigkeit wiederhergestellt und der Täter gebessert werden kann.“ Und hier kann ich ihnen nur absolut zustimmen. Falsche Barmherzigkeit hat in den letzten Jahrzehnten so unglaublich viel Schaden angerichtet, und zu so viel Unbarmherzigkeit an anderen Stellen (in diesem Fall gegenüber den Missbrauchsopfern) geführt. Dieser Canon kann auch im richtigen Sinn angewandt werden, bei manchen kirchenrechtlichen Straftaten – sagen wir mal, finanziellen Vergehen oder was weiß ich – mag es wirklich besser sein, sie nicht sofort vor Gericht zu bringen, wenn der Täter wirklich reuig ist, aber er kann auch in einem sehr falschen Bereich angewandt werden.

Es brauche außerdem eine Konkretisierung der einzelnen Straftatbestände im kirchlichen Recht, da nicht immer klar sei, was schon als sexuell bestimmt und damit als Straftat gelten solle. Ebenso müssten die im Gesetz angedrohten Strafen konkreter werden, statt dass z. B. nur eine „gerechte Strafe“ angedroht würde. Das sei freilich Aufgabe des gesamtkirchlichen Gesetzgebers, d. h. des Heiligen Stuhls, Diözesanbischöfe könnten aber zumindest Auslegungshinweise schaffen. Die Fachkenntnis und Erfahrung der Kirchengerichte müsse gestärkt werden, weshalb es sich empfehle, diözesenübergreifende Gerichte zu schaffen, die sich auf solche Fälle spezialisieren sollten. An solche Gerichte solle man evtl. auch fachkundige Nicht-Kleriker berufen. Man solle die Beteiligtenrechte der Geschädigten im Strafverfahren stärken, und außerdem amtliche, anonymisierte Sammlungen der Entscheidungen von Kirchengerichten publizieren, damit Kirchenrichter eine Richtschnur hätten, und die Kirchenjustiz weniger „Geheimjustiz“ sei. Es brauche auch bzgl. der reinen Disziplinarmaßnahmen, die außerhalb von kirchlichen Strafverfahren erfolgen, eine möglichst konkrete Normierung, eine Vereinheitlichung.

Drittens empfehlen sie „Maßnahmen im administrativ-organisatorischen Bereich“ (S. 1174). Man solle genaue Ausführungsbestimmungen zu den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz schaffen; es brauche eine klare, verlässliche, nachvollziehbare Handlungsgrundlage für das Handeln der kirchlichen Verwaltung. Sie empfehlen auch zusätzlich zu den Missbrauchsbeauftragten einen weisungsunabhängigen „Interventionsbeauftragten“. Es brauche ein Compliance-Management- und Hinweisgebersystem, damit Mitarbeiter Fehlverhalten anderer (nicht nur im Bereich von sexuellem Missbrauch) leicht und niederschwellig melden könnten; erste Schritte hierzu habe die Erzdiözese München-Freising schon getan. Es solle auch in regelmäßigen Abständen eine Qualitätskontrolle stattfinden, bei der man auch Vergleiche mit anderen Diözesen machen könnte. Man solle darauf schauen, Leitungsfunktionen nicht mit fachfremden Personen zu besetzen, es brauche eine genaue Aufgabentrennung und eine bessere Weiterqualifizierung der Mitarbeiter, außerdem müsse die Aktenführung verbessert werden. Die Amtszeiten der Verantwortungsträger wie z. B. des Generalvikars sollten begrenzt werden.

Als viertes schlagen sie Maßnahmen in Bezug auf Täter bzw. potentielle Täter vor. Die Regelungen zur Führungsaufsicht über Kleriker, denen die Ausübung ihrer Weihebefugnisse untersagt ist, müssten konkretisiert werden. Man dürfe die Täter generell nicht einfach sich selbst überlassen, und müsse auch präventiv Vereinsamungstendenzen vorbeugen und darauf schauen, dass Priester ein stabiles soziales Umfeld „auch und gerade außerhalb des eigenen Standes“ (S. 1187) hätten. Hier werden die Gutachter wenig konkret, schlagen aber u. a. eine „Priesterausbildung, die dem gemeinsamen Leben im Seminar eine weniger große Bedeutung beimisst, als das heute der Fall ist“ (S. 1187) vor, was ich skeptisch sehe – gerade das Gemeinschaftsleben mit anderen in derselben Lebenssituation ist doch oft sehr gut. Vielleicht wäre ja mehr priesterliches Gemeinschaftsleben auch in der normalen Pfarrseelsorge (z. B. Zusammenleben der Priester aus zwei oder drei Nachbargemeinden) denkbar? Auch die „Hilflosigkeit“ der Verantwortlichen beim Sprechen mit Beschuldigten müsse überwunden werden, wobei es auch hier wenig konkret wird. Man dürfe Täter nirgends mehr in der Seelsorge (auch nicht z. B. nur in der Krankenhausseelsorge) einsetzen, aber könne ihnen trotzdem Hilfen zur „Bewältigung psychologischer sowie sonstiger Defizite“ (S. 1189) bieten. Wenn es darum ginge, Priester psychologisch begutachten zu lassen, solle man nicht immer dieselben einzelnen Psychologen heranziehen, sondern einen Gutachterpool aus einer größeren Zahl an auch außerhalb des Bistums angesiedelten Fachleuten. Dann geht es um die priesterliche Aus- und Fortbildung. Man solle mit Priesteramtskandidaten über Problemstellungen, z. B. eigene Missbrauchserfahrungen, sprechen, an ihrer Persönlichkeitsentwicklung arbeiten, sie psychologische Tests machen lassen, wie es sie auch in anderen Berufsfeldern gebe; man solle Priester aber auch nach ihrer Weihe bzgl. der Missbrauchsprävention fortbilden. An sich hört sich das alles mit Tests, Fortbildungen usw. nicht schlecht an, nur was mit dem Stichwort „Persönlichkeitsentwicklung“ gemeint ist, frage ich mich. Hier schreiben die Gutachter: „So legen insbesondere die Befunde der MHG-Studie nahe, dass die intensive, fachliche und persönliche Beschäftigung mit dem Thema Sexualität und sexuelle Identitätsbildung in den Priesterseminaren zeitlich und inhaltlich äußerst knapp bemessen ist.“ (S. 1191) Hier bleibt es für mich wirklich sehr schleierhaft, was gemeint ist, und wie man das nach Ansicht der Gutachter im Rahmen einer gesunden katholischen Einstellung zur Sexualität verwirklichen sollte.

Als fünftes kommen noch „sonstige Maßnahmen“ (S. 1192). Es solle eine Betreuung der Institutionen/Pfarreien, in denen es Fälle von Missbrauch gab, geben, u. a. durch die Weihbischöfe und Dekane, damit die Leute mit ihren Fragen nicht allein gelassen würden, vom Stand der Ermittlungen wüssten, und es weniger Spaltungen in den Pfarreien gebe zwischen denen, die zu ihrem Pfarrer halten, und denen, die es nicht tun.

Dann kommt ein vager Abschnitt zum Thema „Kritische Reflexion des priesterlichen Selbstverständnisses“. Dabei heißt es u. a.: „Nicht zuletzt stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Weihe- und Leitungsgewalt. […] Dahingehende Überlegungen und Auseinandersetzungen dürfen in Anbetracht der Einbettung des Priesterbildes in historische Entwicklungen nicht vorschnell unter Berufung auf kirchliches Lehramt und Tradition unterbunden werden.“ (S. 1193f.) Nun ist es aber – auch wenn das für die Gutachter keine Rolle spielen mag – einfach so, dass Jesus Christus den Aposteln und ihren Nachfolgern die Leitungs-, Lehr- und Weihegewalt übertragen hat. Wir brauchen im Bischof einen Hirten, der sich dafür verantwortlich weiß, seine Schafe zu leiten, zu lehren, zu heiligen, und bei dem alles zusammenläuft, nicht einfach nur irgendwelche Gremien mit streng abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen (die unter ihm natürlich gerne existieren sollen). Was Jesus eingesetzt hat, hat seinen Sinn, Punkt aus Ende.

Dann empfehlen sie vertiefende Forschung zu „missbrauchs- und vertuschungsbegünstigenden Faktoren“ (S. 1194). Hier könnte es kritisch werden – es geht jetzt an das Thema Zölibat. Sie geben erst einmal schon zu: „Nach derzeitigem Erkenntnisstand kann ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Pflichtzölibat und sexuellem Missbrauch zwar nicht hergestellt werden.“ (S. 1194) Allerdings halten sie einen indirekten Zusammenhang für möglich, z. B. in Bezug auf die Auswahl der Kandidaten, die sich für einen Beruf mit Pflichtzölibat zur Verfügung stellen. „Denkbar wäre dies beispielsweise im Hinblick auf die Frage, ob sich der psychosexuelle Reifegrad von Seminaristen (deutlich) von demjenigen der Altersgenossen unterscheidet, wie sich der psychosexuelle Reifegrad während der Ausbildung – wiederum im Vergleich zu Altersgenossen – entwickelt und worauf etwaige Unterschiede in den einzelnen Entwicklungsstadien zurückzuführen sind.“ (S. 1194) Und hier frage ich mich einfach nur: Bitte was? Der psychosexuelle Reifegrad des durchschnittlichen Zwanzigjährigen sieht wahrscheinlich so aus, dass er täglich Pornos konsumiert, und der psychosexuelle Reifegrad des durchschnittlichen Fünfundzwanzigjährigen wahrscheinlich haargenau so. Im Ernst: Was meinen die Damen und Herren Anwälte hier? Wenn sie z. B. meinen sollten, dass man – wie das Papst Benedikt klargestellt und streng vorgeschrieben hat – darauf achten muss, keine Seminaristen mit bleibenden (auch nicht offen ausgelebten) homosexuellen Neigungen aufzunehmen, weil das kein gesundes Verhältnis zur Sexualität zeigt und Probleme geben kann, dann stimme ich ihnen natürlich zu.

Außerdem habe eine überhöhte Ansicht vom Priester zu zu viel Geheimhaltungsbedürfnis geführt. Hier bin ich auch nicht überzeugt. Gerade bei einer besonders hohen Anforderung an Priester müsste man ja umso mehr darauf bestehen, die Vergehen schlechter Priester zu ahnden – gut, in dieser gefallenen Welt sind die Menschen vielleicht manchmal gerade eher darauf bedacht, bei idealisierten Personen nichts Schlechtes sehen zu wollen. Aber würde man z. B. sagen, man müsste die Arbeit von Ärzten nur möglichst bagatellisieren und heruntermachen, um endlich mal besser gegen ärztliche Behandlungsfehler und das Ignorieren der Beschwerden von Patienten vorgehen zu können? (Was m. E. ein Riesenproblem ist, aber darum geht es hier ja nun nicht.) Nein, man kann sehr gut sehen, dass jemand eine große, besondere Aufgabe hat, und ihm trotzdem oder gerade deswegen nicht alles durchgehen lassen. Es wird immer „herausgehobene“ Menschen mit besonderen Aufgaben geben. Die Gutachter selbst erwähnen das Beispiel der Polizeigewalt, und dass innerhalb der Polizei nicht gerne deswegen gegen Kollegen ermittelt wird. Die Lösung dafür kann auch nicht sein, die Aufgabe der Polizei herunterzusetzen; ohne sie wären wir ziemlich aufgeschmissen.

Die Gutachter beschweren sich hier: „Trotz intensiver Bemühungen kirchlicherseits insbesondere im Bereich der Prävention ist für die Gutachter eine Bereitschaft vor allem der kirchlichen Hierarchie, diese jenseits der öffentlichkeitswirksamen Frage nach einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen Pflichtzölibat und sexuellem Missbrauch liegenden strukturellen beziehungsweise systemischen Fragen kritisch und ergebnisoffen zu untersuchen, nur vereinzelt erkennbar, gleichwohl aber dringend geboten. Dieses Desiderat besteht unabhängig davon, ob der Anteil der Missbrauchstäter unter den Priestern höher ist als im Bevölkerungsdurchschnitt oder nicht. Beide Ansichten werden vertreten. Entscheidend ist insoweit die herausragende Verantwortung, die die Kirche dadurch trägt, dass sie mit einem besonderen Vertrauensvorschuss ausgestattete Personen in verantwortlicher Stellung gegenüber ihren Gläubigen einsetzt und auch diesen gegenüber eine Fürsorgepflicht hat.“ (S. 1195f.)

Eine der Stellen, an denen eben auffällt, dass sie doch nur halb verstehen, wie man denkt, wenn man an Jesus glaubt, der nun einmal den Zölibat sehr empfohlen hat. Seltsam auch, dass sie meinen, es komme gar nicht darauf an, ob das kirchliche System wirklich für eine höhere Zahl an Missbrauchstätern sorge als anderswo – woran würde man denn sonst sehen, ob der Zölibat oder andere kirchentypische Faktoren einen messbaren schlechten Einfluss haben?

An einer anderen Stelle wird auch schon kritisiert, dass „früher“ einfach nicht über Sexualität gesprochen worden sei, und sie regen sich ein wenig über die katholische Sexualmoral auf. Das ist sicher nicht ganz falsch – aber nicht über etwas zu reden und etwas als schlecht zu sehen ist nicht dasselbe. Im 16., 17., 18. Jh. beispielsweise wurde offener über Sexualität geredet als im 19., ohne dass sich die Maßstäbe geändert hätten, was im Bereich der Sexualität als gut oder schlecht gilt. Man kann offen genug über Sexualität reden, und trotzdem nicht Unzucht feiern.

Schließlich empfehlen sie auch noch die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern (z. B. in kirchlichen Kitas und Schulen), damit sie sich Grenzüberschreitungen widersetzen können.

Zuletzt wird dann eine Stärkung der Rolle der Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen empfohlen, um ein männerbündlerisches System zu verhindern; hier habe die Erzdiözese München-Freising jedoch schon gehandelt und Frauen eingestellt. Ich bin hier nicht so ganz überzeugt – Frauen sind nicht per se bessere Menschen, wie man auch an den vielen Fällen von familiärem Missbrauch sieht, in denen die Mutter den Vater oder Stiefvater deckt. Andererseits kann es schon sein, dass es nicht schlecht ist, wenn im Ordinariat auch ein paar Frauen arbeiten, es kann schon sein, dass die weniger Anlass sehen würden, einen „Mitbruder“, mit dem sie nicht besonders verbunden sind, schonend zu behandeln, und mehr beschützerische Instinkte gegenüber den Opfern hätten – aber ich weiß es nicht.

Damit beenden die Anwälte jedenfalls ihr eigentliches Gutachten, und es kommt der Anlagenband mit den Stellungnahmen von Benedikt XVI., Kardinal Wetter, Kardinal Marx und DDr. Beer, und Synopsen der Rechtsgrundlagen, und schließlich der Sonderband zu Fall 41.

(Frauenkirche München, Bildquelle hier.)

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