Was tun als Skrupulant ohne regelmäßigen, vertrauenswürdigen Beichtvater?

Der klassische Rat der Kirchenlehrer und Theologen für Skrupulanten ist bekanntlich: sich einen Beichtvater suchen und dem gehorchen. Wenn der Beichtvater einem sagt, man hat keine Sünde begangen, dann akzeptiert man das Urteil unhinterfragt und sucht nicht zur Sicherheit noch einen zweiten Priester auf, den man fragen kann. Man ersetzt das eigene, gestörte Urteil, zumindest für einige Zeit, durch das Urteil eines anderen und übt sich in Demut und Gehorsam.

Das ist so weit ein guter Rat; aber leider nicht immer einer, der so leicht umgesetzt werden kann, jedenfalls heute nicht mehr so leicht wie früher. Wenn man zur Beichte zu einem „liberalen“ Priester gehen muss, bei dem man froh sein kann, wenn er die Absolutionsformel ohne Änderungen spricht, wird man den nach der Aufzählung der Sünden nicht um weiteren Rat bitten, geschweige denn, seinen Ratschlägen gehorchen wollen, sondern sich lieber nur schnell die Lossprechung holen und wieder aus dem Beichtstuhl verschwinden. Und mit gutem Grund.

Jetzt könnte man natürlich sagen „such dir doch einen guten Beichtvater“. Aber das ist manchmal nicht so einfach, und manchmal geht es fürs erste gar nicht. Vielleicht lebt man in der Diaspora auf dem platten Land ohne Auto und hat in der näheren Umgebung keinen Priester, dem man so weit vertrauen würde und der Zeit für einen hat, vielleicht wird der bisherige Beichtvater in eine weiter entfernte Pfarrei versetzt, oder man hat einfach noch zu viel Angst, um irgendeinen Priester zu fragen. Aus welchem Grund auch immer: Manchmal muss man sich fürs erste auf andere Weise behelfen.

Zudem kann man nicht ständig, wenn man wegen irgendetwas in Panik ist, den Beichtvater nerven; es ist auch dann, wenn man einen Beichtvater hat, gut, wenn man selbst daran arbeitet, die Skrupulosität zu überwinden. Was also tun?

In diesem Fall muss man sich zunächst mal konsequent selbst dazu zwingen, die allgemeinen Regeln für Skrupulanten einzuhalten. Vor allem (ich wiederhole hier auch einiges, was ich in diesem alten Post vom Beginn meiner Bloggerzeit schon gesagt habe):

  • Zweifel verachten. Das ist die wichtigste Regel für Skrupulanten überhaupt: Wenn man zweifelt, ob man eine schwere Sünde begangen hat, wird sie nicht als schwere Sünde gezählt; wenn man Zweifel hat, ob eine Beichte gültig war, wird sie als gültig gezählt; wenn man Zweifel hat, ob man verpflichtet ist, etwas zu tun, muss man sich nicht verpflichtet fühlen. Punkt.
  • Der Gedanke „Aber vielleicht betrüge ich mich selbst und bin gar nicht skrupulös / es ist nicht wirklich zweifelhaft, ob diese Sünde schwer war / in meinem Fall gelten diese Regeln nicht, weil es da ganz besondere Umstände gibt, an die die, die diese Regeln aufgestellt haben, vielleicht nicht gedacht haben“ ist typisch für alle Skrupulanten. Ignorieren. Nein, man ist kein Sonderfall. Die Kirchenlehrer wussten schon Bescheid.

Betreffs Beichte und Kommunion:

  • Die Kirche schreibt nur vor, einmal im Jahr die schweren Sünden zu beichten. Ja, tatsächlich, nur einmal im Jahr. Wenn man eine (mutmaßlich) schwere Sünde begangen hat, muss man nicht schauen, dass man in den nächsten zwei Tagen zur Beichte kommt; nein, man begeht keine weitere Sünde, wenn man länger wartet. Sinnvoll ist es, in regelmäßigen Abständen zu beichten (z. B. einmal im Monat).
  • Man muss nur die Sünden, bei denen man schwören könnte, dass sie schwer sind, beichten. Wenn man zweifelt, ob man eine Tat begangen hat, oder ob eine begangene Tat eine Sünde war, muss sie nicht gebeichtet werden.
  • In der Beichte sind nicht sämtliche Details notwendig; man muss nur das nennen, was die Art und (so weit man sie weiß, eine ungefähre Schätzung genügt) Zahl der schweren Sünden betrifft.
  • Bereits gebeichtete Sünden werden nicht noch einmal gebeichtet.
  • Eine Beichte ist nur dann ungültig, wenn man eine sicher schwere Sünde absichtlich und bewusst verschwiegen hat, oder vorhatte, eine sicher schwere Sünde weiterhin zu begehen. „Ich habe eine Sünde vergessen, weil ich mich nicht gut genug vorbereitet habe“ oder „Ich glaube, meine Reue war nicht stark genug“ ist kein Grund, an der Gültigkeit der Beiche zu zweifeln.
  • Man sollte sich immer wieder daran erinnern, dass Liebesreue genügt, um in den Himmel zu kommen, solange man noch nicht zur Beichte gekommen ist. Man sollte auch nicht zögern, sie zu erwecken, weil man sich z. B. unwürdig fühlt, gleich wieder Gottes Vergebung zu erlangen. Gott will einen sofort zurück bei sich haben. (Bei der Erweckung der Liebesreue hilft z. B. ein Gebet wie der Akt der Reue aus dem Kompendium des Katechismus: „Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine Sünden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich dafür verdient habe, sondern vor allem, weil ich dich beleidigt habe, das höchste Gut, das würdig ist, über alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mit Hilfe deiner Gnade nicht mehr zu sündigen und die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Amen.“)
  • Das Bußgebet nach der Beichte wird nicht wiederholt, auch wenn man glaubt, dass man beim ersten Mal nicht andächtig genug war. Es wird aus keinem Grund wiederholt. (Die Sünde ist im Übrigen schon mit der Absolution weg.)
  • (Die Nicht-Wiederholungs-Regel gilt auch sonst für alle Gebete, die man verrichtet.)
  • Keine Generalbeichten ablegen. Wenn es unbedingt sein muss, dann einmal und nie wieder. Auch nicht bei einem anderen Beichtvater. Nie wieder.
  • Wenn man in der Stunde vor der Kommunion (vor der Kommunion, nicht vor Beginn der Messe) nicht mit voller Absicht Essen in den Mund steckt und es kaut und schluckt, oder mit voller Absicht etwas trinkt (was nicht Wasser und Medizin ist, das ist erlaubt), indem man eine Flasche oder ein Glas an die Lippen nimmt und schluckt, kann man das Fasten vor der Kommunion nicht brechen. Eine verschluckte Schneeflocke oder ein verschluckter Krümel, den man schon länger zwischen den Zähnen hatte, zählen zum Beispiel nicht. Das Fastengebot gilt im Übrigen für ältere Menschen und für Kranke (nicht nur für akut, sondern auch für chronisch Kranke) nicht.
  • Wenn man sich nicht so sicher ist, dass man darauf schwören könnte, dass man eine noch nicht gebeichtete schwere Sünde auf dem Gewissen hat: zur Kommunion gehen. Nicht vorsichtshalber wegbleiben; man braucht die Nähe zu Jesus.
  • Wegen möglichen Hostienbröseln an den Händen oder Lippen sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen. Zunächst mal: Das tut Jesus selbst nichts. Natürlich müssen wir das Allerheiligste ehrfürchtig behandeln, aber nicht deshalb, weil wir Jesus schaden könnten, wenn wir es nicht tun. Und wenn trotz aller Sorgfalt (und Gott verlangt keine übermenschliche, sondern praktisch leistbare, menschliche Sorgfalt) doch einmal ein winziger Krümel unbemerkt auf den Boden fällt o. Ä., ist das kein Sakrileg.
  • Als Laie ist man nicht dafür zuständig, zu überwachen, dass der Priester sorgfältig genug mit dem Allerheiligsten umgeht. Wenn man eindeutig sieht, dass ihm eine Hostie auf den Boden fällt und er nicht reagiert – natürlich, dann muss jemand eingreifen. Aber wenn man meint, aus dem Augenwinkel gesehen zu haben, dass er am Altar mit dem Ärmel über die Hostien gestreift sein und jetzt vielleicht einen Krümel am Ärmel hängen haben könnte: Nein, man ist nicht zuständig, ihn nach der Messe darauf anzusprechen.
  • Manchmal hat man als Skrupulant Angst davor, dass irgendjemand anders bei der Kommunion eine Hostie nicht essen, sondern in die Tasche stecken und mitnehmen könnte, o. Ä. Am klügsten ist es, wenn diese Angst einen plagt, bei der Kommunion gar nicht umherzuschauen und, sobald man wieder in der Bank ist, die Augen zu schließen, um sich auf die eigene Begegnung mit Jesus konzentrieren zu können.
  • Ein Sakrileg gemäß Can. 1367 („Wer die eucharistischen Gestalten wegwirft oder in sakrilegischer Absicht entwendet oder zurückbehält, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu“) meint eine absichtliche, schwere Verunrehrung des Allerheiligsten. Damit sind solche Verbrechen gemeint, wie hier von Einbrechern in eine Kirche aus Nîmes berichtet. Wer – zum Beispiel – nach der Messe irgendwo auf dem Kirchenboden einen kleinen weißen Punkt sieht, sich fragt, ob das ein Hostienkrümel sein könnte, sich aber nicht sicher ist, weil es auch ein Steinchen sein könnte, und dann heimgeht und nichts tut, hat kein solches Sakrileg begangen und ist nicht exkommuniziert.

Außerdem ist zu beachten:

  • Das Beste ist nicht immer das einzig Richtige. Im Bereich des Erlaubten gibt es oft mehrere Optionen, und auch wenn eine besser ist als andere, heißt das nicht, dass man eine Sünde begeht, wenn man eine andere wählt. Nur das Verbotene ist verboten; nur das Verpflichtende ist verpflichtend. Man sollte sich vor der „Aber-ich-könnte-ja-noch-mehr-tun“-Falle hüten.
  • Das Unmögliche ist grundsätzlich nicht verpflichtend. Es gibt zudem nicht nur „physische Unmöglichkeit“ (also absolute Unmöglichkeit), sondern auch „moralische Unmöglichkeit“, d. h. etwas kann praktisch unzumutbar sein. Bsp.: Jemand mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, der furchtbar in Panik gerät, wenn er eine Kirche betritt, wäre genauso von der Sonntagspflicht entschuldigt, wie jemand, der physisch nicht aus dem Haus kommt, weil er krank ist. Natürlich gibt es auch gewisse Unterschiede: Von manchen Pflichten kann man sich wegen weniger schlimmer Dinge entbunden sehen (z. B. von der Pflicht, zur Sonntagsmesse oder zur Arbeit zu gehen), von manchen nicht so leicht (z. B. von der Pflicht, sein eigenes Kind zu versorgen). Aber das Prinzip bleibt. (Das heißt nicht, dass es keine Regeln geben würde, die immer und überall gelten – aber diese völlig ausnahmslos immer und überall geltenden Regeln sind dann Regeln, die sich auf in sich schlechte Handlungen beziehen, also Unterlassungspflichten festlegen. Die Unterlassung einer in sich schlechten Handlung (wie z. B. Mord, Glaubensverleugnung, Ehebruch…) ist immer möglich, die Erfüllung einer Handlung dagegen nicht immer.)

Betreffs anderer spezieller Fragen:

  • Intrusive blasphemische Gedanken ignorieren, oder es gleich Jesus anvertrauen, wie sehr sie einen belasten. Die sind keine Sünde (Sünde liegt im Willen), sondern eine unfreiwillige Belastung.
  • Gedanken, Wünsche und Fantasien, die man nicht mit voller Absicht herbeiholt / da behält, können keine Sünde sein. Gefühle, die man nicht mit voller Absicht herbeiholt / da behält, können keine Sünde sein.
  • Man hat nicht darüber nachzugrübeln, ob man Gedanken, Wünschen, Fantasien oder Gefühlen innerlich zugestimmt hat. Wenn man grübeln muss, zweifelt man; und Zweifel zählen bekanntlich nicht. Außerdem würden die belastenden Gedanken durch das ganze Grübeln erst recht wieder hochkommen. Und im Übrigen sind Gedanken und Gefühle etwas, das jeder Mensch hat; sie werden auch nicht leicht schwere Sünde.
  • Es ist besser, sich nicht zu viele Gedanken um die eigene Berufung machen und darum, ob man Gottes Willen in der Hinsicht verpassen könnte. Es muss nicht immer nur einen Weg geben; oft legt Gott einem auch mehrere vor und lässt einem die freie Auswahl. Es ist auch nicht schlimm, wenn man einen Beruf hat, bei dem man das Gefühl hat, nichts Nützliches für Gott / die Kirche zu tun. Auch diese Art von Berufen muss auf der Welt gemacht werden und damit leistet man etwas Gutes für die Welt. Man sollte sich auch nicht zu viele Gedanken darüber machen, ob man seine Talente dabei vergeudet. Und man sollte, wenn man wegen bestimmten äußeren Umständen (z. B. gesundheitlichen Problemen) ein Berufsziel oder eine Berufung nicht erreichen kann, auch wenn man meint, das wäre das, wofür man ansonsten am besten geeignet gewesen wäre, sich darum erst recht keine Gedanken machen. Und man sollte im Gedächtnis behalten: Gott kann immer noch andere Wege finden, auch wenn man einen guten Weg bereits verpasst hat.
  • Es ist nötig, sich klarzumachen, dass der eigene Einfluss auf andere begrenzt ist. Man fühlt sich als Skrupulant oft gedrängt, andere auf ihre (möglichen) Sünden hinzuweisen, um ihnen zu helfen. Bevor man das tut, sollte man sich aber klar machen, dass die allermeisten Menschen auf Ermahnungen, jedenfalls von Leuten, die ihnen nicht sowohl nahestehen als auch ihre wichtigsten Überzeugungen teilen, nicht besonders aufnahmebereit reagieren, und vielleicht eher genervt sein und noch weniger auf einen hören werden, wenn man das zu oft versucht. Jemandem, der nicht vom Katholizismus überzeugt ist, braucht man mit Dingen, die er nicht nachvollziehen kann, oft gar nicht erst zu kommen. Außerdem: Jeder hat einen freien Willen. Letztlich ist es zwar möglich, anderen Leuten dabei zu helfen, in den Himmel zu kommen, ihnen diesen Weg ein wenig leichter zu machen, aber sie sind letztlich selbst dafür verantwortlich, wo sie am Ende landen; Gott gibt allen eine reale Chance und sie müssen sie selbst ergreifen; das kann ihnen niemand abnehmen.
  • In Panik gemachte Versprechungen/Gelübde gegenüber Gott binden nicht.

Wenn man einzelne Gewissensfragen selbst, ohne Beichtvater, bewerten muss, hilft evtl. Folgendes:

  • Generell wird das erste, was man tut, sein, Bücher/Internetseiten, von denen man weiß oder meint, dass sie nicht im Konflikt mit der kirchlichen Lehre stehen, zu Rate zu ziehen. Manchmal braucht man einfach Antworten auf konkrete Fragen, und das ist auch normal und gut so; aber das sollte kein endloses, panisches Suchen werden; irgendwann muss einfach Schluss sein. Genau dieses endlose, panische Suchen soll die Beichtvater-Regel eigentlich verhindern; und wenn man keinen Beichtvater hat, muss man sich selbst irgendein Limit setzen. Gott verlangt von uns nicht mehr als normales, angemessenes Forschen danach, was das Richtige ist (man muss schließlich auch noch Energie dafür haben, es zu tun). Man sollte es daher gut sein lassen, nachdem man eine oder zwei vertrauenswürdige Quellen zu Rate gezogen hat; man hat keine Verpflichtung, weiterzusuchen.
  • Die Fragen sollte man so bewerten, wie man sie bewerten würde, wenn jemand anderer sie einem unterbreiten und einen um Rat fragen würde. Das hilft einem, wieder zu einem objektiveren Urteil zu finden. Wenn eine Freundin einem dieselbe Situation unterbreiten würde, was würde man ihr dann sagen?
  • Es kann auch helfen, vertrauenswürdige Freunde um Rat zu fragen. Wenn man alles laut erklären muss, sieht man die Situation vielleicht dadurch schon klarer; und sie wissen vielleicht mehr und können einem weiter helfen. Sie stecken nicht so tief drin und und blicken objektiver darauf.
  • Entscheidungen sollte man treffen, während man klar denken kann, nicht während man gerade in Panik ist, und sich dann später, wenn man in Panik gerät, daran halten.

Und immer dran denken: Wenn man sich dann trotzdem einmal irrt, rechnet Gott einem das nicht als Schuld an.

 

Ein paar weitere Ratschläge, die bei der Besserung der allgemeinen Situation helfen könnten:

  • Leiden kann man aufopfern, auch psychisches Leiden (und zwar egal, wie schlimm oder wie trivial es einem vorkommt). Dann wird daraus noch etwas Gutes, und so trickst man den Teufel aus.
  • Kurze Stoßgebete im Lauf des Tages beten.
  • Sich ab und zu in eine Kirche vor den Tabernakel setzen und einfach eine Zeit lang bei Jesus sein, ohne etwas zu tun. Nach der Sonntagsmesse, vor der Sonntagsmesse, am Werktag, wenn die Kirche leer ist… irgendwann eben, wann man gerade Zeit hat.
  • In der Bibel lesen. Gottes Wort hilft und tröstet.
  • Das Stundengebet oder zumindest einen kleinen Teil davon beten. Auch das hilft und tröstet. (Das gibt es als App, im Internet sowie in Buchform.)
  • Sich kleine Vorsätze machen, wenn man etwas ändern will, vor allem, wenn man im Moment nicht die Kraft für große Veränderungen hat. „Ich will jeden Samstagabend die Vesper beten“ hält man eher ein als „ich will jeden Tag Laudes, Vesper und Komplet beten“, und dann ist man auch nicht entmutigt. Kleine Fortschritte sind wesentlich besser als gar keine. Es kommt einem trivial und lächerlich vor, was man sich vornimmt? Na und? Soll man lieber nichts verändern? Außerdem: Sich konkrete Vorsätze machen. Also statt „ich will mehr in der Bibel lesen“ lieber „ich will jeden Sonntag, bevor ich ins Bett gehe, ein Kapitel in der Bibel lesen“.
  • Geduld haben. Gott arbeitet an einem ein Leben lang.
  • Sich einen oder mehrere Heilige suchen, vor denen man keine Angst hat – solche, bei denen man das Gefühl hat: die wären freundlich und gut zu mir. Ich hätte z. B. vor dem hl. Padre Pio eher Angst als vor dem hl. Franz von Sales, dem hl. Johannes Paul II., dem hl. Joseph, dem hl. Petrus, oder dem hl. Thomas. Natürlich müsste man eigentlich vor keinem Heiligen Angst haben; aber wenn man sie doch hat, sucht man sich eben erst einmal andere Patrone; die Auswahl ist schließlich groß genug. Übrigens ist der hl. Aphons von Liguori der Patron der Skrupulanten und die hl. Dymphna die Patronin der psychisch Kranken im Allgemeinen; der hl. Ignatius von Loyola könnte auch helfen. Fürsprecher sind gut.
  • Zum eigenen Schutzengel beten. Gott hat einen eigenen Engel abgestellt, um einen zu beschützen; wieso sich nicht mal an den wenden?
  • Es mit der Herz-Jesu-Verehrung probieren.
  • Sich der eigenen Würde als Christ bewusst werden. Wir sind Kinder Gottes, Tempel des Heiligen Geistes, Glieder des Leibes Christi, der durch uns handeln will. Wir sind getauft und „besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ in der Firmung. Gott ist mit uns.
  • Wenn man Angst vor der Beichte entwickelt: Sich ein wenig „Auszeit“ nehmen, in der man versucht, zur Ruhe zu kommen, und sich dann ruhig auf die Beichte vorbereiten. Sich einen festen Termin setzen, und sich, wenn möglich, mit einem Freund oder Familienmitglied verabreden, um gemeinsam hinzugehen – da ist die Hemmschwelle größer, es wieder abzusagen, wieder zurückzuschrecken. Oder einen Beichttermin mit dem Priester ausmachen, dafür gilt das Gleiche. Wenn man niemanden hat, mit dem man sich dazu verabreden kann, oder sich nicht traut, extra einen Termin auszumachen – nicht so schlimm, dann versucht man es eben auf andere Weise. Sich deswegen weiter zu stressen, hilft nicht. Dann: Versuchen, überpünktlich zu sein, wenn es so weit ist; vielleicht schon eine halbe Stunde vorher in die Kirche zu kommen und noch vor dem Tabernakel zu sitzen. Wenn man dann vor Angst Bauchschmerzen bekommt und sich der Aufbruch verzögert, hat man damit immer noch einen zeitlichen Puffer. Und wenn es wieder einmal nicht geklappt hat: Nicht verzweifeln. Es ist nie zu spät. Gott gibt uns nie auf.

Käthe Kollwitz, Betende Frau (Femme en prière).jpg

(Käthe Kollwitz, Betende Frau. Gemeinfrei.)

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